Heimat als offener Raum des Sich-Verbindens 
Donnerstag, 14. November 2019 - Medien
Es ist wieder mal so weit - die neue Ausgabe von evolve - Magazin für Bewusstsein und Kultur ist draußen. Dieses Mal haben wir uns mit dem Thema "Offene Heimat - Wie kann sie gelingen?" beschäftigt. Der Titel mag wie ein Widerspruch in sich klingen, denn allzuoft verbinden wir mit Heimat das tief Verwurzelte, Geschichte und Tradition, etwas, das unverbrüchlich Halt gibt. Unsere kulturelle Realität zeigt uns aber auch, dass dies oft eher eine romantische Vorstellung ist. Umzüge aus beruflichen Gründen sind heute für viele Menschen Alltag. Die weltweite Migration verändert lokale Bezüge. Und das einzig Stetige scheint genau dieser Wandel zu sein. In evolve fragen wir danach, wie sich unter den Vorzeichen einer solchen kulturellen Volatilität neue Formen des Heimisch-Seins entwickeln können. Die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot etwa spricht über die wachsende Bedeutung regionaler Identitäten und eine tiefere spirituelle Kraft, die wir in der Beziehung zu unseren Lebenswelten entfalten könnten. Der Philosoph Jochen Kirchhoff hingegen schweift in die Weite des Kosmos, in deren Angesicht die Idee, Heimat mit einem kleinen Stück Land zu verbinden, plötzlich recht engstirnig wirken könnte. Besonders berührt hat mich das Interview mit der Maori Whaea Moetu-Taiha, die spürbar werden lässt, wie sehr wir doch oft in abstrakten Ideenwelten nach Beheimatung suchen und darüber die lebendige Beziehung zu dem, was uns real umgibt, verlieren. Es ist ein spannendes Heft geworden, das dazu anregt, neue Heimaten zu schaffen.

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Was das Geld mit uns macht 
Montag, 22. Juli 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Medien
Geld durchzieht, mal mehr, mal weniger sichtbar, nahezu all unsere Lebensäußerungen. Schlafen? Essen? Ein Dach über dem Kopf? Zwischen uns und all dem, was wir zum Leben brauchen, steht immer in irgendeiner Weise Geld. Das haben wir zum Anlass genommen, die neue Ausgabe von "evolve - Magazin für Bewusstsein und Kultur" der Frage zu widmen, "Was das Geld mit uns macht". Da wir keine ökonomische Fachzeitschrift sind, haben wir dabei sehr gezielt den Blick auf Bewusstseins- und Beziehungsphänomene gerichtet, die in konventionellen wirtschaftlichen und geldtheoretischen Diskursen kaum oder gar nicht zur Sprache kommen. Christian Felber beispielsweise, der die Idee der Gemeinwohlökonomie salonfähig gemacht hat, spricht im Interview auch darüber, wie wir wieder lernen sollten und können, zivilgesellschaftliche Entscheidungsprozesse zu etablieren, die auf den Umgang mit öffentlichen Geldern einwirken. Charles Eisenstein deutet darauf, wie sehr finanzieller Reichtum oder der Wunsch danach überdeckt, was wir wirklich wollen. Und wie wir in durch Geld konditionierten Vorstellungswelten versuchen, die Geldlogik zu durchbrechen. Der Wirtschaftsethiker Karl-Heinz Brodbeck beschreibt, wie diese Geldlogik sich über Jahrtausende in unser Bewusstsein eingegraben hat, so dass heute viele unserer Lebensäußerungen sich aus einem berechnende Bewusstsein ergeben - und wie sich durch Achtsamkeit gegenüber diesen Bewusstseinsprozessen manche dieser Unbewusstheiten wieder wahrnehmbar machen lassen. In meinem eigenen Artikel habe ich betrachtet, welche neuen Lebensstile erwachsen aus dem Bemühen, das eigene Leben weniger mit Geld zu verbinden und davon abhängig zu sein - eine Gratwanderung, die sich immer wieder an der Logik des Geldes reibt. Wir müssen mehr über Geld nachdenken, aber aus einer Haltung, die sich all der Spuren, die Geld in uns hinterlassen hat, immer bewusster wird. Die neue Ausgabe von evolve bietet für diese Rekalibrierung der Wahrnehmungsorgane viel spannenden Lesestoff!

