Aufschieberitis im Management 
Dienstag, 26. Februar 2019 - Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Bei manchen Studien frage ich mich, welche Erkenntnisse sie jenseits der Vermittlung von Daten im Sinn haben. Gehirn&Geist etwa berichtet über die Forschung zweier russischer Psychologinnen, die den Hang zum Aufschieben und das Verhältnis zu Zeit bei Führungskräften untersucht haben. Dabei zeigte sich: Top-Manager schauen vor allem in die Zukunft, halten sich nicht lange mit Fehlschlägen auf und lassen sich weniger durch Nebensächliches oder Privates ablenken. Damit einher gehe eine geringere Neigung, Dinge aufzuschieben. Im mittleren Management hingegen sieht es anders aus. Im mittleren Management scheinen Führungskräfte dagegen stärker mit den Fehlern der Vergangenheit beschäftigt zu sein. Und ihre persönlichen Vorlieben können auch mal zur Ablenkung werden. Da bleibt leicht einmal was liegen. Womöglich sind diese unterschiedlichen Neigungen auch eine Folge der verschiedenen Arbeitsvoraussetzungen. Top-Leader sind meist genau dazu da, in die Zukunft zu schauen und das Ziel vorzugeben. Das Mittelmanagement hingegen ist stärker mit der realen Umsetzung beschäftigt - und spielen eben auch die Fehler der Vergangenheit eine Rolle. Das ist dann vielleicht kein Fatalismus, sondern auch der Versuch, aus dem, was nicht funktioniert hat, zu lernen, um es künftig besser zu machen. Und immer alles möglichst effizient und zack-zack abzuarbeiten, ist vielleicht auch nicht immer die beste Lösung. Wohl jeder macht immer wieder die Erfahrung, dass vieles sich auch von selbst erledigt.
Zeitmanagement in den Chefetagen, spektrum.de 20.2.19

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Meditation in Wissenschaft und Lebenspraxis 
Montag, 18. Februar 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Wissenschaft
Alle zwei Jahre findet in Berlin der Kongress Meditation & Wissenschaft statt, den ich für drei Stiftungen organisiere. Beim letzten Kongress Ende 2018 war auch ein Team der Deutschen Welle vor Ort. Nun ist ein halbstündiger Beitrag erschienen, der einen guten Überblick gibt über neurowissenschaftliche Erkenntnisse zur Meditation, ihre Einsatzmöglichkeiten in Medizin und Therapie wie auch in der Arbeitswelt. Im Film kommen der Neurowissenschaftler Ulrich Ott zu Wort wie auch der Zen-Lehrer Paul Kohtes, der vor allem mit Menschen aus der Unternehmenswelt arbeitet. Auch zeigt der Beitrag einige Beispiele, wie Interessierte in Meditationskursen erste Erfahrungen mit Achtsamkeit sammeln. Wer sich für mehr wissenschaftliche Details interessiert, findet auf der Videoplattform des Kongresses Material der Kongresse 2012 bis 2018.
Videoplattform Kongress Meditation & Wissenschaft

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Selbstverschleiß trifft auch die junge Generation 
Freitag, 15. Februar 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Unsere Alltagskultur scheint sich immer mehr in Richtung Selbstverschleiß zu drehen. In einem Artikel in der Zeit wird beschrieben, wie selbst junge Arbeitnehmer am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn oder auch Studierende schon unter Stresssymptomen zusammenbrechen. Dabei sind es nicht unbedingt 80-Stunden-Wochen, die immer mehr Jüngere in die Knie zwingen. Vielmehr scheint die kaum greifbare Mischung aus Leistungsdruck, hohen Anforderungen, die nicht in der eigenen Hand liegen, wie auch Zukunftsängsten der Psyche so zuzusetzen, dass viele einfach nicht mehr können. Der Beitrag zeigt am Beispiel einer jungen Arbeitnehmerin, wie diese sich durch eine Burn-out-Therapie aus dem tiefen Loch, in das sie fiel, wieder hocharbeitet. Natürlich sind solche Behandlungen hilfreich, um schlimmeres zu vermeiden und Menschen wieder Lebensqualität zu schenken. Und doch beschleicht mich das Gefühl, dass das längst nicht genug ist, denn hier wird ein Phänomen, das sich in der Gesellschaft immer stärker zeigt, privatisiert. Es bleibt dem Einzelnen überlassen, mit der Überforderung, die von der Kultur als größerem Ganzem ausgeht, irgendwie zurechtzukommen. Was wir brauchen, wäre eine breitere gesellschaftliche Diskussion darüber, wie unter den Vorzeichen von Digitalisierung, Beschleunigung und Leistungswahn ein menschengemäßes Leben aussehen kann - und welche dieser Stressoren wir unbedingt verändern müssten.
Jung und ausgebrannt, zeit.de 31.1.19

