Lebensstil der Reichen ist besonders schlecht fürs Klima 
Donnerstag, 1. Oktober 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Studien
Wenn es um die Klimakrise geht, sind wir alle zum Handeln aufgefordert. Ein Blick auf die größten Verursacher von CO2 zeigt allerdings auch, dass es Bevölkerungsgruppen gibt, deren Lebensweise besonders große negative Auswirkungen hat. Eine Oxfam-Studie, die die weltweiten Emissionen zwischen 1990 und 2015 auswertet, zeigt: Gut die Hälfte des CO2-Ausstoßes in dieser Zeit wurde von den reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung verursacht. Das reichste Prozent war sogar für 15 Prozent der Emissionen verantwortlich. Der Anteil der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung am CO2-Ausstoß liegt hingegen bei lediglich sieben Prozent. In Deutschland fallen die Unterschiede geringer aus, sind aber dennoch sehr deutlich. Hierzulande verursachen die reichsten zehn Prozent ein gutes Viertel des nationalen CO2-Ausstoßes, die ärmere Hälfte ist für ein knappes Drittel verantwortlich. Oxfam sieht insbesondere im Verkehr, in Flügen und der Nutzung großer Autos, einen Hebel für Veränderung, denn dieser war zwischen 2010 und 2018 der zweitgrößte Faktor bei den Emissionen.
Reiche schädigen Klima sehr viel stärker als Arme, spiegel.de 21.9.20

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Nachhaltigkeit bleibt auf unserem Radar 
Dienstag, 29. September 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Studien
Seit Monaten bestimmt vor allem die Pandemie die Schlagzeilen und die Meta-Krise des Klimawandels scheint in der Öffentlichkeit in den Hintergrund gerückt zu sein. Doch im Bewusstsein der Bevölkerung ist sie es nicht. Eine Studie der Universität des Saarlandes mit 500 Befragten aller Altersgruppen zeigt: Auch in Zeiten der Krise haben viele Menschen, wenn es um ihren Konsum geht, Nachhaltigkeit im Blick. 77 Prozent ist es wichtig, dass das, was sie kaufen, keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt hat. 64 Prozent berücksichtigen bei Käufen mögliche Auswirkungen. Und 55 Prozent sind bereit, Unbequemlichkeiten in Kauf zu nehmen, wenn dadurch umweltgerechtere Maßnahmen gefördert werden. Für knapp die Hälfte der Befragten hat die Corona-Situation außerdem das Interesse an regionalen Produkten gestärkt. 44 Prozent sagen von sich, durch die Pandemie auch bereit zu sein, mehr für diese zu zahlen.
Nachhaltigkeit trotz Krise hoch im Kurs, wissenschaft.de 11.9.20

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Neuer Höchststand bei psychischen Erkrankungen 
Freitag, 25. September 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Unsere psychische Verfassung, zumindest gesamtgesellschaftlich betrachtet, scheint nur eine Richtung zu kennen - es geht bergab. Und dies nicht, weil Corona uns unter Dauerstress setzt. Die von der DAK ermittelten Krankschreibungen wegen psychischer Probleme haben im letzten Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Gegenüber 2018 erhöhten sich die Fehltage von Arbeitnehmer*innen wegen Depressionen, Angst- oder Belastungsstörungen um 24 auf 260 Tage pro 100 Versicherte. Erstmals hat die DAK diese Krankschreibungen 1997 gesondert gemessen. Seitdem haben sich die Krankschreibungen im Volumen um 239 Prozent erhöht. Einzelne Branchen sind dabei besonders betroffen. So kommt die öffentliche Verwaltung auf 382 Fehltage pro 100 Versicherte, gefolgt vom Gesundheitswesen (338 Tage) und Verkehr, Lagerei und Logistik (249 Tage). Am Widerstandsfähigsten scheinen Menschen zu sein, die in der Baubranche arbeiten (154 Tage) - allerdings dürften diese dann wahrscheinlich eher aufgrund von Muskel- bzw. Skeletterkrankungen bei der Arbeit fehlen. Alles in allem ein ernüchterndes Bild. Die DAK weist denn auch darauf hin, dass wir hier mit einem gesellschaftlichen Problem konfrontiert sind.
Rekord bei Krankschreibungen wegen psychischer Probleme, zeit.de 15.9.20

