Abgelenkt im Job - vor allem durch die Kollegen 
Dienstag, 26. März 2019 - Psychologie, Studien, Arbeit
Konzentriertes Arbeiten scheint in Zeiten um sich greifender digitaler Demenz immer mehr zum Kraftakt zu werden. Dabei sind, zumindest im Job, gar nicht mal die virtuellen Verlockungen die größten Aufmerksamkeitsdiebe. Einer repräsentativen Studie zufolge lassen sich 86 Prozent der Befragten regelmäßig beim Arbeiten ablenken. Häufigste Störquelle - quatschende Kollegen und Privatgespräche. Von ihnen lassen sich zwei Drittel vom produktiven Arbeiten abhalten. Dem Smartphone fällt hingegen nur jeder dritte Befragte zum Opfer. Jeder Vierte lenkt sich selbst ab, in er private Mails schreibt. Die gute Nachricht: Bei zwei Dritteln belaufen sich die täglichen Ablenkungen auf unter einer halben Stunde. Nur zehn Prozent sind eine Stunde oder länger am Tag nicht bei der Sache. Knapp zehn Prozent behaupten von sich, gar nicht abgelenkt zu sein. Ob das stimmt? Vielleicht sind aber auch einfach so abgelenkt, dass sie nicht einmal mehr merken, wo sie mit den Gedanken sind. Irgendwie schade finde ich ja, dass in der Untersuchung nicht danach gefragt wurde, ob Tagträumen die Menschen von der Arbeit ablenkt. Vielleicht bin ich ja auch einfach zu altmodisch. Und im Job gibt es ja wirklich viel zu tun. Da sind die Small Talks mit den Kollegen, das Smartphone, die privaten Mails - da mag fürs Träumen schlicht die Zeit fehlen...
Das sorgt für Ablenkung im Büro, FAZ 22.3.19

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Bitte nicht noch ein Projekt ... 
Dienstag, 19. März 2019 - Studien, Arbeit, Management
Manchmal fragt man sich, warum Unternehmen überhaupt noch in Projekten denken und arbeiten, denn seit Ewigkeiten (und trotz aller klugen Coaching-Tipps) sind die Zahlen des Scheiterns konstant hoch und eindrücklich. Nur jedes fünfte in einer Firma gestartete Projekt führt auch zum Erfolg. Die Unternehmensberatung Mutaree ist den Gründen für dieses Scheitern wieder einmal nachgegangen und hat 134 Führungskräfte und Mitarbeiter aus zwölf Branchen dazu befragt, wie sie den Projektalltag erleben. Liest man die Antworten, kann man sich schlicht nicht des Eindrucks erwehren, dass Manager hier immer wieder aufs Neue etwas versuchen, das in dieser Form schlicht nicht funktionieren kann. 76 Prozent der Projektmitarbeiter und -verantwortlichen beklagen, dass Projekte zusätzlich zum Tagesgeschäft enormen Zeitdruck verursachen. Für 75 Prozent bedeutet das Überstunden, für 86 Prozent eine hohe Arbeitsverdichtung. Es klingt wie ein Hilferuf, wenn 94 Prozent der Befragten sich vor allem eines wünschen - Menschlichkeit. 55 Prozent beklagen, dass ihre Bedürfnisse in Veränderungsprozessen nicht ernst genommen werden. Und 67 Prozent haben den Eindruck, Verhalten und Engagement in ihrer Firma seien schlicht nicht ausreichend, um Projekten zum Erfolg zu verhelfen. Der Artikel der Wirtschaftswoche, der die Studie vorstellt, hat natürlich auch ein paar gute Tipps parat, wie alles besser werden könnte. Dazu zählen "kontinuierlicher Dialog und aktives Zuhören der Führungskräfte", "Die Führung muss prüfen, ob die Botschaften ankommen" und "laufendes Monitoring". Unter dem Strich geht es eigentlich nur um zwei ganz grundsätzliche Einsichten: Die Arbeitskraft von Menschen ist eine endliche Ressource und weil es um Menschen geht, sollte man auch menschlich handeln. Ganz simpel, oder?
An diesen drei Hürden scheitern Change-Projekte, WiWo 12.3.19