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Positive Gedanken können helfen, Black-outs zu vermeiden 
Donnerstag, 14. Februar 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Wer kennt das nicht - man ist aufgeregt, weil man eine Aufgabe besonders gut meistern möchte, und plötzlich versagen die eigenen Fähigkeiten. Eine amerikanische Studie hat nun untersucht, wie man sich für solche Fälle wappnen kann. Die Wissenschaftler ließen ihre Probanden unter Druck Aufgaben erledigen, was immer wieder auch ein Scheitern zur Folge hatte. In einem zweiten Test baten sie die Probanden, sich zu Beginn vorzustellen, dass sie die Aufgabe bereits gemeistert hätten und ihre jetzige Arbeit eigentlich darin liege, nur den schon erreichten Status aufrechtzuerhalten. Dieser kleine Kniff führte dazu, dass im zweiten Durchlauf weniger der Versuchsteilnehmer scheiterten - und dass jene, denen die Aufgabe misslang, sich weniger gestresst fühlten.
Wie wir unter Druck die Nerven behalten, spektrum.de 30.1.19

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Wie unsere Meinung unser Wahrheitsempfinden beeinflusst 
Freitag, 8. Februar 2019 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
In Zeiten der Fake-News-Herausforderung ist es interessant, einmal einen Blick darauf zu werfen, welchen Einfluss eigentlich unsere persönliche Vorstellungswelt darauf hat, was wir als richtig oder falsch erachten. Eine amerikanische Studie zum Beispiel zeigt: Wir neigen dazu, Berichten zu misstrauen, die unserer eigenen Meinung widersprechen. In dem Versuch mit 250 Probanden wurde den Teilnehmern ein Bericht vorgelegt, der ein Thema positiv darstellte, einer der es negativ bewertete, und ein weiterer, in dem ausgeglichen Fakten für beide Perspektiven dargestellt wurden. Dabei zeigte sich: Versuchsteilnehmer mit positiver Perspektive auf das Thema misstrauten dem negativen Beitrag und umgekehrt wollten die negativ Eingestellten die positiven Aspekte nicht glauben. Der ausgewogene Text rief das Misstrauen beider Lager hervor. Hier bemängelten die Leser jeweils, dass für die "Gegenseite" Partei ergriffen werde.
Die Macht der Geschichten, spektrum.de 28.1.19

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Engagiert sein, ohne auszubrennen 
Dienstag, 5. Februar 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Arbeit
Burn-out verbinden viele vor allem mit all den äußeren Faktoren, denen wir tagtäglich ausgesetzt sind. Schwappen zu viele Einflüsse, die wir nicht selbst gestalten können, in unser Leben, wird es leicht zu viel und etwas in uns kapituliert. Das Magazin working@office beleuchtet in einem aktuellen Artikel noch eine weitere Facette des Burn-out-Phänomens, nämlich die uns bisweilen fehlende Selbstakzeptanz. "Wir alle wollen etwas leisten. Es erfüllt uns, etwas erreicht zu haben. Mit dem äußeren Druck bei der Arbeit wächst jedoch auch der innere Druck. Viele denken, dass sie alles sofort erledigen müssen. Es ist oft kein Raum da, über Dinge nachzudenken. So verlieren wir leicht den Kontakt zu uns selbst. Das heißt, wir spüren unsere Bedürfnisse nicht mehr und beginnen, die eigenen Bedürfnisse zu vernachlässigen. Wenn wir uns antreiben, wenn wir über unsere Grenzen gehen und uns erschöpfen, so wie ich das im Burnout sehe, ist das oft angetrieben von dem Wunsch, von den Kollegen oder den Vorgesetzten als positiv und fleißig gesehen zu werden. Das macht uns abhängig von der Anerkennung anderer", sagt etwa die Therapeutin Christine Brähler, die sich mit Selbstmitgefühl beschäftigt. Der Artikel gibt Beispiele und Übungen, wie sich das Gespür für die eigenen Bedürfnisse wieder stärken lässt - und wie man lernen kann, diesem Gespür dann auch zu folgen.
Selbstakzeptanz: Ich will so bleiben, wie ich bin ... working@office 23.1.19

