Optimisten mit Realitätssinn 
Dienstag, 20. Dezember 2016 - Studien
Optimisten wird gerne nachgesagt, dass sie die Welt vor allem mit einer rosaroten Brille betrachten. Eine neue Studie der University of California in Riverside zeigt - das stimmt, bis zu einem gewissen Grad. Die Wissenschaftler teilten Probanden durch Vortests in eine Gruppe von Optimisten und eine mit Pessimisten. Beide Gruppen nahmen anschließend an den gleichen Experimenten teil, in denen es darum ging, die Haltung der Studienteilnehmer in Situationen mit möglicherweise negativem Ausgang zu erkunden. Dabei zeigte sich: Auch bei den Optimisten gibt es einen Moment, in dem diese sich innerlich auf den möglichen negativen Ausgang einer Situation innerlich vorbereiten. Auch sie rechnen mit dem Schlimmsten - vielleicht etwas später als die Pessimisten.
Auch Optimisten wappnen sich gedanklich für das Schlimmste, spektrum.de 14.12.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Meetings ohne Plan 
Montag, 19. Dezember 2016 - Studien
Meetings scheinen einer der größten Produktivitätskiller im Business zu sein. Eine neue Untersuchung der Unternehmensberatung Kampmann, Berg und Partner mit 250 Führungskräften zeigt, dass Orientierungslosigkeit und Zeitverschwendung hier an der Tagesordnung sind. Ein Drittel der Arbeitszeit von Managern geht für Meetings drauf und nur allzu oft ist diese Zeit nicht gut investiert. 47 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Meetings scheitern, weil sie zu schlecht vorbereitet sind. 42 Prozent finden, dass zu viele Mitarbeiter beteiligt werden und in den Augen von 40 Prozent sitzen einfach die falschen Teilnehmer am Tisch. Die Komplexität innerhalb der Unternehmensstrukturen tut ihr übriges, denn in drei Vierteln der an der Umfrage beteiligten Unternehmen müssen mehrere Gremien zustimmen, bevor Entscheidungen in die Tat umgesetzt werden. Wenn dann noch Entscheider beteiligt sind, die von den Auswirkungen der Beschlüsse gar nicht betroffen sind (in der Untersuchung traf dies auf jedes dritte Unternehmen zu), wird's zäh.
Warum viele Meetings im Sande verlaufen, FAZ 13.12.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Mehr Geld, mehr Freizeit oder lieber Home Office? 
Donnerstag, 15. Dezember 2016 - Studien
Was ist Arbeitnehmern wichtiger - mehr zu verdienen oder weniger arbeiten zu müssen? In einer Umfrage von YouGov gaben 47 Prozent der Befragten an, sie hätten gerne mehr Geld. 17 Prozent würden mehr Flexibilität wählen, zum Beispiel durch Arbeit im Home Office. Eine niedrigere Wochenarbeitszeit wäre nur 14 Prozent am wichtigsten, mehr Urlaubstage gar nur neun Prozent. Ich frage mich gelegentlich, welche Aussagekraft Umfragen wie diese haben. Mich würde beispielsweise sehr der sozioökonomische Hintergrund der Befragten interessieren. Votiert eine Mehrheit vielleicht schlicht für mehr Geld, weil die Menschen mit ihrem Einkommen nur schwer auskommen? Und in einer geldgetriebenen Gesellschaft ohne Moos nun mal nix los ist? In Erhebungen, die die Begründungen für eine solche Wahl mit abfragen, zeigt sich nämlich immer wieder: Viele Menschen würden eigentlich gerne weniger Zeit dem Erwerbsleben widmen müssen, können es sich aber schlicht finanziell nicht leisten.
Jedem zweiten Arbeitnehmer ist gute Bezahlung wichtiger als Freizeit, WiWo 7.12.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Teams - je kleiner, umso feiner 
Mittwoch, 14. Dezember 2016 - Studien
Teamarbeit ist in den meisten Unternehmen gang und gäbe, den in kleinen Gruppen lassen sich auch große Aufgaben gut bewältigen. Doch was ist die beste Größe für ein Team, damit der Abstimmungsaufwand nicht ausufert und alle Beteiligten sich auch wirklich zugehörig fühlen? Ein Versuch an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg mit Studierenden zeigt, dass eine Gruppengröße von bis zu sieben Personen deutliche Vorteile hat. Bewerber für ein Sportstudium wurden, um die Prüfung zu absolvieren, in kleinere oder größere Gruppen eingeteilt. Dabei zeigte sich: Die angehenden Studierenden der Kleingruppen absolvierten die Tests mit weniger Stress und fühlten sich dabei auch besser. Auch ihre Cortisolwerte waren geringer. In den Kleingruppen entwickelte sich ein stärkeres Teamgefühl und die Probanden waren leistungsfähiger und erfolgreicher. Außerdem ging es ihnen während der Prüfung auch psychisch besser.
