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Mindfulness und eine neue Bewusstseins-Kultur in Alltag und Business

© Dr. Nadja Rosmann 2022

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Blackberry-Sklaven und die Freiheit

Wie frei können Führungskräfte sein, wenn sie nur ein Tastendruck von ihren E-Mails trennt? Nach Feierabend, in der Freizeit, im Urlaub. Unternehmensberater Wolfgang Zieren, Vorstand der KPMG, meint: Alles Kopfsache. Der Berater checkt im Urlaub alle zwei Tage seine Mails - weil er auf dem Laufenden bleiben möchte. Und fühlt sich dadurch in einer Entspannung nicht gestört, eher im Gegenteil. Er weiß aber auch, dass jeder Mitarbeiter hier seinen eigenen Weg gehen muss: "Die einen können nur dann wirklich abschalten, wenn sie auch mal eine Phase haben, in der sie keine Mails lesen. Wenn es wirklich brennt, kann man die Kollegen ja immer noch anrufen. Andere können sich gerade dann gut entspannen, wenn sie ihre Mails checken und feststellen: alles in Ordnung." Wo Zieren kein Problem mit allzeitiger Präsenz hat, geht es vielen Führungskräften indes längst anders. Und mit dafür verantwortlich ist der permanente, implizite Druck, der im Business längst allerorts ausgeübt wird. Zieren beispielsweise meint: "Wir erwarten gerade von Führungskräften, dass sie ihre Jobs erstklassig erledigen. Wie sie das machen, muss jeder für sich entscheiden." Erstklassig meint aber auch, für die Kunden immer da zu sein. Wer nach zwei Wochen urlaubsbedingter Mail-Abstinenz im Büro auftaucht, um dort von den Krisen der letzten Tage zu erfahren, kann wahrscheinlich sicher sein, dass "erstklassig" für ihn vorbei ist. Und so warnen Experten immer deutlicher vor Strukturen dieser Art, bei der Forderungen unausgesprochen bleiben, aber dafür umso mehr Druck erzeugen.
Berufliche E-Mails im Urlaub? Selbstverständlich, SZ 10.9.10

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