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Risikobereitschaft ist auch eine Frage der Erfahrungen 
Mittwoch, 30. Januar 2019 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Manche Menschen lieben einfach das Risiko, andere sind eher zurückhaltend. Und wir glauben gerne, dass diese Unterschiede im Verhalten recht fixe Charaktereigenschaften sind. Eine amerikanische Studie zeigt nun, dass unsere Bereitschaft, Risiken einzugehen, auch von unseren früheren Erfahrungen geprägt wird. In der Studie mussten die Probanden ein Glücksspiel gegen einen Computer spielen. Es gab Szenarien, bei denen die Wahrscheinlichkeit, mit ihren Entscheidungen "richtig" zu liegen, recht groß war und solche, in denen ihre Gewinnchancen nicht so leicht abzuschätzen waren. Die Art, wie sich die Probanden in diesen kniffligen Situationen entschieden, hatte viel damit zu tun, wie ihr bisheriges Spiel gegen den Computer verlaufen war. Jene, die zuvor öfter gewonnen hatten, waren eher bereit, Risiken einzugehen. Wobei sie die jüngsten Erfahrungen stärker gewichteten als die länger im Spiel zurückliegenden. Risikobereitschaft oder -abneigung sind also auch ein starkes Erfahrungsphänomen. Und wer auf die andere Seite wechseln möchte, um seine übliche Haltung zu verändern, muss einiges an Risiko eingehen, denn dann stemmt er oder sie sich gegen den eigenen Erfahrungsschatz. Womöglich fällt dies vielen Menschen schwer, weil wir gerne dazu neigen, unsere Erfahrungen aus der Vergangenheit in die Zukunft zu liegen. In früheren, weniger komplexen Zeiten, mag dies auch sinnvoll gewesen sein, denn da war vieles noch berechenbar. Heute aber sollten wir mindestens genau so viel Wert darauf legen, was es von uns braucht, unsere Perspektive zu verändern - und vor allem offen zu sein. Denn was gestern war, ist morgen schon anders.
Was bei Risikoentscheidungen im Hirn passiert, wissenschaft.de 7.1.19

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Vorurteile können sich transformieren 
Dienstag, 29. Januar 2019 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Wir leben in einer Zeit, in der man ständig Konfrontationen begegnet, die sich nicht zuletzt durch Vorurteile entwickeln. Eine Studie der Harvard-Universität macht Hoffnung, denn sie zeigt, dass sich zumindest die menschliche Neigung, Vorurteilen unreflektiert Ausdruck zu verleihen wandelt. In einer Betrachtung von Umfragen aus den Jahren 2004 bis 2016 mit den Datensätzen von vier Millionen Amerikanern zeigt: Die Toleranz gegenüber Homosexualität steigt, rassistische Einstellungen nehmen ab. Es gibt jedoch auch Bereiche mit nicht so eindeutigen Entwicklungen. Negative Einstellungen gegenüber Älteren oder Menschen mit Behinderung existieren nach wie vor in nicht zu unterschätzendem Maße - allerdings werden sie zumindest heute seltener offen geäußert. Gerade in Zeiten, in denen der öffentliche Diskurs durch zahlreiche Polarisierungen geprägt ist, ist diese Entwicklung ein Lichtstreif am Horizont, illustriert sie doch, dass unsere Perspektiven nicht in Stein gemeißelt sind - und dass wir sie verändern können.
Alte Vorurteile schwinden - mit einer Ausnahme, spektrum.de 7.1.19

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