Macht Achtsamkeit unproduktiv? 
Mittwoch, 13. Juni 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Im Business ist Achtsamkeit nicht zuletzt deshalb in aller Munde, weil man sich von ihr nicht nur mehr Ausgeglichenheit und Wohlbefinden für die Mitarbeiter erhofft, sondern, gestützt durch deren wachsende Zufriedenheit auch eine bessere Arbeitsleistung. Manche Studien scheinen in der Tat zu belegen, dass Mitarbeiter, die meditieren, fokussierter sind und viele Aufgaben besser bewältigen. Eine Studie der Católica Lisbon School of Business & Economics und der Carlson School of Management, University of Minnesota, zeigt nun: Meditation kann der Motivation das Wasser abgraben. In der Untersuchung zeigte sich, dass Menschen, die Achtsamkeit praktizierten, weniger geneigt waren, Aufgaben anzugehen. Die Forscher führen diesen Effekt darauf zurück, dass Achtsamkeit einen Zustand der Akzeptanz fördere, während es, um anzupacken und Probleme zu lösen, durchaus eines gewissen Maßes an Unzufriedenheit erfordere, um den Hintern hochzubekommen.
Zu viel Meditation raubt die Motivation, SZ 3.6.18

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Wie das Handy von unserem Hirn Besitz ergreift 
Montag, 11. Juni 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Unsere Smartphones bombardieren uns nicht nur mit Nachrichten, sie ergreifen von unserem Geist anscheinend sogar Besitz, wenn wir gar nicht unmittelbar mitbekommen, was in unseren Inboxen und Social-Media-Accounts gerade los ist. Diese Schlussfolgerung legt zumindest eine Untersuchung der McCombs School of Business in Austin, Texas nahe. Die Wissenschaftler gaben 800 Probanden verschiedene Aufgaben, um deren fluide Intelligenz zu prüfen, die Fähigkeit, unbekannte Probleme zu durchdenken und zu lösen. Eine Testgruppe musste dabei ihre Handys in einem Nebenraum deponieren, eine ließ die Smartphones in der Hosentasche, die dritte legte sie mit dem Display nach unten auf den Tisch, während die Aufgaben bearbeitet wurden. Die Tonsignale und Benachrichtigungsfunktionen aller Geräte waren abgeschaltet, damit die Versuchspersonen nicht abgelenkt wurden. Bei der Auswertung der Tests zeigte sich: Am besten schnitten jene Teilnehmer ab, deren Smartphones völlig außer Reichweite waren. Die schlechtesten Ergebnisse kamen von denen, deren Handy auf dem Tisch lag, wobei ihre kognitive Beeinträchtigung etwa mit der von Schlafmangel vergleichbar war. Die Forscher erklären sich die deutlichen Unterschiede damit, dass wir eine so enge Beziehung zu unseren Geräten haben, dass schon ihre Anwesenheit ausreicht, um einen Teil unserer Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen - Gehirnkapazitäten, die uns dann nicht für andere Aufgaben zur Verfügung stehen.
Legt doch mal das Handy weg, HBM 23.5.18

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Die unbewusste Vereinnahmung durch digitale Tools durchbrechen 
Freitag, 8. Juni 2018 - Bewusstsein, Lebensart
Seit einigen Jahren mehren sich die Studien, die vor der suchterzeugenden Wirkung von Handy & Co. warnen. Dem Psychiater Manfred Spitzer gelang mit seinem Buch "Digitale Demenz" sogar ein richtiger Publikumserfolg. Wir wissen, dass wir sorgsamer auf unsere Mediennutzung achten sollten - und lassen uns dann doch wieder gerne von den schier unbegrenzten digitalen Ablenkungsmöglichkeiten in den Bann ziehen. Apple hat nun angekündigt, sich mehr der digitalen Gesundheit zu widmen. Die kommende Version des iPhone-Betriebssystems soll den Nutzern anzeigen, wie viel Zeit sie aktiv mit dem Handy verbringen und welche Apps sie dabei vor allem in den Bann ziehen. Vielleicht erleichtert es eine solche Funktion, den eigenen Ablenkungsstrategien eher ins Auge zu sehen, denn die vielen unbewussten alltäglichen Griffe zum Smartphone, aus denen leicht ein paar Stunden digitale Dröhnung werden können, blenden wir doch allzu leicht aus.
Apple will Handynutzung einschränken, FAZ 1.6.18

