Gemeinsam lügt es sich besser 
Mittwoch, 11. April 2018 - Bewusstsein, Studien, Arbeit, Management
Verhaltensökonomen der Ludwig-Maximilians-Universität in München haben untersucht, ob es im Hinblick auf das Lügen Unterschiede zwischen dem Verhalten von Einzelpersonen und Gruppen gibt. In dem Experiment mit insgesamt 273 Probanden zeigte sich: In Situationen, die nicht von außen kontrolliert werden, ist die Wahrscheinlichkeit des Lügens bereits bei Einzelpersonen vergleichsweise hoch, in Gruppenzusammenhängen, bei denen die Personen anschließend selbst entscheiden, wächst sie, und am größten ist sie, wenn sich die Gruppe zuvor noch abstimmt, ob gelogen wird oder nicht. In der Studie logen 61,5 Prozent der Teilnehmer, die alleine entscheiden sollten. 86,3 Prozent der Gruppenmitglieder, die sich absprechen konnten, aber letztlich für sich selbst entscheiden mussten, sagten nicht die Wahrheit. In Gruppen, die sich koordinierten, lag die Zahl der Lügner sogar bei 89,7 Prozent. Beachtlich ist dabei nicht nur, dass Gruppenkonstellationen das Lügen zu fördern scheinen, wenn es keine äußere Kontrolle gibt. Das wirft viele Fragen auf, beispielsweise im Hinblick auf Wirtschaftskriminalität, man denke nur an den Diesel-Skandal. Die Studie zeigte auch, dass selbst in Gruppen, in denen zuvor alle Einzelpersonen ehrlich waren, die Gesamtdynamik dann zum Lügen umschwenkt. Das hat auch gesellschaftliche Auswirkungen, denn nach solchen Gruppenprozessen gehen laut Studie die Teilnehmer davon aus, dass andere auch lügen.
Lügen ist ansteckend, SZ 31.3.18

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Weniger Überstunden, aber nicht mehr Zufriedenheit 
Donnerstag, 29. März 2018 - Studien, Arbeit, Management
Trotz anhaltend guter Konjunktur scheint es in deutschen Firmen heute etwas ruhiger zuzugehen als in den letzten Jahren, zumindest was die Überstunden betrifft. Eine neue Arbeitsmarktstudie im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums zeigt: Im Schnitt hat die Mehrarbeit um 12 Prozent abgenommen. Im Schnitt leisten die Arbeitnehmer gegenwärtig 3,4 Überstunden pro Woche, 2012 bei der ersten Erhebung waren es noch 3,8 Stunden. Bei Führungskräften sind es mit 4,5 Wochenstunden etwas mehr als bei einfachen Arbeitnehmern, die nur 2,9 Wochenstunden länger im Betrieb verbringen. Vor allem für die Manager hat sich die Situation deutlich verbessert, denn sie hatten 2012 noch 5,7 Überstunden angegeben, während die Arbeitnehmer seinerzeit bei 3,2 Prozent lagen. Auf die Arbeitszufriedenheit hat diese Entlastung allerdings keinen Einfluss. Auf einer Skala von 0 bis 10 bewerten Arbeitnehmer bis 30 Jahre ihre Zufriedenheit mit 7 Punkten, alle älteren mit 8 Punkten.
Weniger Überstunden, mehr Treue zum Arbeitgeber, FAZ 21.3.18

