Fast jeder Zweite arbeitet länger für lau 
Montag, 20. Juli 2015 - Studien
Laut Bundesagentur für Arbeit stieg die Zahl der Überstunden in Deutschland im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent auf insgesamt 58,5 Milliarden. Ein nicht unerheblicher Teil davon wird von den Arbeitnehmern für lau geleistet. Laut "Arbeitszeitmonitor 2015" der Plattform gehalt.de erhalten 44 Prozent für die Mehrarbeit weder Geld noch Freizeitausgleich - in den Genuss einer dieser beiden Vergütungsformen kommen lediglich 56 Prozent der Überstundenleister. Insgesamt leisten 62,9 Prozent der Beschäftigten Überstunden. Bei einer Mehrheit von 40 Prozent sind es wöchentlich bis zu fünf Stunden. Knapp jeder Siebte kommt auf bis zu 10 Stunden Mehrarbeit, beinahe vier Prozent sogar auf bis zu 15 Stunden.
Viele Überstunden nicht bezahlt, FAZ 2.7.15

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Fehltage aufgrund seelischer Leiden seit 2003 verdoppelt 
Freitag, 17. Juli 2015 - Studien
Mittlerweile 15 Prozent aller Krankentage mit ärztlichem Attest gehen laut BKK-Gesundheitsatlas inzwischen auf seelische Erkrankungen zurück. Im Hinblick auf die Zahl der Krankschreibungen landen sie damit hinter den Muskel- und Skeletterkrankungen auf Rang 2. Besonders tückisch ist die Krankheitsdauer, denn im Schnitt fehlen Menschen mit psychischen Probleme 39 Tage - beinahe doppelt so lange wie bei Muskel- und Skeletterkrankungen. Bei Depressionen liegt die durchschnittliche Ausfallszeit sogar bei 58 Tagen. Seit 2003 haben sich die Krankentage aufgrund seelischer Leiden mehr als verdoppelt. Die Dauer der Krankschreibungen stieg in diesem Zeitraum um ein Viertel.
BKK-Atlas zeigt düsteres Potenzial der Depressionen, Welt 9.7.15

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Freizeit findet vor allem vor der Glotze statt 
Donnerstag, 16. Juli 2015 - Studien
Jenseits von Schule, Studium oder Job, lästiger Hausarbeit und dem Einkaufen, haben wir Deutschen im Schnitt werktags 3 Stunden und 56 Minuten Freizeit. Und was machen wir damit? Über alle Altersgruppen hinweg ist das Fernsehen der Spitzenreiter der Freizeitgestaltung, wie der Freizeit-Monitor 2014 der Stiftung für Zukunftsfragen zeigt. 66 Prozent der Menschen sind mit ihrem Freizeit-Volumen zufrieden oder sehr zufrieden, 13 Prozent eher unzufrieden und 4 Prozent sogar unglücklich. Heraus stechen die Teenager - hier betrachten 10 Prozent die ihnen zur Verfügung stehende Freizeit als kritisch. Insgesamt ist das Freizeitverhalten der Deutschen weitgehend uniform über die Altersgruppen hinweg. Neben dem Fernsehkonsum gehören Radio hören, Telefonieren und Beschäftigungen im Internet bei allen zu den Top 10. Jugendlichen und Teenagern ist darüber hinaus das Ausschlafen wichtig. Singles gehen gerne auch ihren Gedanken nach. Bei Paaren, Familien, Jungsenioren und Ruheständlern spielt darüber hinaus die mit dem Partner verbrachte Zeit eine große Rolle. Ab der Familienphase wird in der Freizeit auch öfter über "wichtige Dinge" gesprochen. Alles in allem eine eher ernüchternde Bilanz. Kreative Tätigkeiten oder Lesen (mit Ausnahme der Paare, bei denen es das Lesen von Zeitungen und Zeitschriften immerhin auf Platz 9 schafft) scheinen indes für die heutige Freizeit kaum Bedeutung zu haben. Auch Sport wird von vielen nur genannt für den Fall, mehr Freizeit zu haben.
Deutsche verbringen Freizeit am liebsten vor der Glotze, Zeit online 9.7.15

