Pendeln schlägt auf die Psyche 
Donnerstag, 15. November 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien, Arbeit
Macht berufliches Pendeln krank? Dieser Frage ging die Technikerkrankenkasse mit einer Untersuchung nach. Dabei zeigt sich: Auf den ersten Blick scheint die lange Anfahrt zum Job keine Auswirkungen zu haben - Pendler waren sogar etwas seltener krank als Arbeitnehmer mit kurzer Arbeitsanfahrt. Ein Blick auf die Daten in der Tiefe zeigt allerdings: Pendler sind elf Prozent häufiger von psychisch bedingten Krankschreibungen betroffen. Eine andere Studie der Technikerkrankenkasse zeigt, dass rund ein Drittel der Bevölkerung sich vom Straßenverkehr gestresst fühlt.
Pendler sind nicht öfter krank - aber genervt, FAZ 6.11.18

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Der Faktor Mensch bei der Auswertung von Daten 
Mittwoch, 14. November 2018 - Bewusstsein, Studien, Wissenschaft
Statistik ist für viele Menschen ein Inbegriff der Objektivierung. Wo uns Daten über Sachverhalte zur Verfügung stehen, müssen wir nicht mehr mutmaßen. Aber ist das wirklich so? Eine britische Studie zeigt nun, welchen Einfluss der Faktor Mensch auf die Auswertung von Daten hat. 29 interdisziplinäre Teams sollten anhand der gleichen Datensätze analysieren, ob dunkelhäutige Fußballspieler häufiger die rote Karte gezeigt bekommen als hellhäutige. Vor der Datenanalyse wurden die Mitglieder der Forscherteams mit einer Umfrage auf mögliche Voreingenommenheiten getestet. Bei den folgenden Analysen kamen zwei Drittel der Teams zu dem Schluss, dass ein Zusammenhang zwischen Hautfarbe und der Häufigkeit der roten Karte bestehe, ein Drittel fand hingegen keine Zusammenhänge. Die signifikanten Unterschiede in den Ergebnissen der Forscher sind laut Studie darauf zurückzuführen, dass jeweils unterschiedliche Methoden für die Datenanalyse verwendet wurden. In einer Zeit, in der immer mehr Bereiche unseres Alltags durch statistische und algorithmische Prozesse beeinflusst werden, wirken solche Erkenntnisse mehr als beunruhigend.
Gleiche Daten, anderes Ergebnis, spektrum.de 5.11.18

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Der Stress der Selbstoptimierung 
Dienstag, 13. November 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
In wohl kaum einer Zeit zuvor hatten Menschen mehr Möglichkeiten, sich und ihr Leben nach den eigenen Wünschen zu gestalten. Wahlfreiheit und unzählige Optionen können uns aber auch enorm unter Druck setzen. In einem Interview mit dem Tagesspiel spricht die Schriftstellerin Juli Zeh über den vor diesem Hintergrund entstehenden Selbstoptimierungsstress. "Was tun mit dieser individuellen Freiheit? Aha, Selbstverwirklichung. Diesen Raum muss man dann auch füllen. Dass das mit enorm viel Druck verbunden ist, haben viele nicht bedacht. Die Chance wird zum Imperativ: Du musst deine Freiheit nutzen, du musst gut sein, glücklich sein. Die Biografie muss bis ins Letzte durchgeplant sein, nur keinen Fehler machen. Wie soll man sich denn entspannen, wenn man zu dieser Optimierung gezwungen ist", fragt Zeh. Einerseits kann einem diese Art der Herausforderung die innere Ruhe nehmen, andererseits wird vieles, was den Alltag Ausmacht, vor dem Hintergrund der eigenen Optimierungsphantasien zur Störquelle. Und das hat nicht nur Auswirkungen auf die persönliche Lebensgestaltung, sondern auch auf unsere gesellschaftlichen Beziehungen. Zeh warnt: "Es existiert ein Missverhältnis zwischen der Gelassenheit, die man erreichen möchte, und der Selbstoptimierung, die man verfolgt. Man will Störquellen ausschließen, nach dem Motto, ich bin ruhebedürftig, mich nervt das Kind, der Hund, das Handyklingeln. Wir neigen dazu, Dinge aus dem normalen Leben als Belästigung zu begreifen, die es abzuschaffen gilt. Letztlich steckt hier auch eine Ursache für Intoleranz gegenüber allem Fremden: sich darüber aufzuregen, was jemand anders macht, wie der aussieht, wie der sich benimmt."
"Ich bin eine gut bezahlte Arbeitslose", Tagesspiegel 5.11.18

