Mit Zen die eigenen Potenziale entfalten 
Mittwoch, 14. März 2012 - sonstiges
In ihrer Sendung HR3 live spricht Moderatorin Bärbel Schäfer mit Zen-Meister Hinnerk Polenski über Zen-Praxis als Weg, die eigenen Potenziale tiefer zu ergründen und zu entfalten. Polenski spannt dabei einen Bogen zwischen Denken und Erkennen, zwischen lebendigem Alltag und Stille und zeigt, wie Meditation es uns ermöglichen kann, einen neuen Blick auf unser menschliches Dasein zu werfen. Im Zuge der anhaltenden Diskussion über Burn-out und Erschöpfung wird ja zunehmend auch über die hilfreichen Folgen von Meditation gesprochen. Polenski eröffnet in dem Gespräch jedoch eine weitere Dimension, denn ihm geht es nicht allein um die funktionalen und beispielsweise gesundheitlich positiven Wirkungen von Meditation, sondern darum, einen grundsätzlichen Erfahrungsraum zu vermitteln, der zur Erkundung des eigenen Seins einlädt.
HR3 Live mit Hinnerk Polenski

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Rohe Bürgerlichkeit und rabiater Wettbewerb 
Dienstag, 13. März 2012 - Wissenschaft
Die taz wirft in einem Gespräch mit dem Bielefelder Soziologen Wilhelm Heitmeyer einen Blick auf die Meta-Ebene unserer gesellschaftlichen Entwicklung und kommt dabei zu beunruhigenden Erkenntnissen. Heitmeyer untersuchte über das letzte Jahrzehnt, wie sich gesellschaftliche Umgangsformen und Dynamiken verändert haben. Neben "Signalereignissen" wie dem 11. September 2001, der Einführung von Hartz IV und der Finanzkrise, aber auch der zunehmenden Ökonomisierung des Sozialen beobachtet der Soziologe viele schleichende Prozesse, die dazu beitragen, dass gesellschaftliche Vertrauensmuster sich auflösen. Auf diesem Nährboden gedeihen neue "Abwertungsmuster", die von der wachsenden Diskrepanz zwischen denen "da oben" und denen "da unten" genährt werden. "Dieser rohen Bürgerlichkeit müssen wir unsere Aufmerksamkeit widmen. Es ist eine Bürgerlichkeit, die sich bei der Beurteilung sozialer Gruppen an den Maßstäben der kapitalistischen Nützlichkeit, der Verwertbarkeit und Effizienz orientiert. Damit leugnet sie die Gleichwertigkeit von Menschen, macht ihre psychische und physische Integrität antastbar und führt zugleich einen Klassenkampf von oben. Sie ist sozusagen der Transmissionsriemen gegen diejenigen, die als Ausgegrenzte definiert werden", warnt Heitmeyer. Er diagnostiziert einen Zusammenhang zwischen sich zunehmend etablierenden Abwertungsmustern und der Forderung, sozial Schwache mögen ihre kritische Lebenssituation selbst bewältigen und spricht von einem "Kontrollgewinn des autoritären Kapitalismus". Die große Gefahr: "Der entscheidende Punkt ist dabei ja, dass die Ungleichheit die Gesellschaft regelrecht zersetzt, dass der Prozess sich einschleicht und erst mal relativ unbemerkt verläuft, weil sich eben keine protestierenden Kollektive mehr bilden können und weil auch keiner mehr zuhört. Weil vielfach das Motto lautet: Rette sich, wer kann. Dadurch ist das Leben in bestimmten sozialen Gruppen auch permanent angstdurchsetzt und verätzt. Und das macht diese Ungleichheiten schon ziemlich gefährlich." In meinen Augen wird es Zeit, diese subtilen Prozesse, die häufig aus falsch verstandener political correctness ignoriert werden, ganz offensiv zu thematisieren. Einfach Lösungen wird es nicht geben, wohl aber die Chance, Minen, die von einem Großteil der Bevölkerung bisher kaum als solche erkannt werden, auf lange Sicht kontinuierlich zu entschärfen.
Rette sich, wer kann, taz 27.2.12


