Demonstrativer Reichtum verstärkt Ungleichheit 
Dienstag, 29. September 2015 - Studien
In einem Spielexperiment mit knapp 1.800 Teilnehmern untersuchte die Yale Universität, wie sich zur Schau gestellter Reichtum auf Gesellschaften auswirken kann. Es wurden Gruppen mit 17 Personen gebildet, von denen jede zu Beginn Teil eines sozialen Netzwerks mit ungefähr fünf Freunden war. Die Teilnehmer konnten in jedem Durchgang entscheiden, ob sie freiwillig auf etwas Geld verzichten, um dafür allen Gruppenmitgliedern einen Bonus zu sichern. Alternativ durften sie aussetzen und ihr Guthaben blieb konstant. Nach jeder Runde wurden alle Einzelentscheidungen bekannt gemacht und die Teilnehmer konnten Netzwerkverbindungen lösen oder neue eingehen. Durchgespielt wurden mehrere Szenarien - gleiches oder ungleiches Startkapital der Teilnehmer, sichtbares Vermögen oder unsichtbares Vermögen. Interessant dabei: Nicht etwa die Ungleichheit selbst löste Effekte im Verhalten der Teilnehmer aus, wohl aber deren Sichtbarkeit. In diesem Szenario kappten die Reichen häufig die Verbindungen, um ihr Kapital zu sichern. Und die Ärmeren kooperierten stärker untereinander. Die Forscher gehen davon aus, dass je deutlicher Ungleichheit in einer Gesellschaft sichtbar sei, umso stärker diese Segregation zunehme.
Zur Schau gestellter Reichtum fördert Ungleichheit, wissenschaft.de 9.9.15

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Weniger Selbstkontrolle bei Stress 
Montag, 28. September 2015 - Studien
Ein Experiment der Universität Zürich zeigt, dass bereits moderater Stress die Selbstkontrolle von Menschen beeinträchtigen kann. An der Studie nahmen Probanden teil, die nach eigenen Angaben einen gesunden Lebensstil pflegten, Sport trieben und auf gesunde Ernährung achteten. 29 der Versuchsteilnehmer wurden dabei moderatem Stress ausgesetzt - sie mussten ihre Hände für drei Minuten in Eiswasser tauchen und wurden dabei beobachtet und bewertet. Anschließend mussten die Teilnehmer - wie auch die Probanden der Kontrollgruppe, denen dieser erste Teil erspart blieb - im Tomographen zwischen zwei Speisen wählen. Diese waren entweder schmackhaft, aber eher ungesund oder gesund, aber weniger schmackhaft. Dabei zeigte sich, dass die Probanden mit Stresserfahrung mit höherer Wahrscheinlichkeit die ungesunde Speise wählten als die Teilnehmer der Kontrollgruppe. Die Untersuchung im Tomographen dokumentierte, dass sich bei den gestressten Teilnehmern die neuronalen Verbindungsmuster zwischen den für Selbstkontrolle verantwortlichen Hirnregionen verändert hatten. Damit zeigt sich, dass bereits vergleichsweise geringe Stressoren das Gleichgewicht im Gehirn, das die Selbstkontrolle möglich macht, stört.
Stress sabotiert die Selbstkontrolle, Psychologie heute 3.9.15

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Bei Dax-Konzernen ist die Luft dicker als im Mittelstand 
Freitag, 25. September 2015 - Studien
Dax-Konzerne üben auf Berufseinsteiger nach wie vor einen großen Reiz aus, doch wenn es um die Stimmung geht, steht der Mittelstand deutlich besser da. Eine Untersuchung von Boris Gloger Consulting zeigt: Während in Familienunternehmen 75 Prozent der befragten Führungskräfte zufrieden oder sehr zufrieden sind, sind es in den Konzernen lediglich 65 Prozent. Befragt wurden 389 Fach- und Führungskräften ab 40 Jahren. In den Dax-Unternehmen ist vor allem die Sorge um den Arbeitsplatz ein Thema - die Hälfte der Befragten gibt an, dass sie die Arbeitsplatzsicherheit heute als viel geringer einschätzen als vor zehn Jahren.
Schlechte Stimmung in Konzernen, WiWo 18.9.15

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Weniger arbeiten, mehr erreichen 
Donnerstag, 24. September 2015 - Studien
Schweden macht sich einmal mehr zum Vorreiter, dieses Mal beim Austesten, was kürzere Arbeitstage bringen. In Göteborg und bald auch Umea experimentieren die Skandinavier damit, den Arbeitstag von acht auf sechs Stunden zu verkürzen. Der Stanforder Ökonom John Pecavel stellte im letzten Jahr die These auf, dass aufgrund über den Tag sinkender Motivations- und Produktivitätskurve die Arbeitsdauer nicht zwangsläufig zu mehr Produktivität führe - und Studien der OECD belegen, dass Länder mit längeren Arbeitszeiten nicht produktiver sind als solche mit kürzeren. In den schwedischen Testbetrieben probieren gegenwärtig Ärzte, Pflegepersonal, aber auch Mechaniker im Schichtdienst aus, wie das in der Praxis aussieht. Erste Effekte des Experiments: weniger Krankheitsfälle, weniger Stress, und mehr Zeit und Energie - für die Dinge, die im Job wesentlich sind. Ob sich die durch die Arbeitszeitverkürzung steigenden Personalkosten auch auf dem Papier rechnen, weil geringere Fehlzeiten und die höhere Motivation der Arbeitenden die Mehrausgaben kompensiert, muss sich noch zeigen. Andererseits kann man auch umgekehrt einfach die Frage stellen: Wie viel ist uns ein gesundes, zufriedenes Arbeiten wert?
Mach' mal halbtags, jetzt.de 18.9.15