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App, damit der Schädel nicht mehr brummt 
Montag, 12. November 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Studien
Regelmäßiger Kopfschmerz scheint für Studierende zu einer Dauerbelastung zu werden. Das legt zumindest eine Untersuchung der Barmer Ersatzkasse nahe, für die knapp 2.200 Datensätze ausgewertet wurde. Demzufolge leiden nahezu 75 Prozent aller Studentinnen und 57 Prozent der Studenten immer wieder unter Kopfschmerz. Jeder Dritte Betroffene fühlt sich dadurch schwer beeinträchtigt, nimmt man jene hinzu, die sich mäßig beeinträchtigt fühlen, sind das schon 900.000 Studierende. Die Barmer Ersatzkasse bietet vor diesem Hintergrund nun eine App an, mit der die Nutzer den Ursachen ihrer Kopfschmerzen auf den Grund gehen können.
Diese App hilft gegen Kopfschmerz, FAZ 1.11.18

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TU Kaiserslautern entwickelt neue Stress-App 
Freitag, 9. November 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Wissenschaft
Meditieren mit Apps scheint immer mehr zum Trend zu werden. Die TU Kaiserslautern ist nun dabei, eine App für besseres Stressmanagement zu entwickeln. "Stress-Mentor" soll Menschen dabei unterstützen, spielerisch Meditation und Bewegung in den Alltag einzubauen. Eine Tagebuch-Funktion soll dabei helfen, Stressoren besser zu erkennen und konstruktiver mit ihnen umzugehen. Um die Motivation während der Übungsphase zu stärken, sind die Übungen der App mit einem Fabelwesen gekoppelt, um das sich die App-Nutzer "kümmern" müssen, indem sie wenigstens eine Übung am Tag absolvieren. Die Entwickler der App betrachten den digitalen Helfer nicht als dauernde Unterstützung. Das Tool soll lediglich dabei helfen, verschiedene Übungen zu erlernen und in den Alltag zu integrieren, so dass man die App schließlich nicht mehr braucht.
Pressemitteilung der TU Kaiserslautern 29.10.18

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Achtsamkeit im Bildungswesen 
Donnerstag, 8. November 2018 - Bewusstsein, Lebensart
Meditation wird in Schulen und Universitäten immer mehr zum Thema, zumal immer mehr Studien neueren Datums zeigen, dass heute bereits Schüler unter ernstzunehmenden Stressbelastungen leiden und auch Studierende immer häufiger über die psychischen Belastungen ihres Uni-Alltags klagen. Die Frankfurt University of Applied Sciences lud deshalb kürzlich zu einem Kongress zum Thema "Meditation und die Zukunft der Bildung" ein, bei der Experten sich über neue Projekte an Schulen und Universitäten austauschten. Initiator des Vorstoßes ist Dr. Reiner Frey, der an der Hochschule vor drei Semestern das Programm "Bewusst sein und meditieren" ins Leben gerufen hat. "Es geht darum, sich gedanklich zu entleeren und dann wieder gefasster und klarer in die Welt zu schauen", erklärt er. "Nur ein klarer, aufgeräumter Geist, der gelernt hat, zu sich selbst aufmerksam zu sein, kann auch in Beziehung zu anderen treten", sagt auch Hochschulpräsident Frank Dievernich. Er betrachtet den Vorstoß als Teil des Lehrauftrags, denn studieren bedeute auch, reflektierte Menschen auszubilden. In seiner Wahrnehmung dient das Meditieren der Studierenden einem größeren Zweck, weil die Übenden auch lernen, die eigenen Motivationen und inneren Konflikte besser zu durchschauen: "Das macht es leichter, mit Andersdenkenden in ein konstruktives Gespräch zu kommen."
Und jetzt bitte an eine Zitrone denken, FAZ 28.10.18

