St. Gallen setzt auf spirituelle Intelligenz 
Donnerstag, 30. September 2010 - Management
Spiritualität und Business - bis vor wenigen Jahren eine Kombination, die für viele undenkbar war. Doch die Zeiten ändern sich und immer mehr Management-Kaderschmieden erkennen, dass Leadership mehr erfordert als fachliche - und bestenfalls zwischenmenschliche - Kompetenz. So initiiert die Universität St. Gallen einen neuen MBA-Studiengang, der sich speziell der persönlichen Entwicklung von Führungskräften verschrieben hat - und der das Thema Spiritualität explizit auf die Agenda setzt. "Die besten Leader verfügen nicht nur über intellektuelle und emotionale Intelligenz, sondern auch über spirituelle Intelligenz. Herausragende Führungskräfte schaffen eine Verbindung von Motivation und Leistung. Sie verstehen, respektieren und ermutigen unterschiedliche Führungsstile in ihren Teams - wenn sie über eine gefestigte spirituelle Intelligenz verfügen", so Rob Straw, Associate Director für die MBA-Programme der Universität. Der neue MBA-Studiengang wird sich deshalb auch Themen wie Selbstwahrnehmung, persönlichen Werten und Lebenszielen widmen und mach Coaching-Sitzungen zum festen Bestandteil des Programms.
MBA für die spirituelle Intelligenz, FTD 21.9.10

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Kirche setzt auf wertezentrierte Beratung 
Donnerstag, 23. September 2010 - Management
Die katholische Kirche will mit der Gründung einer Unternehmensberatung verhindern, dass die Wirtschaft "kaputt säkularisiert" wird. Die von der katholischen Diözese Rotenburg-Stuttgart gegründete "Kirche und Wirtschaft Aktiengesellschaft" will dazu beitragen, dass Werte- und Sinnfragen stärker bei wirtschaftlichen Entscheidungen berücksichtigt werden. "Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat schockartig deutlich werden lassen, wohin es führt, wenn das bloße Prinzip der Profitmaximierung sich verselbstständigt und alles zu dominieren beginnt", zitiert die Welt Generalvikar Clemens Stroppel. Die kirchlichen Berater verweisen dagegen auf einen engen Zusammenhang zwischen Sinnstiftung und Profit/Produktivität. Ihr Anliegen ist es, die Beratungsgesellschaft zu einer wichtigen Adresse zu machen in Fragen des sinn- und wertezentrierten Wirtschaftens.
Katholische Kirche gründet Unternehmensberatung, Welt 17.9.10

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Blackberry-Sklaven und die Freiheit 
Freitag, 17. September 2010 - Management
Wie frei können Führungskräfte sein, wenn sie nur ein Tastendruck von ihren E-Mails trennt? Nach Feierabend, in der Freizeit, im Urlaub. Unternehmensberater Wolfgang Zieren, Vorstand der KPMG, meint: Alles Kopfsache. Der Berater checkt im Urlaub alle zwei Tage seine Mails - weil er auf dem Laufenden bleiben möchte. Und fühlt sich dadurch in einer Entspannung nicht gestört, eher im Gegenteil. Er weiß aber auch, dass jeder Mitarbeiter hier seinen eigenen Weg gehen muss: "Die einen können nur dann wirklich abschalten, wenn sie auch mal eine Phase haben, in der sie keine Mails lesen. Wenn es wirklich brennt, kann man die Kollegen ja immer noch anrufen. Andere können sich gerade dann gut entspannen, wenn sie ihre Mails checken und feststellen: alles in Ordnung." Wo Zieren kein Problem mit allzeitiger Präsenz hat, geht es vielen Führungskräften indes längst anders. Und mit dafür verantwortlich ist der permanente, implizite Druck, der im Business längst allerorts ausgeübt wird. Zieren beispielsweise meint: "Wir erwarten gerade von Führungskräften, dass sie ihre Jobs erstklassig erledigen. Wie sie das machen, muss jeder für sich entscheiden." Erstklassig meint aber auch, für die Kunden immer da zu sein. Wer nach zwei Wochen urlaubsbedingter Mail-Abstinenz im Büro auftaucht, um dort von den Krisen der letzten Tage zu erfahren, kann wahrscheinlich sicher sein, dass "erstklassig" für ihn vorbei ist. Und so warnen Experten immer deutlicher vor Strukturen dieser Art, bei der Forderungen unausgesprochen bleiben, aber dafür umso mehr Druck erzeugen.
Berufliche E-Mails im Urlaub? Selbstverständlich, SZ 10.9.10

