Sich im Business auf das Wesentliche konzentrieren 
Mittwoch, 25. August 2010 - Management
Ehrgeiz, Fleiß, Anpacken bis zum Umfallen - der typische Durchschnittsmanager zeichnet sich aus durch eine Leistungsorientierung, die häufig das Bestehende kaum hinterfragt, sondern nach dem kürzesten Weg zu einem einmal klar vorgegebenen Ziel sucht. Eine Haltung, die Wandel und die Anpassung an sich verändernde Umstände, nicht unbedingt begünstigt. In seinem Vortrag zu Leadership 3.0, gehalten bei der Karmakonsum-Konferenz 2010, zeigt der Führungskräfte-Coach und Zen-Lehrer Paul J. Kohtes, wie Führungskräfte es schaffen, in Zeiten des Wandel herauszufinden, was das Wesentliche im Business ist, und sich darauf zu konzentrieren.



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Stressfaktoren frühzeitig begegnen 
Freitag, 20. August 2010 - Management
Viele Manager verausgaben sich, ohne an die Folgen zu denken. Permanenter Stress gehört für sie untrennbar zum Tagesgeschäft und häufig zeigen sich erste Beschwerden bereits, bevor es zu organischen Erkrankungen kommt. "Sie haben definitiv vegetative Stresssymptome, etwa Erschöpfung, Schlafstörungen. Bei den allermeisten sage ich im Abschlussgespräch: Organisch sind sie gesund, sie haben dennoch Beschwerden. Jetzt erläutere ich ihnen, wie moderne Stressmodelle diese Beschwerden erklären und was sie ganz persönlich verbessern können", so der Mediziner Gunter Frank, der Führungskräfte bei ihren Check-ups begleitet. Er rät seinen Klienten dazu, das Stressthema ernst zu nehmen, bevor der innere Verschleiß überhand nimmt. Sein Rat: "Bei Führungskräften wird der Stressnerv oft unentwegt aktiviert. Es gibt keinen Feierabend mehr, keinen Gottesdienst, keinen Urlaub. Führungskräfte müssen daher lernen, den Parasympatikus, den Ruhenerv, selber zu aktivieren. Nicht den Drang zu haben, irgendwo anzurufen, Emails zu checken, Pläne zu schmieden. Das ist eine Kompetenz, die man heute als Manager haben muss. Sonst kann es sein, dass man alle seine Ziele erreicht, aber mit 45 dennoch depressiv ist." Letztlich liegt also doch in der Ruhe die Kraft.
Stress-Herzinfarkt nur Mythos, Manager Magazin 30.7.10


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Firmen tun zu wenig gegen strukturelle Burn-out-Faktoren 
Donnerstag, 19. August 2010 - Management
Der Psychologe und Berater Markus Väth kritisiert, dass zwar immer mehr Firmen in Burn-out-Programme investieren, aber dabei viel zu selten strukturelle Faktoren verändert werden, die den Burn-out von Beschäftigten begünstigen. "Struktureller Burn-out bedeutet, dass Unternehmen Organisations- und Wert-Strukturen schaffen bzw. nicht abstellen, die Burn-out teilweise massiv begünstigen. Dieser Umstand ist bisher sogar in gut meinenden Firmen als blinder Fleck zu besichtigen. Man spendiert Mitarbeitern Burn-out-Prävention und investiert in ein betriebliches Gesundheitsmanagement – auf Mitarbeiterebene. Burnout jedoch kommt, um es in der Sprache des Fußballs auszudrücken, aus der Tiefe des Raums: aus tradierten Organisationsund Kommunikationsstrukturen, aus Arbeitgeber-Erwartungen hinsichtlich der Arbeitsleistung, aus dem Verschwimmen zwischen beruflicher und privater Welt und einem tayloristisch-maschinistischem Menschenbild. In diesem Sinne könnte man strukturellen Burn-out durchaus als eine Art 'fahrlässige Körperverletzung' des Unternehmens am Mitarbeiter bezeichnen", erklärt Väth. Der Experte propagiert deshalb Ansätze, die nicht nur personelle, sondern auch kulturelle und strukturelle Aspekte einbeziehen. So fordert Väth dazu auf, implizite Werte im Unternehmen im Hinblick auf Arbeitsleistung, Mitarbeiterverfügbarkeit und Rollenverständnis zu hinterfragen. "Jeder Mitarbeiter, der aufgrund eines übergroßen Verfügbarkeitsanspruchs in einer permanenten physischen Alarmstimmung ist, verstärkt das Burn-out-Risiko", so Väth. Der Psychologe fordert deshalb nicht nur ein Umdenken des Managements, sondern auch eine grundlegende Auseinandersetzung des Unternehmens mit sich selbst.
"Struktureller Burn-out ist der blinde Fleck von Unternehmen", managerSeminare August 2010

