Banker sind die Letzten 
Mittwoch, 28. August 2013 - Studien
Das Institut für Demoskopie Allensbach untersucht seit vielen Jahren die Reputation von Berufen. Die Top 5, die von der Bevölkerung am meisten geschätzt werden, könnte man als direkte Resonanz auf die Wirtschafts- und Finanzkrise deuten, denn es sind bodenständige Jobs, deren Resultate einen konkreten Nutzen stiften. Die höchste Wertschätzung wird den Ärzten entgegengebracht (76 Prozent), gefolgt von Krankenschwestern (63 Prozent), Polizisten (49), Lehrern (41 Prozent) und Handwerkern (38 Prozent). Banker hingegen sind das Letzte - sie bilden - gemeinsam mit Fernsehmoderatoren - mit 3 Prozent das Schlusslicht der Umfrage. Der Abstand zu den Politikern (6 Prozent) ist minimal.
Allensbacher Kurzbericht, 20.8.13


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Gehaltshöhe entscheidet sich im Bett 
Dienstag, 27. August 2013 - Studien
Wirtschaftswissenschaftler scheinen von ihrem Fach bisweilen so gelangweilt zu sein, dass sie sich den Tag mit abstrusen Studien über abstruse Themen versüßen müssen. So untersuchte der britische Ökonom Nick Drydakis den Zusammenhang zwischen der Beischlaffrequenz und dem Gehalt von Menschen. Dazu befragte er 7.500 Haushalte und die Studienteilnehmer wurden gefragt, wie oft sie Sex haben und was sie verdienen. Dabei zeigte sich, dass Arbeitnehmer, die mehr als vier Mal pro Woche Sex haben, um die fünf Prozent mehr verdienen als diejenigen, die abstinent leben. Beschäftigte im Alter zwischen 26 und 50 Jahren haben - statistisch betrachtet! - die größte Chance, mehr zu verdienen, je häufiger sie Sex haben. Welche Schlüsse Sie aus diesem Zusammenhang ziehen, ist mir relativ gleich. Aber mich würde natürlich interessieren, wie viel Sie verdienen ...
Mehr Sex gleich mehr Gehalt? SZ 19.8.13


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Sensibel durchdrücken 
Montag, 26. August 2013 - Studien
Fachliche Fähigkeiten allein reichen längst nicht mehr aus, um im Business bis an die Spitze zu kommen. Das legt zumindest eine Erhebung der Personalberatung Boyden in Kooperation mit der EBS Business School unter 700 Führungskräften nahe. Der Umfrage zufolge sind es inzwischen die Softskills, die bei der Auswahl von Top-Managern besonders zählen. 87 Prozent der Befragten betrachten Offenheit und Sensibilität dabei als wichtigstes Kriterium. Auch Anpassungsfähigkeit (82 Prozent) und Durchsetzungsstärke (78 Prozent) spielen eine zentrale Rolle. Leider erklärt die Studie nicht, in welchem Verhältnis diese Fähigkeiten zueinander stehen könnten oder sollten. Wollen Firmen sensible Durchdrücker (Sensibilität + Durchsetzungsstärke), Duckmäuser, die sich offen zur Subordination bekennen (Offenheit + Anpassungsfähigkeit) oder Haudegen, die strikt die Befehle des nächst höheren Bosses ausführen (Anpassungsfähigkeit + Durchsetzungsstärke)? Manchmal werfen Studien eben mehr Fragen auf, als sie beantworten ...
Sensibel, anpassungsfähig, durchsetzungsstark, WiWo 11.7.13


