Aus der Fülle schöpfen 
Freitag, 19. Juni 2009 - Bücher
In der Nachhaltigkeitsdiskussion überwiegt bisweilen ein Denken, das sich vor allem einem Reduktionismus verschrieben hat: weniger Energie- und Ressourcenverbrauch, weniger Schadstoffausstoß, weniger Abfälle. Geht man davon aus, dass Ressourcen nur begrenzt vorhanden sind, mag diese Perspektive durchaus plausibel erscheinen. Doch könnte ja alles auch ganz anders sein. So spricht sich der Vorreiter der neuen Cradle-to-Cradle-Bewegung Michael Braungart dafür aus, die Dinge aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten und nicht den Verbrauch zum Thema zu machen, sondern die intelligente Nutzung von Rohstoffen. Cradle-to-Cradle bedeutet von der Wiege bis zur Wiege und nutzt Rohstoffe so, dass sie, wenn ein Produkt seinen Lebenszyklus durchschritten hat, recycelt und zum Material für neue Produkte werden können. Der Murmann Verlag hat mit dem Buch "Gemacht für die Zukunft" eine Übersicht erfolgreicher Cradle-to-Cradle-Produkte zusammengestellt und zeigt, wie diese Kreislaufwirtschaft in Unternehmen produktiv genutzt werden können. Die Vielfalt der Beispiele legt nahe, dass das Recycling-Prinzip für zahlreiche Branchen zukunftsweisende Möglichkeiten birgt. Von recyclebaren Bezugsstoffen und Bürostühlen über kompostierbare T-Shirts bis hin zu Energieversorgung und Architektur zeigen die Praxisanwendungen, dass die Zukunft vielleicht eher einem Schöpfen aus der Fülle denn einem Sparsamkeitsdenken gehört.
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Stress als Antrieb zur Selbstverwirklichung 
Donnerstag, 18. Juni 2009 - Wissenschaft
Positiver Stress kann Berge versetzen, doch ist das vielen deutschen Arbeitnehmern kaum bewusst. "Stress sorgt dafür, dass wir uns entwickeln. Er ist der Weg zur Selbstverwirklichung", sagt etwa Peter Heilmeyer, Leiter der Reha-Klinik Überruh in Isny bei Ravensburg gegenüber dem Manager Magazin. Damit Stress zum positiven Antriebsfaktor wird und nicht in Verschleiß mündet, sei es wichtig, eine Balance zwischen Belastung und Regeneration zu finden, so der Experte. Ist man richtig gefordert, steigt der Adrenalinpegel und positive Energien werden frei. Viele Deutsche sind hingegen eher geneigt, nur die negativen Seiten von Stress zu sehen. Doch zeigte eine Studie des Instituts Allensbach, dass bereits zwei Drittel aller Befragten bereits positive Erfahrungen mit Stress gemacht haben - darunter vor allem Freiberufler und Selbstständige, die eher selbstbestimmt arbeiten und damit Herausforderungen leichter positiv wahrnehmen. Unterforderung kann hingegen, wie Heilmeyer weiß, auch zu Stress führen und - mit ähnlichen Symptomen wie beim Burn-out - zu Langeweile, Frust und Depression führen.
Der richtige Kick, Manager Magazin 11.6.2009


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Widerstand als konstruktive Kraft 
Mittwoch, 17. Juni 2009 - Management
Widerspruch wird von vielen Führungskräften als Affront aufgefasst, doch kann er, wenn man richtig damit umzugehen weiß, als konstruktive Kraft genutzt werden. Trainerin Dagmar Säger versteht Widerstand beispielsweise als Signal für bestehende Unsicherheiten und weist darauf hin, dass Mitarbeiter, die Kritik üben, immer noch engagiert bei der Sache sind, während passives Abnicken und Schweigen bereits auf innere Kündigung deuten. Wichtig sei es, Konflikte aktiv anzugehen. So sollten Führungskräfte im Gespräch nach Ursachen für die bestehende Ablehnung suchen und konstruktive Gegenvorschläge einfordern, um die Mitarbeiter ins Boot zu holen. Kritikerin rät Dagmar Säger, sich über die eigenen Motive Klarheit zu verschaffen, denn nur so könne man Situationen im eigenen Sinne beeinflussen und verändern. "Führungskräfte, die die Ursache für Widerstand herausgefunden haben, sind viel energiegeladener als solche, die sich ewig einer diffusen Ablehnung gegenübersehen. Widerstand als Motivation zu sehen, ist der erste Schritt aus der Destruktiv-Falle", so die Beraterin.
Widerstand beflügelt, FTD 10.6.2009