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Der Unterschied zwischen Werten und Heuchelei 
Donnerstag, 7. Juni 2018 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Wenn wir von Werten sprechen, dann geht es, wenn wir es ernst meinen, meist um die großen Haltungen im Leben, um Haltungen, die wir in unserer Kultur über Generationen entwickelt und aktiv gelebt aufrecht erhalten haben. Die Wertediskussion im Business hingegen kommt einem da leicht wie eine große Show vor. In einem Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung kritisiert der Organisationssoziologe Stefan Kühl, wie leichthändig Unternehmen versuchen, mit "integrer Unternehmenspolitik", "werteorientierter Führung" und "moralischer Haltung" jonglieren. "Das Bekenntnis zu Werten hat auf den ersten Blick eine gewisse Plausibilität. Der Vorteil von Werten ist, dass sie 'hohe Konsenschancen' haben. Abstrakt kann man sich schnell darauf einigen, dass Menschenrechte, Umweltschutz und Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit anzustreben sind. Das Problem ist jedoch, dass Werte im Gegensatz zu Programmen nur sehr unbestimmte Anhaltspunkte für Entscheidungen geben. Sie lassen weitgehend unklar, welche Entscheidung einer anderen vorgezogen werden muss", sagt er. Kühl weist darauf hin, dass Moral nicht wie eine "Trivialmaschine" funktioniere. Von der rechten Idee zur rechten Tat ist es, gerade im Berufsleben, oft ein weiter Weg. Ein Weg des Ringens und des Ausprobierens und des Lernens. Das ist in vielen Firmen gar nicht vorgesehen. Sie wollen vor allem eine weiße Weste zeigen - und bürden den Mitarbeitern auf, das Richtige zu tun, ohne es zwingend auch zum lebendigen Teil des täglichen Arbeitsmiteinanders zu machen.
Wenn Firmen Mitarbeiter erziehen, SZ 29.5.18

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Der Spagat zwischen Stress- und Komfortzone 
Dienstag, 5. Juni 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Arbeit
Das Vokabular der Leistungsgesellschaft hat die Komfortzone schon vor Jahren zum toten Winkel erklärt. Mehr etwas erreichen möchte im Leben, muss einfach raus aus der Kuschelecke, meinen die Dauerperformer. Womöglich hat diese Einstellung mit zum gegenwärtigen Stresshoch beigetragen. Sich auch mal zurückzulehnen, hat einfach einen schlechten Ruf. "Ständige Überforderung, sich also permanent außerhalb der eigenen Komfortzone zu bewegen, führt zu Erstarrung oder Panik. Wir brauchen Komfort als Überlebensgrundlage", warnt hingegen der Psychologe Nico Rose. Worum es letztlich geht, ist wohl die rechte Mischung. Immer nur im Wohlbefinden zu verharren, kann auch langweilig werden. Lernen und uns weiterentwickeln können wir uns am ehesten dann, wenn wir das schon Vertraute auch einmal hinter uns lassen. Das mag sich bisweilen unbehaglich anfühlen, oft sogar herausfordernd. Und doch trägt dieses die Fühler Ausstrecken mit dazu bei, dass die eigene Komfortzone sich erweitert. Daraus allerdings gleich einen neuen Leistungsethos zu zimmern, ist wahrscheinlich keine gute Idee, denn wenn aus Entwicklung dauerhafte Überforderung wird, gewinnen Panik oder schlicht Verweigerung die Oberhand.
Wer Risiken eingeht, vergrößert seine Komfortzone, WiWo 27.5.18

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Selbstmitgefühl schützt vor Depressionen 
Freitag, 1. Juni 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Perfektionismus kann krank machen, insbesondere wenn die hohen Ansprüche an sich selbst mit einem Mangel an Selbstmitgefühl einhergehen. Australische Psychologen stellten diesen Zusammenhang sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen aller Altersgruppen fest. Das Streben nach hohen Leistungen an sich muss nicht unbedingt das psychische Wohlbefinden beeinträchtigen. So zeigte sich, dass Menschen, die einen positiven Umgang zu sich selbst pflegen, sich selbst und ihren Bedürfnissen gegenüber achtsam sind und sich auch Mitgefühl entgegenbringen können, weniger von Schwermut oder gar Depressionen betroffen sind als jene, die sich alles abverlangen und diesen gesunden Selbstbezug nicht kennen.
Nett zu sich selbst sein, Psychologie heute 25.5.18

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Gedankenexperimente berühren nicht so wie die Wirklichkeit 
Dienstag, 29. Mai 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
In der Wissenschaft wird häufig mit hypothetischen Fragestellungen und Gedankenexperimenten gearbeitet, um die Handlungsdispositionen von Menschen besser zu verstehen. Insbesondere wenn es bei solchen Versuchen moralisch betrachtet ans Eingemachte geht, ist die Lücke zwischen gedachtem Verhalten und der Realität jedoch groß. Belgische Wissenschaftler stellten Probanden vor die Wahl, dass entweder einer oder fünf Mäusen starke Schmerzen zugefügt werden. Bei den Probanden, die im Labor im Angesicht realer Mäuse einen entsprechenden Knopf drücken sollten, war die Wahrscheinlichkeit, sich für die eine Maus zu entscheiden, doppelt so hoch wie bei jenen, die die Frage nur hypothetisch beantworten sollten. Es zeigt sich, dass die Realität uns doch wesentlich mehr berührt als das Nachdenken darüber. Weshalb die Erkenntnisse hypothetischer Experimente auch mit Vorsicht zu genießen sind. Den Mäusen wurde im Labor selbstverständlich in keinem der Fälle Schmerz zugefügt.
In realen Zwickmühlen entscheiden wir anders, spektrum.de 17.5.18

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Der finanzielle Return der Achtsamkeit 
Montag, 28. Mai 2018 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Ein Schlagzeile mit dem Begriff Achtsamkeit beim Wirtschaftsnachrichtendienst Reuters, das wäre vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen. Doch kürzlich schaffte es SAP mit seinem Achtsamkeitsprogramm, dass zwischen Aktienkursen und börsenrelevanten Nachrichten das Thema Meditation aufpoppte. Der Beitrag stellt die Grundzüge des SAP-Achtsamkeitsprogramm dar und gibt sich große Mühe, den finanziellen Impact, den es haben könnte, darzustellen. SAP selbst nennt hier keine genauen Zahlen, spricht jedoch von einem Return on Investment von 200 Prozent. Laut SAP bedeutet ein Prozent Zuwachs beim Mitarbeiter-Engagement einen Profit von 50 bis 60 Millionen Euro, ein Prozent Zuwachs bei der "Gesundheitskultur" des Unternehmens bringe 85 bis 95 Millionen Euro Gewinn. Ich schätze die Arbeit von Peter Bostelmann, der bei SAP inzwischen den Posten des Director Global Mindfulness bekleidet, sehr, denn er bemüht sich zumindest, die Instrumentalisierung von Meditation im Business nicht voranzutreiben. Doch wo damit begonnen wird, solche Rechenexempel zu vollziehen, ist Meditation dabei, ihre Unschuld zu verlieren.
At Germany's SAP, employee mindfulness leads to higher profits, Reuters 17.5.18

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