Generation Krise 
Montag, 20. März 2017 - Bewusstsein, Lebensart, Arbeit
Die Digital Natives werden langsam erwachsen und viele Forscher fragen sich, was die kommende Generation wohl an besonderen Merkmalen zu bieten hat. Sozialwissenschaftler und Psychologen beobachten bereits kritisch, welche Lebensumstände das Heranwachsen der heutigen Jugend prägen. Hineingeboren in eine Zeit, in der seit der Wirtschaftskrise von 2008 vielerorts noch heute die Zeichen eher auf Talfahrt, zumindest aber große Unsicherheit stehen, scheint das Lebensgefühl der Jungen ziemlich durchwachsen. Soziale Ungleichheit oder gar Armut, unsichere Zukunftsaussichten, hohe Anforderungen und Schule und künftiger Berufswelt - die Zeiten sind herausfordernd und scheinen die Lebenseinstellung der Jugendlichen deutlich zu prägen. Studien bescheinigen ihnen bereits, moralische Werte wie Gerechtigkeit und Toleranz sehr wichtig zu nehmen, während Ehrgeiz und persönlicher Erfolg in den Hintergrund treten. Die große Mehrheit von ihnen misstraut den Internet-Giganten und großen Konzernen, verkörpern diese in ihren Augen vor allem eine Bedrohung der Gesellschaft. Aufbruchstimmung? Eher Fehlanzeige. Aber wer weiß, was aus dieser Generation noch werden wird und wie sie die Welt von morgen beeinflusst.
Jetzt kommen die Ängstlichen, Zeit online 9.3.17

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Gender-Dispositionen verstärken sich in homogenen Gruppen 
Freitag, 17. März 2017 - Studien
Männer sind risikofreudig, Frauen eher zurückhaltend - ein Klischee, in dem viel Realität steckt. Und diese Realität verstärkt sich, wenn die Geschlechter unter sich sind. Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) untersuchte die Verhaltensweisen in Teams - in geschlechtshomogenen wie in gemischten Gruppen. Dabei zeigte sich: Je homogener die Gruppe, umso stärker tritt das geschlechtstypische Verhalten hervor. Reine Männer-Teams zeigten sich besonders risikofreudig - risikofreudiger als die einzelnen Personen. Und bei den Frauen trat in reinen Frauen-Teams die Zurückhaltung besonders zutage. In gemischten Gruppen hingegen waren die Verhaltensweisen ausgewogener. Im Hinblick auf die Zusammensetzung von Gremien, Aufsichtsräten oder Vorständen gibt die Studie zu denken, macht sie doch deutlich, wie die personelle Besetzung einen Grundton setzt, wenn sie gendertechnisch eher einseitig ist.
Männer riskieren zu viel, Frauen zu wenig, Karriere Spiegel 9.3.17

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Gefangen im Datennebel 
Donnerstag, 16. März 2017 - Studien
Soziale Netzwerke kreieren ihre eigenen Welten, die mit dem Leben oft nicht mehr viel zu tun haben. Eine neue Studie des IMT Forschungszentrums in Lucca zeigt nun, dass auch der Nachrichtenkonsum in den Netzwerken diese Einseitigkeiten widerspiegelt. Die Wissenschaftler werteten den Nachrichten-Konsum von 376 Millionen Facebook-Nutzern zwischen 2010 und 2015 aus und analysierten deren Umgang mit Meldungen aus 920 Medien aus aller - wie oft sie Nachrichten teilten, likten und kommentierten sowie mit wem sie sie teilten. Der so genannte "Echokammer-Effekt" der sozialen Medien schlug im Nutzerverhalten deutlich durch. Die meisten Nutzer griffen nur auf wenige Nachrichtenquellen zurück und teilten auch entsprechend wenig vielfältige Beiträge. Es zeigte sich eine Clusterbildung - was den eigenen Neigungen und denen der Freunde nicht entsprach, trat erst gar nicht in die Aufmerksamkeit. Die Forscher warnen, dass dieser Effekt die vorherrschende Komplexität in der Welt in der Wahrnehmung einzelner deutlich reduziere und die Segregation und Gruppenbildung vorantreibe.
Facebook: Jedem seine eigene News-Welt, spektrum.de 7.3.17


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Die junge Führungselite tickt anders 
Mittwoch, 15. März 2017 - Studien
In den Chefetagen hält mit der aufsteigenden Generation der Nachwuchs-Topmanager frischer Wind Einzug. Die Personalberatung Heidrick & Struggles hatte in einer Studie 131 Top-Führungskräfte im Alter von unter 50 Jahren befragt und mit 24 von ihnen Tiefeninterviews geführt. Dabei zeigt sich: Brüche im Lebenslauf sind zumindest am Anfang einer Karriere heute keine Seltenheit mehr. Auch das Familienleben wird den Jüngeren wichtiger. Was das Führen angeht, verlassen sich weniger auf die gute alte Hierarchie. Sie versuchen sich eher in einem kooperativen Führungsstil. Theater, Konzert, Museen sind nicht so der Renner in der neuen Generation der Leader, sie treiben in ihrer Freizeit eher Sport, wobei das typische Golfen kaum noch zieht. Auslandsstudien und international geprägte Berufswege sind in der Top-Liga der Jüngeren sehr verbreitet, etwa ein Drittel der Befragten hat promoviert. Und jeder zehnte hat bei McKinsey viel für die künftigen Karrierestationen gelernt.
So ticken Deutschlands junge Top-Manager, Karriere Spiegel 4.3.17

