Studium Generale mit Meditation in Frankfurt 
Freitag, 21. April 2017 - Bewusstsein, Lebensart
Die Frankfurt University of Applied Science startet im Zuge ihres Studium Generale im Sommersemester mit einem neuen Modul "Meditation als kulturelle Praxis“. Initiiert wurde dieser Vorstoß von Dr. Reiner Frey, dem ehemaligen Kanzler der Hochschule. Sein Anliegen: "Vermehrter Stress und Druck durch immer höhere Anforderungen, Leiden an zunehmender Komplexität und Schnelligkeit sowohl in der Arbeitswelt als auch in Ausbildung und Hochschule können zu einem Burn-Out führen. Die neuen elektronischen Medien tun ein Übriges, um die buchstäbliche Zerstreuung des klassischen Subjekts des Denkens und Handelns zu befördern. Im Internet und in den Sozialen Medien bin ich immer 'außer mir', in einer virtuellen Welt als neuer Realität, und es fällt vielen immer schwerer, zu 'sich' zurückzufinden. Daher braucht es die Unterstützung der Menschen – explizit unserer Studierenden – in ihrer Persönlichkeitsentwicklung, um mit den immer komplexeren und schnelleren Anforderungen umgehen zu können.“ In kleinen Arbeitsgruppen sollen 40 Studierende die Möglichkeit erhalten, das Thema Meditation aus kulturellen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und praktischen Blickwinkeln zu untersuchen und eigene Erfahrungen mit dem Meditieren zu machen. Es geht einerseits um die Entwicklung als "Persönlichkeit" als auch um das Handeln im Rahmen komplexer Organisationen und gesellschaftlicher Zusammenhänge. Ein vielversprechender Vorstoß!
Bewusst sein und meditieren: Studier- und Lebensqualität erhöhen, Medizin Aspekte April 2017


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Zusammenhalt zählt - und ist doch selten 
Donnerstag, 20. April 2017 - Studien, Arbeit, Management
Sich mit zusammengebissenen Zähnen einsam nach vorne kämpfen und nur nach dem eigenen Erfolg schielen, das ist die Sache der deutschen Arbeitnehmer wahrlich nicht. In einer Umfrage des Jobportals Jobrapido sagten 57 Prozent der Befragten, dass ein ausgeprägtes Zusammengehörigkeitsgefühl die Kollegen zusammenschweißt und 73 Prozent sehen sich selbst als Teamplayer. Gar 89 Prozent meinen, sie könnten ohne Teamgeist nicht arbeiten. Nicht einmal 20 Prozent finden allerdings, dass all ihre Kollegen Teil eines Teams sind und sich ein Wir-Gefühl zeigt. Für 27 Prozent zeigt sich Wir-Geist im Kontakt mit einzelnen Kollegen, bei 10 Prozent zeigt sich überhaupt kein Wir-Gefühl. 26 Prozent engagieren sich in der Freizeit, um Zeit mit Kollegen zu verbringen, bei 23 Prozent gibt es im Unternehmen unterschiedliche Angebote, die den Zusammenhalt fördern sollen.
Einzelkämpfer vs. Wir-Gefühl – wie arbeiten die Deutschen wirklich?, Business Echo 7.4.17

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Der Wald heilt wie von selbst 
Mittwoch, 19. April 2017 - Lebensart, Studien, Wissenschaft
Ausgerechnet auf der Webseite des World Economic Forum habe ich einen wunderbaren wissenschaftlichen Bericht gefunden, der meine liebste Freizeitbeschäftigung adelt. Es geht um das Rumhängen im Wald, ein bisschen schlendern, hier und da sich niederlassen, einfach nichts tun, ganz im Hier und Jetzt. Die Japaner haben für diese Nicht-Beschäftigung den herrlichen Begriff des Waldbadens geprägt. Klingt doch toll! Ich hatte bisher bisweilen ein schlechtes Gewissen, weil ich mich auf meinen Touren im heimischen Grün meist nur wenige Kilometer bewege, und dies auch ganz gemächlich - die schöne Umgebung möchte ja schließlich wirken und genossen werden ... Nun erfahre ich, dass ich damit intuitiv eine Menge "richtig" mache, denn beim Waldbaden geht es vor allem darum, sich einfach einer inspirierenden Umgebung auszusetzen. Das ist schon alles. Studien zeigen, dass schon ein halbstündiger Waldaufenthalt den Kortisolspiegel senkt (der Stresspegel geht runter), dem Blutdruck zugute kommt und den Puls beruhigt. Auch das Gemüt profitiert vom lässigen Waldspaziergang. Gesunde Probanden zeigen eine geringere Depressionsneigung und mehr innere Lebendigkeit. Der Beitrag auf der WEF-Webseite erklärt die wissenschaftlichen Details genauer.
The Japanese practice of 'forest bathing' is scientificially proven to be good for you, WEF 23.3.17