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An der Spitze immer nur die Gleichen 
Mittwoch, 15. Juli 2015 - Studien
In den Vorstandsetagen der DAX-Konzerne herrscht gepflegte Einförmigkeit. Zu dieser Erkenntnis kommt eine Studie der German Graduate School of Management & Law in Heilbronn. Die Wirtschaftwoche spricht gar von "personeller Langeweile", denn die Auswertung von 280 Fremdeinschätzungen der anonymisierten Steckbriefe der DAX-30-CEOs, kombiniert mit Eigeneinschätzungen und Urteilen von Arbeitskollegen, zeigt, dass auf den Chefsesseln vor allem ein Typus thront: Männlich, Mitte 50, emotional sehr stark, belastbar und ausgeglichen. Studienleiter Christian Mai vom Lehrstuhl für Unternehmensführung an der Universität Hohenheim attestiert den Top-Managern "emotionale Härte als angeborenes Charakteristikum". Von der Durchschnittsbevölkerung unterscheidet die Top-Leader außerdem, dass sie kaum Teamplayer sind, sondern eher rivalisierende Typen. Gewissenhaftigkeit, besondere Leistungsstärke, Ehrgeiz und Zielstrebigkeit - das sind die Fähigkeiten, die bei den obersten Bossen dominieren.
Die DAX-Chefs sind wie geklont, WiWo 6.7.15

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Lächeln lässt die Welt freundlicher erscheinen 
Dienstag, 14. Juli 2015 - Studien
Eine Studie der City University London legt nahe, dass wir, wenn wir lächeln, unsere Mitmenschen als angenehmere Zeitgenossen erfahren. Die Wissenschaftler unterzogen 25 Probanden einem EEG-Test ihrer Gehirnaktivität, während diese beim beim Anblick von Fotografien mit lächelnden oder neutral guckenden Gesichtern entweder fröhliche oder neutrale Gesichtsausdrücke annehmen sollten. Dabei zeigte sich, dass der Anblick neutraler Gesichter vom Gehirn ähnlich verarbeitet wird wie der von lächelnden Gesichtern, wenn der Betrachter selbst gerade lächelt. „Wir sind die ersten, die beweisen konnten, dass die primäre neuronale Verarbeitung der Gesichtszüge unserer Mitmenschen von unseren eigenen Gesichtsausdrücken abhängt. So untermauert unsere Forschungsarbeit das Sprichwort „Wenn du zu der Welt lächelst, lächelt die Welt zurück. Ich denke, dass dieser Effekt dadurch entsteht, dass der Körper sehr eng mit der Seele verbunden ist”, so die Direktorin der Cognitive Neuroscience Research Unit an der psychologischen Fakultät der City University London, Prof. Tina Forster.
When you smile, the world smiles at you, London City University 29.6.15