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Managen Sie noch oder führen Sie schon? 
Freitag, 23. August 2013 - Management
Die Suche nach Antworten auf die Frage, wo Unterschiede zwischen Managern und wirklichen Führungspersönlichkeiten liegen, füllt in den Fachbuchhandlungen und Universitätsbibliotheken sicherlich einige Regalmeter. Der indische Unternehmer Vineet Nayar schafft den Überblick, indem er drei Spannungsfelder ausmacht, in denen sich der wirkliche Esprit von High Potentials offenbart:
1. Manager neigen dazu, Werte zu verwalten, während Führungspersönlichkeiten Werte schaffen.
2. Manager schaffen sich Machtsphären, während Führungspersönlichkeiten sich auf ihren realen Einfluss konzentrieren.
3. Manager kontrollieren die Erfüllung von Aufgaben, während Führungspersönlichkeiten andere motivieren, inspirieren und so dazu befähigen, einen konstruktiven Beitrag zum Unternehmenserfolg zu leisten.
Klingt doch sehr einfach ...
Manager oder Führungspersönlichkeit? HBM 14.8.13


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Bevölkerung bemängelt Ungerechtigkeiten bei der Energiewende 
Donnerstag, 22. August 2013 - Studien
82 Prozent der Deutschen befürworten nach wie vor den Ausstieg aus der Atomenergie und den Ausbau der erneuerbaren Energien, doch eine Mehrheit von 48 Prozent sind mit der Umsetzung der Energiewende alles andere als zufrieden. So das Ergebnis einer forsa-Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands unter rund 1.200 Personen. 52 Prozent bemängeln die steigenden Energiepreise für private Haushalte. 42 Prozent sehen daher deutliche Nachteile für die Verbraucher - 34 Prozent allerdings auch Vorteile. Größter Kritikpunkt sind die Ausnahmeregelungen für stromintensive Unternehmen - sie werden von 62 Prozent der Befragten bemängelt. So warnt denn auch die Verbraucherzentrale davor, diese ungerechte Kostenverteilung aufrechtzuerhalten.
Zu hohe Kosten: Verbraucher zweifeln an Umsetzung der Energiewende, ciw 13.8.13


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Verbraucher sind bereit, für Fairness zu zahlen 
Mittwoch, 21. August 2013 - Success Stories
Obwohl die Lebensmittelpreise steigen und die Einkommen stagnieren, wächst die Zahl derer, die bereit sind, für fair gehandelte Produkte mehr Geld auszugeben. So stieg der Anteil der Fair-Trade-Produkte im Handel 2012 um satte 36 Prozent - auf einen Umsatz von 650 Millionen Euro. Besonders wichtig ist den Verbrauchern der Verzicht auf Kinderarbeit und ein angemessener Lohn für Arbeiter. Der starke Anstieg der Fair-Trade-Artikel liegt auch daran, dass im vergangenen Jahr 51 neue Unternehmen Fair-Trade-Produkte in ihr Sortiment aufgenommen haben - darunter große Ketten wie Edeka, Real, DM und Aldi Nord.
Erst die Moral, dass das Fressen, taz 7.8.13


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Sind Unternehmer-Typen anti-sozial? 
Dienstag, 20. August 2013 - Studien
Das Image von Unternehmern hat nicht zuletzt durch die nicht wenigen Skandal-Fälle im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise beständig gelitten - und nicht wenige Menschen empfinden die Wirtschaftslenker als eher anti-soziale Zeitgenossen. Ein schwedisches Forscherteam ist deshalb der Frage nachgegangen, ob Unternehmer tatsächlich mehr kriminelle Energien an den Tag legen als der Rest der Bevölkerung. Sie betrachteten dazu die Daten einer Langzeitstudie, in der Kinder einer mittelgroßen Stadt erstmals mit zehn Jahren, zuletzt im Alter von 47 Jahren befragt worden waren - und zwar unter anderem zu kriminellen Verhaltensweisen in verschiedenen Lebensphasen, zu regelabweichendem Verhalten, dem Verlauf ihres Lebens und ihrer beruflichen Entwicklung. Eine wirklich anti-soziale Neigung, die sich vom Bevölkerungsdurchschnitt abhebt, ließ sich dabei bei Unternehmern nicht feststellen - wohl aber Eigenschaften, die ein gewisses Maß an Nonkonformität nahe legen. Schule schwänzen, sich den Eltern widersetzen, mit Drogen experimentieren - kleinere Vergehen wie diese, die auf einen Hang zur Risikoneigung schließen lassen, traten bei den späteren Unternehmen in der Jugendzeit häufiger auf als in Vergleichsgruppen. Und genau dieses Regeln-Brechen, allerdings in Form von Innovationsgeist, kann Menschen als Unternehmer erfolgreich machen. Die Frage Ist allerdings auch, wo diese Unangepassten die Grenze ziehen, wenn sie vor der Frage stehen, ob sie sich über Vorgaben oder Maßstäbe hinwegsetzen sollten und wo vielleicht eher nicht. Zur weltweiten Finanzkrise führten jedenfalls nicht die spektakulären, großen Betrügereien, sondern eher das systematische Ausreizen des gerade noch Legalen, aber nicht wirklich Legitimen ...
Schummeln, schwänzen, Karriere machen, Spiegel online 7.8.13