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Es geht nicht nur um Geld 
Montag, 16. August 2010 - Management
Rendite, Kosten, Gewinn - wo die meisten Firmen sich allein auf monetäre Werte konzentrieren, erscheint das Unternehmen Wala, das anthroposophische Arzneimittel und hochwertige Naturkosmetik, darunter die durch verschiedene Hollywood-Stars international bekannt gewordene Marke Dr. Hauschka, herstellt, wie eine Oase jenseits üblicher kapitalistischer Perspektiven. "Umsatz und Kosten sind uns egal", sagt etwa Wala-Chef Johannes Stellmann, der als Betriebswirt über "Die ökologische Dimension im strategischen Management" promoviert hat und als Steuerungsgrößen eher Qualität und Produktivität betrachtet. Die Unternehmensführung von Wala setzt auf "Freiheit und Unabhängigkeit", hat eine Eigenkapitalquote von 48 Prozent und hält die Banken freundlich auf Distanz. Mit einer Eigenkapitalrendite, die zwischen 14 und 33 Prozent liegt, braucht sich das Unternehmen nicht hinter der renditegetriebenen Konkurrenz zu verstecken, sondern zeigt eindrucksvoll, dass auch ein sehr auf Ethik bedachtes Wirtschaften nicht nur ideelle Gewinne abwirft. Die Werte haben allerdings immer oberste Priorität, auch wenn der finanzielle Gewinn darunter - zumindest kurzfristig - gelegentlich leidet. Als Wala sich entschloss, nur noch Händler zu beliefern, die eine umfassende Beratung zu den Wala-Produkten leisten können und wollen, sank der Umsatz von 103 auf 98 Millionen Euro - um danach wieder anzuziehen. Rückrat lohnt sich also.
"Umsatz und Kosten sind uns egal", FAZ 7.8.10

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Millionäre wollen aktive Solidarität 
Dienstag, 13. Juli 2010 - Management
Die Zeit berichtet über eine spannende Initiative des Millionärs Dieter Lehmkuhl, der sich dafür einsetzt, dass die Reichen in Deutschland einen stärkeren finanziellen Beitrag leisten. Gemeinsam mit rund 20 Gleichgesinnten hat er mit dem "Appell Vermögensabgabe" ein Paket entwickelt, das den Staatsfinanzen zugute kommen und die Solidarität der Vermögenden mit den weniger Vermögenden stärken soll. Lehmkuhl und seine Mitstreiter plädieren dafür, dass Menschen mit einem Gesamtvermögen von mehr als 500.000 Euro zwei Jahre lang fünf Prozent davon an den Staat abgeben sollen - das brächte allein 100 Milliarden Euro für die Staatskasse. Danach wünschen sich die Initiatoren die Einführung einer Vermögenssteuer von einem Prozent, die 2,2 Millionen Deutsche zahlen müssten. Lehmkuhls Bekenntnis ist klar und prägnant: "Wir Reichen haben mehr als genug und müssen der Gemeinschaft etwas abgeben." Der engagierte Millionär empfindet Deutschland als Steueroase und erklärt, dass sich in den letzten zehn Jahren seine Einnahmen aus Kapitalanlagen mehr als verdoppelt hätten, während er heute nur noch halb so viel Steuern zahle wie seinerzeit. Sein Fazit: Nicht die reiche Oberschicht, sondern vor allem die Mittelschicht werde heute verstärkt zur Kasse gebeten. Lehmkuhl will mit seiner Initiative die wachsende gesellschaftliche Spaltung reduzieren und hält dabei wenig davon, bei entsprechenden Versuchen allein auf freiwilliges Engagement zu setzen: "Wenn wir uns nur auf private Spender verlassen, leben wir wieder in einer Welt, in der Kultur und Soziales nur nach Gutsherrenart finanziert werden."
Das 100-Milliarden-Euro-Geschenk, Die Zeit 1.7.10

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Talent lässt sich entwickeln 
Dienstag, 29. Juni 2010 - Management
Die Wirtschaftswoche geht in einem Artikel der Frage nach, was besonders talentierte Menschen auszeichnet und welche Fähigkeiten überdurchschnittliche Menschen zum Erfolg führen. Als besonders wichtige Persönlichkeitsmerkmale haben Forscher bereits vor einigen Jahrzehnten Neugier, Offenheit und Gewissenhaftigkeit ausgemacht. Diese Erkenntnisse decken sich mit neueren Forschungen, die den persönlichen "Biss" als Basis für Höchstleistungen ausmachen. Kinder, die erfolgreicher als andere an einem Buchstabierwettbewerb teilnahmen, zeichneten sich beispielsweise durch ihr Durchhaltevermögen aus - sie übten schlicht länger als die schlechtere Konkurrenz. Auch die Fähigkeit zur Selbstdisziplin gilt als Garant für spätere Erfolge. So wurden in einer Studie Kinder dem so genannten Marshmallow-Test unterzogen - sie konnten entweder sofort die Süßigkeit bekommen oder - nach einer Wartezeit von 15 Minuten - mit der doppelten Zuteilung rechnen. Bei Folgeuntersuchungen nach zehn Jahren zeigte sich, dass die Kinder, die in jungen Jahren ihre Gier im Zaum halten konnten, später erfolgreicher waren. Kinder für ihre Klugheit zu loben, kann hingegen als Schuss nach hinten losgehen, wie eine weitere Studie zeigt, denn wer allein für seine Intelligenz gelobt wird, traut sich weniger zu. Lob für Anstrengungen - auch wenn sie nicht immer zum Erfolg führen, führt andererseits zu größerer Ausdauer und Geduld, was wiederum langfristig die Erfolgschancen steigert. Unter dem Strich verliert der Mythos der Überflieger viel von seinem Glanz, lässt er sich doch letztlich auf eher klassische Tugenden zurückführen, die eigentlich jeder kultivieren kann: Disziplin, Ausdauer, Fleiß.
Das Geheimnis der Überflieger, WiWo 21.6.10

