Fondsgesellschaft führt 4-Tage-Woche ein 
Mittwoch, 10. Oktober 2018 - Lebensart, Arbeit, Management
Es war ein Test - und er war mehr als erfolgreich: Die neuseeländische Fondsgesellschaft Perpetual Guardian probierte vor einigen Wochen aus, was sich im Unternehmen ändert, wenn die Mitarbeiter statt an fünf nur noch an vier Tagen pro Woche arbeiten. Der Inhaber des Unternehmens mit 240 Mitarbeitern hatte zahlreiche Untersuchungen darüber gelesen, dass sich durch eine Arbeitszeitverkürzung Produktivität und Mitarbeiterzufriedenheit steigern lassen. Der Testlauf wurde wissenschaftlich begleitet und dabei zeigte sich: Durch die Arbeitszeitverkürzung, deren Maßgabe es war, dass dennoch jeder das vereinbarte Arbeitspensum erbringen muss, stieg die Work-Life-Balance von 54 auf 78 Prozent. Der Stresslevel sank von 45 auf 38 Prozent. Das überzeugte den Firmeninhaber so sehr, dass ab November die Vier-Tage-Woche bzw. eine wöchentliche Arbeitszeitreduzierung um sieben Stunden zur Norm wird.
Fondsgesellschaft testet Vier-Tage-Woche – mit klarem Ergebnis, welt.de 2.10.18

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Apple macht aus Achtsamkeit eine Challenge 
Dienstag, 9. Oktober 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Arbeit, Management
Silicon Valley und Mindfulness werden heute immer öfter in einem Atemzug genannt. Apple zeigt nun, wie man aus dem Achtsamkeitsthema ganz im Sinne der modernen Leistungskultur eine wunderbare Challenge machen kann. Diesen Monat sind die Mitarbeiter des Unternehmens dazu aufgerufen, regelmäßig kleine Achtsamkeitspausen einzulegen. Die mentalen Auszeiten können mit einer beliebigen App dokumentiert werden. Wer nach 25 Tagen besonders achtsam war, bekommt ein exklusives T-Shirt. Leider wird in den zahlreichen Meldungen, die zur Challenge im Netz kursieren, nichts darüber gesagt, ob es für den persönlichen Achtsamkeitseinsatz auch eine Obergrenze gibt. ;-)
Apple-Mitarbeiter können exklusives T-Shirt in Achtsamkeits-Challenge gewinnen, macerkopf.de 1.10.18

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Digitale Feedback-Kultur 
Montag, 8. Oktober 2018 - Psychologie, Arbeit, Management
Firmen, die etwas auf sich halten, fühlen der Unternehmenskultur mit Mitarbeiterbefragungen auf den Zahn. Meist sind das dann große Fragebogen, bei denen die Angestellten einmal im Jahr die Möglichkeit zum großen Rundumschlag haben. Doch kommen in solchen Erhebungen die Details zum Tragen, die die Menschen tagtäglich am Arbeitsplatz beschäftigen? Und was hilft es, wenn man sich Monate nach einem Ärgernis darüber in einer Umfrage Luft verschaffen kann? Eine dänische Firma hat ein nun ein Analysetool entwickelt, mit dem Unternehmen ihre Mitarbeiter regelmäßig befragen kann. Peakon schöpft aus einem Fragekatalog, der wissenschaftlich validiert wurde. In kurzen Zyklen, zum Beispiel ein Mal pro Woche, erhalten die Mitarbeiter wenige Fragen, auf die sie antworten können. Tests zeigen, das Tool stößt auf gute Resonanz. Im Schnitt liegen laut Unternehmen die Antwortraten bei 81 Prozent. Der Anbieter rühmt sich damit, dass vor allem diese kurzen Zyklen es erleichtern, beispielsweise Neuerungen oder Veränderungen zeitnah zu testen und so Feedback über die Wirkungen zu erhalten. Macht Sinn in Zeiten, in denen alle von Agilität sprechen ... "Es fällt auf, dass Arbeitnehmer immer stärker nach dem Warum fragen: Wohin führt meine Arbeit? Welches Ziel haben wir eigentlich? Außerdem wünschen sich deutsche Arbeitnehmer schnellere Wege, ihre Meinung zu äußern. Viele Unternehmen hierzulande haben noch immer eine starke Hierarchiestruktur. Das erzeugt Scheu, Feedback zu äußern", erzählt Julian Tesche, der für Peakon in Deutschland zuständig ist. Eine Frage ist natürlich, ob man in der Führungsetage auch hören möchte, wie die Sinnfrage im eigenen Unternehmen beantwortet wird ...
"Jeder Mitarbeiter ist Kunde", Zeit online 26.9.18