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Geld ist im Job am wichtigsten 
Mittwoch, 13. März 2019 - Studien, Arbeit, Management
Die Wissenschaft kennt unzählige Parameter, die zur Jobzufriedenheit beitragen. Doch letztlich scheint es vielen Arbeitnehmern vor allem um eines zu gehen - das liebe Geld. Das legt eine Untersuchung des Softwaredienstleisters Wilke nahe, der für seinen Happiness Index 4.000 Angestellte aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den USA befragte. Auf der Prioritätenliste der Deutschen leistete das Gehalt den wesentlichsten Beitrag zu ihrer Jobzufriedenheit, gefolgt vom Gefühl, einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen. Erst danach folgen flexible Arbeitszeiten oder die Möglichkeit auf Home Office, die Unternehmenskultur und die Führungskultur. Nur ein Drittel der Befragten in Deutschland wechselte schon einmal in eine niedriger bezahlte Position, weil diese glücklicher machte. In den USA war das hingegen bei 58 Prozent der Fall, in Großbritannien bei 54 Prozent und in Frankreich bei 32 Prozent. In den höheren Führungsetagen allerdings nimmt die Neigung, Gehalt gegen Glück zu tauschen, wieder zu. Wichtig für Arbeitgeber: Glückliche Mitarbeiter lassen sich mit mehr Geld eher weniger locken. Nur 18 Prozent der Befragten, die mit ihrem Job glücklich waren, nannten das Gehalt als Quelle ihrer Zufriedenheit. Interessant auch die Wünsche nach weniger Arbeit. 17 Prozent der Deutschen würde lieber an vier Tagen länger arbeiten und dafür ein langes Wochenende haben. Zu Gehaltseinbußen für eine Vier-Tage-Woche sind allerdings nur zwei Prozent bereit.
Lieber Geld als Glück, Manager Magazin 1.3.19

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Herdentrieb lässt sich für Verhaltensänderungen nutzen 
Dienstag, 12. März 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Studien
Das eigene Verhalten zu ändern, ist nicht leicht und fordert uns heraus. Wahrscheinlich sind deshalb auch größere gesellschaftliche Veränderungen ein eher langsamer Entwicklungsprozess. Wissenschaftler der Leuphana-Universität in Lüneburg haben nun untersucht, wie unser sozialer Herdentrieb hier gezielt mobilisiert werden kann. In der Cafeteria der Universität wurde mit einem Schild an der Kaffeeausgabe darauf hingewiesen, dass immer mehr Kunden sich für umweltfreundliche Mehrwegbecher entschieden. Im Untersuchungszeitraum stieg daraufhin der Verkauf von Getränken in Mehrwegbechern um 17 Prozent an. Das Vorbild anderer scheint also zu wirken. Während Kritik die meisten Menschen eher auf ihren Gewohnheiten beharren lässt.
Das machen alle so, SZ 3.3.19

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Die beschränkte Kapazität unseres Gehirns 
Montag, 11. März 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Studien
Die Wissenschaft belegt schon lange, dass unsere Gehirne mit Multitasking eher schlecht zurechtkommen. Eine Schweizer Studie hat das Phänomen nun näher betrachtet und fand heraus: Frauen vor der Menopause scheinen, solange eine der Aufgaben im Multitasking-Setting mit Sprache zu tun, dazu eher in der Lage als Männer. Bei dem Versuch mussten die Probanden auf einem Laufband laufen und einen kognitiven Test absolvieren, bei dem das Sprachvermögen involviert war. Dabei konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich der Laufstil der Männer deutlich veränderte - die Bewegungen ihres rechten Arms wurden geringer. Bei Frauen vor der Menopause zeigte sich diese Veränderung nicht, bei älteren Frauen hingegen schon. Die Wissenschaftler deuten den Befund dahingehend, dass die linke Gehirnhälfte, in der sowohl Sprache verarbeitet wird als auch die Bewegungen der rechten Körperhälfte, von beiden Aufgaben zusammen überlastet war. Die jüngeren Frauen hingegen profitierten vom Geschlechtshormon Östrogen, das ihnen die Sprachverarbeitung erleichtert. Was auch erklärt, warum ältere Frauen die gleichen Probleme an den Tag legten wie Männer.
Sind Frauen wirklich besser im Multitasking? wissenschaft.de 1.2.19