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Wenn mentale Haltungen die Kreativität bremsen 
Dienstag, 14. März 2017 - Studien
Kreativität finden wir alle toll, und doch schlummert in vielen von uns auch eine Bremse. In ihrem Buch über Kreativität beschreibt die ehemalige Wharton-Management-Professorin Jennifer Mueller, wie unbewusste Einstellungen uns auf kreative Einfälle skeptisch reagieren lassen. Probanden sollten zunächst über eines der beiden folgenden Themen schreiben: "Für jedes Problem gibt es nur eine korrekte Lösung" oder "Für jedes Problem gibt es mehrere korrekte Lösungen". Anschließend sollten sie verschiedene Begriffe mit Kreativität assoziieren. Und zum Abschluss wurde ihnen eine kreative Idee zur Bewertung vorgelegt. Dabei zeigte sich, dass diejenigen, die über die sehr verengte Lösungsperspektive zu schreiben hatten, öfter negative Begriffe mit Kreativität assoziierten und auch die kreative Idee öfter madig machten als die Probanden, die zum eher positiven Thema geschrieben hatten. Umfeldfaktoren wie diese scheinen die innere Haltung zu Kreativität also zu fördern oder zu verengen.
Why your creative ideas get ignored, Greater Good 3.3.17

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Das beste Vorbild hat Makel 
Montag, 13. März 2017 - Studien
Wenn Vorbilder zu vorbildlich sind, rufen sie Abwehrreflexe hervor, so die Erkenntnis einer Studie der Universität Stanford. Die Psychologen stellten fest, dass übergewichtige Patienten insbesondere dann Ärztetermine meiden, wenn Mediziner sich als besondere Fitness-Freaks darstellen. Das eigene Versagen werden im Vergleich zu einem Sportenthusiasten noch deutlicher wahrgenommen. Und dieser Effekt stellt sich laut Studie sogar ein, wenn das Thema gar nicht explizit angesprochen wird, aber die betroffenen Personen glauben, sie stünden vor anderen nicht gut da.
Warum das Vorbild nicht zu vorbildlich sein darf, SZ 3.3.17

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Wichtigste Soft Skills: Probleme lösen, entscheiden, belastbar sein 
Freitag, 10. März 2017 - Studien, Arbeit, Management
Soft Skills werden neben den fachlichen Fähigkeiten immer zentraler. Doch welche davon sind wirklich zentral? Der Personaldienstleister „Manpower Group“ befragte 4.990 Unternehmensvertreter in 15 europäischen Ländern. Für deutsche Arbeitgeber (wie auch international) steht die Problemlösungskompetenz an erster Stelle, gefolgt von Entscheidungskompetenz, Belastbarkeit und Zielorientierung. Die befragten Arbeitnehmer hingegen erachten die Belastbarkeit als wichtigste Fähigkeit, erst dann kommt das Problemelösen und die digitale Kompetenz. Interessant an der Umfrage ist, dass keine originär zwischenmenschlichen Fähigkeiten in den Top 3 genannt werden. Und nachdenklich stimmen sollte vielleicht, dass aus Sicht der Arbeitnehmer das Standhaltenkönnen gegenüber den oft hohen Anforderungen eine solche zentrale Rolle spielt, ist es doch eher eine Verteidigungshaltung und keine gestaltende Fähigkeit. Die starke und unmittelbare Zweckorientierung der genannten Eigenschaften illustriert, dass kreative und soziale Fähigkeiten anscheinend kaum gefragt sind.
Problemlöser sind gefragt, FAZ 1.3.17

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Selbst-Tuning via App 
Donnerstag, 9. März 2017 - Lebensart, Psychologie, Arbeit
Besser schlafen, besser denken, besser leben - für viele Lebensbereiche gibt es inzwischen Apps, mit denen an sich selbst arbeiten, die eigenen Verhaltensmuster reflektieren und verändern kann oder einfach im hektischen Arbeitsalltag ein bisschen ausspannt. Die Grenzen zwischen Coaching-ähnlichen Hilfsmitteln und Programmen, die sensiblere psychische Bereiche ansprechen, sind dabei fließend. "Nicht alle Angebote, die man im Internet oder App Stores findet, sind auch empfehlenswert", zitiert die Wirtschaftswoche Philipp Klein, Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Uniklinikums Schleswig-Holstein. Die Psychologin Corinna Jacobi, Professorin an der Technischen Universität Dresden, warnt: "Derzeit existieren noch keine klaren Qualitätsstandards." In einer Welt, in der im Prinzip jeder eine App programmieren und verkaufen kann, wünschen sich die Experten aus Medizin und Psychologie mehr Transparenz im Hinblick darauf, welche Wirkungen von Apps realistisch zu erwarten sind, für welche Zielgruppen sie geeignet sind, und auch darüber, was Anwender in Krisensituationen unternehmen können. Psychisch Gesunde dürften keine Probleme damit haben, wenn die Nutzung einer App ihnen nicht zu den erwarteten Ergebnissen verhilft. Doch kann es kritisch werden, wenn ohnehin schon entmutigte Menschen im Umgang mit digitalen Helfern weitere Negativerlebnisse machen.
Mit ein paar Klicks zur inneren Balance, WiWo 28.2.17

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