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Burn-out ist eine Frage der Strukturen 
Donnerstag, 9. September 2010 - Management
Betriebliches Gesundheitsmanagement, Work-Life-Balance, Auszeiten - Ansätze, wie Arbeitende ihre seelische Balance bewahren und im Job nicht ausbrennen, gibt es viele. Sie setzen jedoch häufig auf der falschen Ebene an, meint der Psychologe Markus Väth. Immer mehr Experten weisen in den letzten Monaten darauf hin, dass eine Burn-out-Prophylaxe, die allein auf der persönlichen Ebene ansetzt, also individuelle Maßnahmen und Verhaltensveränderungen empfiehlt, nicht hinreichend ist. "Die meisten Arbeitnehmer leiden nicht unter einem Burn-out-Syndrom, sondern sind einfach überlastet von den Arbeitsprozessen. Das nenne ich einen strukturellen Burn-out. Die eigene Persönlichkeit ist der innerste Kreis in einem System, das von den Bereichen des Unternehmens umschlossen wird. Der präventive Ansatz müsste außen ansetzen. Bevor ich selbst etwas tun kann, muss das Unternehmen aktiv werden und seine Strukturen ändern", so Väth. Der Psychologe rät zu einem konsequenten Abschied von der verbreiteten Multi-Tasking-Kultur und zu einer Wertediskussion in den Unternehmen. "Es gibt viele unausgesprochene Regeln in einem Unternehmen, auch solche, die schädlich sind", sagt Väth. Deshalb helfe es wenig, wenn Mitarbeiter versuchen, zu innerer Balance zu finden, wenn es ihre Umgebung ist, die sie krank macht, beispielsweise weil die Strukturen eines Unternehmens Dinge verlangen, die individuell gar nicht leistbar sind.
Der nächste Burn-out kommt bestimmt, SZ 20.8.10

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Vor der Krise steht der Optimismus 
Mittwoch, 8. September 2010 - Management
Die amerikanische Bestseller-Autorin Barbara Ehrenreich geht in einem Beitrag für die Wirtschaftswoche mit ihren Landsleuten hart ins Gericht. Ihre These: Mit ihrem überbordenden Optimismus übertreiben die Amerikaner nicht nur, sondern eine falsch verstandene positive Grundhaltung kann auch Krisen fördern. Der Wunsch, auch im Negativen noch einen positiven Kern zu sehen, treibt laut Ehrenreich bizarre Blüten: "In der amerikanischen Kultur hat sich jedoch auch die weitaus weniger rationale Theorie verbreitet, dass unsere Gedanken die materielle Welt auf mysteriöse Weise unmittelbar beeinflussen können. Negative Gedanken führen irgendwie zu einem negativen Ergebnis, positive Gedanken hingegen realisieren sich in Form von Gesundheit, Wohlstand und Erfolg." Überspitzt formuliert ist es diese Grundhaltung, die mit zu den Auslösern der Wirtschaftskrise gehört. So glaubt beispielsweise die Mehrheit der Amerikaner, sie werde in Zukunft mehr als das Durchschnittseinkommen zur Verfügung haben, obwohl das mathematisch unmöglich ist. "Gewiss hat zur waghalsigen Akkumulation von nicht rückzahlbaren Schulden und Risikokrediten der nahezu einmütige Optimismus der Experten beigetragen, aber den gleichen Anteil daran hatte auch die ständige überdrehte Euphorie vieler normaler Amerikaner. Unsere Bereitschaft, uns hoch zu verschulden und weiterhin Geld auszugeben, ist aufs Engste mit unserem Optimismus verknüpft. Und die Ideologie des positiven Denkens goss eifrig Öl in das Feuer dieses Optimismus und der dazugehörigen Anspruchshaltung", so Ehrenreich. Die Sozialkritikerin setzt dem überbordenden Optimismus, der positiv mit gut gleichsetzt, einen realistischen Blick entgegen: "Die Alternative zum positiven Denken ist nicht Verzweiflung. Negatives Denken kann genauso realitätsfremd sein wie positives. In beiden Fällen besteht eine Unfähigkeit, Gefühl und Wahrnehmung voneinander zu trennen, und die Einbildung wird zur Realität, wegen des damit verbundenen 'guten Gefühls'. Die Alternative zu beidem besteht darin, dass wir aus uns heraustreten und die Dinge so sehen, 'wie sie sind', also möglichst wenig gefärbt durch unsere Gefühle und Fantasien. Dann erkennen wir, dass die Welt voller Möglichkeiten und voller Gefahren ist, dass wir zugleich die Chance großen Glücks und die Gewissheit des Todes haben."
Die Diktatur des positiven Denkens, WiWo 22.8.10