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Es lebe die Pause 
Mittwoch, 23. September 2015 - Studien
Pausen sind wichtig, um nicht im Energietief zu landen. Dabei kommt es auch darauf an, wann man während des Arbeitstages pausiert und wie man diese Pausenzeit verbringt. In einer Studie der Baylor Universität in Texas wurde das Pausenverhalten von 95 Angestellten im Alter zwischen 22 und 67 Jahren über eine fünftägige Arbeitswoche hinweg analysiert. Im Schnitt machten die Arbeitenden pro Tag zwei Pausen. Diejenigen, die ihre Pause später am Tag einlegten, fühlten sich dabei schlechter und hatten weniger Energie als die Kollegen, die früher pausierten. Eine weitere Erkenntnis der Untersuchung: Menschen, die in der Pause Dinge tun, die ihnen Freude machen, leben gesünder, zeigen weniger körperliche Symptome und sind zufriedener.
Wer häufiger pausiert, lebt gesünder, WiWo 15.9.15

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Generation 60plus ist hochmotiviert 
Freitag, 18. September 2015 - Studien
Eine Studie der Beratungsgesellschaft EY zeigt, dass hierzulande vor allem die älteren Arbeitnehmer besonders motiviert sind im Job und auch die höchste Zufriedenheit mit ihrer Arbeit bekunden. Eine Ressource, die von der Wirtschaft noch viel zu wenig aktiv genutzt werde. In der Befragung von 2.200 Arbeitnehmern gaben 40 Prozent der über 60-Jährigen an, hoch motiviert zu sein, bei den bis zu 20-Jährigen ist es indes gerade einmal jeder Vierte. 68 Prozent der Älteren sind zudem uneingeschränkt zufrieden mit ihrer Arbeit - das sind mehr als in jeder anderen Altersgruppe. Die Berater warnen bereits davor, dass Firmen sich künftig anstrengen müssten, stärker auf die Bedürfnisse der jungen Arbeitnehmer einzugehen.
Warum alte Arbeitnehmer engagierter sind als junge, Welt 9.9.15

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Zweifel am Chef 
Mittwoch, 16. September 2015 - Studien
Das Vertrauen der Deutschen in die Wirtschaftsentwicklung ist groß. Geht es indes um die Chefs, werden immer mehr Menschen skeptisch. Laut Edenred-Ipsos-Barometer 2015 bekunden 62 Prozent der Bevölkerung grundsätzliches Vertrauen in die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands und sogar 70 Prozent haben Vertrauen in das Unternehmen, in dem sie arbeiten. 78 Prozent der Befragten glauben, sie arbeiten konstant motiviert und bewerten die Qualität ihres Arbeitslebens auf einer Skala von 1 bis 10 mit 7 Punkten. Kritischer ist hingegen ihre Betrachtung ihrer Chefs. Nur noch 58 Prozent haben Vertrauen in die Entscheidungen ihrer Geschäftsführung - das ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 13 Prozentpunkte. Zudem gehen 39 Prozent davon aus, dass die hohe wirtschaftliche Leistung, die ihr Vertrauen schützt, dazu führt, dass sie künftig noch mehr werden arbeiten müssen (ein Anstieg um neun Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr).
Deutsche trauen ihren Chefs nicht, WiWo 7.9.15

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Angst vor Katastrophen und Terror 
Freitag, 11. September 2015 - Studien
War über Jahrzehnte eine der größten Ängste der Deutschen die vor Inflation, hat sich das Blatt aktuell deutlich gewendet, wie eine regelmäßig erhobene repräsentative Befragung der R+V Versicherung zeigt. Inzwischen sind die Angst vor Naturkatastrophen (53 Prozent) und vor Terrorismus (52 Prozent) die am stärksten ausgeprägten Ängste innerhalb der deutschen Bevölkerung. Auch die Sorge, im Alter ein Pflegefall zu werden (49 Prozent), Spannungen durch den Zuzug von Ausländern (49 Prozent) und eine Überforderung von Politikern (48 Prozent) beschäftigen die Deutschen in besonderem Maße. Die Inflationsangst ist für 48 Prozent nach wie vor relevant. Weniger Sorgen machen sich die Deutschen um Arbeitslosigkeit (32 Prozent), Straftaten (26 Prozent) oder das Zerbrechen der Partnerschaft (15 Prozent).
Den Deutschen ist ihre Urangst abhanden gekommen, Welt 3.9.15

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