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Je höher das Gehalt, umso mehr Überstunden 
Montag, 1. Oktober 2018 - Studien, Arbeit, Management
An der Spitze eines Unternehmens zu stehen, bringt oft auch Spitzenarbeitszeiten mit sich. Die Hamburger Vergütungsberatung Compensation Partner hat untersucht, wie es um die Überstunden von Fach- und Führungskräften bestellt ist. Bei den Führungskräften kommt einiges zusammen. Die leisten im Laufe ihres Berufsleben rund 15.430 Überstunden, was etwa 7,4 Arbeitsjahren entspricht. Fachkräfte kommen mit 6.562 Überstunden (etwa 3,1 Arbeitsjahre) besser weg. Besonders hoch ist die Mehrarbeit bei Consultants, sie leisten im Schnitt pro Woche 5,11 Überstunden. Die Zahl der Überstunden korreliert mit dem Gehalt. Wer über 120.000 Euro brutto pro Jahr verdient, arbeitet durchschnittlich pro Woche 9,5 Stunden länger. In der Gehaltsstufe zwischen 31.000 und 40.000 Euro Jahresverdienst sind es hingegen nur 2,3 Überstunden. Interessant auch: Je älter die Beschäftigten sind, umso mehr Überstunden leisten sie.
7,4 Jahre Überstunden, HBM 10/2018

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Offen sein für die Gegenwart anderer 
Donnerstag, 27. September 2018 - Bewusstsein, Management
Manager sollten meditieren, findet der Jesuitenpater Michael Bordt, der 2011 das Institut für Philosophie und Leadership an der Hochschule für Philosophie in München gründete. Er begleitet Führungskräfte auf einem Weg der Selbsterkenntnis, der ihre Leadership-Qualitäten auf eine tiefere Grundlage stellen soll. Die Innenschau öffne nicht nur für die eigene Befindlichkeit, sondern lasse Menschen auch empathischer für andere werden. "Weil man in der Lage ist, immer mehr bei sich selbst wahrzunehmen – eine immer differenziertere Selbstwahrnehmung zu haben –, spürt man ganz anders die Gegenwart anderer Menschen, anderer Atmosphären, ist näher an seinen Intuitionen dran", so Bordt in einem Interview mit dem Deutschlandfunk Kultur. Auch Enttäuschungen sind in seinen Augen ein Schlüssel, in besserem Kontakt mit der Welt zu sein und so auch bessere Entscheidungen zu treffen: "In jeder Ent-täuschung wird ja eine Täuschung weggenommen. Das heißt, wir kommen der Realität in jeder Enttäuschung näher."
"Nur wer sich selbst führen kann, kann andere führen", Deutschlandfunk Kultur 20.9.18


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Kranke Arbeitswelt 
Montag, 17. September 2018 - Lebensart, Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Macht Arbeit krank? Ein Blick auf den Fehlzeitenreport, der vom Wissenschaftlichen Institut der AOK, der Universität Bielefeld und der Beuth Hochschule für Technik Berlin anhand der Daten von 2.000 Beschäftigten erstellt wurde, ist alarmierend. 45 Prozent der Befragten klagen über Erschöpfung, 32 Prozent über Nervosität und Reizbarkeit, 30 Prozent sind lustlos und fühlen sich ausgebrannt. Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen und diverse körperliche Beschwerden kommen noch hinzu. Ein Großteil der Befragten führt all diese Beeinträchtigungen wesentlich auf die eigenen Arbeitsbedingungen zurück. Mehr als 90 Prozent würden sich sichere und gesunde Arbeitsbedingungen wünschen, das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, und den Job mit Familie und Privatleben gut vereinbaren zu können. Die Studie zeigt, dass ein Zusammenhang zwischen dem Leiden der Arbeitenden und den Rahmenbedingungen ihrer Jobs besteht. Von jenen, die ihre Arbeit als sinnhaft erleben, klagen "lediglich" 33 Prozent über Erschöpfung, bei Menschen, die keinen Sinn in ihrer Arbeit sehen, sind es 57 Prozent. Hier scheint sich seit Jahren kulturell etwas zusammenzubrauen. Leistungskultur hin oder her - die Arbeitswelt scheint immer mehr die menschliche Lebendigkeit aufzufressen.
Arbeit ohne Sinn macht krank, Zeit online 4.9.18