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Visualisierung - dem Möglichen auf der Spur 
Montag, 13. Juli 2015 - Bücher
Das Phänomen kennt wohl jeder, der regelmäßig Konferenzen besucht. Man hört über Tage spannende Impulse, wird mit Inhalten überhäuft, hat immer wieder Aha-Erlebnisse, doch kaum ist die Veranstaltung vorbei, beginnen die Wahrnehmungen und Emotionen, die Gedanken und das gerade erst erschlossene Wissen, bereits zu verschwimmen. Was bleibt, ist oft nicht mehr als ein schwammiger Gesamteindruck, bestenfalls versetzt mit Erinnerungen an einige Highlights. In der Berater- und Event-Szene hat sich in den letzten Jahren vor diesem Hintergrund das so genannte Graphical Recording etabliert. Dabei geht es um mehr als nur komplexe Inhalte in bunten Bildern zu sammeln. In seinem traumhaft schönen Buch Co-Create! zeigt der Visualisierungs-Experte Mathias Weitbrecht, wie das bildliche Erschließen von Wissen, Erfahrungen und Prozessen völlig neue Erkenntnis- und Gestaltungsräume erschließen kann. Ich durfte Mathias Weitbrecht schon bei einigen Konferenzen live erleben - und bin immer wieder verblüfft, wie es ihm nicht nur gelingt, das wirklich Wesentliche komplexer Inhalte sichtbar zu machen, sondern wie in seinen Visualisierungen auch die subtile Erfahrungsdimension und künftige Möglichkeiten mitschwingen. Der Titel seines Buches ist Programm, denn er verdeutlicht, dass es beim Visualisieren um mehr geht als nur Abbilder zu schaffen. In verschiedenen Praxiskapiteln kommen Moderations-, Change- und Beratungs-Experten zu Wort, die veranschaulichen, wie sich durch Graphic Recording komplexe und häufig auch emotionale Prozesse gestalten lassen, wie die Vielstimmigkeit von Großgruppen in einen Flow des Ko-Kreierens münden kann und wie die bildliche Darstellung die Lebendigkeit komplexer Szenarien zum Schwingen bringt. Während verschriftlichte Dokumentationen zwar eine Fülle von inhaltlichen Details zu transportieren vermögen, lebt die Visualisierung davon, Gleichzeitigkeiten, Vernetzungen und Brüche, Gewesenes und Zukünftiges, als einen großen Erlebens- und Gestaltungsraum erfassbar zu machen. Wir werden uns gerade erst bewusst, welche Bedeutung kollektive Intelligenz und Ko-Kreation haben, um in der Komplexität der Gegenwart nicht nur navigieren zu können, sondern ihr ihr künftiges Potential zu entlocken. "Es entsteht eine Magie im Raum, die kaum zu beschreiben ist. Vor allem entstehen neue, vorher meist undenkbare Lösungen", beschreibt Weitbrecht dieses Phänomen, das sich durch Visualisierung wesentlich fördern lässt. Das Buch ist eine Quelle der Inspiration für alle, die am Wandel interessiert sind und dabei nach neuen Entwicklungs- und Ausdrucksformen suchen.
Buch bei Amazon

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Loyalität ist ein Geben und Nehmen 
Freitag, 10. Juli 2015 - Management
"Wer Peanuts zahlt, bekommt Affen", sagt Raffaele Sorrentino, früher Concierge im Nobelhotel Adlon, heute Inhaber eines eigenen Concierge-Services. Für den Unternehmer beginnt die Loyalität der Mitarbeiter bei der Fairness des Arbeitgebers: "Vielleicht muss man als Firma dafür auf zwei bis drei Prozent der Margen verzichten - aber es zahlt sich einfach doppelt und dreifach aus, wenn ich meine Mitarbeiter anständig bezahle." Die Mitarbeiterkultur in Deutschland sei gegenwärtig hingegen meist eine andere. "In Deutschland herrscht leider die Maxime, alles aus einem Angestellten rauszuholen. Aber auch seine Leute muss man so behandeln, dass sie der Firma gerne erhalten bleiben. Denn wie soll ein Mitarbeiter Kunden loyalisieren, wenn ich als Unternehmen ihm keinen Grund gebe, mir gegenüber loyal zu sein?", so Sorrentino. In seinem eigenen Unternehmen ist er dabei, Betriebsrenten einzuführen. Und an ihrem Geburtstag haben seine Mitarbeiter automatisch frei.
"Wer Peanuts zahlt, muss mit Affen arbeiten", Karriere-Spiegel 3.7.15

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Künstliche Intelligenz im Auge behalten 
Donnerstag, 9. Juli 2015 - Wissenschaft
Während Unternehmen wie Google Millionenbeträge in die Erforschung künstlicher Intelligenz investieren, bringen sich nun auch die KI-Skeptiker immer mehr in Position. Tesla-Gründer Elon Musk beispielsweise spendete zehn Millionen Dollar an das Future of Life Institut in Boston, das Forschungsprogramme betreibt, die sicherstellen sollen, dass die künstliche Intelligenz nicht irgendwann aus dem Ruder läuft. Musk betrachtet das Erschaffen künstlicher Intelligenz laut Zitat in der Welt als genau so gefährlich wie den "Teufel herbeizuzitieren". 37 Forschungsprojekte gehen der Frage nach, wie sich die Macht solcher Systeme begrenzen lässt, wie diese ethische Gesichtspunkte integrieren können und wie sie unter sinnvolle menschliche Kontrolle gestellt werden können. "Es gibt einen Wettlauf zwischen der wachsenden Macht der Technologie und der wachsenden Weisheit, wie wir die Macht kontrollieren", so der Präsident des Instituts Max Tegmark.
Millionen, damit Computer uns nicht töten, Die Welt 2.7.15

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