Kleine Teams sind die besten, Zeit online 7.12.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Uni macht nicht wirklich fit für den Job 
Dienstag, 13. Dezember 2016 - Studien
Mit der Bologna-Reform sollte das Studium besser an die Realitäten andocken und Fähigkeiten stärker vermitteln, die im Job gebraucht werden. Glaubt man einer Erhebung des ifo-Instituts unter 1.000 Unternehmen, ist diese Rechnung eher nicht aufgegangen. Vor allem in Firmen, die viele Bachelor- und Master-Absolventen einstellen, herrscht die Überzeugung, es fehle dem Arbeitnehmernachwuchs an Selbstständigkeit, Problemlösungskompetenz, Abstraktionsvermögen, der Fähigkeit zur Selbstreflexion, Grundlagenverständnis und Allgemeinbildung. Bei 32 Prozent der befragten Unternehmen ist die Zufriedenheit mit den Kenntnissen und Fähigkeiten, die die Young Professionals mitbringen, in den letzten zehn Jahren gesunden. 43 Prozent erkennen indes keine Unterschiede. Zwei Prozent sehen sogar Verbesserungen.
Personalchefs sind unzufrieden mit Uni-Absolventen, Spiegel Online 6.12.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Kreativität mag Grenzen 
Montag, 12. Dezember 2016 - Studien
Bei Kreativität denken wohl die meisten Menschen daran, Ideen aus dem Grenzenlosen zu schöpfen. Forscher der amerikanischen Rider University haben nun einmal das Gegenteil erprobt - was geschieht mit kreativen Prozessen, wenn man einige Vorgaben macht. Im Studiensetting sollten 105 Studierende kreative Grußpostkarten-Texte entwickeln - in einem Durchlauf ohne jedwede Vorgabe, beim anderen Durchgang erhielten sie zuvor eine Liste mit Worten, die Sie verwenden sollten. Ihre Texte wurden dann von drei unabhängigen Gutachtern auf ihren kreativen Gehalt hin bewertet. Dabei zeigte sich, dass die Texte, bei denen Worte aus der Liste benutzt worden waren, die völlig frei formulierten Grußbotschaften in Sachen Kreativität übertrumpften. Die Wissenschaftler interpretieren das Ergebnis dahingehen, dass die Verwendung ungewöhnlicher Wörter den kreativen Impuls gestärkt haben könnte. Auch helfe ein gewisser Rahmen an Vorgaben dabei, sich nicht so sehr zu verlieren und mit dem eigenen Denken mehr in die Tiefe zu gehen. Kreativität mag also grenzenlos sein, doch bekommen ihr Grenzen sehr gut.
Grenzen fördern Kreativität, Psychologie heute 1.12.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Lieber weniger arbeiten 
Freitag, 9. Dezember 2016 - Studien
Eine Studie der Körber Stiftung zeigt, wenn die Deutschen die Wahl hätten, würden viele von Ihnen gerne weniger arbeiten. Bei der Untersuchung mit gut 1.700 Teilnehmern ergab sich eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 37,6 Stunden - mit 31,3 Stunden wären die Befragten indes glücklicher. Wachsender Stress und die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie scheinen wesentliche Gründe für den Wunsch, das Gewicht des Jobs im eigenen Leben zu reduzieren. 40 Prozent der Befragten würden es vorziehen, sich mit dem Partner die Fürsorge für die Familie zu teilen, doch nur vier Prozent gelingt dies gegenwärtig auch. Mehr als die Hälfte der Befragten fühlt sich häufig oder sehr häufig gestresst, lediglich fünf Prozent stehen nach eigenen Angaben kaum unter Stress. In der Selbstwahrnehmung vieler Deutscher spiegelt sich eine gehörige Portion Pessimismus. Nur etwa zehn Prozent glauben, dass es nachfolgenden Generationen einmal besser gehen wir, zwei Drittel erahnen hingegen eine Verschlechterung der Lebensbedingungen. So raten die meisten Befragten den Jüngeren, sich vor allem um ihre Bildung und Ausbildung zu kümmern, zu sparen und Vorsorge zu betreiben. Bei dieser offen gestellten Frage empfahlen nur etwa zehn Prozent der jungen Generation, das Leben zu genießen und eigene Träume umzusetzen.
Lieber vier als fünf Tage arbeiten, Zeit online 1.12.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Viel zu viele Informationen 
Freitag, 2. Dezember 2016 - Studien
Mal schnell eine Google-Suche, sich auf ein paar Nachrichtenseiten den Überblick über das Tagesgeschehen verschaffen, Twitter-Nachrichten checken - für immer mehr Führungskräfte wird das immense Informationsangebot zur Last. Eine Umfrage im Auftrag des Beratungsunternehmens Hill+Knowlton, für die rund 1600 Führungskräfte befragt wurden, zeigt: 60 Prozent der Manager fühlen sich von der Datenflut überfordert. Der Masse an Inhalten begegnen drei Viertel der Befragten durch gezielte Selektion. So folgen sie auf Facebook und Twitter nur wenigen ausgewählten Meinungsmachern. Jeder dritten Führungskraft ist es wichtig, täglich solche Impulse von außen zu bekommen. Jeder Fünfte hat im letzten Jahr seinen Konsum solcher Beiträge deutlich erhöht. Gefragt sind hierbei vor allem inspirierende Beiträge von Vordenkern. Die Selektion könnte indes auch Nachteile haben. Die Notwendigkeit, die Datenflut zu filtern, ist nachvollziehbar, doch wer die eigenen Selektionskriterien nicht immer wieder hinterfragt, läuft auch leicht Gefahr, ob kurz oder lang die Spannweite des eigenen Radars erheblich zu verringern. Vielleicht ist gerade das, was ich nicht auf den ersten Blick als spannend empfinde, dennoch wesentlich? Diese Frage sollten wir, auch wenn Selektion nötig und hilfreich ist, immer mal wieder stellen.
Zu viele Infos für die Chefs, FAZ 27.11.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter