Einfach nur ambitioniert oder schon neurotisch? 
Donnerstag, 28. Februar 2019 - Studien, Arbeit, Management
Mit dem Perfektionismus ist das so eine Sache. Die weniger perfekten Zeitgenossen sind leicht genervt von jenen, bei denen alles bis ins Detail stimmen muss. Dabei ist es manchmal einfach der hohe innere Anspruch, der Menschen dazu verleitet, besonders genau zu sein und die Dinge bis aufs i-Tüpfelchen wirklich gut machen zu wollen. Eine andere Gruppe mag von außen genauso wirken, sie hat es aber in sich, denn die neurotischen Perfektionisten handeln eher aus Angst - Angst davor, zu versagen, kritisiert zu werden oder schlecht dazustehen. Eine amerikanische Metastudie hat diese Unterschiede zutage gefördert - und sie gibt Anlass zur Sorge, denn es zeigt sich: Unabhängig vom Alter der Versuchspersonen ist eine Tendenz zu wachsendem neurotischen Perfektionismus zu erkennen. Vielleicht ist das ja der hilflose Versuch einer Antwort auf eine immer komplexer werdende Welt, in der immer weniger vom Einzelnen beherrschbar ist. In den Bereichen, auf die wir Einfluss haben, dann besonders perfektionistisch zu sein, gibt einem dann vielleicht wenigstens für einige Momente wieder das Gefühl, ein bisschen Kontrolle zu haben.
Besonders gewissenhaft oder ziemlich neurotisch? spektrum.de 20.2.19

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Wie der "Clown" Teams zusammenhält 
Mittwoch, 27. Februar 2019 - Studien, Arbeit, Management
Was hält Teams in ihrem Inneren zusammen? Und lässt Menschen selbst unter widrigen äußeren Bedingungen noch gut gemeinschaftlich handeln? Dieser Frage ist ein amerikanischer Anthropologe nachgegangen, um optimale Bedingungen für eine mögliche Marsmission der NASA zu eruieren. Es sind nicht die fachlichen Fähigkeiten, die Teams gut ihren Job erledigen lassen - wenngleich es unerlässlich scheint, dass die Person, die die höchste Führungsverantwortung trägt, diese Rolle auch ausfüllen und von den anderen in ihr anerkannt werden muss. Die Untersuchungen der Arbeitskontexte verschiedener Forschungsteams einer Antarktis-Station zeigen: Es ist vor allem der Humor, der Teams nicht auseinanderfallen lässt. Dabei müssen nicht alle gleich den Clown geben. Die Forschung zeigt allerdings, dass es die Menschen mit Humor sind, die über alle Arbeitsbereiche hinweg als Bindeglieder zwischen den Teammitglieder fungieren. Jeffrey Johnson beobachtete bei seinen Studien, dass in Teams oft die Neigung vorherrscht, dass Gleichgesinnte sich mit Gleichgesinnten umgeben. Er sagt: "Deshalb braucht es die Clowns und Geschichtenerzähler - sie schaffen es mit Humor, die Untergruppen zu einem großen Team zu vereinen."
Diesen Typ braucht jede Gruppe, spiegel.de 18.2.19

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Aufschieberitis im Management 
Dienstag, 26. Februar 2019 - Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Bei manchen Studien frage ich mich, welche Erkenntnisse sie jenseits der Vermittlung von Daten im Sinn haben. Gehirn&Geist etwa berichtet über die Forschung zweier russischer Psychologinnen, die den Hang zum Aufschieben und das Verhältnis zu Zeit bei Führungskräften untersucht haben. Dabei zeigte sich: Top-Manager schauen vor allem in die Zukunft, halten sich nicht lange mit Fehlschlägen auf und lassen sich weniger durch Nebensächliches oder Privates ablenken. Damit einher gehe eine geringere Neigung, Dinge aufzuschieben. Im mittleren Management hingegen sieht es anders aus. Im mittleren Management scheinen Führungskräfte dagegen stärker mit den Fehlern der Vergangenheit beschäftigt zu sein. Und ihre persönlichen Vorlieben können auch mal zur Ablenkung werden. Da bleibt leicht einmal was liegen. Womöglich sind diese unterschiedlichen Neigungen auch eine Folge der verschiedenen Arbeitsvoraussetzungen. Top-Leader sind meist genau dazu da, in die Zukunft zu schauen und das Ziel vorzugeben. Das Mittelmanagement hingegen ist stärker mit der realen Umsetzung beschäftigt - und spielen eben auch die Fehler der Vergangenheit eine Rolle. Das ist dann vielleicht kein Fatalismus, sondern auch der Versuch, aus dem, was nicht funktioniert hat, zu lernen, um es künftig besser zu machen. Und immer alles möglichst effizient und zack-zack abzuarbeiten, ist vielleicht auch nicht immer die beste Lösung. Wohl jeder macht immer wieder die Erfahrung, dass vieles sich auch von selbst erledigt.
Zeitmanagement in den Chefetagen, spektrum.de 20.2.19

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Unbewusste Diskriminierung 
Freitag, 22. Februar 2019 - Studien, Arbeit, Management
Gleichberechtigung ist in der Arbeitswelt ein großes Thema. Sei es der Versuch, den Frauenanteil im Management oder in Aufsichtsräten zu erhöhen, sei es die gerechtere Bezahlung beider Geschlechter. Eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin wirft nun eine Blick auf die unbewusste Diskriminierung bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen. Die Forscher hatten Personalern fiktive Lebensläufe von Männern und Frauen vorgelegt für Berufe, die als eher frauen- oder männertypisch gelten. Dabei zeigte sich, dass die Bewerbungen von Frauen für von Männern dominierten Ausbildungsberufen von den Personalern durchweg um etwa eine Schulnote schlechter bewertet wurden als jene von Männern. Umgekehrt wurden Männer, die sich für frauentypische Berufe bewarben, fair bewertet. Man könnte durch aus von systematischer, unbewusster Diskriminierung sprechen. Die Studie zeigt, welchen kulturellen Wandel wir noch vor uns haben, wenn es uns wirklich ernst damit sein sollte, im Berufsleben irgendwann zu Gleichberechtigung zu kommen.
„Personaler bewerten Frauen im Schnitt eine Note schlechter“, WiWo 11.2.19

