Warum mache ich das eigentlich? 
Freitag, 12. August 2011 - Arbeit
Spiegel online zeigt in einem spannenden Beitrag, wie sich die Prioritätensetzung im Job auch bei jungen Menschen innerhalb kürzester Zeit ändern kann. Der Artikel beleuchtet die Lebensläufe verschiedener Mitarbeiter von Top-Beratungsfirmen, die mit großem Elan in ihre Jobs einstiegen, aber nach wenigen Jahren hinschmissen. Die meisten von ihnen starteten ihre Laufbahn, weil sie das Höchstleistungspostulat der Branche reizte - das "Immer schneller, höher und weiter" erweist sich gerade zu Beginn des Berufslebens als spannende Herausforderung. Doch für viele stellt sich schon nach wenigen Jahren die große Sinnfrage. Warum mache ich das? Und was will ich erreichen? Die Einblicke in die Lebensläufe der portraitierten Beraterinnen und Berater illustrieren, dass die durch die erbrachte Leistung erfahrene Selbstwirksamkeit schon nach wenigen Jahren spröde wird und viele Menschen ihren Wertehorizont erweitern. Performanceoptimierung, Menschen entlassen, dem Shareholder Value dienen - diese Maximen erscheinen dann immer weniger überzeugend. So ist es nicht verwunderlich, dass die im Beitrag vorgestellten Protagonisten nach wenigen Jahren den Top-Beratungsunternehmen den Rücken kehren und ihr Heil vor allem im Social Business suchen. Dahinter verbirgt sich kein antikapitalistischer Shift, denn es sind gerade die guten Wirtschaftskenntnisse, die die Berater auch unter neuen Zielsetzungen erfolgreich machen. Vielmehr geht es ihnen darum, mehr Verantwortung im Business zu etablieren, nicht mehr so selbstbezogen zu agieren und sich mit anderen Menschen mitfühlend zu verbinden.
Ich schmeiß hin! Spiegel online 29.7.11

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Erster Veganer-Supermarkt in Berlin 
Donnerstag, 11. August 2011 - sonstiges
In Berlin hat kürzlich der erste Supermarkt mit ausschließlich veganem Produktangebot eröffnet. Wie groß die Nachfrage nach Lebensmitteln ist, die gänzlich auf die Verwendung tierischer Rohstoffe verzichten, zeigt die positive Resonanz. Betreiber Jan Bredack wurde von den Kunden schlicht überrannt. Wo er mit 100 Kunden pro Tag rechnete, damit das Geschäft sich lohnt, tummeln sich in seinem Supermarkt inzwischen täglich zwischen 400 und 500 Einkaufsfreudige. Das Beispiel zeigt, wie sich das Konsumverhalten zumindest von Teilen der Bevölkerung stetig ändert, mehr an Nachhaltigkeit ausrichtet und so auch einstige Nischen zu profitablen Geschäftsfeldern macht. Zwar findet man heute beispielsweise Bio-Lebensmittel - zumindest mit kleinem Sortiment - in jedem Supermarkt, doch wer die Messlatte an den eigenen Konsum höher anlegt, ist zumeist auf aufwändige Recherchen und die Beschaffung via Internet begrenzt. Ein Aufwand, der viele kritische Konsumenten bisweilen doch abschreckt. Bleibt zu hoffen, dass neue Geschäftsmodelle wie das von Jan Bredack Schule machen, denn selbst man nicht ausschließlich vegan leben möchte, ist es doch schön, leicht an solche nachhaltigen Produkte zu kommen. Deshalb an dieser Stelle ausnahmsweise mal ein bisschen Werbung. Ich bin ganz begeistert von dem Online-Shop Vegane Zeiten, der ein wunderbares Schuhsortiment hat. Habe mir neulich ein Paar bestellt, das wirklich gut aussieht. Und der Service ist einfach klasse!
"Wir sind überrannt worden", taz 29.7.11