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Neue Ausgabe von evolve - Soziale Achtsamkeit 
Dienstag, 7. Mai 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Medien
Achtsamkeit ist in aller Munde, was an und für sich erst einmal eine gute Sache sein könnte. Denn was sollte falsch daran sein, wenn Menschen sich bewusst entspannen möchten oder etwas dafür tun, um geistig wacher zu sein? Doch in den sehr individualistischen Kulturen westlicher Gesellschaften und insbesondere durch das wachsende Interesse in der Arbeitswelt an Mindfulness, entwickelt Achtsamkeit auch eine Konnotation, die sehr selbstbezogen ist. In vielen säkularen Kursen geht es vor allem darum, wie Achtsamkeit dem eigenen Ich gut tut. Der Blick darüber hinaus ist eher selten. In den spirituellen Traditionen war Achtsamkeit schon immer eine gemeinschaftliche Praxis - eingebettet in spirituelle Bezugssysteme, die Menschen mit etwas verbanden, das über sie hinausweist. In der heutigen Zeit ist die Gefahr nicht zu leugnen, dass Mindfulness ganz leicht schlicht zu einem Ego-Trip wird. Deshalb haben wir uns in der neuen Ausgabe von evolve - Magazin für Bewusstsein und Kultur des Themas "Soziale Achtsamkeit" angenommen, um "Die Kraft des Beziehungsraums" einmal stärker in den Blick zu rücken. Otto Scharmer, der gemeinsam mit der Künstlerin und Ausdruckstänzerin Arawana Hayashi das Social Presencing Theater entwickelt hat, deutet im Interview beispielsweise darauf, dass Presencing immer eine Form kollektiver Wachheit und ein gemeinsames sich in eine unbekannte Zukunft Lehnen bedeutet. Joe Brewer spricht in der neuen Ausgabe über soziale Verbundenheit im Kontext der globalen Krise, in der wir uns befinden. Stefan Krüskemper, ein Künstler, der mit der sozialen Plastik arbeitet, zeigt, wie aus kollektiver Kreativität Freiheit entsteht. Ich habe mich in meinem eigenen Artikel damit beschäftigt, wo Achtsamkeit im Business leicht zu kurz greift und sogar isoliert - und ich habe sehr zuversichtlich stimmende Beispiele gefunden, wie eine dialogisch verstandene Achtsamkeit uns auf neue Weise nicht nur in unserem eigenen Menschsein verankern kann, sondern uns zugleich mit anderen Menschen verbindet. Die neue Ausgabe von evolve ist ein Muss für alle, die sich mit Achtsamkeit beschäftigen. Zum Thema des Magazins gibt es auch eine Sendung von Radio evolve zum kostenlosen Download.

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Neue Ausgabe von evolve: Die Zukunft der Religion 
Montag, 4. Februar 2019 - Medien
Es ist wieder so weit - gerade ist die neue Ausgabe von evolve - Magazin für Bewusstsein und Kultur erschienen. Dieses Mal widmen wir uns dem großen Thema "Die Zukunft der Religion". Womöglich mag die Frage danach Menschen in Gesellschaften mit starken atheistischen Perspektiven nicht allzu dringlich erscheinen, doch zeigen verschiedene Beiträge der Ausgabe sehr gut, dass Religiosität nicht zwingend nur auf religiöse Institutionen wie die Kirche deutet, sondern auch nach unserer tieferen Verortung im Leben als Ganzem fragt. Gert Scobel etwa spricht im Interview über die Fallstricke des gegenwärtigen Achtsamkeitstrend, der Meditation, ursprünglich eine Öffnungsbewegung hinein in das Mysterium, zunehmend zu einer Ich-Technologie werden lässt. Scobel plädiert dafür, dass wir eine Ethik des Erwachens kultivieren sollten, die die tieferen Dimensionen unseres Menschseins mit in den Blick nimmt. In meinem eigenen Artikel betrachte ich näher, welche Bedeutung das Unverfügbare in unserer Zeit, die vor allem auf Beherrschbarkeit aus ist, für eine Bedeutung hat, und betrachte dabei unter anderem, welche Impulse der Soziologe Hartmut Rosa hier ins Gespräch bringt. Weitere Beiträge loten aus, welche Möglichkeitsräume in der Berührung von Wissenschaft und Spiritualität entstehen können. Einen Überblick über die Inhalte gibt die kostenlos verfügbare Sendung von Radio evolve zur neuen Ausgabe.