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Oft genug wiederholt, klingt Falsches immer wahrer 
Dienstag, 22. September 2020 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Zwischen Fakten und Fake unterscheiden zu können, ist in Zeiten lebensweltlicher Komplexität und aufflammender Verschwörungstheorien eine wesentliche Kulturkompetenz. Eine Studie zeigt jedoch, dass unsere Unterscheidungsfähigkeit zu bröckeln beginnt, wenn wir nur oft genug mit falschen Aussagen konfrontiert werden. Die Wissenschaftler zeigten im Test ihren Versuchspersonen wahre und falsche Aussagen, und dies in zwei Durchgängen. Dabei wurde deutlich: Falsches, das mehrfach gehört wurde, erschien vielen im zweiten Anlauf auf einmal wahr. Die Forscher führen diesen Effekt darauf zurück, dass unser Gehirn Dinge, die ihm schon bekannt sind, leichter verarbeitet. Und diese subtil empfundene Leichtigkeit verleitet uns möglicherweise dazu, einen Wahrheitsgehalt anzunehmen, selbst wenn es ihn nicht gibt. Es ist ein Automatismus, der uns verunsichern sollte. Und einer, der nachvollziehbar macht, warum beispielsweise die plumpen Uminterpretationen des Weltgeschehens durch Menschen wie den amerikanischen Präsidenten, selbst wenn sie bisweilen haarsträubend klingen, anscheinend doch irgendwann zu greifen beginnen. Gegenmittel scheint es hier nur eines zu geben - immer wieder wach sein und das, was uns begegnet, genauer betrachten und reflektieren.
Wissen schützt nicht vor der Wahrheitsillusion, spektrum.de 31.8.20

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Dominanz hilft nicht zwingend der Karriere 
Montag, 21. September 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Manchmal hat man das Gefühl, dass es vor allem die harten Kämpfer sind, die irgendwann mit Sicherheit in der Führungsetage landen. Die, die ganz auf den eigenen Erfolg fixiert und deshalb alle Hebel in Bewegung setzen, um besonders erfolgreich zu sein. Vielleicht rührt dieser Eindruck daher, dass solche Egomanen meist besonders laut agieren und man sie deshalb kaum überhören oder übersehen kann. Eine Langzeitstudie der Berkeley-Universität zeigt jedoch - dieser Eindruck trügt. Die Studie hat die Lebensverläufe von 670 Universitätsabgängern beobachtet. Zum Studienbeginn wurden dabei die Persönlichkeitsmerkmale der Beteiligten erfasst. Und 10 bis 14 Jahre später betrachteten die Wissenschaftler, welche Karrieren die Professional gemacht hatten. Dabei zeigte sich: Die typischen Egomanen schaffen es zwar oft an die Spitze, aber nicht häufiger als Menschen, die sich durch eine andere Persönlichkeitseigenschaft auszeichnen. Eine Mischung aus einer gewissen Dominanz und Zielstrebigkeit, gepaart mit der Fähigkeit, Verbündete zu gewinnen, fachlicher Kompetenz und sozialer Zugewandtheit anderen gegenüber ist eine mindestens genau so gute Basis, um beruflich voranzukommen. Die Wissenschaftler erklären das damit, dass Egomanen zwar starke Kämpfer für die eigene Sache sind, aber mit ihrem Verhalten auch viele Menschen verprellen oder sogar zu Konkurrenten werden lassen, die sie bekämpfen. Immer nur die Ellbogen auszufahren, bringt also keine besonderen Vorteile.
Skrupellosigkeit macht nicht erfolgreicher, wissenschaft.de 31.8.20

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Unser Lebensstil kostet Menschenleben 
Freitag, 18. September 2020 - Lebensart, Studien, Wissenschaft
Der Klimawandel wird nicht nur unsere Lebensumstände in deutlichem Maße verändern, sondern - beispielsweise durch Dürre- oder Unwetterkatastrophen - auch mehr und mehr Menschenleben kosten. Es sind Zusammenhänge, die wir gerne ausblenden. Das erklärt vielleicht auch, warum wir schon heute recht unempfindlich sind, wenn es darum geht, die gegenwärtigen Auswirkungen unseres Lebensstils und seine Folgen anzuerkennen und daraus Konsequenzen zu ziehen. Eine Untersuchung der Europäischen Umweltagentur etwa zeigt, dass 2012 jeder achte Tod in der EU im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung steht. Insgesamt waren das in besagtem Jahr 630.000 Todesfälle. Zu den größten Risiken gehören die Luftverschmutzung und die Belastung mit Chemikalien. Diese Umweltverschmutzung wird vor allem mit Krebserkrankungen sowie Erkrankungen des Herzkreislaufsystems und der Atemwege in Verbindung gebracht. In Rumänien soll jeder fünfte Todesfall auf Umweltverschmutzung zurückgehen. In den am besten aufgestellten Ländern Dänemark und Schweden ist es immer noch jeder zehnte. Während wir im Kontext der aktuellen Pandemien nahezu alles tun, um Gesundheitsrisiken möglichst zu vermeiden, scheinen wir im Hinblick auf die Auswirkungen der Umweltbelastungen auf menschliche Leben noch viel Nachholbedarf zu haben.
Jeder achte Todesfall in Verbindung mit Umweltverschmutzung, zeit.de 8.9.20