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Wie fokussiert sind wir eigentlich wirklich? 
Mittwoch, 7. November 2018 - Bewusstsein, Studien
Konzentriert einen Text lesen, an etwas arbeiten oder nachdenken - wir glauben oft, ein gutes Gespür dafür zu haben, wann wir wirklich aufmerksam sind. Aber womöglich irren wir uns hier. Eine neue neurowissenschaftliche Studie zeigt, dass selbst in den Phasen, in denen wir uns als besonders fokussiert erleben, unsere Aufmerksamkeit immer wieder unbewusst abschweift. Unser Wahrnehmungssystem nimmt dann auch Umgebungsreize auf, scannt gewissermaßen unser Umfeld. "Wir Menschen glauben ja, dass wir unsere Aufmerksamkeit bewusst auf einen Punkt richten, dass das sozusagen ein Willensakt ist. Wenn ich im Büro sitze, dann kann ich entscheiden, ob ich auf den Computerbildschirm vor mir oder auf mein Smartphone gucke. Was wir in dieser Studie aber sehen, ist das genaue Gegenteil: Unserer Aufmerksamkeit liegen automatische Prozesse zugrunde. Natürlich richten wir erst einmal die Aufmerksamkeit irgendwohin. Doch was dann abläuft, liegt jenseits unserer Wahrnehmung. Es passiert unbewusst", erklärt die Neurowissenschaftlerin Sabine Kastner, die an der Studie beteiligt war. Ihre Forschung zeigt, "dass diese subjektive Vorstellung davon, wie wir Aufmerksamkeit wahrnehmen, eine große Illusion ist". Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass dieses Abschweifen eine evolutionär wichtige Funktion hat, denn es ermöglichte es unseren Urahnen, die in früheren Zeiten ständig gegebenen Gefahren für ihr Leben gleichermaßen wahrzunehmen wie sich auf konkrete Aufgaben zu konzentrieren. Welche Bedeutung dieser unbewusste Automatismus für unser heutiges Dasein haben könnte, darüber rätselt die Forschung noch.
"Unsere Vorstellung von Aufmerksamkeit ist eine große Illusion", zeit.de 16.10.18

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"Die Bewusstseinsmaschine" - neue Ausgabe von evolve 
Dienstag, 6. November 2018 - Bewusstsein, Medien
Es ist wieder einmal so weit - ab sofort ist die neue Ausgabe von evolve - Magazin für Bewusstsein und Kultur am Kiosk erhältlich. Dieses Mal haben wir uns einem brandheißen Thema gewidmet. Unter dem Titel "Die Bewusstseinsmaschine - Die neuen Medien und wir" betrachten wir, wie die Digitalisierung heute unsere Lebens- und Geisteswelten beeinflusst, bereichert, durchdringt und immer öfter auch den Bewusstseinsraum verstellt. Die Kritik an den digitalen Medien ist heute vielfältig. Wir haben unseren Schwerpunkt darauf gelegt, einmal tiefer zu graben und zu schauen, wie sich unser Menschsein in der Auseinandersetzung mit dem Digitalen in seiner existenziellen Dimension zu verändern beginnt. Und wir haben auch Ausschau gehalten, was die größten Visionen der digitalen Pioniere waren und was aus ihnen geworden ist. Und welches Zukunftspotential vielleicht noch ungeborgen in den digitalen Welten schlummert. In meinem Artikel "Das Herz des Ungewissen" schreibe ich über das "Wunder menschlichen Vernetztseins", das mich seit mehr als 20 Jahren, als ich zum ersten Mal die digitalen Welten betrat, begleitet. Es ist ein Faszinosum, das in manchen digitalen Nischen auch heute noch vibriert - und in neuen Räumen auf ganz neue Weise erblüht.

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