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Mindfulness und eine neue Bewusstseins-Kultur in Alltag und Business

© Dr. Nadja Rosmann 2022

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Entmenschlichung wird verinnerlicht

Wer von anderen nur als Objekt wahrgenommen wird, neigt dazu, sich selbst weniger menschlich wahrzunehmen, so die Erkenntnisse zweier Studien von britischen und italienischen Wissenschaftlern. In einer Studie erzählten 100 Frauen von Situationen, in denen sie nicht nach ihrer Persönlichkeit, sondern nur nach ihrem Äußeren beurteilt worden waren. Zuvor und danach sollten sie selbst ihre persönlichen Eigenschaften einschätzen. Dabei zeigte sich, dass die Frauen sich, nachdem sie von Erlebnissen berichtet hatten, in denen andere sie als Objekt betrachteten, als weniger warmherzig und weniger kompetent empfanden. Ähnliches zeigten Gespräche mit 62 Männern und Frauen, die sich an Situationen erinnerten, in denen sie sich im Arbeitsleben, sei es durch die Behandlung durch Vorgesetzte oder die Arbeitssituation selbst, eher als Maschine oder Werkzeug gefühlt hatten. Ihre Selbstwahrnehmung veränderte sich analog zur ersten Studie und sie fühlten sich insgesamt weniger menschlich. Interessant wäre sicherlich, auch einmal zu untersuchen, wie sich diese veränderte Selbstwahrnehmung auf das Verhalten auswirkt? Motivieren solche Erfahrungen, selbst noch bewusster die eigene Menschlichkeit zum Ausdruck zu bringen? Oder tragen sie zu einer Entmenschlichungsspirale bei, bei der die Betroffenen selbst sich anderen gegenüber ähnlich verhalten?
Nur ein Objekt? Psychologie heute 21.7.17

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