Generation Y und Ältere sind sich in Vielem einig 
Freitag, 3. November 2017 - Studien, Arbeit
Gerne wird darüber gesprochen, wie anders doch die Generation der nach 1980 geborenen Arbeitnehmer, der so genannten Generation Y, im Vergleich zu älteren Mitarbeitern sei. Eine Untersuchung der Jacobs-Universität in Bremen zeigt nun, dass sich die beiden Altersgruppen in vielen Fragen des Arbeitslebens überraschend einig sind. So fanden die Wissenschaftler heraus, dass über alle Altersgruppen hinweg die Freude an der Arbeit wie die Möglichkeit zur Mitgestaltung für Arbeitnehmer zentrale Faktoren sind. Jüngeren ist aber vor allem Weiterbildung sehr wichtig, während die Älteren mehr Wert auf Professionalität legen. Unterschiede zeigten sich vor allem innerhalb der jeweiligen Altersgruppen, und zwar solche, die die Wissenschaftler eher auf charakterliche Unterschiede denn auf das Alter zurückführen.
Die Generation Y tickt gar nicht so anders, FAZ 27.10.17

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Status-Stagnation ist ungesund 
Mittwoch, 1. November 2017 - Psychologie, Studien, Arbeit
Über den Stress, der mit beruflichem Aufstieg verbunden ist, wird viel gesprochen. Die andere Seite des Phänomens, beruflicher bzw. sozialer Abstieg, wird hingegen selten betrachtet. Dabei hat diese Stagnation sozialer Mobilität durchaus gesundheitliche Auswirkungen. Soziologen der Universität Halle-Wittenberg untersuchten die Lebensläufe von knapp 20.000 erwerbstätigen Deutschen im Alter von 25 bis 59 Jahren und stellten dabei fest: Am gesündesten sind Menschen, die aus Familien mit gutem sozialen Status stammen und diesen auch im Laufe ihres Lebens halten können. Menschen, die längere Zeit in einem niedrigen Status verharren müssen, fühlen sich hingegen im Schnitt besonders krank. Aufsteiger fühlen sich gesund, Absteiger berichten von einem schlechten Gesundheitszustand. Besonders stark zeigt sich laut der Untersuchung dieser Effekt bei Männern in Ostdeutschland, die statistisch gesehen sehr häufig unter Phasen der beruflichen Stagnation oder gar Arbeitslosigkeit zu leiden haben. Ein Hinweis darauf, dass zwischen Ost und West nach wie vor eine Lücke klafft.
Keine Karriere ist auch keine Lösung, FAZ 25.10.17

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Warum Selbstdarstellung bisweilen schief geht 
Montag, 30. Oktober 2017 - Psychologie, Studien, Arbeit
Vor anderen gut dazustehen, ist den meisten Menschen ein besonderes Anliegen. Im Job ist es oft besonders wichtig, aber auch im Privatleben mögen wir gerne im besten Licht erscheinen. Eine psychologische Studie zeigt jedoch, dass viele Menschen hierbei nicht immer die günstigsten Strategien wählen. Die eigenen Fähigkeiten und Leistungen offen zu artikulieren, mag logisch erscheinen. Doch diese Selbstaufwertung kommt häufig als lästige Selbstdarstellung bei anderen an. Für das umgekehrte Phänomen, das übertriebene zur Schau Tragen von Bescheidenheit oder eigenen Unzulänglichkeiten, gilt das Gleiche. Auch Scheinheiligkeit, die leicht durchschaubare Selbstüberhöhung, taugt wenig, um Pluspunkte zu sammeln. Vorsichtig sollte man auch sein mit Kommentaren, die andere vermeintlich loben, aber eigentlich dazu gedacht sind, die eigene Position zu unterstreichen. Die Psychologen gehen davon aus, dass vielen Menschen gar nicht bewusst ist, zu welchen Wahrnehmungen Verhaltensweisen wie diese bei anderen führen. Ihr Tipp: Einfach mal nahestehende Menschen um ehrliches Feedback bitten.
Wie stellen Sie sich dar? Psychologie heute 19.10.17

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Deutsche Tekkies schielen auf Achtsamkeit 
Montag, 23. Oktober 2017 - Bewusstsein, Arbeit
Nachdem das Google-Programm Search Inside Yourself in den letzten Jahren weltweit für Aufmerksamkeit sorgte, widmet sich nun auch das deutsche Technologiemagazin T3N dem Meditationstrend. In einem Beitrag erklärt der ehemalige Silicon-Valley-Reporter des Blatts, dass die Achtsamkeit in Kalifornien nicht unbedingt ein Selbstläufer war. Viele Google-Mitarbeiter hätten zunächst gefragt: "Was soll eine auf buddhistische Lehren zurückgehende, esoterisch anmutende Methode im Job bringen?" Diejenigen, die die angebotenen Kurse absolvierten, sollen begeistert gewesen sein von den Wirkungen. Der Rest ist Geschichte. Heute nutzen zahlreiche Firmen die Angebote des Search Inside Yourself Leadership Instituts. SAP hat sogar die Position eines Directors für Mindfulness ins Leben gerufen und bietet längst hauseigene Kurse an. Um die Skeptiker scheint es vielleicht auch deshalb immer stiller zu werden, weil die zunehmende Arbeitsverdichtung und der digitale Stress es vielen immer schwerer machen, ohne meditative Gegenmaßnahmen den Arbeitsalltag durchzustehen. Ich bin immer wieder begeistert davon, dass eine so leicht zugängliche und vor allem "noninvasive" Methode wie Meditation heute immer mehr Zuspruch findet. Allerdings stimmt die Haltung, Achtsamkeit vor allem als kompensatorische Maßnahme zu nutzen oder zur Selbstverbesserung, auch skeptisch. Denn Meditation ist kein Wundermittel. Sie kann innere Balance begünstigen. Aber wenn fast 24 Stunden des Tages mit Hektik gefüllt sind, vermag auch ein bisschen Meditieren nicht wirklich etwas auszurichten.
Mit dieser Methode kämpfen Google-Mitarbeiter gegen Burn-out an, T3N 2.10.17

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Mehr schlafen bringt mehr 
Dienstag, 17. Oktober 2017 - Studien, Arbeit
In Zeiten einer "Work hard, play hard"-Kultur betrachten viele Menschen, vor allem im Business-Leben, Schlaf leicht als Zeitverschwendung. Wer weniger schläft, hat mehr Zeit zum Arbeiten, könnte man meinen. Das ist jedoch ein Trugschluss, denn permanente Übermüdung untergräbt die eigene Leistungsfähigkeit und zudem das Wohlbefinden mehr, als viele glauben. Die Wirtschaftswoche zeigt in einem umfassenden Beitrag, dass immer mehr High Performer erkennen, dass es ausreichender Schlaf ist, der ihnen Höchstleistungen ermöglicht. "Im Zeitalter der Achtsamkeit gewinnt die gesunde Nachtruhe eine neue, fast existenzielle Bedeutung. Auch weil sich die Wissenschaft längst einig ist: Wenig schlafen ist kein Grund für falschen Stolz – sondern Grund zur Sorge", heißt es in dem Artikel. Einer Forsa-Umfrage zufolge schliefen 42 Prozent der Befragten grundsätzlich schlecht. Bei 55 Prozent war der Hauptgrund dafür, dass sie zu spät ins Bett kommen und zu früh wieder aufstehen müssen. Eine Studie zu Schlafmangel in Führungskontexten zeigt, dass es unausgeschlafenen Führungskräften schwerer fällt, Konflikte im Job ruhig zu lösen. Außerdem sind die Übermüdeten weniger inspirierend für ihre Mitarbeiter, ihre Teams sind unmotivierter und die Grundstimmung in Firmen, in denen das sich Auspowern bis in die Nacht normal ist, eher feindselig. Es gibt also viele gute Gründe, das eigene Verhältnis zum Schlaf wie auch seine gesamtgesellschaftliche Bedeutung zu überdenken.
Warum Müdigkeit die Zusammenarbeit ruiniert, WiWo 9.10.17

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Soziale Intelligenz lässt sich trainieren 
Montag, 16. Oktober 2017 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Zur Wirkung von Meditation gibt es die unterschiedlichsten Befunde. Mehr Achtsamkeit, Konzentration und Mitgefühl sind inzwischen Klassiker meditativer Wirkungen. Ein Forscherteam des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig hat nun die erste große differenzierende Studie vorgelegt, in der untersucht wurde, welche unterschiedlichen Wirkungen verschiedene Meditationsformen nach sich ziehen. Wer Achtsamkeitsmethoden übt, wird achtsamer. Wer Mitgefühlsmeditation übt, wird seine emotionalen Fähigkeiten verbessern. Und wer sich mit Methoden schult, die darin trainieren, die Perspektiven anderer Menschen einzunehmen, entwickelt seine sozialen Fähigkeiten weiter. Das belegen diese jüngsten Untersuchungen. Es wird deutlich, dass Meditation nicht gleich Meditation ist, denn in den Auswertungen der den Probanden vorgelegten Fragebögen wie auch in den Untersuchungen im Hirnscanner zeigte sich, dass die unterschiedlichen Methoden genau so spezifisch wirken. In der allgemeinen Meditationseuphorie, die sich kulturell bemerkbar macht, gibt es hingegen die Neigung, alle wissenschaftlich erwiesenen Wirkungen des Meditierens aufzuzählen und damit zu suggerieren, dass Meditation wie ein Generalschlüssel zu allumfassender Glückseligkeit wirkt. Diese neue Studie erlaubt es nun, zu differenzieren. Achtsamkeitsmeditation schult eben nicht die soziale Beziehungsfähigkeit. Und wer über Mitgefühl meditiert, wird nicht automatisch auch achtsamer. Auf ihre Weise wohltuend sind allerdings alle Meditationsformen.
Nie zu spät für soziale Kompetenz, spektrum.de 5.10.17