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Lebensentwürfe kreisen um den Sinn im Job 
Mittwoch, 10. August 2011 - Arbeit
Die Zeit spricht mit dem Arbeitspsychologen Tim Hagemann über die wachsenden Sinnanforderungen, die immer mehr Menschen mit ihrer Arbeit verbinden. Hagemann beleuchtet dabei, dass diese Sinnsuche erst in den letzten Jahren immer mehr zum greifbaren Phänomen wurde. Standen in den Nachkriegsjahren vor allem Sicherheit und Anpassung im Fokus der Arbeitenden, kam das Thema Selbstverwirklichung erstmals mit den 68ern auf. Immer mehr Berufsprofile, in Werbung, Medien oder auch im Sozialbereich, stellen seitdem nicht nur die Kreativität in den Mittelpunkt, sondern auch die Bezüge zu einem größeren Ganzen, zur besonderen Wirksamkeit des Einzelnen. Für den Arbeitspsychologen führt dies zu einem Dilemma, denn: "Mit den Wahlmöglichkeiten stieg jedoch die Erwartungshaltung, etwas aus dem eigenen Leben zu machen. Es ging nicht mehr nur darum, einen Beruf zu ergreifen, sondern etwas Sinnvolles zu tun und gleichzeitig materiell abgesichert zu sein. Diese Entscheidung wird in einer digitalen, hoch komplexen, flexibilisierten und globalisierten Welt immer schwieriger." Das Problem: Gesellschaftliche Anerkennung korreliert häufig mit dem Beruf. Diejenigen, die aus der Leistungsgesellschaft - bewusst oder gezwungenermaßen - ausscheren - müssen ihre Lebensentwürfe verteidigen bzw. werden als gescheiterte Existenzen abgestempelt. Hagemann verweist darauf, dass insbesondere Menschen, die der Wettbewerbsgesellschaft nicht gewachsen sind, heute gesellschaftlich stigmatisiert werden, weil es für sie in der Arbeitswelt schlicht keinen Platz mehr gibt, da solche geschützten Nischenjobs längst wegrationalisiert wurden.
"Nicht jeder Mensch ist für Arbeit geboren", Die Zeit 28.7.11

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Viele Führungskräfte im Wachkoma 
Dienstag, 9. August 2011 - Management
Unausgeschlafen einen harten Arbeitstag durchstehen und dabei auch noch Leistung bringen? Sicherlich jeder Arbeitende weiß aus leidvoller eigener Erfahrung, dass kurze Nächte meist quälende Arbeitstage nach sich ziehen und man nicht wirklich bei der Sache ist. Für Top-Führungskräfte der Wirtschaft und Politik ist dieses Jetlag-Syndrom jedoch Alltag. In einer Umfrage unter 547 Top-Entscheidern gaben nur 7 Prozent der Befragten an, nachts 8 Stunden zu schlafen. 26 Prozent bekommen immerhin 7 Stunden Schlaf. Die Mehrheit, nämlich 43 Prozent, begnügt sich mit 6 Stunden, 19 Prozent schlafen sogar nur 5 Stunden und 3 Prozent gönnen sich lediglich 4 oder weniger Stunden Ruhe. Die Auswirkungen des chronischen Schlafdefizits sind noch nicht wissenschaftlich erforscht, die Erfahrung vieler Top-Kräfte zeigt jedoch in der Praxis, dass die Übermüdung von Verhandlungspartnern regelmäßig dazu führt, dass nicht mehr nach der besten Lösung für ein Problem gesucht wird, sondern Gesprächspartner aufgrund von Übermüdung Entscheidungen durchwinken, nur um anschließend vielleicht ein wenig Erholung zu finden.
Schlafmangel provoziert Fehlurteile bei Führungskräften, FTD 20.7.11

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Arbeitslose mit hohen Medikamentendosen 
Montag, 8. August 2011 - Studien
Eine statistische Auswertung der Techniker Krankenkasse liefert einmal mehr Indizien dafür, dass Arbeitslosigkeit einen gesundheitlichen Belastungsfaktor darstellt. Während die 3,5 Millionen bei der Krankenkasse versicherten im Jahr 2010 durchschnittlich für 182 Tage im Jahr Medikamente verschrieben bekamen, stellten die Empfänger von Arbeitslosengeld I mit 254 Tagesdosen die Gruppe mit dem größten Medikamentenbedarf dar. Bei den arbeitenden Mitgliedern entfielen auf Angehörige der Ordnungs- und Sicherheitsberufe mit 197 Tagesdosen die meisten Verordnungen. Die Medien- und Geisteswissenschaftler hingegen benötigten mit 154 Tagesdosen die wenigsten Medikamente. Die Techniker Krankenkasse verbindet mit diesen Zahlen den Hinweis, die Gesundheitsrisiken der Arbeitslosigkeit stärker zu beachten. Andererseits: Ist es nicht ein deutliches Zeichen, wenn selbst die gesündeste Berufsgruppe im Schnitt fünf Monate pro Jahr auf Medikamente angewiesen ist?
Arbeitslose bekommen die meisten Medikamente, Die Zeit 27.7.11