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Burn-out kommt in den Unis an 
Dienstag, 16. Juni 2009 - Arbeit
Die Umstellung auf die neuen Studienabschlüsse Bachelor und Master fordert ihren Tribut. So leiden immer mehr Studenten unter totaler Überlastung. Die psychosozialen Beratungsstellen der Universitäten verbuchen eine steigende Nachfrage von Studenten, die mit den gewachsenen Belastungen nicht mehr zurecht kommen. Gab es 2004 noch 16.000 Hilfesuchende, waren es 2007 bereits über 21.000 und für 2008 wird eine weiter gestiegene Nachfrage gemeldet. Laut einer Sozialerhebung des Studentenwerks leiden bereits elf Prozent der Studierenden unter psychischen Erkrankungen. "Der Druck, der seit einiger Zeit in vielen Unternehmen entstanden ist und die Burnout-Quote hochgetrieben hat, scheint nun auch an der Uni angekommen zu sein", zitiert das Handelsblatt Steffen Laick von der Wirtschaftsberatung Ernst & Young.
Bachelor braucht dringend Hilfe, HB 8.6.2009


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Burn-out verursacht Milliarden-Schäden 
Montag, 15. Juni 2009 - Arbeit
Burn-out ist dabei, zur Quasi-Volkskrankheit gestresster Arbeitnehmer zu werden. Laut einer Studie der AOK stiegen die Ausfälle durch psychische Erkrankungen zwischen 1995 und 2008 um 80 Prozent. Inzwischen gehen 9,3 Prozent aller Fehltage von Arbeitnehmern auf psychische Beschwerden zurück. Auf der Rangliste der Krankheitsbilder nehmen sie inzwischen Platz 4 ein. Doch nicht nur Fehltage sind die Folge ständiger Überlastung, denn immer mehr Arbeitnehmer scheiden aufgrund seelischer Störungen und Depressionen als Frührentner vorzeitig aus dem Arbeitsleben aus. 2007 galt dies für jeden dritten Arbeitnehmer, der von der Frühverrentung Gebrauch machte. Laut Statistischem Bundesamt entstand durch Burn-out-Erkrankungen 2006 ein wirtschaftlicher Schaden von 26,7 Milliarden Euro.
Kollaps am Schreibtisch, SZ 8.6.2009


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Die Macht der Gefühle im Job 
Freitag, 12. Juni 2009 - Arbeit
Gefühle haben im Business nichts zu suchen – mit diesem durch Generationen von Wirtschaftswissenschaftlern vermittelten Bild eines Homo oeconomicus, der vorgeblich alleine rational handelt und sich nicht durch Emotionen beeinflussen lässt, ist die heutige Leistungs- und Informationsgesellschaft groß geworden, aber auch an ihre Grenzen gestoßen. Wenn aktuelle Studien untermauern, dass gerade die emotionale Komponente die Motivation und Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern in besonderem Maße beeinflusst, wenn die Bewegungen von Börsenkursen sich nicht mehr alleine sachlich begründen lassen, wird offensichtlich, dass der Faktor Gefühl im Geschäftsleben anscheinend wider viele Erwartungen eine zentrale Rolle spielt. Das Symposium Spirit in Leadership, das vom Kuratorium Wirtschaft und Spiritualität der Willigis Jäger Stiftung West-östliche Weisheit Ende Mai im Benediktushof in Holzkirchen bei Würzburg ausgerichtet wurde, stand in diesem Jahr unter dem Leitthema „Emotionen in der Wirtschaft“ und ging der Frage auf den Grund, wie der Gefühlsebene im Business angemessener Rechnung getragen werden kann. Zahlreiche ExpertInnen aus Wirtschaft, Unternehmensberatung und Coaching vermittelten aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema und illustrierten, wie Unternehmen und Mitarbeiter diese in ihre tägliche Arbeit einbeziehen können. „Emotionen spornen zum Handeln an“, sagt auch Prof. Dr. Sven Max Litzcke, Professor für Human Resource Management und Wirtschaftspsychologie an der Fachhochschule Hannover. Sie können jedoch auch lähmen, beispielsweise wenn Mitarbeiter in einer Stressspirale gefangen sind und das Gefühl haben, nicht mehr handlungsfähig zu sein. Ein grundlegendes Problem der Wirtschaft, so Litzcke: „Das System lebt von der Überausbeutung des Einzelnen.“ Gipfelt diese Beanspruchung in einer Überforderungshaltung und erleben Mitarbeiter die täglichen Aufgaben nur noch als Fremdbestimmung, verlieren die Stimuli im Arbeitsleben ihr Aktivierungspotenzial und schlagen ins Gegenteil um. Ein erlebter Kontrollverlust oder auch Versagensängste können die Oberhand gewinnen. „Meditation kann dabei helfen, sich nicht so sehr seinen Emotionen auszuliefern und sie zu relativieren. Sie kann als Prophylaxe dienen, weil sie unsere Bewertung von potenziellen Stresssituationen verändert“, sagt Litzcke. Doch häufig ist das Individuum mit Kompensationsstrategien wie diesen überfordert beziehungsweise die systemischen Einflüsse sind zu stark, als dass der Einzelne noch auf der persönlichen Ebene die im Arbeitsleben abhanden gekommene Balance wiederherstellen könnte. So weist Prof. Dr. Johannes Siegrist, Leiter des Instituts für Medizinische Soziologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, darauf hin, dass prekäre Arbeitsverhältnisse, aber auch stabile Beschäftigungssituationen mit hohen Belastungen große psychosoziale und gesundheitliche Risiken bergen. „Downsizing-Prozesse in Firmen erhöhen selbst für die Angestellten, die ihren Arbeitsplatz nicht verlieren, das Mortalitätsrisiko um 40 Prozent“, so Siegrist. Die Forschungen legen auch nahe, dass bis zum Jahr 2020 Depressionen und Herzerkrankungen, die nicht zuletzt auch Folge arbeitsbedingter Belastungen sind, weltweit die häufigste Ursache für einen frühen Tod sein werden. Eine Studie der Harvard Business School zeigt auch, dass Unternehmen davon profitieren, wenn sie diese Belastungen gezielt in den Griff bekommen. So zeichneten sich die von den Wissenschaftlern untersuchten erfolgreichen Firmen gerade dadurch aus, dass sie ihren Mitarbeitern eine hohe Arbeitsplatzsicherheit boten, dezentrale Entscheidungsprozesse und transparente Informationsstrukturen schafften und somit die der Mitarbeitergesundheit abträglichen Risikofaktoren minimierten.
Noch mal mit Gefühl, inspire-news 2.6.2009


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Ist Gesundheit im Job Privatsache? 
Mittwoch, 10. Juni 2009 - Arbeit
Das Magazin Forum Nachhaltig Wirtschaften hat einen Dialog zwischen Gesundheitsexperten angeregt und sie über die Frage, wie viel Verantwortung Unternehmen für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter haben, diskutieren lassen. "Gesundheitsmanagement ist klassisches Risikomanagement - es dient der Risikominimierung und der Ressourcenpflege. Wo technisches Kapital regelmäßig gewartet und inspiziert wird, liegt es in der unternehmerischen Verantwortung, auch in die Gesundheit der Beschäftigten zu investieren und dabei gleichermaßen deren Eigenverantwortung zu stärken. Diese Investition dient dem dauerhaften Erhalt von Leistungsfähigkeit und Mitarbeiterengagement und damit der Produktivität der Unternehmen", sagt Dr. med. Andreas Tautz, Chief Medical Officer von Deutsche Post World Net und Leiter des Konzerngesundheitsmanagements. Susanne Lexa, Referentin für Soziale Sicherung bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), sieht dagegen eher die Mitarbeiter in der Verantwortung: "Eigenverantwortliches Handeln kann nicht durch Druck von außen ersetzt werden. Gesund zu bleiben und die Gesundheit zu stärken, ist ohne die eigene Mitwirkung, ohne eigenes Wollen kaum möglich. Nur in ihrem Einflussbereich können Unternehmen präventiv tätig werden und die Gesundheitskompetenz ihrer Mitarbeiter durch geeignete Angebote erhöhen. Die Betriebe können nicht allein der Gesundbrunnen der Gesellschaft sein. Gesundheitsvorsorge ist in erster Linie die Sache eines jeden Einzelnen." Prof. Dr. Bernhard Badura, Professor an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften an der Universität Bielefeld, hält einer solchen Privatisierung von Gesundheitsrisiken entgegen, dass oftmals gerade die Arbeits- und Organisationsstrukturen in Unternehmen krankmachende Auswirkungen haben, weshalb die Unternehmen hier in einer besonderen Verantwortung stünden: "Die Forschung belegt: Maßnahmen, die an den Arbeitsbedingungen, bei der Qualifikation der Beschäftigten sowie an der Qualität der Führung, der Unternehmenskultur und dem Betriebsklima ansetzen, zeigen deutlich nachhaltigere Wirkungen auf die Gesundheit als Gesundheitschecks oder Kurse zur Stressbewältigung. Psychische Belastungen beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit und -bereitschaft in besonderer Weise und schaden dadurch Beschäftigten und Unternehmen. Präsentismus, also psychisch bedingte Produktivitätsverluste, nicht Absentismus, also das krankheitsbedingte Fernbleiben, ist das Hauptgesundheitsproblem moderner Volkswirtschaften."
Forum Nachhaltig Wirtschaften, 15.5.2009

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Deity Yoga verbessert Gehirnleistung 
Dienstag, 9. Juni 2009 - Studien
Meditation als verlässliche Methode der Selbstoptimierung? eine Studie der George Mason University zeigt, dass bestimmte Yoga-Varianten die Gehirnleistung steigern können. Die Psychologen ließen Probanden, die Deity Yoga praktizierten und solche, die keiner Meditationspraxis nachgehen, Denksport-Aufgaben lösen. Zunächst schnitten die Teilnehmer beider Gruppen bei den Tests ähnlich gut ab. In einer Pause praktizierten die Yoga-Anhänger Deity Yoga, eine Yoga-Variante, bei der man sich in die Vorstellung einer Gottheit vertieft, während die Kontrollgruppe sich lediglich ausruhte. Bei der anschließenden Wiederholung des Tests konnten die Yoga-Praktizierenden ihre Ergebnisquote verdoppeln, während die Teilnehmer der Kontrollgruppe nur leicht verbesserte Ergebnisse erreichten.
Manager Seminare, Juni 2009


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