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Glück oder Pech? Alles eine Frage der Haltung ... 
Mittwoch, 16. September 2020 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Wie wir unsere Lebensumstände empfinden, hängt nicht unwesentlich von unserer Haltung zum Leben ab. Eine amerikanische Studie zeigt: Menschen mit hohem Anspruchsdenken fühlen sich leichter ungerecht behandelt und zeigen sogar weniger Mitgefühl als jene, die nicht so viel für sich erwarten. Die Wissenschaftler testeten zunächst mit einem Fragebogen, wie hoch das Anspruchsdenken ihrer Probanden war. Dann sollten sie eine langweilige Tätigkeit ausführen, wobei allen Testteilnehmern gesagt wurde, das Los hätte entschieden und sie wären leider nicht für die angenehmere Tätigkeit ausgewählt worden. Bei der anschließenden Befragung zeigten sich Menschen mit hohem Anspruch deutlich verärgerter als jene, deren Anspruchsdenken nicht so ausgeprägt ist. Gebeten, über Lebensumstände zu erzählen, bei denen sie Pech hatten, zeigte einen ähnlichen Effekt. Jene, die für sich viel vom Leben erwarteten, gaben sich hier betroffener als die, die weniger hohe Erwartungen haben. Gleichzeitig zeigten die sich besonders betroffen Fühlenden in einem weiteren Versuch, bei denen ihnen das Pech anderer vor Augen geführt wurde, weniger Mitgefühl. Offenheit gegenüber den Zumutungen des Lebens und Verständnis für andere scheinen also auch davon abzuhängen, was wir für uns selbst erwarten und mit welcher Vehemenz wir dies tun.
Pech gehabt! spektrum.de 3.9.20

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Werden wir Deutschen auf einmal zu Optimisten? 
Freitag, 11. September 2020 - Studien
Die German Angst ist legendär, doch in der aktuellen Krise scheinen die Deutschen zu Optimisten zu werden. Vielleicht auch, weil die Einschläge hierzulande im Vergleich zu vielen anderen Ländern eben noch deutlich geringer ausfallen. Eine Studie des US-Meinungsforschungsinstituts PEW Research, für die weltweit fast 15.000 Menschen in 14 Staaten befragt wurden, zeigt jedenfalls: Wir sind optimistischer, als viele gedacht haben - und als die Menschen in vielen anderen Ländern, wenn es darum geht, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie zu betrachten. Im Schnitt betrachten zwei Drittel der Weltbevölkerung die wirtschaftliche Lage im eigenen Land als schlecht, in Italien sind es sogar 90 Prozent. Die Deutschen sehen das nur mit 47 Prozent so, eine Mehrheit findet, der hiesigen Wirtschaft gehe es gut. Interessant ist auch, dass die Einschätzung der Bevölkerung nicht unbedingt analog zur realen Krisenentwicklung im eigenen Land ist. In Südkorea etwa sank die Wirtschaftsleistung durch die Pandemie lediglich um 3,2 Prozent, aber 83 Prozent der Befragten beurteilen die Lage als schlecht. Vielleicht ist Corona ja hier so etwas wie ein Ventil, durch das sich aufgestauter Frust (zum Beispiel über die unzureichende eigene wirtschaftliche Lage) nun entlädt. 60 Prozent der Koreaner glauben übrigens auch, dass sich die wirtschaftliche Lage noch weiter verschlechtern werde, im Studiendurchschnitt sind es 47 Prozent der Befragten. Wir Deutschen hingegen blicken optimistischer in die Zukunft. Hier glauben nur 37 Prozent an eine weitere Verschlechterung, während 47 Prozent damit rechnen, dass es bald wieder bergauf gehe.
Das Ende des deutschen Pessimismus, welt.de 3.9.20

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