Selber etwas schaffen 
Mittwoch, 20. März 2013 - Success Stories
Die gegenwärtige Diskussion über den Wohnungsmangel fördert so manche Erfolgsbeispiele zutage, wie Bürgerinnen und Bürger in Eigenregie Abhilfe für Missstände schaffen können. So ist zur Zeit das Thema Baugemeinschaften en vogue. Ein Artikel auf Spiegel online zeigt, dass die Zusammenschlüsse von mehreren Bauherren, die gemeinsam ein Objekt ihrer Wünsche realisieren, oft viel zielgenauer das, was Menschen wollen, erfüllen, als es beispielsweise der soziale Wohnungsbau könnte. Hier paaren sich Eigenverantwortung und Gestaltungswille, eine Mischung mit hohem Veränderungspotential. Hier zeigt sich, dass das Anpacken von unten häufig die bessere Alternative ist, als auf Lösungen von oben zu warten. Sicher, in einer Baugemeinschaft zu bauen, erfordert auch Kapital, ist also keine Lösung für völlig Mittellose. Aber der auf diese Weise entstehende Wohnraum ist nicht nur billiger als das klassische Eigenheim, er ist auch, weil die Gemeinschaften sich meist entsprechende Regelwerke verleihen, nicht den spekulativen Marktinteressen ausgesetzt. Und das ist ein Schritt, der einen Beitrag dazu leistet, das einseitig kapitalistisch ausgerichtete System von innen heraus zu verändern.
Willkommen in der Kapitalisten-Kommune, Spiegel online 12.3.13



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Der Wille zu wirklicher Veränderung 
Dienstag, 19. März 2013 - Management
Das neue Buch von Facebook-Managerin Sheryl Sandberg, von manchen als feministisches Manifest betrachtet, von anderen eher als Backlash für die Sache der Frauen, wirft grundsätzliche Fragen in Sachen Führungskultur auf. In einer Buchvorstellung stellt das Handelsblatt wichtige Argumente der Top-Managerin zusammen, darunter Altbekanntes wie die Tatsache, dass es häufig die Frauen selbst seien, die in Deckung gingen, wenn es darum gehe, Verantwortung zu übernehmen und Macht zu nutzen. Sandbergs Appell: "Es ist längst überfällig, mehr Frauen zu ermutigen, das Mögliche zu erträumen und mehr Menschen zu ermutigen, Frauen in der Arbeitswelt und zu Hause zu unterstützen.“ Gerade der Begriff des Möglichen könnte hier vielleicht einen Ausweg aus der üblichen Entweder-Oder-Debatte weisen, denn ein Punkt, warum Frauen in den heutigen Karrieresystemen den Gang bis an die Spitze scheuen, liegt ja darin, dass sie schlicht die Art des Spiels und die damit verbundenen Regeln vielfach ablehnen. Sandbergs Vorpreschen einfach dahingehend zu interpretieren, dass Frauen schlicht das Gleiche tun sollten wie Männer, greift zu kurz - auch wenn Sandberg selbst bei Facebook im Zweifel auch eine konventionelle Management-Rolle bekleidet. Aber was wäre, wenn Frauen ihre Vision vom Möglichen wirklich ernst nähmen? Wenn sie anträten, um das komplette Spiel zu verändern? Es wird Zeit zu erkennen, dass Wirtschaft nur so ist, wie sie ist, weil wir sie dazu gemacht haben. Aber wir könnten auch anders - jederzeit!
Frauen, fahrt die Ellenbogen aus! HB 11.3.13


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Kulturwandel statt Quote 
Montag, 18. März 2013 - Arbeit
Im Interview mit dem Karriere-Spiegel erklärt der ehemalige Personalchef der Hypovereinsbank Oliver Maassen, dass die Idee einer Frauenquote ins Leere läuft, wenn Firmen sich nicht zu einem weiterreichenden Kulturwandel entschließen. Seine To-Do-Liste für Unternehmen: "Das Talent-Management weiblicher gestalten, die Karrierewege auch auf die Anforderungen von Frauen einstellen und eine Infrastruktur schaffen, in der Frauen und Männer die Doppelbelastung von Privatleben und Beruf auch bewältigen können. Zudem: anders kommunizieren." Laut Maassen sollten vor allem mehr weibliche Sichtweisen zum Tragen kommen: "Gefragt ist eine Unternehmenskultur, in der sich Frauen und Männer besser verstehen und sich gegenseitig fördern. Man muss beide Seiten dazu bringen, sich ihrer unterschiedlichen Sichten und Herangehensweisen bewusst zu werden. Benötigt wird ein ganzer Bauchladen von Maßnahmen, um ernsthafte Frauenförderung zu betreiben. Das verlangt aber eine Entwicklungszeit und lässt sich nicht kurzfristig mit einer gesetzlichen Quote erreichen."
"Die Quote ist Teufelszeug", Karriere-Spiegel 6.3.13

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Arbeitnehmer im Motivationstief 
Freitag, 15. März 2013 - Studien
Die Motivation deutscher Arbeitnehmer rutscht immer weiter in den Keller, so das Ergebnis der aktuellen Gallup-Umfrage zum Engagement Index. Während die Zahl der hochmotivierten Mitarbeiter mit 15 Prozent über Jahre hinweg nahezu konstant bleibt, hat sich der Anteil derer, die innerlich gekündigt haben, seit dem Vorjahr um neun Punkte auf 24 Prozent erhöht. Etwa in gleichem Maße ist der Anteil derer, die eine geringe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber haben, gesunken - auf heute 61 Prozent.
Fehlende Motivation kostet Firmen Milliarden, HB 6.3.13


