Identitätspflege statt Marketing 
Dienstag, 13. September 2016 - Management
Ein Beitrag im Harvard Business Manager zeigt, wie sich die Welt der Werbung und des Marketings verändert. Kunden wollen sich nicht mehr einfach als umgarnte Käufer wissen, sondern leben durch den Kauf bestimmter Produkte ihre Identität. Damit reicht Marketing als Verkaufsmasche nicht mehr aus, und sei es noch so gut. Am Beispiel von Apple, der nachhaltig aufgestellten Fast-Food-Kette Chipotle und dem Mode-Anbieter J. Crew zeigt der Artikel, dass Marken und Produkte, die erfolgreich sind, in sich bereits ein Identitätsversprechen tragen, sei es schickes Design, der Gesundheitsaspekt des Essens oder gleich die Vermittlung eines ganzen Lebensgefühls. "Kunden erwarten von einer Transaktion Bequemlichkeit, doch tief im Herzen sehnen Sie sich nach Bedeutung. Ein reines Marketing-Geschrei, das im Brustton von Gottes Stimme vom Berg herab ruft, wird sofort als das erkannt, was es ist - ein unzusammenhängendes Wirrwarr leerer Worte, das von den Wänden des Tales widerhallt. Zum Aufbau von Loyalität gehört mehr: Es reicht nicht, die Kunden zu schätzen. Man muss sie so gern haben, dass man jeden Tag mit ihnen eine Konversation führen möchte. Wer diese Konversation mit Leidenschaft und Begeisterung führen will, sollte von den eigenen Produkten und der eigenen Mission überzeugt sein", so der Artikel.
Marketing ist tot und Loyalität hat es umgebracht, HBM 6.9.16

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Das gefühlte Unbehagen im Sozialstaat wächst 
Montag, 12. September 2016 - Studien
In der Bevölkerung scheint sich immer mehr das Gefühl zu verstärken, vom Absturz nur wenige unglückliche Entwicklungen entfernt zu sein. Nicht nur die Politik tut sich mit dieser Entwicklung schwer. Auch manche Medien versuchen das real gefühlte Unbehagen mit Fakten wegzudiskutieren. Die Welt beispielsweise führt in einem Artikel an, dass zwischen 2009 und 2013 die Bruttoerwerbseinkommen der unteren zehn Prozent der Vollzeitbeschäftigten um 6,6 Prozent gestiegen seien, währen die reichsten zehn Prozent ihre Einkommen im selben Zeitraum um 2,8 Prozent gesteigert haben. Die Schere gehe also nicht weiter auseinander. Auch ein Zahlenvergleich mit den USA soll zeigen, dass in Deutschland doch alles zum Besten stehe. In beiden Ländern zählt laut Welt ein Drittel der Bevölkerung zur Gruppe der Einkommensschwächeren. Der Einkommensmitte seien in Deutschland allerdings 27 Prozent zuzurechnen, in den USA nur 23 Prozent. Bei der oberen Mitte herrscht fast Gleichstand - 20 Prozent in Deutschland und 19 Prozent in den USA gehören ihr an. Die Kluft zu den Reichen ist in Deutschland kleiner - hier sind es elf Prozent, in den USA 16 Prozent. Die Wahrnehmung der eigenen Lebenssituation hat jedoch nicht unbedingt etwas mit Statistik zu tun. Und: So viel besser als in Amerika ist die Einkommenslage hier ja gar nicht. Der Versuch des Welt-Artikels, mit Zahlen eine heile Welt zu zaubern, deutet auf das eigentliche Problem. Vielen Menschen geht es in Deutschland heute tatsächlich gut. Doch erleben sie im Alltag auch, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Jobverlust, eine Krankheit oder schlicht das nahende Rentenalter - all diese gefühlten Bedrohungen des eigenen Lebensstandards sind nun einmal real. Und viele Bürger erkennen nicht, dass die Politik etwas unternähme, um diese existenziellen Sicherheiten zu verbessern. Statistische Kniffe sorgen da kaum für eine bessere Wahrnehmung, solange die Fakten darum herum sich nicht verbessern.
Den Deutschen geht es besser, als sie sich fühlen, Die Welt 5.9.16