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Zeitarbeiter sind häufiger krank 
Freitag, 5. August 2011 - Studien
Die Techniker Krankenkasse hat in einer Auswertung festgestellt, dass Zeitarbeiter unter erkennbar stärkeren gesundheitlichen Beeinträchtigungen leiden als regulär Beschäftigte. Während der Durchschnittsangestellte pro Jahr auf 3,5 Krankheitstage kommt, sind es bei den Leiharbeitern im Schnitt 15 Tage. Da in der Zeitarbeit häufig ungelernte Kräfte beschäftigt und mit körperlich schweren Tätigkeiten betraut werden, bilden die Muskel-Skelett-Erkrankungen die häufigste Krankheitsdiagnose. Auch psychische Störungen spielen eine große Rolle. Im Schnitt war 2010 jeder Zeitarbeiter im Schnitt knapp zwei Tage aufgrund psychischer Probleme arbeitsunfähig. Innerhalb von zwei Jahren seien die Fehlzeiten aufgrund psychischer Diagnosen um zwölf Prozent gestiegen.
Zeitarbeit macht krank, Karriere-Spiegel 13.7.11

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Spitzenpositionen verursachen Stress 
Donnerstag, 4. August 2011 - Wissenschaft
Amerikanische Forscher haben die Schattenseiten von Spitzenpositionen untersucht und bei der Beobachtung von Pavianmännchen festgestellt, dass die Alpha-Männchen deutlich mehr Stresshormone produzieren als andere hochrangige Gruppenmitglieder. Die Forscher sehen Parallelen zwischen der Affengesellschaft und den Sozialstrukturen des Menschen, denn auch hier sei der soziale Status mit Gesundheitsaspekten verknüpft. Zwar haben Alpha-Tiere durch ihre exponierte Position viele Vorteile, verschleißen sich aber auch dabei, diese Position zu behalten und zu verteidigen. Bei den rangnächsten Pavianen ist dies nicht der Fall - sie genießen viele Vorteile der Alpha-Tiere, müssen aber weniger kämpfen. Die Analogien zum Menschen leiten die Wissenschaftler daraus ab, dass Paviane dem Menschen verwandt sind und eine komplexe Sozialstruktur entwickelt haben. Ein Blick auf die Arbeitswelt legt die Übertragbarkeit der Erkenntnisse aus der Tierwelt auf den Menschen nahe. Betrachtet man beispielsweise die immer kürzer werdende Verweildauer von CEOs in ihren Positionen, wird deutlich, dass die Alpha-Tiere in der Chefetage ähnlich wie die Paviane eigentlich in einem permanenten Kampf agieren.
Der Preis der Macht, wissenschaft.de 15.7.11

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Körper und Gefühl beim Coaching einbeziehen 
Mittwoch, 3. August 2011 - Arbeit
Viele kleinere berufliche Probleme lassen sich oft in Kurz-Coachings lösen, wenn Körper und Emotionen berücksichtigt werden, so die Erfahrung von der Diplompsychologin Cora Besser-Siegmund, die gemeinsam mit ihrem Mann die Wingwave-Methode entwickelt hat. Die Methode macht es sich zunutze, dass sämtliche Sinneswahrnehmungen vom limbischen System emotional bewertet werden und sich auch auf der körperlichen Ebene zeigen. Mit Wingwave können die Ursachen für Leistungsstress gefunden und abgebaut werden, Kreativitätsblockaden lassen sich erkennen und überwinden und konkrete Probleme des Berufsalltags werden, so sie überschaubar sind, schnell zugänglich. Eine Mischung aus Körperscan und emotionaler Bestandsaufnahme zeigt dem Coach, wo mögliche Problemursachen liegen können. Wingwave verwendet dazu Elemente aus dem NLP und den kinesiologischen Muskeltest. Mit speziellen Winkbewegungen, die dabei helfen, die Gehirnhälften besser zu synchronisieren, Unbewältigtes zu verarbeiten und die mentale Selbstregulierung anzuregen, können Coachees auf diese Weise ihre Emotionsbalance wieder herstellen. Vor allem bei klaren Stressfeldern wie z.B. der Angst bei Präsentationen kann die Methode in kurzer Zeit zum Erfolg verhelfen.
Wischen gegen den Stress, FTD 11.7.11

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