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Krankheit vernichtet 80 Milliarden Euro Wertschöpfung 
Donnerstag, 14. März 2013 - Studien
Steigende Ausfälle von Arbeitnehmern aufgrund von Krankheit sind ein Killer für die Wertschöpfung der deutschen Wirtschaft. Dies geht aus der Auswertung der Krankheitstage für das Jahr 2011, die von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin vorgestellt wurde, hervor. Ein zunehmendes Problem stellen die Stresserkrankungen dar. Sie bilden zwar nur die dritthäufigste Krankheitsursache nach Rücken-, Gelenk- und Muskelbeschwerden sowie Atemwegserkrankungen, doch erhöhte sich die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Leiden zwischen 1997 und 2012 um mehr als 100 Prozent. Die Produktionsausfälle aufgrund von Krankheit summierten sich 2011 auf rund 46 Milliarden Euro - ein Anstieg um sieben Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr. Betrachtet man die Wertschöpfung insgesamt, so ist sogar von krankheitsbedingten "Verlusten" in Höhe von rund 80 Milliarden Euro auszugehen.
Arbeitnehmer sind wieder öfter krank, Spiegel online 28.2.13


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Deutsche beklagen Gerechtigkeitslücke 
Mittwoch, 13. März 2013 - Studien
Eine repräsentative Allensbach-Studie im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft zeigt, dass viele Deutsche innerhalb der Gesellschaft eine deutliche Gerechtigkeitslücke erkennen. So empfinden 69 Prozent der rund 1.800 Befragten die Verhältnisse in Deutschland als ungerecht, während lediglich 15 Prozent sie als gerecht erachten. 64 Prozent meinen, die Gerechtigkeit habe in den letzten Jahren abgenommen, 7 Prozent sehen hingegen ein gerechteres soziales Klima. Die wichtigsten Indikatoren für soziale Gerechtigkeit sind in den Augen der Deutschen:
Dass man von dem Lohn für seine Arbeit auch leben kann (91 Prozent)
Alle Kinder haben die gleichen Chancen auf eine gute Schulbildung (90 Prozent)
Der Staat sorgt für eine Grundsicherung, damit niemand in Not gerät (77 Prozent)
Wer mehr leistet, soll auch mehr verdienen als derjenige, der weniger leistet (70 Prozent)
Ein interessanter Punkt: Bereits 10 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass die Löhne sich nur nach der gearbeiteten Zeit, nicht nach der Qualifikation oder der beruflichen Stellung richten sollten.
Allensbach-Studie

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Funktionelle Dummheit und Narzissmus nähren die Krise 
Dienstag, 12. März 2013 - Management
Das Manager Magazin geht in einem Artikel der Frage nach, welche Wechselwirkungen zwischen der globalen Krise und den Unternehmenskulturen bestehen. So gehen die Professoren Andre Spicer (Cass Business School der City University London) und Mats Alvesson (Lund University) von einer weit verbreiteten Kultur "funktioneller Dummheit" aus, die darauf beruhe, dass vor allem hochkarätige Mitarbeiter ausschließlich zu einem funktionellen Handeln im Sinne ihres Unternehmens angehalten würden und nicht dazu, die Dinge, die sie tun, auch zu hinterfragen. Eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers zur Analyse von Wirtschaftskriminalität sieht im Typus des narzisstischen, egozentrierten oder frustrierten "Visionärs" eine große Gefahrenquelle. Diese erfolgsorientierten, selbstbewussten Menschen mit hoher Intelligenz und sehr guter Bildung neigten dazu, sich über Regeln und Gesetze hinwegzusetzen, um ihre ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Ein wunder Punkt bei der zunehmenden Bemühung um Compliance ist laut Artikel die Tatsache, dass immer mehr Firmen zwar entsprechende Richtlinien erarbeiten und den Mitarbeitern als verbindlich vorhalten, aber letztlich die Unternehmenskultur immer noch auf den alten Werten, die zur Krise geführt haben, beruhe, nämlich möglichst viel für das eigene Unternehmen am Markt herauszuschlagen.
Krisengrund: Dumm und dümmer, Manager Magazin 27.2.13


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Stress im Job verhindert gesunde Ernährung 
Montag, 11. März 2013 - Studien
Etwa die Hälfte der Arbeitnehmer ist der Ansicht, dass sie selbst in Arbeitspausen nicht genügend Zeit für ein entspanntes Essen habe, so das Ergebnis einer Untersuchung der Technikerkrankenkasse unter 1.000 Befragten. Nur in der Hälfte aller Haushalte werde noch mindestens einmal täglich frisch gekocht, vier von zehn Befragten essen mindestens ein- bis zweimal pro Woche Fertiggerichte. Burger, Pommes und Co. sind bei jedem Fünften der unter 35-Jährigen ein- bis zweimal pro Woche angesagt, und von den unter 25-Jährigen greift jeder Dritte mindestens dreimal in der Woche zu Fastfood. 30 Prozent der Frauen und 47 Prozent der Männer essen vor allem abends und dann reichlich. Bei 58 Prozent der Befragten Männer und 39 Prozent der Frauen kommen täglich Fleisch oder Wurst auf den Tisch.
Millionen Beschäftigte ernähren sich schlecht, Zeit online 22.2.13


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