Ein Haus für unter 20.000 Dollar 
Freitag, 12. Februar 2016 - Success Stories
Seit mehr als einem Jahrzehnt arbeiten Studierende der Auburn University in West-Alabama daran, ein günstiges Haus zu entwickeln. In der Nähe von Atlante wurden nun einige Prototypen umgesetzt. Die Idee des Projekts: Es sollen nicht nur möglichst günstige und dabei schöne Behausungen für die ärmeren Bevölkerungsschichten entstehen, sondern auch vor Ort von Handwerkern errichtet werden (was z.B. eine kostengünstige Vorproduktion von Bauteilen ausschließt). Während die Studenten Materialien und Bau schon halbwegs im Griff haben, stoßen sie nun an die systemischen Grenzen. Oft werden ihre Bauanfragen abgelehnt, weil sie mit unkonventionellen Materialien arbeiten und die Behörden so nicht ermessen können, ob das Bauwerk genehmigungsfähig ist. Auch Kredite für potentielle Hauskäufer sind ein Problem, denn ein 20.000-Dollar-Kredit verursacht für Banken den gleichen Aufwand wie ein höherer - doch sie verdienen deutlich weniger daran. Mich hat das Projekt berührt, weil es wieder einmal zeigt, wie gutes Design und gute Lebensbedingungen Hand in Hand gehen können.
This House Costs Just $20,000—But It’s Nicer Than Yours, Fast Company 3.2.16

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Lichtblicke sozialer Innovationen 
Dienstag, 9. Februar 2016 - Success Stories
Forbes hat eine wunderbare Liste zusammengestellt mit spannenden Innovationen von Sozialunternehmern, den Top 30 Ideen, die von jungen Gründern unter 30 Jahren realisiert werden. Amélie Maryage, 24, und Miriam Reyes, 29, aus Frankreich und Spanien etwa entwickeln in ihrem Unternehmen Aprendices Visuales Bücher und Apps für autistische Kinder. Catalin Voss, 20, aus Deutschland engagiert sich ebenfalls für autistische Kinder. Sein Google-Glass-basiertes Autism Glass Project erkennt für die Betroffenen Emotionen. Clementine Chambon, 23, aus Frankreich hat das Unternehmen Oorja mitgegründet, das aus Bio-Abfall Energie herstellt und so mehr als 400 Millionen Menschen in Indien helfen möchte, sich ihren eigenen Strom herzustellen. Der deutsche Architekt Dénes Honus, 28, gestaltet mit seinen City Trees urbane Kunstwerke, die der Luftverschmutzung entgegenwirken. Dies sind nur einige der spannenden Projekte. Ich finde es phantastisch, wie sich hier neue Formen der Technologienutzung zu entwickeln beginnen. Und die City Trees bringen eine neue Ästhetik in die Stadt.
Forbes-Liste "30 unter 30", Good Impact 20.1.16

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Hansgrohe bietet Mitarbeitern Sozialberatung 
Dienstag, 27. Oktober 2015 - Success Stories
Der Sanitärhersteller Hansgrohe tut einiges, damit die Mitarbeiter des Unternehmens nicht nur körperlich, sondern auch seelisch gesund sind. Gesundheitskurse, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice und Kinderbetreuung in den Ferien sind nur einige der Maßnahmen, die den Angestellten das Arbeitsleben leichter machen sollen. Jüngste Errungenschaft ist eine interne Sozialberatung. Jede Woche kommt ein Sozialpädagoge ins Unternehmen, bei dem sich die Mitarbeiter Rat holen können. "Um Mitarbeiter, aber auch Führungskräfte in kritischen Situationen frühzeitig und umfassend unterstützen zu können, haben wir diese Plattform geschaffen. Der Sozialpädagoge bietet der Belegschaft Hilfe bei der Bewältigung ihrer beruflichen und privaten Herausforderungen an. Dazu gehört die Beratung zur Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen ebenso wie die Begleitung bei familiären und finanziellen Schwierigkeiten oder behördlichen Angelegenheiten. Aber auch bei innerbetrieblichen Problemen oder Überlastung steht er unseren Mitarbeitern zur Seite", erklärt Personalchef Thomas Egenter. Die Rückmeldung des Beraters an das Unternehmen erfolgt anonym - er informiert lediglich über die Art der Beratungsthemen.
"Die psychische Gesundheit wird sehr wichtig", Zeit online 19.10.15