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Visionen auf den Zahn gefühlt 
Montag, 12. März 2012 - Studien
Das Zentrum für gesellschaftlichen Fortschritt, ein Think Tank, der von dem Frankfurter Glücksforscher Dr. Stefan Bergheim gegründet wurde, hat ein neues Projekt ins Leben gerufen, in dessen Rahmen visionäre Ansätze für einen gesellschaftlichen Wandel wissenschaftlich analysiert werden. „Schöne Aussichten“ stellt zukunftsweisende Paradigmen für eine Neugestaltung der Wirtschaft, für mehr politische Partizipation und für einen grundlegenden Wertewandel vor. Die Wissenschaftler erläutern in ihren Analysen die Grundkonzepte neuer Denkansätze wie beispielsweise zur Gemeinwohlökonomie, zur Umgestaltung demokratischer Prozesse und Staatsorganisation oder zu einer Veränderung der Konsumgesellschaft und klopfen sie darauf ab, ob und inwieweit diese Vorstöße anschlussfähig sind an bisherige Methoden und Praktiken und damit einen Beitrag zu einer systematischen Transformation des Bestehenden leisten können. Dieser sehr realistische Blick auf Chancen, aber auch auf mögliche Risiken inspiriert dazu, nicht nur das Neue, Ungewöhnliche und Grenzenüberschreitende ins Visier zu nehmen, sondern auch ein Augenmerk darauf zu legen, dass Wandel sich immer auch auf das Bestehende konstruktiv beziehen sollte, wenn er erfolgreich sein will. Ein spannendes Inspirationsfeld für alle Utopisten, die wirklich etwas bewirken wollen.
Schöne Aussichten

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Virtuelle Scheuklappen 
Freitag, 9. März 2012 - sonstiges
Spiegel online geht in einem Beitrag der Frage nach, welchen Einfluss die Selbstselektionsmechanismen sozialer Netzwerke auf unsere Weltwahrnehmung haben. Wo Shopping-Seiten uns dank Cookies zielsicher Artikel zeigen, die uns aufgrund unserer bisherigen Einkäufe interessieren könnten, wo wir auf Facebook seitenweise Links und Aktivitäten unserer "Freunde", mit denen wir bereits viele Perspektiven teilen, angezeigt bekommen, wo Nachrichten-Aggregatoren die Weltlage gemäß unseren Leseneigungen filtern, da wird der Blick auf die Welt leicht einseitig. Hinzu kommt, dass die Häppchenwelt des Internets rein systemisch vor eher komplexen Themen zurückweicht. Erfahrungsgemäß sind es Nachrichten, die in wenigen Worten auf den Punkt kommen, die wir häufig weiterleiten - um unsere eigene Aufmerksamkeit und die der Empfänger nicht überzustrapazieren. Einerseits wird die Welt für uns immer größer, aber wir schränken den Zugang zu ihr - häufig selbstinduziert - ständig weiter ein. Dieses Paradox lässt sich nur aktiv überwinden: Öfter einmal auch inhaltlich komplexe Beiträge mit Muße lesen, nicht immer nur die gewohnten Blogs konsultieren oder auch einfach mal neugierig in der Buchhandlung nach Titeln fischen, die einen zweiten Blick wert sind ...
Wie Facebooks nette Welt uns entmündigt, Spiegel online 27.2.12

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Kulturelle blinde Flecken hinterfragen 
Donnerstag, 8. März 2012 - Arbeit
Das Online-Magazin Telepolis geht in einem Interview mit der Philosophin Svenja Flaßpöhler der Frage nach, wie sich das gängige Paradigma gesellschaftlicher Hyperaktivität konstruktiv hinterfragen lässt. Für Flaßpöhler ist dabei augenscheinlich, dass die Aktivität als Gegenpol auch eine passive Perspektive braucht, wenn wir uns nicht in eine Sackgasse manövrieren wollen: "Ein hyperaktiver Mensch, der immer nur nach vorne, nie aber nach links und rechts, geschweige denn nach hinten schaut, weil er dafür gar keine Zeit hat, agiert ohne soziale Verantwortung. Ihn interessiert nur das Vorwärtskommen. Jede Ablenkung verursacht Stress. Der faule Mensch, der Sonntags nachmittags auf dem Sofa liegt, schläft, ein bisschen Zeitung liest, zwischendurch auf der Gitarre klimpert, agiert hingegen sozial. Durch seine Passivität, die ja nie reine Passivität ist; die gibt es nur im Tod, wird er wieder offen für die Welt. Hyperaktivität verhärtet den Menschen. Passivität lässt ihn weich werden, empfindsam für Eindrücke, Verlockungen, Kinderfragen." Die Philosophin ist der Ansicht, dass wir ganz grundsätzlich die Systemfrage stellen sollten, da allein eine Symptombehandlung wie beispielsweise die Idee temporärer Unerreichbarkeit, nicht tief genug gehe. Ein in ihren Augen wichtiges Thema ist dabei die Selbstverwirklichung: "Selbstverwirklichung, für mich immer noch eine lohnenswerte Utopie, setzt die Anerkennung der eigenen Grenzen, das Wissen um die eigenen Neigungen voraus: Ohne Selbst keine Selbstverwirklichung. In Zeiten neoliberaler Flexibilisierung sind wir davon weit entfernt. Marx war der Ansicht, dass Selbstverwirklichung im Kapitalismus nicht realisiert werden kann, weil das Arbeitsprodukt nie dem Arbeiter, sondern einem Anderen gehört. Dieser Andere treibt uns an mit dem Versprechen, dass die Mühe sich lohne. Aber lohnt sie sich wirklich? Möglich, dass wir gerade dabei sind, uns auf grandiose Weise selbst zu verfehlen." Diese Selbstverfehlung wird letztlich vor allem durch die Gegenwartskultur geradezu angefeuert, denn das Überschreiten der eigenen Grenzen, das fast schon zwanghafte Genießen in der Konsumgesellschaft stehen häufig Perspektiven wie der der moralischen Integrität oder der gesunden Selbstfürsorge entgegen. Eine Einladung, sich weiterhin auf die Suche nach der bestmöglichen aller Welten zu begeben ...
"Wir kommen um die Systemfrage nicht herum", Telepolis 25.2.12