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Ideen für ein sozialökologisches Finanzsystem 
Freitag, 13. Oktober 2017 - Bewusstsein, Arbeit
Im Deutschlandfunk hat Dirk Helbing, Professor für Computational Social Science an der ETH Zürich, Ideen für ein Finanzsystem 4.0 vorgestellt, dass sich an sozialen und ökologischen Paradigmen ausrichtet. "Stellen Sie sich vor, wir könnten Geld erzeugen, indem wir gemeinsam die Umwelt mit unserem Smartphone vermessen und die Daten mit allen anderen teilen. Stellen Sie sich vor, Sie könnten Geld verdienen, indem Sie Umwelt und Gesellschaft etwas Gutes tun", so Helbing. In dem von ihm angedachten Finanzsystem sollten Vergütungen davon abhängen, welche Ziele eine Gemeinschaft als besonders wichtig definiert. Ist es der Klimaschutz, werde ökologisches Verhalten finanziell begünstigt. Gleiches wäre im Hinblick auf soziale Kriterien denkbar. Helbing schwebt vor, die technologischen Möglichkeiten der Zeit expliziter zu nutzen, um positive und negative Aspekte gesellschaftlicher Verhaltensweisen zu kartographieren und in Entscheidungsprozessen gezielter zu berücksichtigen. Auch die Entscheidungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger könnten auf diesem Wege gestärkt werden. "Europa könnte führend sein in der Gestaltung einer digitalen Gesellschaft, in der die Bürger befähigt, nicht entmündigt werden. Bereits heute arbeitet ein europäisches Forschungskonsortium namens Future ICT 2.0 an einer Gesellschaft, die sich mit digitalen Mitteln selber organisieren kann und durch Dezentralisierung zu mehr Effizienz, Innovation und Mitgestaltung führt. Das Finanzsystem 4.0 stellt einen wichtigen Pfeiler darin dar", so Helbing.
Die Idee der sozialen Währung, Deutschlandfunk 4.10.17

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Freiheiten im Job ermuntern zu Mogeleien 
Donnerstag, 12. Oktober 2017 - Bewusstsein, Studien, Arbeit
Eine Studie von Wissenschaftlern aus Amerika und Israel zeigt, dass Menschen, die bei der Arbeit viele Freiräume haben, dadurch womöglich zum Schummeln ermuntert werden. Zunächst befragten die Forscher 400 Angestellte über ihre Freiheiten im Job und darüber, ob sie bei der Angabe ihrer Arbeitszeit schummelten, wie oft sie privat telefonierten oder ähnliches. Dabei zeigte sich, dass der Grad der Neigung zum Schummeln mit den individuellen Freiheiten im Job korrelierte. In einem Überprüfungstest mit anderen Probanden wendeten die Wissenschaftler das so genannte Priming an, eine Methode, bei der die Studienteilnehmer durch die Arbeit mit Sätzen unbewusst in Richtung der von den Sätzen vermittelten Konzepte beeinflusst werden. Anschließend sollten die Probanden Aufgaben lösen und angeben, wie erfolgreich sie dabei waren. Auch hier zeigte sich: Die Probanden, die im Priming mit Kontexten von Freiheit und eigenständiger Gestaltung in Berührung kamen, neigten stärker dazu, ihre Testergebnisse besser darzustellen als sie real waren. Die Wissenschaftler kommen durch ihre Forschungsergebnisse zu dem Schluss, dass Autonomie ein zweischneidiges Schwert ist, denn das Gefühl, weniger Kontrolle unterworfen zu sein, könne betrügerisches Verhalten begünstigen.
Freiräume im Job verleiten zum Schwindeln, spektrum.de 4.10.17

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