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Meditation bewirkt mehr als ein Urlaub 
Freitag, 9. September 2016 - Studien
Eine Woche Meditation ist wirksamer als eine Woche Urlaub, so die Erkenntnis einer amerikanischen Studie. Die Wissenschaftler untersuchten dafür 94 gesunde Frauen im Alter von 30-60 Jahren. Alle verbrachten eine Woche in einem Resort in Kalifornieren, wobei die Hälfte von ihnen schlicht Urlaub machte, während die andere Hälfte an einem Meditationsretreat teilnahm. Bei den Urlauberinnen zeigte sich ein starker und sofortiger Einfluss auf die molekularen Netzwerke, die mit Stress und dem Immunsystem assoziiert sind. Außerdem verbesserte sich kurzfristig ihr Wohlbefinden, gemessen am Vitalitätsgefühl und geringerer Stressbelastung. In der Gruppe der Meditierenden wurden in den molekularen Netzwerken auch antivirale Aktivitäten gemessen. Darüber hinaus zeigte sich, dass die Meditierenden auch in der Nachbetrachtung weniger Symptome im Hinblick auf Stress und Depression zeigten als die Urlauber. Die Wissenschaftler betonen, dass nicht nur die psychische Wirkung der Meditation bedeutsam sei, sondern auch die physiologischen Effekte bemerkenswert sind.
Systems biology research study reveals benefits of vacation, meditation, Science Daily 30.8.16


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Amazon versucht sich an Arbeitszeitverkürzung 
Donnerstag, 8. September 2016 - Arbeit
Nachdem Amazon in den Medien wiederholt in die Kritik geraten war, weil das Arbeitsklima im Unternehmen durch starke Überlastung der Arbeitnehmer geprägt sei - und dies nicht nur im Hinblick auf die Mitarbeiter in der Logistik-Kette, sondern auch im Management - startet das Unternehmen nun einen Testlauf mit einer 30-Stunden-Woche. So sollen einige Technik-Teams inklusive ihrer Führungskräfte auf das Teilzeitmodell umstellen - bei gleichen Nebenleistungen für die Mitarbeiter und 75 Prozent des Gehalts. An dem Projekt nehmen zunächst nur einige Dutzend Mitarbeiter teil, die vor allem mit technischen Aufgaben im Personalbereich befasst sind.
Amazon testet die 30-Stunden-Woche, FAZ 27.8.16

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Deutschland ist "glückliche" Volkswirtschaft 
Mittwoch, 7. September 2016 - Studien
Glücklicher Kapitalismus, geht das? Das Zentrum für gesellschaftlichen Fortschritt hat anhand verschiedener Parameter untersucht, wie es um die Zufriedenheit in kapitalistischen Systemen bestellt ist. Die glückliche Variante des Kapitalismus zeichnet sich laut Studie durch gefestigte politische Verhältnisse, niedrige Arbeitslosigkeit und Zufriedenheit der Bevölkerung aus. Neben Deutschland finden sich hier Länder wie Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden, die Niederlande, die Schweiz und Neuseeland. Deutschland punktet hier auch mit einer geringen Arbeitszeit, liegt dafür bei der Geburtenrate etwas zurück. Zu den untersuchten Indikatoren gehören auch Lebensqualität, wirtschaftliche Stärke und Einkommensungleichheit, die wahrgenommene Korruption und die in Umfragen ermittelte Toleranz gegenüber Minderheiten. Weniger glücklich zeigt sich der Kapitalismus in Belgien, Frankreich und Österreich. Der südeuropäische Kapitalismus in Ländern wie Portugal, Spanien und Italien weißt noch größeren Abstand auf. Im angelsächsischen Kapitalismus in Ländern wie Australien, Kanada, Großbritannien, den USA und Irland stören hohe wirtschaftliche Ungleichheit, große Arbeitsbelastung und ein wenig effektiver und bürgernaher Staat das Wohlbefinden der Bevölkerung. Und in Osteuropa, beispielsweise in Polen, Ungarn und der Tschechischen Republik wie auch in Griechenland leidet man unter hoher Korruption, Schattenwirtschaft und schlecht funktionierenden Demokratien. Dort sei außerdem das gesellschaftliche Klima gegenüber Minderheiten eher feindselig.
Deutschland weiß, wie glücklicher Kapitalismus geht, Die Welt 30.8.16

