In Sorge vor unsicheren Lebensverhältnissen 
Freitag, 11. Januar 2019 - Lebensart, Studien
Die Deutschen gelten nicht unbedingt als mutiges Völkchen und so wundert es kaum, dass Umfragen immer wieder eine ganze Liste von Dingen zutage fördern, die uns Sorgen bereiten. Eine Umfrage der Beratungsgesellschaft EY mit 1.000 Personen zeigt, was uns akut besonders drückt. 70 Prozent der Deutschen macht die Umweltverschmutzung leichte bis große Sorgen, gefolgt von möglicher Krankheit und und steigenden Energiepreisen (beide 69 Prozent), der Flüchtlingskrise (59 Prozent) und mangelhafter Absicherung im Alter (56 Prozent). Auch eine steigende Steuerbelastung oder der mögliche Verlust des Arbeitsplatzes erzeugen Ängste. Interessant ist, dass es sich bei den meisten Punkten, die der Bevölkerung Sorge bereiten, nicht um typische Schicksalsschläge handelt, die aus heiterem Himmel kommen und unvermeidbar sind. Nein, die wesentlichen Angsttreiber sind alle systemischer Natur und eng verknüpft mit der Art, wie wir Politik und Wirtschaft betreiben. Das sollte uns vielleicht ganz grundlegend nachdenklich stimmen, denn es ist ein Indiz dafür, dass unsere Lebensweise uns nicht mehr wirklich zu tragen scheint. Sorgen sind ein sehr subjektiv wirkendes und empfundenes Gefühl, doch die beschriebenen Punkte sind alles andere als persönlich. Sie gehen uns alle an - und fragen auch danach, wie wir Formen des (Zusammen)Lebens entwickeln können, die uns als gesamte Gesellschaft wirklich tragen.
Das sind die größten Ängste der Deutschen, welt.de 2.1.19


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Die Selbstwirksamkeits-Lücke von Schreibtisch-Jobs 
Mittwoch, 9. Januar 2019 - Studien, Arbeit, Management
Selbstwirksamkeit ist ein wichtiger Faktor, der zur Arbeitszufriedenheit beiträgt. Doch Angestellte mit Schreibtisch-Jobs scheinen hier weniger gute Karten zu haben als beispielsweise Arbeiter. Angestellte weisen eine höhere emotionale Stabilität auf als Arbeiter und bringen mehr Offenheit mit als Arbeiter, beides wesentliche Attribute von Selbstwirksamkeit. Und doch liegt einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft zufolge ihre gefühlte Selbstwirksamkeit rund zehn Prozent niedriger als die von Arbeitern. Die Wissenschaftler erklären diese Diskrepanz damit, dass die Tätigkeiten von Arbeitern eine Unmittelbarkeit haben - das Ergebnis des eigenen Wirkens wird zeitnah offensichtlich. Bei den eher geistig orientierten Tätigkeiten von Angestellten lassen deutlich sichtbare Ergebnisse hingegen oft länger auf sich warten, weil der eigene Beitrag komplexere Prozesse anstößt, aber nicht direkt auch das Endergebnis liefert.
Ich schaffe das: Das Prinzip der Selbstwirksamkeit, iw-Kurzbericht 2.1.19

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Vorgesetzte werden besser, aber es ist noch viel Luft nach oben 
Freitag, 21. Dezember 2018 - Studien, Arbeit, Management
Über schlechte Führung zu klagen, gehört in vielen Branchen zum guten Ton. Das Arbeitgeberbewertungsportal Kununu misst seit Jahren die Zufriedenheit der Beschäftigten mit ihren Vorgesetzten. Der Führungskräfte-Report 2018 zeigt: Es scheint Verbesserungen in der Führungsetage zu geben. Zumindest erhöhte sich die Zufriedenheit mit dem Vorgesetztenverhalten erstmals seit Jahren und dies um acht Prozent von 3,15 auf 3,39 Punkten (wobei 1 für sehr große Unzufriedenheit steht, 5 für große Zufriedenheit). Allerdings sind die Fähigkeiten der Führungskräfte immer noch eine Schwachstelle vieler Unternehmen. Schlechtere Bewertungen gab es bei der diesjährigen Erhebung nur im Hinblick auf „Kommunikation“ ( 3,28 Punkte) und „Karrieremöglichkeiten“ (3,31 Punkte).
Wo die Unzufriedenheit mit Chefs am größten ist, FAZ 14.12.18

