Das Soziale zeigt sich im Gehirn 
Mittwoch, 1. April 2020 - Bewusstsein, Studien
Die soziale Dimension unserer Lebensweise verändert das menschliche Gehirn. Und es zeigt sich, dass dies bei Männern und Frauen auf ganz unterschiedliche Weise geschieht. Frauen mit vielen sozialen Kontakten beispielsweise weisen ein deutlich höheres Volumen in der für Emotionen zuständigen Gehirnregion auf, während dies bei Männern unter ähnlichen Vorzeichen nicht der Fall ist. Bei Männern wiederum lassen sich geringe soziale Kontakte am Belohnungszentrum erkennen. Die Wissenschaftler führen diese Unterschiede auf die evolutionäre Entwicklung der Geschlechter zurück, im Zuge derer Frauen und Männer über sehr lange Zeiträume in verschiedene Rollenerwartungen und soziale Anforderungen hineingewachsen sind.
Sozialleben prägt Frauengehirne anders, wissenschaft.de 18.3.20

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Sich vom Schmerz nicht vereinnahmen lassen 
Dienstag, 31. März 2020 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Meditation ist nicht zuletzt deshalb so beliebt, weil sie es Menschen erlaubt, resilienter zu leben. Meditierende mögen das Gleiche erleben und spüren wie andere Menschen auch, was sie unterscheidet ist, dass sie mehr Handlungsfreiheit im Hinblick auf ihre Reaktionen empfinden. Wissenschaftliche Untersuchungen von Schmerzpatienten etwa zeigen: Auch wer meditiert, verarbeitet im Gehirn die gleichen Schmerzsignale und nimmt auf der körperlichen Ebene den gleichen Schmerz wahr wie Nichtmeditierende. Doch im Gefühlszentrum des Gehirns lässt sich bei Meditierern beobachten, dass hier deutlich weniger emotionale Reaktionen ablaufen. Es ist eine Freiheit, die vielleicht deshalb so wertvoll erscheint, weil sie nicht darauf angewiesen ist, dass äußere Umstände, die oft nicht in der eigenen Hand liegen, sich verändern.
Gesund dank Meditation, Psychologie heute 11.3.20

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Großes Unternehmen, große Karriere? 
Donnerstag, 26. März 2020 - Studien, Arbeit, Management
Großunternehmen waren viele Jahrzehnte als Arbeitgeber besonders beliebt - weil sie in der Regel höhere Gehälter zahlen können als kleinere Betriebe, oft bessere Aufstiegschancen bieten und viele hier ihren Arbeitsplatz als eher sicher betrachten. Doch in der jüngeren Generation zeigt sich auch, dass der Nachwuchs oft mehr mit kleineren Arbeitgebern sympathisiert - weil bisweilen die Hierarchien nicht so starr ist und man mehr bewegen kann. Eine amerikanische Studie hat nun untersucht, wo die Karrierechancen besser stehen und kommt zu dem Schluss, dass der Führungsnachwuchs, der bei einem großen Arbeitgeber einsteigt, langfristig die besseren Karrierechancen hat. Finanziell, weil Einstiegsgehälter eben meist höher ausfallen und dieser Startvorteil auch in der weiteren Karriere zu wirken scheint. Aber auch, weil junge Menschen gerade zu Beginn des Berufsleben im Unternehmen am meisten lernen und hierfür anscheinend in Großunternehmen die fördernden Strukturen besser ausgeprägt sind. Wer auf die genannten Aspekte besonderen Wert legt, weiß also, was zu tun ist. Gleichzeitig sei auch gesagt, dass diese Faktoren zwar einem konventionellen Bild von Karriere entsprechen dürften, aber viele andere Faktoren ausblenden. Work-Life-Balance, die Möglichkeit, auf dem kurzen Dienstweg Veränderungen anzustoßen oder auch eine breitere Allrounder-Qualifikation dürften hingegen in kleineren Unternehmen auch oder mancherorts sogar stärker gegeben sein. Wichtig scheint also insbesondere, was man selbst als gute Arbeitsbedingungen und eine Arbeit mit Perspektive versteht.
Warum Absolventen in großen Unternehmen starten sollten, WiWo 17.3.20

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Narzissmus gibt Aufschluss über politische Gesinnung 
Mittwoch, 25. März 2020 - Psychologie, Studien
Narzissmus hat viele Gesichter und manche seiner Ausprägungen lassen auch Rückschlüsse auf die politische Perspektive von Menschen zu. Eine neue Studie hat dazu zwei Aspekte narzisstischer Persönlichkeiten näher betrachtet. Menschen, die der Aussage "Ich gewinne eine große Stärke aus dem Wissen, dass ich eine ganz besondere Person bin" haben einen starken Drang nach Anerkennung. Für sie steht vor allem die eigene Person im Vordergrund, was jedoch nicht zwingend auch mit einer Abwertung anderer verbunden ist. Bei jenen, die vor allem einem Statement wie "Ich möchte, dass meine Rivalen verlieren" zustimmen, spielt hingegen diese Abwertung eine herausragende Rolle. In der Studie zeigte sich, dass wenn man diese Einstellungen mit dem Wahlverhalten vergleicht, Menschen, die ihren Selbstwert besonders aus dieser Art von Abgrenzung ziehen, oft auch starke Präferenzen im Rechtspopulismus aufweisen.
Wer andere abwertet, wählt gerne rechts außen, FAZ 17.3.20