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Pragmatisches Verhältnis zur Arbeit ist nicht verkehrt 
Freitag, 14. September 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Arbeit, Management
"Dienst nach Vorschrift", das klingt in einer Leistungsgesellschaft leicht nach Drückebergerei. Der Arbeitssoziologe Falk Eckert sieht das anders. "Dienst nach Vorschrift hat einen schlechten Ruf, aber ich erkenne nichts Negatives darin, Arbeit als Pflichterfüllung zu sehen. Ich finde es gut, dass Menschen eine klare Grenze zwischen Arbeit und ihrem Leben ziehen. In diesem Sinn ist Dienst nach Vorschrift sogar gesund", sagt er in einem Interview mit Zeit online. Die Erwartungen an eine tiefere Identifikation der Arbeitnehmer mit ihrem Job und Arbeitgeber sei ein vergleichsweise neues Phänomen. "Ich würde sagen, dass die Erwartung, dass man am Arbeitsplatz gut drauf und motiviert sein soll, gestiegen ist. Vor 100 Jahren wäre man eher nicht auf die Idee gekommen, zu fragen, ob sich Arbeitnehmer emotional an den Arbeitgeber gebunden fühlen", so Eckert. Er warnt auch davor, dass hohe emotionale Erwartungen im Arbeitskontext individuellen Druck schüren: "Die Nachricht ist häufig: Sei glücklicher und erfüllter bei der Arbeit. Und wenn du es nicht bist, hast du etwas falsch gemacht. Dann musst du deine Einstellung wechseln oder den Job. Die Verantwortung wird auf die Einzelperson abgewälzt. Dabei liegt sie häufig bei den Organisationen."
"Dienst nach Vorschrift ist gesund", Zeit online 3.9.18

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Jeder Fünfte fühlt sich motiviert geführt 
Dienstag, 11. September 2018 - Studien, Arbeit, Management
Wann ist eine Meldung eine wirkliche Nachricht? Spiegel.de etwa titelte kürzlich: "Mehr als fünf Millionen Arbeitnehmer haben innerlich gekündigt". Die Information war frisch, sie stammt aus dem neuesten Engagement-Index, denn Gallup jedes Jahr veröffentlicht. Die Ergebnisse dieser Erhebung sind indes fast immer die gleichen. Etwa 14 Prozent der Beschäftigten fahren allenfalls Dienst nach Vorschrift und sind nicht wirklich bei der Sache. Am anderen Ende der Skala zeigen sich 15 Prozent hochmotiviert. Und der Rest bewegt sich irgendwo dazwischen. Vielleicht sollten wir anfangen zu erkennen, dass das, was Studien uns als höchste Motivation verkaufen, auch ein Wunschgebilde der wohl meisten Arbeitgeber darstellt. Der Befindlichkeit der Arbeitnehmerschaft scheint es jedenfalls nicht zu entsprechen. Man könnte auch sagen: Wie schön, dass jeder siebte Arbeitnehmer sich so über die Maßen im Job reinkniet. Und wie schön, dass etwas weniger Menschen wenig Lust auf Arbeit haben. Die Gallup-Studie legt immer wieder mit Zusatzfragen nahe, wie sehr es die Unternehmen in der Hand haben, das Klima zu verbessern. Laut Studie findet nur jeder fünfte Befragte, dass er sich in seinem Unternehmen auch ausprobieren könne und Fehler toleriert würden. Jeder Fünfte sagt: "Die Führung, die ich bei der Arbeit erlebe, motiviert mich, hervorragende Arbeit zu leisten." Allerdings scheint sich das nicht 1:1 in Höchstleistung zu übersetzen, denn, haben Sie mitgerechnet? - Gallup misst nur 15 Prozent Super-Power-Arbeitnehmer. Studien wie diese suggerieren, dass Firmen nur an ein paar Stellschrauben drehen müssen und schon läuft der Laden. So einfach scheint es indes nicht zu sein …
Mehr als fünf Millionen Arbeitnehmer haben innerlich gekündigt, Spiegel.de 29.8.18

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