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Teilzeit ist super - so lange man nicht an die Rente denkt 
Donnerstag, 20. Dezember 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien, Arbeit
Teilzeit ist heute für viele Frauen in der Familienphase immer noch ein bewährtes Modell. Eine Umfrage des Delta-Instituts für Sozial- und Ökologieforschung im Auftrag des Bundesfamilienministeriums mit 2.000 Frauen, die in Teilzeit beschäftigt sind, bringt zutage: 85 Prozent finden es "super", keinem Vollzeit-Job nachgehen zu müssen. 75 Prozent wollen in ihrer aktuellen Lebensphase auf gar keinen Fall in Vollzeit arbeiten. Und 60 Prozent würden diesen Status gerne bis zur Rente beizubehalten. Das sind dramatische Zahlen, denn die Befragten sind sich durchaus bewusst, was dies für ihre Zukunft bedeutet. 68 Prozent ahnen, dass sie im Alter nicht von ihrer Rente werden leben können. Und 25 Prozent beschäftigen sich, weil diese Aussicht frustrierend ist, einfach nicht mehr mit diesem Thema. Der Trend, gerne weniger arbeiten zu wollen, macht sich in jüngster Zeit ja öfter bemerkbar, auch bei jenen, die die freie Zeit nicht brauchen, um für andere zu sorgen (wenngleich bei ihnen die gefühlte Notwendigkeit wahrscheinlich deutlich höher liegt). Doch irgendwie ist es erschütternd zu sehen, wie solche gesellschaftlich akzeptierten Modelle eine ganze Bevölkerungsgruppe langfristig ins wirtschaftliche Abseits bringt - denn all diese Frauen werden entweder im Alter verarmen oder benötigen einen weiteren Verdiener an ihrer Seite. Wir scheinen dringend eine öffentliche Diskussion darüber zu brauchen, wie wir nicht nur die Arbeit, die zu tun ist (sei es Erwerbs- oder Familienarbeit), als Gesellschaft im Ganzen bewerkstelligen können, sondern auch, wie wir sie so verteilen können, dass wir alle damit auf lange Sicht gut leben können.
Frauen in Teilzeit sind laut Umfrage sehr zufrieden, zeit.de 14.12.18

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Umweltbewusstsein braucht das direkte Feedback 
Mittwoch, 19. Dezember 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Studien
Umweltschutz ist wichtig, das wissen wir alle - und doch fällt es bei den Alltäglichkeiten oft schwer, auch danach zu handeln. Studien in Hotels zeigen: Wer die Folgen seines Handelns unmittelbar sehen kann, beginnt sich zu verändern. So wurde in einem Versuch den Übernachtungsgästen während des Duschens ihr Wasser- und Stromverbrauch angezeigt. Das Ergebnis: Der Energieverbrauch sank um 12 Prozent. Das mehrfache Benutzen von Handtüchern lässt sich am ehesten stimulieren, indem man den Gästen sagt, wie viel Prozent der anderen Hotelgäste dies bereits tun. Allein der Hinweis, dass es ökologischer ist, nicht jeden Tag ein neues Handtuch zu benutzen, hat hingegen nicht denselben Effekt. Wir scheinen vor allem dann ein günstigeres Verhalten leichter umzusetzen, wenn wir den konkreten Nutzen vor Augen haben.
Sozialer Druck erhöht umweltbewusstes Verhalten, Deutschlandfunk Kultur 13.12.18