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"Die Bewusstseinsmaschine" - neue Ausgabe von evolve 
Dienstag, 6. November 2018 - Bewusstsein, Medien
Es ist wieder einmal so weit - ab sofort ist die neue Ausgabe von evolve - Magazin für Bewusstsein und Kultur am Kiosk erhältlich. Dieses Mal haben wir uns einem brandheißen Thema gewidmet. Unter dem Titel "Die Bewusstseinsmaschine - Die neuen Medien und wir" betrachten wir, wie die Digitalisierung heute unsere Lebens- und Geisteswelten beeinflusst, bereichert, durchdringt und immer öfter auch den Bewusstseinsraum verstellt. Die Kritik an den digitalen Medien ist heute vielfältig. Wir haben unseren Schwerpunkt darauf gelegt, einmal tiefer zu graben und zu schauen, wie sich unser Menschsein in der Auseinandersetzung mit dem Digitalen in seiner existenziellen Dimension zu verändern beginnt. Und wir haben auch Ausschau gehalten, was die größten Visionen der digitalen Pioniere waren und was aus ihnen geworden ist. Und welches Zukunftspotential vielleicht noch ungeborgen in den digitalen Welten schlummert. In meinem Artikel "Das Herz des Ungewissen" schreibe ich über das "Wunder menschlichen Vernetztseins", das mich seit mehr als 20 Jahren, als ich zum ersten Mal die digitalen Welten betrat, begleitet. Es ist ein Faszinosum, das in manchen digitalen Nischen auch heute noch vibriert - und in neuen Räumen auf ganz neue Weise erblüht.

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Neue Ausgabe von evolve: Welche Lebensräume wollen wir? 
Donnerstag, 26. Juli 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Medien
Die Umgebung, in der wir Leben, prägt, wer wir sind - und umgekehrt ist sie auch ein Resultat dessen, was uns wichtig ist und was wir konkret tun. In der neuen Ausgabe von evolve - Magazin für Bewusstsein und Kultur zum Thema "Stadt & Land" fragen wir, was lebendige Lebensräume ausmacht, wie es um die Beziehung zwischen städtischen und ländlichen Räumen bestellt ist und welche Umgebungen der Entfaltung unseres Menschseins dienlich sind. Stadt, das bedeutet für viele Menschen ein Großraum sozialer Kontakte und vibrierender Kreativität - immer mehr sehen aber auch die Belastungen, die mit durchurbanisierten Lebensformen einhergehen, seien es Lärm und Abgase, zu viel Beton und zu wenig Grün oder schlicht die Tatsache, dass Wohnraum in angesagten Städten heute kaum noch bezahlbar ist. Das Land wiederum wird für mehr und mehr Menschen zum Sehnsuchtsort noch unberührter Idylle. Für die, die dort "festsitzen", ist es bisweilen eher eine Einöde mit einem Mangel an Nahversorgung und miesem Internetzugang. Und doch ist der Raum zwischen beiden Polen genau das, was unser Leben umspannt und ihm ein Heim gibt. evolve fragt danach, wie sich im Dialog zwischen all diesen Blickwinkeln Lebensräume gestalten lassen, die wirklich lebenswert sind.