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Leistung beurteilen, ohne zu entzweien 
Donnerstag, 19. März 2020 - Studien, Arbeit, Management
Die Frage der Leistungsbeurteilung ist für Firmen ein schwieriges Feld. Einerseits möchten die die Leistungen ihrer Mitarbeiter beurteilen, doch zeigen Studien immer wieder, dass dies den Zusammenhalt in Teams aufweichen kann, wenn diese Bewertungen sich zu stark auf den Erfolg des Einzelnen beziehen. Denn dann ist jeder Mitarbeiter vor allem darauf bedacht, selbst möglichst gut dazustehen. Eine neue Studie zeigt nun, dass dieser Effekt sich leicht umkehren lässt, und zwar, indem auch prosoziale Handlungen der Teammitglieder sichtbar gemacht und mitbeurteilt werden. Wenn Leistungsbeurteilungen auch erfassen, wie gut Menschen im Team miteinander arbeiten, wie hilfsbereit sie anderen gegenüber sind und sich bemühen zu helfen, eröffnet dies einen tragfähigen Beziehungsraum, in dem Ellbogenmentalität weniger Chancen hat.
Warum Rankings schaden, HBM März 2020

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Jeder fünfte Deutsche bekommt nicht genug Schlaf 
Montag, 16. März 2020 - Lebensart, Studien
Schlaf ist eine wesentliche Quelle für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Und doch bekommen wir selten genug davon. In Deutschland sagt nur jeder Zweite von sich, wirklich ausreichend zu schlafen, während jeder Fünfte spürt, nicht genügend Schlaf zu haben. Weltweit besonders ausgeschlafen sind die Inder, von ihnen bekommen zwei Drittel genügend Schlaf und nur etwa jeder Siebte beklagt Schlafmangel. In den USA, Frankreich und Spanien liegt der Anteil der Zuwenig-Schläfer bei gut 20 Prozent. Insbesondere das Arbeitsleben scheint bei vielen Menschen den Schlafmangel zu begünstigen, denn eine Studie zeigt, dass die Menschen an Arbeitstagen im Schnitt 1,2 Stunden zu wenig Schlaf bekommen. In einer Kultur, die immer in Bewegung ist, und einer Arbeitswelt, die uns mehr und mehr fordert, scheint ausreichender Schlaf immer mehr zum Luxus zu werden. Und darüber vergessen wir leicht, dass längerfristiger Schlafmangel unsere Gesundheit untergräbt. Wenn sich der Schlafmangel über längere Zeit hinzieht, leidet unsere körperliche Befindlichkeit. Bereits nach fünf Jahren können sich die Risiken, an Herz-Kreislauf-Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes oder sogar an Krebs zu erkranken, erhöhen.
Die Deutschen schlafen zu wenig, welt.de 16.3.20

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Jeder Dritte fühlt sich von Arbeit psychisch beeinträchtigt 
Donnerstag, 12. März 2020 - Studien, Arbeit, Management
Die gute Nachricht - zwei Drittel der Arbeitnehmer finden, dass ihnen ihre Arbeit psychisch gut tut. Doch das übrige Drittel leidet im Job. Gründe sind massive Überlastung, eine zu geringe Bezahlung und fehlende Unterstützung durch die Vorgesetzten. Im internationalen Vergleich, beispielsweise mit den USA, Kanada, Italien oder Schweden, zeigt sich dabei, dass die Deutschen sich besonders von der hohen Arbeitslast tangiert fühlen. Das sind die Erkenntnisse einer Umfrage des Karriereportals Monster mit 4.500 Personen. Beim Jobwechsel wird ein Drittel von der Aussicht auf mehr Gehalt getrieben, doch genauso viele wollen inzwischen wechseln, weil sie mit ihren Arbeitsbedingungen unzufrieden sind. Ein großer Teil der Arbeitenden erwartet inzwischen vom Arbeitgeber Engagement für die Umwelt und Werte wie Diversität, Gleichstellung und Inklusion.
Geld ist nicht alles, SZ 3.3.20

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Viel Arbeit, wenig Arbeit und das Leben dazwischen 
Dienstag, 10. März 2020 - Studien, Arbeit, Management
Die Statistiken zeigen, dass der Fachkräftemangel im Hinblick auf die Arbeitsbelastung der Angestellten deutliche Spuren hinterlässt. Laut Statistischem Bundesamt arbeiteten 2018 mit 49,9 Wochenstunden am längsten Männer in der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei. Selbst die kürzeste Arbeitszeit bei Vollzeitbeschäftigten, Männer in der Industrie, lag noch bei 40,4 Wochenstunden. Die viele Arbeit ist für die meisten in Ordnung. Nur 4,5 Prozent der Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft würden ihre Arbeitszeit gerne verändern. In der Industrie sind es schon 8,2 Prozent. Es ist schwer zu sagen, ob der Grund dafür vor allem darin liegt, dass viele Menschen schlicht auf die Höhe ihres Einkommens angewiesen sind, oder ob vielleicht Berufe an der frischen Luft auch im Gesamtbild etwas weniger verschleißend sind. In der Kommunikation und Technologie würden immerhin gerne fast 6 Prozent ihre Wochenarbeitszeit reduzieren und zwar um 11 Wochenstunden. Das spricht schon eine deutlichere Sprache im Hinblick auf die alltäglichen Belastungen am Arbeitsplatz. Interessant ist gleichzeitig, dass viele Teilzeitbeschäftigte gegen ihren Willen weniger arbeiten. Fast jeder fünfte Mann in Teilzeit würde seine Arbeitsstunden gerne um im Schnitt 18 Wochenstunden aufstocken. Bei den Frauen haben gut 10 Prozent den Wunsch, im Schnitt knapp 13 Stunden mehr zu arbeiten. Hier scheinen die Arbeitgeber bewusst lieber mit vielen Wenigbeschäftigten zu arbeiten, um dadurch flexibler zu sein.
Arbeitszeiten in der Landwirtschaft am längsten, zeit.de 4.3.20

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