Wenn Fachkräfte fehlen, liegt es vielleicht auch am Geld 
Dienstag, 3. März 2020 - Studien, Arbeit
Immer wieder beschäftigt der Fachkräftemangel die unterschiedlichsten Branchen. Eine Analyse der Bundesagentur für Arbeit zeigt allerdings auch - gerade in den Berufen, in denen viele Kräfte zu fehlen scheinen, wird oft besonders schlecht bezahlt. Von den 52 Berufsgattungen, die die Bundesagentur untersuchte, trifft dies auch die Hälfte zu. In ihnen liegt das Durchschnittseinkommen unter dem, was Fachkräfte insgesamt im Schnitt verdienen. Fußpfleger kommen in Vollzeit beispielsweise gerade einmal auf einen Monatslohn von 1.800 Euro - drei Viertel von ihnen verdienen nur einen Niedriglohn. In der Fleischverarbeitung sieht es ähnlich aus mit einem Bruttoverdienst von 2123 Euro und 54,4 Prozent Arbeitnehmern im Niedriglohnbereich. Oft sind es gerade jene Branchen, beispielsweise auch die Pflege, die für viele Menschen sehr relevant sind, aber dennoch schlecht zahlen. Vielleicht sollten wir bei diesem Thema nicht nur über den Mangel sprechen, sondern auch über unseren Geiz, der zu diesen Zuständen führt.
Kaum gefragt und schlecht bezahlt, FAZ 24.2.20

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Lieber länger frei als mehr Geld 
Freitag, 28. Februar 2020 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Der jüngste Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie stellt manche Arbeitgeber vor große Herausforderungen und zeigt zugleich, was Arbeitnehmenden immer wichtiger wird: mehr freie Zeit. Der Abschluss hatte den Beschäftigten die Wahl zwischen acht Tagen Urlaub und einer Sonderzahlung gelassen und viele Arbeitnehmer entscheiden sich nun für die zusätzliche Freizeit. Die Welt stellt eine Studie vor, derzufolge viele Arbeitgeber mit dieser Entwicklung überfordert sind. Sicher, sich auf ein solch neues Gefüge einzustellen, erfordert viele Anpassungen - und stellenweise sicherlich auch mehr Mitarbeiter. Interessanter aber ist vielleicht, dass das Votum der Belegschaften auch ein Signal ist. Es zeigt: Wenn Menschen es sich halbwegs finanziell leisten können, wollen sie schlicht nicht rund um die Uhr im Hamsterrad stecken. In der Metallbranche tritt das nun zutage, weil hier manche Menschen nun eine Wahl haben. Aber dahinter steckt eigentlich auch die Frage, wie es möglich werden könnte, dass insgesamt weniger gearbeitet werden muss.
Freizeit-Stress in der „Luxusbranche“, welt.de 19.2.20

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Das Leistungsprinzip hinterfragen 
Donnerstag, 27. Februar 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Wissenschaft, Arbeit
Leistung ist in gewisser Weise das, was unsere Gesellschaft zusammenhält. Ohne all die Menschen, die tagtäglich in Berufen arbeiten, die der Allgemeinheit dienen, ginge hier - gar nichts. Doch wenn es um Leistungsgerechtigkeit geht, bleiben all die Krankenschwestern, Polizisten, Feuerwehrleute und Putzmannschaften eher außen vor, denn honoriert in Euro und Cent kommen ihre Leistungen deutlich schlechter weg als jene von Menschen in Berufen, die sogar oftmals dem Gemeinwohl eher schaden. Der Spiegel hat eine ganze Story der "Mär von der Gerechtigkeit" gewidmet. Man erfährt, dass Leistungsgerechtigkeit, auch wenn der Begriff der Leistung zu so etwas wie einer "Basisnorm" unserer Kultur geworden ist, noch nie wirklich vorhanden, aber eben auch nicht wirklich messbar war. Manch einer spricht sogar davon, dass Leistung längst eine Ideologie ist, die man hinterfragen und durchbrechen sollte. Vielleicht liegt hinter dem Unbehagen, dass viele Menschen viel Geld verdienen mit Dingen, die eher schaden als nutzen, und jene, die den Laden Gesellschaft am Laufen halten, oft leer ausgehen, auch einfach eine Frage, die wir uns viel öfter stellen und vielleicht sogar zum Maß machen sollten: Was ist uns wertvoll? Was dient Menschen? Und wie können wir dazu beitragen, das sich davon mehr in der Welt zeigt?
Leistung lohnt sich eben nicht, spiegel.de 16.2.20

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Der Neuro-Hype im Business 
Mittwoch, 26. Februar 2020 - Bewusstsein, Wissenschaft, Arbeit, Management
Die Hirnforschung erfreut sich im Business größter Beliebtheit, vor allem, seit zahlreiche Achtsamkeitsstudien belegen, wie bestimmte Übungen der Arbeit dienliche Fähigkeiten unterstützen und beispielsweise fokussierter und aufmerksamer machen. Das Magazin Human Resources Manager hat den Trend einmal unter die Lupe genommen. Zu Wort kommen Pionierunternehmen, die schon lange, bevor es zur Mode wurde, auch neurowissenschaftliche Erkenntnisse in ihre unternehmensinternen Weiterbildungen integrierten - und das nicht einmal unbedingt, weil bei ihnen Stresskompensation akut notwendig wurde. Auch kritische Stimmen finden sich in dem Artikel, denn seit Achtsamkeit boomt, sind viele Firmen darauf erpicht, auf diese Weise die Performance ihrer Mitarbeiter zu verbessern. Stressmanagement wird dann leicht zum Euphemismus dafür, dass Firmen letztlich nicht bereit sind, die Anforderungen, die sie an ihre Mitarbeiter stellen, und ihre oft überlastende Leistungskultur zu überdenken. Der Beitrag kommt denn auch zu dem Schluss, dass die Neurowissenschaften zwar einen Beitrag zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen leisten könnten, aber eben nur, wenn Firmen wirklich ganzheitlich mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen umgehen und nicht einfach die besten Aspekte herauspicken, die kurzfristige Kompensation von an sich unzureichenden Rahmenbedingungen versprechen.
Personalmanagement: Was ist dran am Neuro-Hype?, Human Resources Manager 17.2.20