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Chefinnen haben vieles mit Männern gemein 
Donnerstag, 22. März 2018 - Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Frauen, die es im Job bis an die Spitze schaffen, haben mehr mit Männern gemein als mit ihren Geschlechtsgenossinnen, so die Erkenntnisse einer Studie aus Belgien. Dafür wurden die Persönlichkeitseigenschaften von rund 600 Führungskräften, ein Viertel davon Frauen, und von 52.000 Angestellten beiderlei Geschlechts näher betrachtet, insbesondere Merkmale wie Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit, Neurotizismus sowie Professionalität. Zwischen den angestellten Männern und Frauen zeigten sich dabei Unterschiede. Die weiblichen Angestellten waren insgesamt etwas verträglicher als die männlichen, neigten etwas mehr zu Kooperation, waren aber auch emotional instabiler und weniger extravertiert - alles Dispositionen, die schon in mehreren Studien belegt wurden. Die männlichen und weiblichen Chefs waren sich hingegen viel ähnlicher. Beide zeigten mehr Extrovertiertheit und emotionale Stabilität als die Angestellten und waren weniger hilfsbereit. Damit bestätigt die Studie, dass Führung heute immer noch eher männlich definiert ist und erfolgreiche Frauen tendenziell männliche Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften zeigen. Ob diese Eigenschaften auch per se Kennzeichen guter Führung sind, steht natürlich auf einem anderen Blatt.
Weibliche Führungskräfte ticken eher wie Männer, spektrum.de 7.3.18

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Wie wir womöglich Fake-News antreiben 
Mittwoch, 21. März 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Fake-News und vor allem ihre manchmal geradezu explosionsartige Verbreitung stellen ein immer größer werdendes Problem in den sozialen Medien dar. Eine amerikanische Studie legt nun nahe, dass unsere Psyche und unser eigener Umgang mit Nachrichten einen wesentlichen Einfluss auf das Phänomen hat. Die Wissenschaftler analysierten die Entwicklung von 126.000 Geschichten, die von mehr als drei Millionen Menschen in der Zeit von 2006 bis 2017 getwittert wurden. Gerne glauben wir, dass falsche Nachrichten vor allem von besonders bekannten und gut vernetzten Menschen weit gestreut werden. Die Studie zeigt jedoch, dass sich unwahre Daten eher über weniger vernetzte Menschen verbreiten. Während wahre Meldungen oft nur 1.000 User erreichten, waren es bei den unwahren zwischen 1.000 und 100.000 Menschen, die sie lasen und weiterleiteten. Falsches verbreitete sich zudem sechs Mal schneller als Wahres. Bei der Analyse der emotionalen Dimension von Falschnachrichten - die untersuchten News wurden dabei auf entsprechende Schlüsselwörter hin betrachtet - zeigte sich: Die treibende Kraft für die stärkere und schnellere Verbreitung von Fake-News scheinen ihr Neuigkeitswert und ihr Überraschungsfaktor zu sein. Das ernüchternde Urteil der Studienautoren: „Die Neigung von Menschen, falsche Meldungen eher zu retweeten als wahre ist es demnach, was die Ausbreitung von Fake-News antreibt.“ Also, erst nachdenken, dann weiterleiten ...
Twitter: Fake-News sind erfolgreicher, wissenschaft.de 8.3.18


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Nach der Arbeit ... wird weitergearbeitet 
Montag, 19. März 2018 - Lebensart, Studien, Arbeit
Wie sehr die Grenzen zwischen Job und Privatleben am Verschwimmen sind, zeigt eine neue Studie des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA). Im Schnitt widmen sich die 1.800 Befragten nämlich fünf Stunden pro Woche außerhalb ihrer Arbeitszeit beruflichen Dingen. Knapp 63 Prozent gehen in der Freizeit regelmäßig Jobangelegenheiten nach. Knapp 22 Prozent in einem Umfang von bis zu zwei Stunden, bei knapp 30 Prozent sind es zwischen drei und zehn Stunden. Etwa 13 Prozent sind sogar mehr als zehn Stunden in der Woche nach Feierabend noch mit Beruflichem beschäftigt. Die Studie möchte mit den Ergebnissen dafür sensibilisieren, dass die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit immer fließender werden - und die bisherigen Definitionen von Arbeitszeit wie auch der Arbeitnehmerschutz in den neuen Grauzonen nicht greifen.
Angestellte opfern fünf Stunden Freizeit für die Arbeit - jede Woche, Spiegel online 5.3.18