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Was der Zufriedenheit im Job entgegensteht 
Donnerstag, 21. Februar 2019 - Studien, Arbeit, Management
Unzufrieden im Job? Für viele Deutsche ist das anscheinend der Normalzustand. Das legt zumindest der Engagement-Report des Softwareanbieter Peakon nahe. Peakon entwickelt Software für Mitarbeiter-Feedbacks, und die haben es, vor allem in Deutschland, bisweilen in sich. Analysiert wurden für den Report Daten von mehr als 500.000 Mitarbeiternaus aus 235 Unternehmen in Deutschland, den USA, Großbritannien und Skandinavien. Dabei zeigte sich: Am höchsten ist die Zufriedenheit bei Angestellten in den USA, gefolgt von Skandinavien und Großbritannieren. Unter den Deutschen rumort es hingegen kräftig. Nur ein Viertel der hierzulande Beschäftigten würde den eigenen Arbeitgeber weiterempfehlen - in den anderen Ländern sind es doppelt so viele. Nur ein Viertel der Deutschen hat das Gefühl, sich im Job weiterentwickeln zu können (in den anderen Ländern ein Drittel). Ein zu hohes Arbeitspensum indes ist in allen untersuchten Ländern ein Thema. Drei Viertel der Deutschen beklagen, dass sie überfordert sind und das vorgegebene Pensum nicht zu erfüllen vermögen. Ähnlich sieht es in Großbritannien und Skandinavien aus. In den USA trifft das auf etwa 66 Prozent der Angestellten zu.
Deutsche sind am unzufriedensten im Job, manager magazin 7.2.19

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Achtsamkeit hilft bei körperlichen Erkrankungen 
Dienstag, 19. Februar 2019 - Bewusstsein, Studien
Beim Thema Achtsamkeit kommen einem meistens die eher typischen Stresserkrankungen in den Sinn, die vordergründig die Psyche betreffen. Unserem Alltagsverständnis entgeht dabei leicht, dass Stress auch einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf all unsere körperlichen Funktionen hat - und somit auch den Körper längerfristig schwächt. Eine deutsch-indische Studie mit Glaukom-Patienten zeigt nun, dass sich bei den Betroffenen der gefährlich hohe Augeninnendruck senken lässt, was einen Beitrag zur möglichen Genesung leistet. In der Studie absolvierten die Patienten jeden Tag ein einstündiges Programm aus Achtsamkeits- und Atemübungen. Bereits nach drei Wochen zeigte sich bei 75 Prozent der Meditierenden eine signifikante Senkung des Augeninnendrucks von 25 Prozent. Die stressbedingten Biomarker der Patienten hatten sich ebenfalls gesenkt. Beispiele wie dieses zeigen, wie anfällig unser Körper-Geist-System eigentlich für "Stress" ist. Und Meditation scheint ein guter Weg zu sein, einen Lebensstil mit mehr Balance zu entwickeln.
Achtsamkeitstraining senkt Augeninnendruck bei Glaukom, Ärzteblatt 6.2.19

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Positive Gedanken können helfen, Black-outs zu vermeiden 
Donnerstag, 14. Februar 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Wer kennt das nicht - man ist aufgeregt, weil man eine Aufgabe besonders gut meistern möchte, und plötzlich versagen die eigenen Fähigkeiten. Eine amerikanische Studie hat nun untersucht, wie man sich für solche Fälle wappnen kann. Die Wissenschaftler ließen ihre Probanden unter Druck Aufgaben erledigen, was immer wieder auch ein Scheitern zur Folge hatte. In einem zweiten Test baten sie die Probanden, sich zu Beginn vorzustellen, dass sie die Aufgabe bereits gemeistert hätten und ihre jetzige Arbeit eigentlich darin liege, nur den schon erreichten Status aufrechtzuerhalten. Dieser kleine Kniff führte dazu, dass im zweiten Durchlauf weniger der Versuchsteilnehmer scheiterten - und dass jene, denen die Aufgabe misslang, sich weniger gestresst fühlten.
Wie wir unter Druck die Nerven behalten, spektrum.de 30.1.19

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Sinn in der Arbeit erleichtert Transformation 
Dienstag, 12. Februar 2019 - Studien, Arbeit, Management
Wandel, das ist für viele Unternehmen eine dunkle Wolke, denn Studie um Studie zeigt, wie schwer es für Firmen ist, sich wirklich nachhaltig zu transformieren. Eine Untersuchung der Markenberatung Sasserath Munzinger Plus mit 1.000 Angestellten aus 28 Branchen zeigt: 83 Prozent der Firmen arbeiten an Changeprojekten. Von Mitarbeitern, die in ihrer Arbeit einen Sinn sehen, sind 55 Prozent diesem Wandel gegenüber positiv eingestellt. Jedoch empfinden 63 Prozent der Befragten ihre Tätigkeit als wenig sinnhaft - unter ihnen sieht nur jeder Fünfte Wandlungsprozesse als positiv. Damit Wandel wirksam werden kann, müssten also zunächst einmal die Mitarbeiter selbst ein Gefühl der Wirksamkeit ihrer Arbeit entwickeln.
Warum viele Mitarbeiter den Wandel im Unternehmen nicht mitmachen, Wirtschaftswoche 27.1.19

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