Frauen-Karrieren für Männer nicht bedrohlich 
Freitag, 28. Februar 2014 - Studien
Verschiedene Studien gehen davon aus, dass Männer nur schwer damit zurecht kommen, wenn ihre Frauen beruflich erfolgreicher sind als sie selbst und mehr verdienen. Eine neue Untersuchung der Soziologinnen Shireen Kanji (Universität von Leicester) und Pia Schober (DIW Berlin) eröffnet nun eine differenzierende Betrachtung. Die Wissenschaftlerinnen analysierten die Lebenssituation von knapp 4.000 britischen Paaren, die ab dem Jahr 2000 an einer Langzeitstudie teilnahmen. Alle Paare hatten mindestens ein Kind. Hauptfrage der Studie war, ob sich Paare häufiger trennten, wenn die Frau mindestens 20 Prozent mehr verdiente als ihr Mann. Dabei zeigte sich, dass das Trennungsrisiko in diesen Konstellationen nicht größer war als wenn der Mann Hauptverdiener ist. Waren die Kinder zwischen vier und sieben Jahre alt, war das Trennungsrisiko sogar geringer. Die Studie zeigt allerdings auch, dass die Fragestellung ohnehin nur einen minimalen Bruchteil der Paare betrifft, denn nur sechs Prozent der Mütter, deren Kind jünger als ein Jahr war, verdienten überhaupt wesentlich mehr als ihr Partner. Bei Müttern mit fünfjährigen Kindern fiel diese Quote auf 3,8 Prozent und der Anteil von Frauen mit gleichem Gehalt wie der Partner sank von 11 auf 4,3 Prozent. Es zeigt sich also, dass Frauen nach wie vor mehr für die Familie engagiert sind als für ihre Karriere.
Männer mögen Karrierefrauen doch, WiWo 19.2.14


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Ende 30 ist die Schöpferkraft am Größten 
Mittwoch, 26. Februar 2014 - Studien
Eine Studie der Kellog School of Management zeigt, dass Menschen ihr größtes schöpferisches Potential anscheinend mit Ende 30 entfalten. Der Ökonom Benjamin Jones wertete dazu die Ergebnisse von knapp 70 Einzelstudien aus, denen die Falldaten von insgesamt rund 10.000 Personen zugrunde lagen. Betrachtet wurden Forscher, Künstler, Entwickler und Wissenschaftler im Hinblick darauf, welche Innovationen sie hervorbrachten, welche Bedeutung diese hatten und in welchem Alter die betreffenden Personen waren, als sie ihre Erfolge hatten. Dabei zeigte sich, dass diese Innovatoren im Alter von Ende 30 meist den Höhepunkt ihres Schaffens erreichten. Jones führt dies darauf zurück, dass in diesem Alter bereits viele Erfahrungen gemacht wurden, aus denen die Innovatoren schöpfen können, und sie gleichzeitig noch jung und neugierig genug seien, um mit Bestehende zu brechen und Neuland zu erobern.
Der Durchbruch kommt mit Ende 30, WiWo 17.2.14


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Wenn Optimismus zum Schuss ins Knie wird 
Dienstag, 25. Februar 2014 - Studien
In den letzten Wochen haben verschiedene Umfragen zur Konsumentwicklung und zur Einschätzung der Deutschen im Hinblick auf den wirtschaftlichen Aufschwung öffentlichen Optimismus verbreitet. Eine Studie der Universität Hamburg lässt diese Erkenntnisse nun in neuem Licht erscheinen, denn sie zeigt, dass zu optimistische Einschätzungen sich leicht in ihr Gegenteil verkehren können. Die Forscher untersuchten beispielsweise Berichte im Finanzteil von "USA Today" und verglichen diese mit der Entwicklung des Dow Jones. Dabei zeigte sich: Je positiver die Artikel in die Zukunft blickten, umso eher büßte der Aktienindex in den folgenden Wochen an Punkten ein. Ähnliche Korrelationen zeigen sich bei näherer Betrachtung der Antrittsreden der US-Präsidenten, die über den Zeitraum von 1933 bis 2009 betrachtet wurden. Je positiver die Präsidenten sich äußerten, umso eher zeigten sich negative Entwicklungen beim Bruttoinlandsprodukt und der Arbeitslosenquote im Laufe der Amtsperiode. Die Forscher gehen davon aus, dass Optimismus, wenn er nicht mit entsprechenden Strategien und konkreten Anstrengungen verbunden ist, sich leicht in sein Gegenteil verkehrt - wer positive Erwartungen habe, neige dazu, sich zurückzulehnen und zu glauben, alles erfülle sich von selbst.
Optimismus kann der Wirtschaft schaden, Gehirn & Geist 7.2.14