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Weniger arbeiten motiviert und ist oft auch produktiver 
Dienstag, 25. Februar 2020 - Lebensart, Psychologie, Arbeit, Management
Das Stresslevel in der Arbeitswelt ist inzwischen auf so hohem Niveau, dass immer mehr Firmen versuchen, die Problematik in den Griff zu bekommen. Eine beliebte Variante, vor allem bei kleinen und/oder inhabergeführten Firmen: Einfach die Arbeitszeit verkürzen. Der Spiegel hat kürzlich wieder eine Reihe solcher Vorreiter in einem Beitrag vorgestellt. Viele Unternehmen, die ihre Mitarbeiter kürzer treten lassen, machen die Erfahrung, dass die Produktivität kaum oder gar nicht leidet, wenn weniger Stunden pro Woche gearbeitet wird. Die Arbeitenden scheinen nicht nur motivierter, sondern auch kraftvoller zu handeln, wenn sie wissen, dass sie auch ausreichende Erholungsphasen haben werden. Eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz hat laut dem Beitrag bereits gezeigt, dass eine Verkürzung der Arbeitszeit den Stresspegel reduziert, gut für den Blutdruck ist und zu weniger Krankheitstagen führt. Hinzu kommt - immer mehr wünschen es sich sehnlichst, weniger zu arbeiten. Jeder zweite, der im Beruf steht, wäre schon zufrieden, wenn das Wochenpensum bei 35 Stunden gedeckelt werden würde. Gegenwärtig liegt die Durchschnittsarbeitszeit der Deutschen bei 41,4 Wochenstunden.
"Freitags arbeiten wir nicht", spiegel.de 16.2.20

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Jungen Menschen fehlt bei der Arbeit die Orientierung 
Donnerstag, 20. Februar 2020 - Studien, Arbeit
Jung und fit für den Arbeitsmarkt? Die kommende Generation der Arbeitnehmer, die heute 18- bis 22-Jährigen, hadert zum Teil damit, nicht wirklich vorbereitet zu sein für das Berufsleben. Einer Umfrage des Karrierenetzwerkes Linkedin zufolge klagen 24 Prozent dieser Altersgruppe über mangelndes Selbstvertrauen. 21 Prozent sind unsicher, weil ihnen die Arbeitserfahrung fehlt. Und für 11 Prozent stellen fehlende Führung und Orientierung eine Herausforderung dar. Interessant im internationalen Vergleich ist, dass weltweit betrachtet vor allem Geldmangel als großes Problem von vielen Arbeitenden angeführt wird, während in Deutschland mit 23 Prozent der Zeitmangel als gravierender angesehen wird, und das über alle Altersgruppen hinweg.
Junge Arbeitnehmer fühlen sich nicht qualifiziert, FAZ 12.2.20

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Nachwuchs liebt Business mit grünem Touch 
Montag, 17. Februar 2020 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Firmen mit "grüner" Ausrichtung scheinen beim Arbeitnehmernachwuchs besser punkten zu können als konventionelle Firmen. Der „Future Talents Report“, für den mehr als 4.600 Praktikanten und Werkstudenten mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren befragt wurden, zeigt, dass der Wohlfühlfaktor bei grünen Firmen deutlich höher ist. 93 Prozent der Befragten, die in Firmen mit umweltbewusster Ausrichtung ihr Praktikum machen, fühlten sich dort zufrieden, verglichen mit 48 Prozent jener, die in eher konventionellen Unternehmen mitarbeiteten. Wichtig ist dem Nachwuchs, ob er für die Firma einen Mehrwert leisten kann. Machen sie diese Erfahrung im Praktikum, spielen 93 Prozent mit dem Gedanken, sich dort später für eine Stelle zu bewerben, während es bei den anderen lediglich 64 Prozent sind.
Nachwuchskräfte wollen in „grüne“ Unternehmen, wiwo.de 6.2.20

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Arbeitsverdichtung wird für viele zum Problem 
Mittwoch, 12. Februar 2020 - Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Die Arbeitsverdichtung in den Unternehmen scheint immer mehr um sich zu greifen. Laut dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hat sich 2018 in 81 Prozent der Firmen die Arbeit für die Beschäftigten weiter verdichtet. Drei Viertel der Befragten nehmen höhere Leistungserwartungen wahr und mehr Multitasking. 71 Prozent finden, ihre Aufgaben werden immer komplexer. 65 Prozent fühlen sich gestresst, weil sie immer mehr Projekte gleichzeitig zu bewältigen haben. Das Institut sieht diese Entwicklungen nicht unbedingt dem technologischen Wandel geschuldet, der die Menschen womöglich herausfordert. Oft seien schlicht die betrieblichen Rahmenbedingungen ungünstig für die Beschäftigten. Von diesen fürchten bereits 77 Prozent gesundheitliche Probleme aufgrund der hohen Belastung. 68 Prozent glauben, dass sich in ihrem Unternehmen das Betriebsklima bereits verschlechtert habe. Und 47 Prozent rechnen damit, dass die Qualität der Arbeit unter der Überbeanspruchung leiden wird.
Die Arbeitstage werden dichter und dichter, FAZ 4.2.20

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