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Essener Schule beitet Achtsamkeitstraining für Fünftklässler 
Donnerstag, 2. Juli 2015 - Success Stories
Das Essener Gymnasium Nord-Ost gehört zu den Vorreitern einer neuen Achtsamkeitskultur im Schulbetrieb. Nachdem die Schule probeweise anstelle von Förderunterricht Schülern der Klasse fünf zwei Mal pro Woche Achtsamkeits-Unterricht gab und die Erfolge unübersehbar waren, wird das Experiment nun ausgeweitet. Das Training, das Atembeobachtung, bewusste Selbstwahrnehmung und Yoga-Übungen beinhaltet, soll nun allen Schülern der fünften Klassen zuteil werden. Bereits sieben Lehrer der Schule haben sich entsprechend weitergebildet, um das Angebot zu begleiten. „Störungen sind weniger geworden, die Kinder lassen sich viel weniger ablenken“, berichtet Lehrerin Christine Steinert. „Überall wird von jungen Menschen erwartet, sich selbst regulieren zu können“, merkt Lisa von Stockhausen von der Uni Duisburg-Essen, die das Experiment wissenschaftlich begleitet, kritisch an, „aber niemand bringt es ihnen bei.“ In Essen Nord-Ost wird nun durchgestartet - ein Beispiel, das Schule machen könnte ...
Fünfklässler haben Meditation auf dem Stundenplan, WAZ 23.6.15

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Öko-Phones im Kommen 
Mittwoch, 5. Februar 2014 - Success Stories
Nachdem das Fairphone, das in den Niederlanden erdacht wurde, für Furore sorgte mit dem Einsatz möglichst vieler fair gewonnener Rohstoffe und einer Bauweise, die es ermöglicht, verschiedene defekte Teile wie Display oder Akku problemlos auszutauschen, scheinen sich auf dem Handy-Markt bereits erste positive Nachahmer-Effekte zu zeigen. Ebenfalls in den Niederlanden sitzt das Projekt Phoneblok in den Startlöchern, das ein Handy in komplett modularer Bauart entwickelt, so dass möglichst viele der grundlegenden Komponenten austauschbar werden. Schon 350.000 Menschen haben auf Facebook ihre Zustimmung zu diesem Ansatz bekundet. Inzwischen wird der Ansatz unter dem Dach der Google-Entwicklungstochter Advanced Technology and Projects Group weiterverfolgt. Auch aus China wurde bereits ein vergleichbarer Vorstoß vermeldet – der ZTE Konzern arbeitet ebenfalls an einem Handy mit mehreren Komponenten – dem Eco-Mobius. Spannend zu sehen, wie innerhalb kürzester Zeit durch das Fairphone in der Branche anscheinend ein Prozess des schrittweisen Umdenkens angestoßen wurde. Aus Sicht der Firmen muss dabei noch nicht einmal die Verbraucherfreundlichkeit im Vordergrund stehen. Mit Handys, deren Komponenten man austauschen kann, lässt sich eine längerfristige Markenbindung herstellen. Und davon abgesehen ist bereits heute abzusehen, dass viele der in der Handy-Produktion benötigten knapper werdenden Rohstoffe auf lange Sicht den Wegwerf-Konsum bei Handys nicht aufrechterhalten lassen.
Die besseren Smartphones, Zeit online 31.1.14