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Stille macht Managern Angst 
Freitag, 3. September 2010 - Management
Mal wirklich Ruhe haben, das bleibt für viele Manager ein Traum. Stellt sich dieses friedliche Szenario dann doch einmal ein, geraten viele in Panik. Octavius Black beschreibt in einem Beitrag für die Financial Times Deutschland, dass Ruhe bei Führungskräften durchaus extreme Reaktionen auslösen kann. So verordnete der Trainer seiner Klientel im Rahmen einer dreitägigen Konferenz eine Stunde Schweigen - sie mussten ihre Blackberrys abgeben und sollten das gemeinsame Mittagessen in Stille verbringen - nicht nur, um die Ruhe zu genießen, sondern auch, um endlich einmal Zeit zum Nachdenken zu haben. Die Reaktionen der Beteiligten fielen höchst unterschiedlich aus. Manche protestierten, schlangen ihr Mittagessen herunter und flüchteten ins Freie, um der Schweigeklausel zu entkommen. Andere entdeckten eine völlig neue Zeitqualität und merkten, dass eine Stunde, die nicht zwanghaft gefüllt wird, sehr lang sein kann. Eine Managerin offenbarte eine für sie "erschreckende" Erkenntnis: "Ich dachte immer, ich habe keine Zeit nachzudenken, aber dann musste ich feststellen, dass ich gar nicht weiß, wie ich nachdenken soll, wenn ich mal die Zeit dazu habe. Das war eine unglaubliche und auch ein wenig erschreckende Erkenntnis."
Sprechverbot zwingt Manager zum Denken, FTD 17.8.10

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Sich im Business auf das Wesentliche konzentrieren 
Mittwoch, 25. August 2010 - Management
Ehrgeiz, Fleiß, Anpacken bis zum Umfallen - der typische Durchschnittsmanager zeichnet sich aus durch eine Leistungsorientierung, die häufig das Bestehende kaum hinterfragt, sondern nach dem kürzesten Weg zu einem einmal klar vorgegebenen Ziel sucht. Eine Haltung, die Wandel und die Anpassung an sich verändernde Umstände, nicht unbedingt begünstigt. In seinem Vortrag zu Leadership 3.0, gehalten bei der Karmakonsum-Konferenz 2010, zeigt der Führungskräfte-Coach und Zen-Lehrer Paul J. Kohtes, wie Führungskräfte es schaffen, in Zeiten des Wandel herauszufinden, was das Wesentliche im Business ist, und sich darauf zu konzentrieren.



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Stressfaktoren frühzeitig begegnen 
Freitag, 20. August 2010 - Management
Viele Manager verausgaben sich, ohne an die Folgen zu denken. Permanenter Stress gehört für sie untrennbar zum Tagesgeschäft und häufig zeigen sich erste Beschwerden bereits, bevor es zu organischen Erkrankungen kommt. "Sie haben definitiv vegetative Stresssymptome, etwa Erschöpfung, Schlafstörungen. Bei den allermeisten sage ich im Abschlussgespräch: Organisch sind sie gesund, sie haben dennoch Beschwerden. Jetzt erläutere ich ihnen, wie moderne Stressmodelle diese Beschwerden erklären und was sie ganz persönlich verbessern können", so der Mediziner Gunter Frank, der Führungskräfte bei ihren Check-ups begleitet. Er rät seinen Klienten dazu, das Stressthema ernst zu nehmen, bevor der innere Verschleiß überhand nimmt. Sein Rat: "Bei Führungskräften wird der Stressnerv oft unentwegt aktiviert. Es gibt keinen Feierabend mehr, keinen Gottesdienst, keinen Urlaub. Führungskräfte müssen daher lernen, den Parasympatikus, den Ruhenerv, selber zu aktivieren. Nicht den Drang zu haben, irgendwo anzurufen, Emails zu checken, Pläne zu schmieden. Das ist eine Kompetenz, die man heute als Manager haben muss. Sonst kann es sein, dass man alle seine Ziele erreicht, aber mit 45 dennoch depressiv ist." Letztlich liegt also doch in der Ruhe die Kraft.
Stress-Herzinfarkt nur Mythos, Manager Magazin 30.7.10


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