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Soziale Ungleichheit hängt an Generationen 
Freitag, 16. März 2018 - Lebensart, Studien, Arbeit
Chancengleichheit ist ein großes Thema. Einerseits suggeriert unser offenes Bildungssystem, dass hierzulande jeder gemäß seinen Fähigkeiten einen guten Platz in der Gesellschaft finden kann. Andererseits sind die Indizien groß, dass das soziale Herkunftssystem nach wie vor einen wesentlichen Anteil daran, ob gesellschaftlicher Aufstieg gelingt und wie weit er möglich ist. Der Arbeitsmarktforscher Sebastian Braun vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel und Jan Stuhler von der Universität Madrid untersuchten die Daten aus vier Generationen im Hinblick auf den sozialen Status von Familien im 20. Jahrhundert. Ihre Analyse macht deutlich: Im Schnitt 60 Prozent der Faktoren, die für den sozialen Status maßgeblich sind, darunter Lebensumstände, Netzwerke und Begabungen, werden von einer Generation auf die nächste vererbt. Das Elternhaus ist also nach wie vor sehr entscheidend.
Sozialer Aufstieg hängt von der Familie ab, Zeit online 5.3.18

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Was wir essen, zeigt, wie wir drauf sind 
Donnerstag, 15. März 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Vegetarier ticken politisch anders als Fleischesser, so das Ergebnis zweier psychologischer Studien der Universität Mainz. Die Wissenschaftler führten zwei Repräsentativerhebungen mit jeweils 5.000 Probanden durch. Einmal stand die rein vegetarische Ernährung im Fokus (drei Prozent der Befragten), das andere Mal wurde diese Definition weiter gefasst und man ordnete auch Menschen zu, die vorwiegend vegetarisch leben und gelegentlich Fleisch essen (sechs Prozent der Befragten). In beiden Erhebungen zeigte sich, dass Menschen, die den Konsum tierischer Produkte ablehnen und sie zumindest nur bewusst oder mäßig verzehren, sich in ihrem Mindset von den Fleischessern unterscheiden. Sie sind offener für neue Erfahrungen, weniger konservativ als der Rest der Bevölkerung und auch politisch interessierter. Diese Haltungen manifestieren sich vor allem in einem bestimmten Kreis der Gesellschaft - bei jüngeren Menschen mit höherem Bildungsabschluss. Frauen sind hier drei Mal so häufig präsent wie Männer.
Vegetarier ticken anders, Psychologie heute 2.3.18

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Wenn Feedback als Bedrohung ankommt 
Montag, 12. März 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Wenn Mitarbeiter etwas vermasseln, muss der Chef eingreifen. Feedback soll eigentlich dabei helfen, den Job künftig besser zu machen. Viele Führungskräfte sind sich allerdings nicht bewusst, wie leicht der Schuss nach hinten gehen kann, wenn sie nicht den richtigen Ton und die richtige Perspektive treffen. Eine an der Harvard University gemachte Studie mit 300 Mitarbeitern eines Unternehmens zeigt: Umso negativer das Feedback des Chefs ist, umso eher bemühen sich Angestellte, neue Netzwerke in der Firma aufzubauen. Nur wenige Teilnehmer der Studie nahmen negative Rückmeldungen an und versuchten tatsächlich, ihre Leistung zu verbessern. Viele Mitarbeiter betrachteten hingegen schlechtes Feedback als Bedrohung ihres Selbstbildes. Die Nähe zu anderen Kollegen hilft dann, dieses Selbstbild aufrechtzuerhalten. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Feedback nur dienlich ist, wenn es auch dieses Identitätsbedürfnis der Angestellten berücksichtigt. Es sollte sehr konkret sein, aus einer Ich-Perspektive gegeben werden und auch Vorschläge beinhalten, wie man die Dinge besser machen kann.
Was schlechtes Feedback bei Mitarbeitern auslöst, WiWo 1.3.18

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