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Verbraucher sind bereit, für Fairness zu zahlen 
Mittwoch, 21. August 2013 - Success Stories
Obwohl die Lebensmittelpreise steigen und die Einkommen stagnieren, wächst die Zahl derer, die bereit sind, für fair gehandelte Produkte mehr Geld auszugeben. So stieg der Anteil der Fair-Trade-Produkte im Handel 2012 um satte 36 Prozent - auf einen Umsatz von 650 Millionen Euro. Besonders wichtig ist den Verbrauchern der Verzicht auf Kinderarbeit und ein angemessener Lohn für Arbeiter. Der starke Anstieg der Fair-Trade-Artikel liegt auch daran, dass im vergangenen Jahr 51 neue Unternehmen Fair-Trade-Produkte in ihr Sortiment aufgenommen haben - darunter große Ketten wie Edeka, Real, DM und Aldi Nord.
Erst die Moral, dass das Fressen, taz 7.8.13


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Für Transparenz und Transformation im Bankenwesen 
Dienstag, 26. März 2013 - Success Stories
Die Global Alliance for Banking on Values hat mit ihrer "Berliner Erklärung" neue Grundsätze für das Bankwesen verabschiedet. Der Initiative gehören gegenwärtig 22 Banken weltweit an, die für eine faire Finanzwirtschaft eintreten. Zum notwendigen Paradigmenwechsel im Bankensystem gehört für die Unterzeichner ein klares Bekenntnis zu Transparenz, so dass Banken ihre Geschäftsmodelle und die damit verbundenen Geldflüsse vollständig offenlegen sollten. Die Forderungen der Initiative zum Thema Nachhaltigkeit: "Banken spielen eine entscheidende Rolle bei der Transformation hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft. Daher sollten soziale und ökologische Kriterien ein fester Bestandteil ihrer Finanzangebote sein. Banken stehen in der Pflicht, sowohl für die kurz-, als auch langfristigen Folgen ihrer Aktivitäten die volle Verantwortung zu übernehmen. Sie stehen im Dienste der Realwirtschaft und müssen gesamtgesellschaftliche Sichtweisen bei ihren Entscheidungen stärker berücksichtigen." Darüber hinaus ist es den beteiligten Banken wichtig, eine Vielfalt an Finanzinstitutionen aufrechtzuerhalten, so dass die Kapitalmärkte nicht alleine von globalen Finanzkonzernen bestimmt werden.
Berliner Erklärung 2013


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Selber etwas schaffen 
Mittwoch, 20. März 2013 - Success Stories
Die gegenwärtige Diskussion über den Wohnungsmangel fördert so manche Erfolgsbeispiele zutage, wie Bürgerinnen und Bürger in Eigenregie Abhilfe für Missstände schaffen können. So ist zur Zeit das Thema Baugemeinschaften en vogue. Ein Artikel auf Spiegel online zeigt, dass die Zusammenschlüsse von mehreren Bauherren, die gemeinsam ein Objekt ihrer Wünsche realisieren, oft viel zielgenauer das, was Menschen wollen, erfüllen, als es beispielsweise der soziale Wohnungsbau könnte. Hier paaren sich Eigenverantwortung und Gestaltungswille, eine Mischung mit hohem Veränderungspotential. Hier zeigt sich, dass das Anpacken von unten häufig die bessere Alternative ist, als auf Lösungen von oben zu warten. Sicher, in einer Baugemeinschaft zu bauen, erfordert auch Kapital, ist also keine Lösung für völlig Mittellose. Aber der auf diese Weise entstehende Wohnraum ist nicht nur billiger als das klassische Eigenheim, er ist auch, weil die Gemeinschaften sich meist entsprechende Regelwerke verleihen, nicht den spekulativen Marktinteressen ausgesetzt. Und das ist ein Schritt, der einen Beitrag dazu leistet, das einseitig kapitalistisch ausgerichtete System von innen heraus zu verändern.
Willkommen in der Kapitalisten-Kommune, Spiegel online 12.3.13



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