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Multitasking erhöht Fehlerquote 
Montag, 24. Februar 2014 - Studien
Dank wachsender Technisierung hat sich der Glaube eingebürgert, dass Menschen im Prinzip zu ähnlichem fähig sein müssten wie Computer. Deshalb ist die Ansicht, mit Multitasking komme man schneller zum Ziel, im Business weit verbreitet. Dabei wird ausgeblendet, wie Computer eigentlich funktionieren, denn auch ihre Gesamtrechenleistung ist begrenzt. Stehen mehrere gleichzeitige Aufgaben an, wird die Gesamtkapazität einfach auf diese verteilt. Unschwer erkennen lässt sich dies beispielsweise, wenn man mehrere Dateien gleichzeitig aus dem Internet lädt, denn dann verteilt sich die Bandbreite, die zur Verfügung, steht, auf alle Downloads, so dass jede einzelne Datei etwas länger bis zum Rechner braucht. Beim Menschen kommt hinzu, dass das Gehirn diese Art der Lastenverteilung nicht so einfach bewerkstelligen kann wie eine Maschine. So zeigt eine Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, bei der verschiedene Personengruppen bei Multitaskingversuchen beobachtet und deren Hirnreaktionen gemessen wurden, dass sich Zeit- und Ressourcenverluste, Qualitätseinbußen sowie physiologische und psychische Fehlbeanspruchungen erhöhen, je komplexer die kognitive Beanspruchung ist, wenn man versucht, mehrere Aufgaben gleichzeitig auszuführen. Im Test sollten die Versuchspersonen dazu eine Aufgabe am Computer bearbeiten und gleichzeitig die Frage eines Kollegen beantworten - ein für ambitionierte Multitasker eher "leichtes" Szenario. Das Urteil der Forscher klingt zwar ein wenig spröde, ist aber eindeutig: "Bei bewusste Aufmerksamkeit erfordernden Prozessen und potentiell schwerwiegenden Fehlerfolgen ist von Multitaskingsituationen durch zeitlich parallele Informationsdarbietungen abzuraten."
Multitasking produziert Fehler und macht krank, WiWo 17.2.14


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Deutsche glauben an die Konjunktur 
Mittwoch, 19. Februar 2014 - Studien
Einer Allensbach-Befragung zufolge sind die Deutschen in ihren Erwartungen an die konjunkturelle Entwicklung so optimistisch wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Seit August 2013 sei der Anteil derer, die mit Hoffnungen auf die kommenden 12 Monate blicken, von 47 auf 59 Prozent gestiegen. 45 Prozent rechnen mit einer stabilen Entwicklung der Konjunktur, 35 Prozent glauben, es werde weiter bergauf gehen, und 13 Prozent rechnen mit einer konjunkturellen Abkühlung in den nächsten sechs Monaten.
Allensbacher Kurzbericht 11.2.14


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
99 Aufsichtsrätinnen gesucht 
Montag, 17. Februar 2014 - Studien
Wenn laut Koalitionsvertrag 2016 die Frauenquote für Aufsichtsräte in Kraft treten sollte, wird wahrscheinlich in vielen Konzernen hektische Betriebsamkeit einsetzen, denn die Unternehmensberatung Kienbaum hat errechnet, dass - ausgehend vom heutigen Stand - dann 99 weibliche Aufsichtsräte fehlen. Die Quote soll für Firmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern gelten, die voll mitbestimmungspflichtig und börsennotiert sind. Sie sieht die Vergabe von 30 Prozent der Aufsichtsratsmandate an Frauen vor - derzeit sind allerdings nur 15,4 Prozent dieser Posten tatsächlich mit Frauen besetzt.
99 Plätze im Aufsichtsrat für frauen nötig, Zeit online 10.2.14


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Einkommen beeinflusst moralische Urteile 
Mittwoch, 12. Februar 2014 - Studien
Moralische Fragen berühren uns in unserem tiefsten Wesen - und wie wir sie beantworten, hängt nicht zuletzt davon ab, wie viel Geld wir verdienen. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung der École de Management in Grenoble, die die Umfrageergebnisse der World Values Survey von 2009 daraufhin untersuchten, welche Faktoren zentral für Werturteile sind. Die Auswertung der Daten von mehr als 85.000 Teilnehmern aus 56 Ländern zeigte, dass Menschen mit niedrigem Einkommen kritischer auf unethisches Verhalten reagieren als solche, die zu den Besserverdienern zählen. In einem Test versuchten die Forscher anschließend, zu differenzieren, ob diese schärfere Haltung grundsätzlich auf alle Arten moralischer Urteile zutrifft. Dabei sollten Probanden einmal sittenwidrige Verhaltensweisen beurteilen, die keine Auswirkungen auf andere Menschen hatten, und solche, die Menschen unmittelbaren Schaden zufügten. Hier wurde deutlich, dass die Menschen mit geringerem Einkommen lediglich die Verhaltensweisen, die nachvollziehbare negative Folgen zeitigten, in besonderem Maße ablehnten. Faktoren wie Selbstwertgefühl, Macht oder sozialer Status hatten indes keinerlei Auswirkungen auf das moralische Urteil.
Teure Vergehen, Gehirn & Geist 24.1.14


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Stressfaktor Großraumbüro 
Freitag, 7. Februar 2014 - Studien
Entscheidenden Einfluss auf das Stressempfinden am Arbeitsplatz scheint die Zahl der Kollegen, mit denen Menschen in einem Raum arbeiten müssen, zu haben. Studenten der Technischen Universität München am Lehrstuhl für Strategie und Organisation untersuchten mit einem Onlinetest bei 249 Menschen, welches deren größte Stressquellen im Job sind. Die Teilnehmer mussten verschiedene Fragen nach Selbsteinschätzung beantworten und hatten dafür eine Skala von 1 (kein Stress) bis 5 (starker Stress) zur Verfügung. Menschen, die in Großgruppenbüros arbeiteten, zeigten hier einen Stresslevel von 2, Mitarbeiter mit Einzelbüros einen von 1,8. Mitarbeiter in Kleingruppenbüros mit bis zu vier Personen erreichten auf der Skala den Wert 1,7. Sechs Prozent der Befragten gaben an, in den Arbeitspausen meistens oder teilweise Sport zu treiben – was ihren Stresslevel auf 1,3 senkte. Die übrigen, die entweder selten die Pausen für sportliche Aktivität nutzten (15 Prozent) oder gar nicht (79 Prozent) erreichten hingegen einen Stresslevel von 1,9.
Sport und Doppelbüros verhindern Stress, WiWo 31.1.14

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter