Vertrauen im Sinkflug 
Donnerstag, 23. März 2017 - Bewusstsein, Studien
Das Vertrauen in deutsche Parteien ist im Sinkflug - laut dem GfK Global Trust Report 2017 haben nur noch 18 Prozent der Deutschen Zutrauen in sie. Große Unternehmen und Konzerne landen mit 30 Prozent immerhin noch auf dem vorletzten Platz. Bodenständigere Branchen wie das Handwerk oder die Polizei genießen hingegen bei 85 Prozent der Bevölkerung Vertrauen. Auch die Justiz (67 Prozent) und die Verwaltung (65 Prozent) schneiden nicht schlecht ab. Die Autoindustrie ist, wahrscheinlich aufgrund des Abgasskandals, im Sturzflug - vor zwei Jahren vertrauten ihr noch 70 Prozent der Menschen, heute nur noch 53 Prozent. Es könnte allerdings sein, dass dieses Vertrauen nicht auf ewig verloren ist - oder die Menschen so lange vertrauen, bis sie persönlich negative Erfahrungen machen (oder Angst davor haben). Die Bekleidungs- und Schuhindustrie nämlich wird von 74 Prozent mit Vertrauen bedacht, Skandale über miese Arbeitsbedingungen in Niedriglohnländern scheinen hierzulande darauf kaum Einfluss zu haben.
Wem die Deutschen überhaupt noch vertrauen, Die Welt 16.3.17


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Um den Schlaf gebracht 
Mittwoch, 22. März 2017 - Studien, Arbeit
Schlaf scheint in der 24/7-Kultur der heutigen Zeit immer mehr zum Luxus zu werden. Und immer mehr Menschen leiden unter zum Teil akuten Schlafproblemen. Laut DAK-Gesundheitsreport sind seit 2010 die Schlafstörungen unter den 35- bis 65-jährigen Arbeitnehmern um 66 Prozent gestiegen. Schon jeder zehnte Arbeitnehmer leidet unter der schweren Schlafstörung Insomnie, hat Ein- und Durchschlafstörungen, beklagt eine schlechte Schlafqualität und leidet unter Tagesmüdigkeit und Erschöpfung. Insgesamt berichten fast 80 Prozent der Arbeitnehmer von Schlafproblemen, die Hälfte ist bei der Arbeit müde. Fatal ist, dass die meisten Betroffenen versuchen, selbst mit den Problemen zurecht zu kommen. Nur knapp fünf Prozent gehen deshalb zum Arzt. Der Schlafmittelgebrauch hat sich seit 2010 unter den Arbeitnehmern verdoppelt und fast jeder Vierte nimmt die Einschlafhilfen länger als drei Jahre ein.
Schlafstörungen nehmen zu, WiWo 15.3.17


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Die Moral hinter dem Neoliberalismus 
Dienstag, 21. März 2017 - Bewusstsein, Wissenschaft
Adam Smith gilt vielen als einer der Väter neoliberalen Denkens. Der Philosoph Gerhard Streminger hat indes nach der moralischen Dimension in Smiths Lebenswerk gegraben - und ist fündig geworden. Für Smith seien moralisches Handeln und menschliches Glück eng verwoben gewesen, so Streminger in einem Beitrag für Deutschlandradio Kultur. In einem idealen Markt verhielten sich laut Smith alle Teilnehmer wie faire Sportler. Er ging davon aus, dass es eine
"moralische Instanz" gebe, einen "unparteiischen Beobachter", der den Menschen zu moralischem Handeln anhalte - Referenz war für ihn das calvinistische Erbe seiner Zeit. Für Smith war Bildung, durch die die Person zur Persönlichkeit reife, der Schlüssel zur Entwicklung dieser Integrität: "Erst wenn man Gerechtigkeitssinn hat, ist man ein fairer Sportler." Mancher Klassiker ist es wirklich wert, unter den Vorzeichen der heutigen Zeit noch einmal neu gelesen und verstanden zu werden ...
"Für Smith ist nur der ethische Mensch glücklich", Deutschlandradio ultur 12.3.17

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Generation Krise 
Montag, 20. März 2017 - Bewusstsein, Lebensart, Arbeit
Die Digital Natives werden langsam erwachsen und viele Forscher fragen sich, was die kommende Generation wohl an besonderen Merkmalen zu bieten hat. Sozialwissenschaftler und Psychologen beobachten bereits kritisch, welche Lebensumstände das Heranwachsen der heutigen Jugend prägen. Hineingeboren in eine Zeit, in der seit der Wirtschaftskrise von 2008 vielerorts noch heute die Zeichen eher auf Talfahrt, zumindest aber große Unsicherheit stehen, scheint das Lebensgefühl der Jungen ziemlich durchwachsen. Soziale Ungleichheit oder gar Armut, unsichere Zukunftsaussichten, hohe Anforderungen und Schule und künftiger Berufswelt - die Zeiten sind herausfordernd und scheinen die Lebenseinstellung der Jugendlichen deutlich zu prägen. Studien bescheinigen ihnen bereits, moralische Werte wie Gerechtigkeit und Toleranz sehr wichtig zu nehmen, während Ehrgeiz und persönlicher Erfolg in den Hintergrund treten. Die große Mehrheit von ihnen misstraut den Internet-Giganten und großen Konzernen, verkörpern diese in ihren Augen vor allem eine Bedrohung der Gesellschaft. Aufbruchstimmung? Eher Fehlanzeige. Aber wer weiß, was aus dieser Generation noch werden wird und wie sie die Welt von morgen beeinflusst.
Jetzt kommen die Ängstlichen, Zeit online 9.3.17

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Gender-Dispositionen verstärken sich in homogenen Gruppen 
Freitag, 17. März 2017 - Studien
Männer sind risikofreudig, Frauen eher zurückhaltend - ein Klischee, in dem viel Realität steckt. Und diese Realität verstärkt sich, wenn die Geschlechter unter sich sind. Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) untersuchte die Verhaltensweisen in Teams - in geschlechtshomogenen wie in gemischten Gruppen. Dabei zeigte sich: Je homogener die Gruppe, umso stärker tritt das geschlechtstypische Verhalten hervor. Reine Männer-Teams zeigten sich besonders risikofreudig - risikofreudiger als die einzelnen Personen. Und bei den Frauen trat in reinen Frauen-Teams die Zurückhaltung besonders zutage. In gemischten Gruppen hingegen waren die Verhaltensweisen ausgewogener. Im Hinblick auf die Zusammensetzung von Gremien, Aufsichtsräten oder Vorständen gibt die Studie zu denken, macht sie doch deutlich, wie die personelle Besetzung einen Grundton setzt, wenn sie gendertechnisch eher einseitig ist.
Männer riskieren zu viel, Frauen zu wenig, Karriere Spiegel 9.3.17

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Gefangen im Datennebel 
Donnerstag, 16. März 2017 - Studien
Soziale Netzwerke kreieren ihre eigenen Welten, die mit dem Leben oft nicht mehr viel zu tun haben. Eine neue Studie des IMT Forschungszentrums in Lucca zeigt nun, dass auch der Nachrichtenkonsum in den Netzwerken diese Einseitigkeiten widerspiegelt. Die Wissenschaftler werteten den Nachrichten-Konsum von 376 Millionen Facebook-Nutzern zwischen 2010 und 2015 aus und analysierten deren Umgang mit Meldungen aus 920 Medien aus aller - wie oft sie Nachrichten teilten, likten und kommentierten sowie mit wem sie sie teilten. Der so genannte "Echokammer-Effekt" der sozialen Medien schlug im Nutzerverhalten deutlich durch. Die meisten Nutzer griffen nur auf wenige Nachrichtenquellen zurück und teilten auch entsprechend wenig vielfältige Beiträge. Es zeigte sich eine Clusterbildung - was den eigenen Neigungen und denen der Freunde nicht entsprach, trat erst gar nicht in die Aufmerksamkeit. Die Forscher warnen, dass dieser Effekt die vorherrschende Komplexität in der Welt in der Wahrnehmung einzelner deutlich reduziere und die Segregation und Gruppenbildung vorantreibe.
Facebook: Jedem seine eigene News-Welt, spektrum.de 7.3.17


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Die junge Führungselite tickt anders 
Mittwoch, 15. März 2017 - Studien
In den Chefetagen hält mit der aufsteigenden Generation der Nachwuchs-Topmanager frischer Wind Einzug. Die Personalberatung Heidrick & Struggles hatte in einer Studie 131 Top-Führungskräfte im Alter von unter 50 Jahren befragt und mit 24 von ihnen Tiefeninterviews geführt. Dabei zeigt sich: Brüche im Lebenslauf sind zumindest am Anfang einer Karriere heute keine Seltenheit mehr. Auch das Familienleben wird den Jüngeren wichtiger. Was das Führen angeht, verlassen sich weniger auf die gute alte Hierarchie. Sie versuchen sich eher in einem kooperativen Führungsstil. Theater, Konzert, Museen sind nicht so der Renner in der neuen Generation der Leader, sie treiben in ihrer Freizeit eher Sport, wobei das typische Golfen kaum noch zieht. Auslandsstudien und international geprägte Berufswege sind in der Top-Liga der Jüngeren sehr verbreitet, etwa ein Drittel der Befragten hat promoviert. Und jeder zehnte hat bei McKinsey viel für die künftigen Karrierestationen gelernt.
So ticken Deutschlands junge Top-Manager, Karriere Spiegel 4.3.17

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Wenn mentale Haltungen die Kreativität bremsen 
Dienstag, 14. März 2017 - Studien
Kreativität finden wir alle toll, und doch schlummert in vielen von uns auch eine Bremse. In ihrem Buch über Kreativität beschreibt die ehemalige Wharton-Management-Professorin Jennifer Mueller, wie unbewusste Einstellungen uns auf kreative Einfälle skeptisch reagieren lassen. Probanden sollten zunächst über eines der beiden folgenden Themen schreiben: "Für jedes Problem gibt es nur eine korrekte Lösung" oder "Für jedes Problem gibt es mehrere korrekte Lösungen". Anschließend sollten sie verschiedene Begriffe mit Kreativität assoziieren. Und zum Abschluss wurde ihnen eine kreative Idee zur Bewertung vorgelegt. Dabei zeigte sich, dass diejenigen, die über die sehr verengte Lösungsperspektive zu schreiben hatten, öfter negative Begriffe mit Kreativität assoziierten und auch die kreative Idee öfter madig machten als die Probanden, die zum eher positiven Thema geschrieben hatten. Umfeldfaktoren wie diese scheinen die innere Haltung zu Kreativität also zu fördern oder zu verengen.
Why your creative ideas get ignored, Greater Good 3.3.17

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