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Was man hat, gibt man ungern wieder her 
Freitag, 8. März 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Wer unerwartet etwas gewinnt, ist sicher gerne bereit, anderen etwas abzugeben. Möchte man meinen, stimmt aber nicht. Eine britische Studie mit mehr als 1.300 Probanden zeigt: Solange Menschen nur die ungewisse Aussicht auf einen Gewinn haben, ist ihre theoretische Bereitschaft, zu teilen, deutlich höher ausgeprägt, als bei Menschen, die den Gewinn schon erhalten haben. "Wer vor der Bekanntgabe der Gewinner entscheiden musste, ob er etwas von seinem Gewinn abgeben wollte, zeigte sich spendabler. Die betreffenden Probanden spendeten mit einer 23 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit als Teilnehmer, die sich bereits sicher waren, dass sie den Bonus erhalten würden. Außerdem griffen Personen, die noch auf ihr Glück hofften, auch 25 Prozent tiefer in die Tasche als die Vergleichsgruppe", so Gehirn&Geist über die Studie. Es scheint also zu gelten: Was man einmal hat, gibt man nur ungern wieder her. Die Studie legt gemeinnützigen Organisationen, die um Spenden werben, deshalb nahe, an die Selbstverpflichtung möglicher Spender zu appellieren, noch bevor diese zu Geld kommen. Kampagnen zum Jahresende beispielsweise könnten, bevor die jährlichen Boni ausgezahlt werden, bereits Spenden einwerben.
Geldsegen macht geizig, spektrum.de 27.2.19

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Grün stärkt die Psyche selbst in der Stadt 
Dienstag, 5. März 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Die Psychologie weiß schon länger, dass das Landleben der Psyche besser tut als urbane Umgebungen. Eine dänische Langzeitbetrachtung zeigt nun, dass auch die Stadt der Psyche nicht unbedingt schaden muss, so lange Kinder mit genügend Grün in ihrer Umgebung aufwachsen. In der Datenbetrachtung wurde deutlich, dass Kinder, die mit Parks oder Grünanlagen in ihrer Umgebung aufwachsen, ein um bis zu 55 Prozent geringeres Risiko für die Entwicklung psychischer Erkrankungen aufweisen. Ein Befund, der vor allem im Hinblick auf die stetig zunehmende Urbanisierung für künftige Generationen immer bedeutsamer werden dürfte. Die Studie vermag noch keine Aussagen darüber zu treffen, wie viel Grün die Psyche wirklich braucht. Einige sozioökonomische Faktoren, die ebenfalls Effekte haben dürften, wie die Tatsache, dass eher Menschen mit gutem Einkommen und entsprechendem Lebensstil in grünen Stadtvierteln leben, wurden bei der Studie bereits berücksichtigt, weitere müssten in künftigen Untersuchungen geklärt werden, um den wirksamen Zusammenhängen noch näher zu kommen. Deutlich ist aber auch, wie wichtig die Natur für das menschliche Wohlbefinden ist.
Je grüner die Stadt, desto gesünder ihre Kinder, zeit.de 25.2.19

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Egoismus in freundlichem Gewand 
Montag, 4. März 2019 - Studien, Arbeit, Management
Haben Sie manchmal das Gefühl, von Kolleg*innen ausgenutzt zu werden, obwohl diese eigentlich ganz umgängliche und oft auch zuvorkommende Menschen sind? Solche Erfahrungen sind nicht ungewöhnlich, wie eine Studie des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie zeigt, denn Egoismus kommt oft gut getarnt daher. Die Untersuchung stieß auf eine sehr raffinierte "Ausbeuter-Strategie". Die "freundlichen" Egoisten agierten in der Studie in sechs von zehn Fällen kooperativ - machten aber in den übrigen vier Fällen ihr eigenes Ding. Die von den Handlungen in reinem Eigeninteresse Betroffenen begehrten indes nicht auf, denn in 40 Prozent der Fälle hatten sie selbst ja Vorteile durch die Kooperation der Egoisten. In der Studie zeigt sich, dass vor allem hoher Wettbewerbsdruck diese passive Unterstützungsmentalität fördert. Denn wo es um viel geht, ist ein bisschen Kooperation für die Düpierten immer noch besser, als auch diese noch zu verlieren. In der Studie nutzte jeder Zweite diese Strategie, was durchaus zu denken gibt.
Nette Egoisten setzen sich am erfolgreichsten durch, WiWo 21.2.19

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