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Hirnstimulation macht kreativer 
Montag, 17. Dezember 2018 - Bewusstsein, Studien
Kreativ werden auf Knopfdruck? Die neurowissenschaftliche Forschung zeigt, dass dies längst möglich ist. Eine britische Untersuchung mit 30 Probanden belegt, dass Menschen, deren rechte Schläfenlappen mit Alpha-Wellen stimuliert werden, bei Wortassoziationstests kreativer sind als jene ohne Stimulation. Das liegt laut den Forschern daran, dass die Alpha-Wellen naheliegende Gedankenassoziationen unterbinden und so den Denkraum öffnen für weniger offensichtliche Einsichten. Natürlich ist dieser Eingriff in den sonst unbewusst ablaufenden geistigen Prozess nicht die einzige Variable, die Menschen kreativ sein lässt. Wer sprachlich nicht sonderlich bewandert ist, wird wahrscheinlich auch durch Stimulation keine großartigen Ideen in solchen Tests entwickeln. Und doch kann man erahnen, dass solche Beeinflussungen künftig womöglich in unserem Leben, wenn es erst einmal technisch ausgereifte Geräte gibt, die im Alltag nutzbar sind, eine ernsthafte Rolle spielen werden. Denn der moderne Mensch neigt dazu, dass zu optimieren, was sich optimieren lässt. Meditation kann übrigens auch die Alpha-Aktivitäten im Gehirn fördern - ganz ohne Tools.
Alpha-Wellen fördern kreatives Denken, spektrum.de 10.12.18

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Überstunden? Unerträglich! 
Dienstag, 11. Dezember 2018 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Mehrarbeit hat in deutschen Unternehmen Methode. Eine Anfrage der Fraktion der Linken zeigt, dass die Zahl der Überstunden seit Jahren steigt. Laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg wurden 2015 von jedem Beschäftigten im Durchschnitt 47,3 Überstunden geleistet, 2016 waren es bereits 48 Stunden und im vergangenen Jahr sogar 53,2 Stunden. Das mag sich nach nicht viel anhören. Doch nicht alle Beschäftigten leisten überhaupt Überstunden, so dass das Maß der Mehrarbeit individuell deutlich höher liegt. Der DGB spricht gar von einem "unerträglichen Maß", dass die Überstundenzahl erreicht habe. Hinzu kommt: Nur etwa die Hälfte der geleisteten Mehrarbeit wird von den Firmen auch bezahlt, so dass sie durch die Ausweitung der Arbeitszeit 36 Milliarden Euro sparen.
Zahl der Überstunden pro Arbeitnehmer steigt stark, zeit.de 30.11.18

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Mehr Freizeit ist für viele ein Thema 
Montag, 10. Dezember 2018 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Arbeitszeiten zu haben, die zum eigenen Lebensentwurf passen, gleicht für viele Angestellte der Quadratur des Kreises. Eine Erhebung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz zeigt, dass etwa die Hälfte der Arbeitnehmer gerne weniger arbeiten würde. Die Zufriedenheit mit den Arbeitszeiten variiert bei Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten. Von den ganztags Arbeitenden wünschen sich 58 Prozent kürzere Arbeitszeiten, bei den Teilzeitkräften sind es 21 Prozent. Bei letzteren ist der Wunsch nach einer Verlängerung der Arbeitszeit ausgeprägter - 31 Prozent würden hier gerne mehr arbeiten. 49 Prozent sind mit dem Arbeitsvolumen zufrieden, während es bei den Vollzeitbeschäftigten nur 36 Prozent sind. Wer regelmäßig Überstunden leisten muss, wünscht sich eher, die Arbeitszeit zu verkürzen. Schon bei zwei Überstunden pro Woche liegt der Anteil derer, die kürzer treten möchten, bei 38 Prozent, unter jenen, die mehr als zehn Überstunden pro Woche leisten, sogar bei 71 Prozent. Insgesamt zeigt sich - es gibt keinen konstanten Trend, weniger arbeiten zu wollen, sondern eher ein Bedürfnis, das Arbeitsvolumen flexibler an die eigene Lebenssituation anpassen zu können.
Die große Sehnsucht: mehr Freizeit, spiegel.de 29.11.18

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