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Wenn Management zur Hyperaktivitäts-Falle wird 
Montag, 19. August 2013 - Management
Die Wirtschaftswelt war erschüttert, als Ende Juli bekannt wurde, dass der Swisscom-CEO Carsten Schloter sich das Leben genommen hatte. Und ein genauerer Blick auf die Interviews, die er in den letzten Wochen seines Lebens gegeben hatte, legte nahe, dass die im Business längst überall üblichen Dauer-Power-Anforderungen an die High Potentials einen nicht unerheblichen Anteil daran gehabt dürften, dass ein engagierter Mensch seiner - zum Teil selbstauferlegten - Rolle nicht mehr gerecht werden konnte und wollte. Die Basler Zeitung geht in einem Interview mit dem Management-Experten Reinhard Sprenger der Frage nach, welche explosive Mischung aus überfordernden Rahmenbedingungen und unerkannten persönlichen Egoismen Führungskräfte heute zum Teil bis ins Mark herausfordern. Sprenger sieht dabei ein Wechselspiel zwischen äußeren Erwartungen und individueller Persönlichkeit, denn der Druck im Business könne nur allzu leicht zu einem "gefährlichen Ego-getriebenen Selbstbild" bei Managern führen: "Wie stark sich ein Manager für die Heldeninszenierung hergibt, ist eine individuelle Entscheidung, die eng an das Selbstwertgefühl gekoppelt ist. Wenn der Beruf der einzige Identitätsanker ist und die berufliche Reputation zum Mass aller Dinge wird, dann wird man sehr verwundbar. Dann ist der Job nicht länger eine interessante Aufgabe, sondern das ganze Leben." Wenn der Job zum ganzen Leben wird, machen sich Führungskräfte bisweilen zum Hamster im Laufrad. "In der heutigen Arbeitswelt sind Manager in einem permanenten Erregungszustand, der Job wird zur Obsession. Nicht von ungefähr sagt man, viele von ihnen seien mit der Arbeit verheiratet. Wer pausenlos unter Strom steht, brennt mit der Zeit aus. Und er verliert die Distanz zu den Problemen, auch zu sich selbst, die Fähigkeit zu relativieren. Das führt oft zu einem ungesunden Aktivismus." Die Muster, die Sprenger beschreibt, sind leider im Business nur allzu häufig der Garant dafür, dass Manager als unentbehrlich wahrgenommen werden. Und Workaholic-Attitüden werden immer noch viel zu selten als krankhaft wahrgenommen, sondern sogar als Statussymbol vor sich hergetragen. Das Tragische ist: Letztlich kann jeder Mensch nur für sich selbst entscheiden, wo seine Grenzen liegen. Doch selbst, wenn diese Grenze erkennbar wird, fehlt vielen die Kraft, sie auch bewusst zu ziehen.
"Topmanagaer tauschen Lebenszeit gegen Geld", Basler Zeitung 24.7.13


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