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Wohin hat uns die 1968er-Bewegung gebracht? 
Montag, 29. Januar 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Medien
Vor 50 Jahren, wenn man in Jubiläumszyklen denken mag, keimte mit der Hippie-Bewegung die Postmoderne auf. Kulturell betrachtet hat seitdem nicht weniger als eine tektonische Plattenbewegung stattgefunden. Kulturelle Vielfalt, Political Correctness und Gender Mainstreaming gehören zum offensichtlichen Erbe der Postmoderne und prägen heute wie selbstverständlich unsere Mainstream-Kultur. Doch zeigen die weltweit wachsenden Protestbewegungen mit nationalistischem Rückzugsdenken, Fremdenangst und Abstiegssorgen auch, dass der Spirit der 68er noch längst nicht nachhaltig Fuß gefasst hat in der Welt von heute. Die aktuelle Ausgabe von evolve - Magazin für Bewusstsein und Kultur widmet sich der Frage, wohin uns postmodernes Denken gebracht hat, welche Durchbrüche mit ihm verbunden sind, aber auch, welche geistigen Engpässe mit ihm verbunden sind. Was mich bei der Recherche zu meinem eigenen Artikel über den politischen und kulturellen Einfluss der Postmoderne auf unsere gegenwärtigen Lebensverhältnisse überrascht und auch ein wenig betroffen gemacht hat, ist, dass gerade der Aufbruch zu mehr Vielfalt im Hinblick auf Lebensstile und kulturelle Konventionen durch die Hintertür auch den Weg geebnet hat für den heute immer mehr ausufernden Neoliberalismus der Leistungsgesellschaft. Weitere Beiträge der Ausgabe "Die Postmoderne und darüber hinaus - 1968 bis 2018": Der integrale Philosoph Ken Wilber sieht die Widerstände gegen die Postmoderne ebenfalls als einen Weckruf an die progressiven Kräfte in aller Welt, in ihrer Entwicklung einen Schritt weiterzugehen. Denn seiner Ansicht nach müssen wir Wege finden, die Pluralität der Postmoderne in eine umfassendere Integration zu führen. Bei dieser Integration wird auf psychologischer Ebene ein neuer Umgang mit unserer Innenwelt und unseren Gefühlen nötig sein, erklärt der Gestalttherapeut und Soziologe Hans-Peter Dreitzel, der die Hippie-Bewegung in Kalifornien und die Studentenbewegung in Berlin hautnah miterlebt hat. Er spricht von einer reflexiven Sinnlichkeit, die unsere Empfindungsfähigkeit mit einer wachen Bewusstheit verbindet, die auch um unsere Verbundenheit mit dem Ganzen weiß. Die evolve-Redakteurin und Gender-Expertin Elizabeth Debold hat sich in ein aktuelles Minenfeld der Diskussion um postmoderne Konfliktlinien begeben und analysiert in ihrem Artikel die #meetoo-Bewegung. Diese Bewegung hat eine längst überfällige Diskussion über sexuelle Gewalt und Übergriffe gegen Frauen angestoßen, bezieht sich aber gleichzeitig immer wieder auch auf alte Feindbilder. Wie können sich in dieser erhitzten Atmosphäre neue Geschlechterbeziehungen in beiderseitigem Respekt entwickeln? Wer probelesen möchte, findet hier einen Auszug aus dem Leitartikel von Thomas Steininger.

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Neue Ausgabe von evolve zu kultureller Heilung 
Freitag, 27. Oktober 2017 - Bewusstsein, Medien
Seit dieser Woche ist die neue Ausgabe von evolve - Magazin für Bewusstsein und Kultur erhältlich. Dieses Mal zum Thema "Lichtblicke für eine verwundete Welt - Die kulturelle Dimension von Heilung". Gemeinhin verbinden wir mit Heilung ja eher unser persönliches Befinden. Dabei gerät leicht aus dem Blick, dass unser Hiersein und unser Wohlbefinden immer auch mit unserem kulturellen Umfeld, den Umständen der Zeit und vor allem auch den jeweiligen Herausforderungen unserer Lebenssituationen verbunden ist. Der evolve-Schwerpunkt richtet den Blick darauf, wie sehr die Geschichte wie auch die weltweiten kulturellen Verflechtungen in unser Leben hineinwirken. Das lässt erkennbar werden, dass wir zwar persönlich leiden, aber das Leiden selbst weit über das Persönliche hinausweist. Unsere Gesprächspartner und Autoren betrachten, wie sich mit dieser überpersönlichen Dimension von Schmerz umgehen lässt und welche Wege der Heilung möglich sind. Viele Beispiele gelungener Konflikt- und Vergangenheitsbewältigung stimmen zuversichtlich und sensibilisieren für all die Lichtblicke in kulturell nicht einfachen Zeiten. Falls Sie sich schon Gedanken über Weihnachtsgeschenke machen, hier noch ein Tipp. In den nächsten Monaten bietet das Magazin eine Sonderaktion für Geschenk-Abos - verschenken Sie doch einfach ein Jahresabo von evolve an Freunde oder Bekannte (der Lieferbeginn ist frei wählbar) und bekommen Sie dafür selbst ein Geschenk.

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