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Jahrestagung des Integralen Forum im Juni in Berlin 
Mittwoch, 7. März 2012 - Veranstaltungen
Vom 15. bis 17. Juni 2012 findet in Berlin wieder die Jahrestagung des Integralen Forum statt, dieses Mal zum Thema "Entwicklung integral: Menschen, Kulturen, Systeme verstehen und begleiten". Als Business-Themen stehen integrales Coaching und integrale Unternehmensentwicklung auf der Workshop-Agenda sowie Leading-Edge-Führung. Ich selbst werde einen Workshop halten zum Thema "Gute Lösungen für Viele - Innenansichten einer neuen integralen Elite".
Weitere Informationen zur Jahrestagung

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Neue Ausgabe von "WIR - Menschen im Wandel" 
Dienstag, 6. März 2012 - sonstiges
Ab sofort ist die neue Ausgabe von "WIR - Menschen im Wandel", zu dessen Gründern ich gehöre, im Handel erhältlich. In diesem Heft portraitieren wir den Visionär Otto Scharmer, der mit seiner Methode des Presencing einen neuen Zugangsweg zum Thema gesellschaftliche Transformation ebnet. Darüber hinaus stellen wir die Transition-Town-Bewegung vor, die das Thema Nachhaltigkeit ganz konkret in die Regionen trägt. Im WIR-Trialog diskutiere ich mit meinen Redaktionskollegen Jens Heisterkamp und Christoph Quarch über neue Perspektiven der politischen Partizipation und des Wandels. Weitere spannende Themen sind die dritte industrielle Revolution, die Arbeit der NGO Tactical Technology Collective und ein Beitrag von mir über das wachsende Bedürfnis der Deutschen nach mehr Weisheit in der öffentlichen Sphäre. "WIR - Menschen im Wandel" ist ein Magazin-Projekt, das bisher nur durch die größtenteils unentgeltliche Mitarbeit der Gründer und Unterstützer möglich ist, weshalb wir uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit tatkräftig unterstützen - indem Sie WIR abonnieren oder uns sogar mit einem Gründungsbaustein ab 1.000 Euro finanziell unterstützen.
WIR - Menschen im Wandel


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Töchter sorgen für Gehaltserhöhung 
Montag, 5. März 2012 - Studien
Einen erstaunlichen Zusammenhang zwischen Vaterschaft und der Entlohnung von Mitarbeitern haben Wissenschaftlicher aus Dänemark und den USA festgestellt. Wenn der Chef erstmals Vater einer Tochter wird, steigt die Bezahlung von Frauen in dänischen Unternehmen mit 10 bis 50 Mitarbeitern um durchschnittlich 3,2 Prozent. Bei der Geburt eines zweiten Mädchens liegt der Anstieg noch bei einem Prozent. Wurde vor einem Mädchen schon ein Junge geboren, erhöhen die Chefs die Gehälter der Frauen um immerhin noch 1,4 Prozent. Auch männliche Mitarbeiter profitieren von der Geburt einer Chef-Tochter. Die Forscher führen den deutlich erkennbaren Gehaltsanstieg für weibliche Mitarbeiter darauf zurück, dass das Einfühlungsvermögen frisch gebackener Väter steigt und sie ihre Mitarbeiterinnen besser bezahlen, weil sie in ihnen die Rolle, die die eigene Tochter einmal haben könnte, erkennen. Bei Chefinnen hingegen stellten die Forscher keinerlei Zusammenhang zwischen Kindergeburten und Entlohnungsverhalten fest.
Chefs mit Töchtern bezahlen Frauen besser, Spiegel online 23.2.12

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