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Vier Job-Probleme, die den Schlaf rauben 
Dienstag, 6. September 2016 - Studien
Nicht schlafen zu können, weil Job-Probleme einen bis ins Bett verfolgen, gehört für immer mehr Menschen zum Alltag. Forscher des National Institute of Occupational Health in Oslo fanden in einer Untersuchung mit 5.000 Probanden heraus, welches die größten Schlafräuber sind. Vor allem die Menge an Arbeit, mit der Menschen konfrontiert sind, und die Wahrnehmung, diese schlicht nicht bewältigen zu können, lässt nachts keine Bettruhe aufkommen. Fehlende Autonomie und zu viele Vorschriften hindern Menschen ebenfalls am Schlafen. Auch Rollenkonflikte, die entstehen, wenn die Erwartungen des Arbeitgebers und die wahrzunehmenden Aufgaben nicht mit den persönlichen Neigungen und Werten in Einklang stehen, hindert viele am Schlafen.Last but not least kommt es dem Schlaf nicht zugute, wenn Arbeitnehmer das Gefühl haben, von ihren Vorgesetzten praktisch wie auch emotional nicht unterstützt zu werden. Die Forscher weisen darauf hin, dass all diese Faktoren sich im Zuge der Unternehmenskultur verbessern lassen.
Wenn der Job den Schlaf raubt, Psychologie heute 12.8.16

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Crowdworker fühlen sich kaum benachteiligt 
Montag, 5. September 2016 - Studien
Eine Studie der Universität Kassel, gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung, ist der Frage nachgegangen, wie es um die Zufriedenheit der Crowdworker mit ihrem Einkommen steht. Bei der Befragung von 434 Personen, die mit Internet-Jobs Geld verdienen, zeigte sich: Die Mehrheit von ihnen fühlt sich nicht ausgebeutet. Das kann aber auch daran liegen, dass lediglich ein Fünftel der Befragten in diesem Metier Vollzeit tätig ist, während der Rest nur als Nebenjob "klickt". 70 Prozent der Befragten verdienen auf diesem Weg weniger als 500 Euro effektives Einkommen (Einnahmen vor Steuern), im Schnitt sind es bei den Nebenerwerbstätigen 326 Euro im Monat. Die Vollzeit-Klicker kommen auf ungefähr 1.500 Euro. Von ihnen zahlt etwas mehr als die Hälfte nicht in eine Rentenversicherung ein. Die relative Zufriedenheit mit diesen oft ungeschützten Arbeitsverhältnissen könnte also darin liegen, dass die Mehrheit sich schlicht über ein nettes Zubrot freut, während die, die vom Job komplett leben wollen oder müssen, in der Hälfte der Fälle schlicht ihre Altersvorsorge außer Acht lassen.
Klickarbeiter fühlen sich selten ausgebeutet, FAZ 25.8.16

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Achtsamkeit als Leader-Qualität 
Freitag, 2. September 2016 - Management
Der Achtsamkeitstrend findet seinen Niederschlag zunehmend auch in den Fachmedien der Personal- und Führungskräfteentwicklung. So widmete der Human Resources Manager den jüngsten Entwicklungen in Unternehmen einen Beitrag. Neben dem prominenten Beispiel Google (das beispielsweise in Hamburg seinen Powernap-Raum zum Meditationsraum umfunktionierte) geht SAP mit einem globalen Achtsamkeitsprogramm an den Start. Auch bei der Sparda-Bank in München wird inzwischen meditiert und bei BASF steht neben internen Sportprogrammen nun auch Achtsamkeit auf der Agenda. "Selbstregulierung ist in der Achtsamkeit ein großes Thema. Es geht darum, das eigene Ich besser kennenzulernen, sein Fühlen und Verhalten zu reflektieren. Nur wer mit sich selbst verantwortlich umgeht, kann für andere offen sein, so die Logik", heißt es in dem Artikel. Die United Leaders Association (ULA) befragte 1.300 ihrer rund 60.000 Verbandsmitglieder nach den gegenwärtigen Trends im Business - neben dem Thema Digitalisierung nannten sie vor allem die Achtsamkeit als zentrale Zukunftsaufgabe. "Das ist eine starke Bewegung, man kann schon von einem Hype sprechen", so Ludger Ramme, Hauptgeschäftsführer der ULA. In gewisser Weise deute sich hier ein Paradigmenwechsel an: "Die Langstreckenläufer kommen ins Ziel, jene, die sich nicht verschleißen." Der Artikel verdeutlicht jedoch auch, dass Meditation kein Allheilmittel ist. Der Immobilienmakler und Achtsamkeitstrainer Günter Panke etwa bietet seine Programme in Unternehmen nur an, wenn die Belegschaft auch wirklich interessiert ist. Bei einer Biomarktkette aus Luxemburg etwa musste er kürzlich passen - die Führungskräfte zeigten Widerstand. "Viele fürchten sich vor der aktiven Mitarbeit, die so ein Training erfordert", sagt er.
Führen im Lotussitz, Human Resources Manager Juli 2016

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