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Das Tun folgt dem Bewusstsein 
Montag, 28. Juni 2010 - Management
In einem Interview mit dem Magazin Forum Nachhaltig Wirtschaften spricht der Management-Berater Dr. Friedrich Assländer über spirituelle Perspektiven (in) der Wirtschaft. Assländer sieht einerseits eine wachsende Offenheit für die Thematik, aber zugleich auch einen Backlash der Gegenorientierungen: "Wir haben eine Gruppe von Verantwortlichen, v.a. aus mittelständischen Betrieben, die eine ganz klare Werteorientierung und auch spirituelle Orientierung hat und der es um gelebte Nachhaltigkeit geht. Ich sehe aber umgekehrt auch eine zunehmende Polarisierung, beispielsweise, wenn wir uns die Finanzmärkte ansehen die den Bezug zur Wirklichkeit verloren haben." Assländer plädiert für ein wacheres Bewusstsein und mehr wechselseitige Verbindlichkeit im Geschäfts- und Berufsleben: "Der Kern ist immer das Bewusstsein. Unser Tun folgt unserem Bewusstsein. Wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir das Bewusstsein verändern. Ich denke es geht darum zu entdecken, dass wir ein Teil einer größeren Wirklichkeit sind. Es gibt kein Leben, keine Existenz unabhängig, getrennt vom Leben Anderer. Die klare Aussage aller spirituellen Wege und Traditionen, dass alles mit allem verbunden ist, das muss immer mehr ins Bewusstsein der Allgemeinheit rücken. Das Leiden des Anderen ist letztendlich auch mein Leiden und wird irgendwann wieder zu mir zurückkommen. Und wenn ich das Leiden des Anderen lindere, dann lindere ich letztendlich auch mein eigenes Leiden."
Wege zum Wesentlichen, FNW 21.6.10

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Der Paradigmenwechsel braucht seine Zeit 
Donnerstag, 24. Juni 2010 - Management
Im Interview mit Forum Nachhaltig Wirtschaften spricht der bekannte Kommunikationsexperte, Zen-Lehrer und Management-Coach über den sich abzeichnenden Paradigmenwechsel im Business. Kohtes erkennt in der Wirtschaft, wenn auch noch verhalten, durchaus ein neues Selbstverständnis: "In dem Moment, als das Handelsblatt zum ersten Mal das Wort "Meditation" erwähnte, vor etwa acht bis zehn Jahren, war dann das Tabu gebrochen. Es ist zwar noch immer ein schwieriges Thema, aber inzwischen hat sich auch bei Spitzenmanagern ein latentes Bewusstsein dafür entwickelt. Das Dilemma ist, dass dieses Bewusstsein zwar wächst, aber die Bereitschaft, wirklich einen Übungsweg einzuschlagen, dennoch extrem gering ist. Und wenn die Menschen einen Weg nach Innen gehen, dann beschränkt sich das zumeist auf den privaten Bereich. Diese Praxis ist eben noch fast nirgends institutionalisiert. Es gibt zwar da und dort Räume der Stille, wie beispielsweise die private Initiative zur Zen-Praxis in der Deutschen Bank, aber bezogen auf die Gesamtheit der Wirtschaft sind das alles noch Einzelfälle." Obwohl größere Veränderungen auf der System also noch auf sich warten lassen, gibt der Management-Berater sich dennoch optimistisch: "Wir müssen nüchtern sehen, dass unser wirtschaftliches System, das auf der einen Seite so unglaublich marode ist, auf der anderen Seite unglaublich erfolgreich ist. Es ist ja nicht so, dass wir sagen können: Meditiere und dann wirst du erfolgreich. Sondern bislang ist es ja eher so, dass jemand, der sich nicht so sehr mit der eigenen Achtsamkeit beschäftigt, in unserem System zunächst einmal als der Erfolgreichere erscheint. Erst langfristig kehrt sich das um. Dann zeigt sich, dass Achtsamkeit und persönliche Sensibilität zu dauerhaftem Erfolg und zu einer tieferen Lebensqualität führen."
zen@work - vom langsamen Bewusstseinswandel in der Wirtschaft, FNW 16.6.10

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