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Flache Hierarchien leben von gut Ausgebildeten 
Dienstag, 18. April 2017 - Studien, Management
Wie viel Führung braucht es im Unternehmen - und wie viele Führungskräfte? Dieser Frage geht eine Studie von Wissenschaftlern der Universitäten Zürich und Cambridge nach, die eruierte, wie viele Führungskräfte in verschiedenen Ländern für wie viele Mitarbeiter verantwortlich sind. Die Zahlen mögen auf den ersten Blick überraschen, denn in Deutschland ist die Führungskräftedichte am geringsten, und das, wo wir im Ruf stehen, so bürokratieversessen zu sein. Hierzulande ist eine Führungskraft für 26 Mitarbeiter verantwortlich. In der Schweiz kommen auf einen Vorgesetzten 13,6 Angestellte, in Großbritannien 10,3 und in den USA sogar nur 7,1. Zynisch gedacht, könnte man fragen, ob bei den Zahlen der Amerikaner auch jeder "Facility Manager" als Führungskraft gezählt wurde. Aber bei näherer Betrachtung offenbaren die Zahlen eine tiefere Logik. So geht die Studie davon aus, dass es in "liberalen Marktwirtschaften", zu denen die USA gezählt werden, an "Mechanismen zur Gewährleistung von adäquater Qualifikation, Mitarbeiterbindung und Vertrauensbildung" oft fehle. Es braucht also mehr Chefs, um zu kontrollieren. Deutschland ist der Studie zufolge eine "koordinierte Marktwirtschaft". Dank des soliden Berufsbildungssystems verfüge die Wirtschaft über "qualifizierte Arbeiter, die wenig Anleitung und Überwachung brauchen".
Deutsche Firmen kommen mit viel weniger Chefs aus, Karriere Spiegel 4.4.17


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Wohlstand bedeutet Lösungen für Viele 
Donnerstag, 13. April 2017 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Die Wohlstandsdiskussion wird immer noch vordergründig vor allem im Hinblick auf finanzielle Fragen geführt. Das BIP, die Verteilung von Reichtum und Besitz sind wesentliche Aspekte der Debatte. Aus unternehmerischer Sicht bringen Eric Beinhocker, Executive Director am Institute for New Economic Thinking der Oxford Martin School, und der Unternehmer Nick Hanauer eine weitere Perspektive ins Spiel. "Wohlstand in einer Gesellschaft bedeutet, Lösungen für menschliche Probleme zu anzuhäufen", behaupten sie. Unternehmerisch gedacht, kann dieses Paradigma dazu beitragen, die Kluft zwischen unternehmerischem Erfolg (meist gedacht als Gewinnmaximierung) und gesellschaftlicher Verantwortung zu überwinden. Innovationen könnten zu einem Weg werden, ganz bewusst durch Produkte und Dienstleistungen das Leben von Menschen zu verbessern. Das hört sich vielleicht banal an. Aber betrachtet man heutige Produktinnovationen, so handelt es sich allzu oft nur um bescheidene Upgrades bestehender Produkte, und zwar solcher, die meist wenig existenziell sind. Wer mit psychologischem Gespür die besten Kaufreize erzeugt, ist damit erfolgreich. Besser wird dadurch meist nichts. Ein Artikel im Harvard Business Manager erweitert die von Beinhocker und Hanauer aufgestellte These noch. Er fordert, nicht nur über die Lösungen selbst nachzudenken, sondern auch darüber, wie möglichst viele Menschen an ihrer Entwicklung beteiligt werden können. "An der befriedigenden Arbeit der Innovation teilzuhaben, bereichert das Leben durch Aspekte wie Sinn, Würde und der schieren Freude, Fortschritte bei schwierigen Aufgaben zu erzielen. Phantasievolles Problemlösen ist Teil der menschlichen Natur. Daran teilzunehmen ist wichtig für ein gutes Leben - und keine elitäre Minderheit sollte darauf ein Monopol haben", heißt es in dem Artikel.
Jeder hat ein Recht auf sinnvolle Arbeit, HBM 4.4.17

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Für jeden Vierten steht der eigene Vorteil vor der Ethik 
Mittwoch, 12. April 2017 - Bewusstsein, Studien, Arbeit, Management
Von einer Bananenrepublik ist Deutschland glücklicherweise weit entfernt, doch vielleicht trägt gerade das auch dazu bei, dass das Bewusstsein im Hinblick auf Korruption durchaus ausbaufähig ist. Eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young zum Thema Korruption, für die 4.100 Führungskräfte aus 41 Ländern weltweit befragt wurden, legt dies zumindest nahe. Von den 100 befragten deutschen Entscheidungsträgern räumten beispielsweise 23 Prozent ein, zu unethischem Verhalten bereit zu sein, wenn es der eigenen Karriere diene. Der Durchschnitt in Westeuropa insgesamt liegt hier bei 14 Prozent. 43 Prozent glauben, dass unethisches Verhalten und Bestechung in Deutschland verbreitet sind, vor zwei Jahren waren es noch 26 Prozent. Jeder vierte Befragte betrachtet die Ethikstandards im eigenen Unternehmen als nicht sonderlich hoch. Einen besonders entspannten Umgang mit der Grenze zur Korruption scheint die Generation Y der 25- bis 34-Jährigen zu haben. 70 Prozent dieser Altersgruppe betrachten es als gerechtfertigt, unethisch zu handeln, wenn es dem Erhalt des Unternehmens in einem Wirtschaftsabschwung dient.
Immer mehr Manager sehen Korruption als Problem, WiWo 4.4.17

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Pendeln wird zum Gesundheitsproblem 
Dienstag, 11. April 2017 - Studien, Arbeit
Bahn zu spät, Bus fällt aus, Unfall mit Stau - wer jeden Tag zur Arbeit pendelt, kennt Nervereien wie diese zu gut. Sie sind nicht nur lästig, sondern können auf Dauer auch die Gesundheit beeinträchtigen. 60 Prozent aller Arbeitnehmer arbeiten nicht in der Stadt, in der sie leben. 26 Prozent haben einen Arbeitsweg, der mehr als eine halbe Stunde Anfahrt erfordert. "Wir wissen, dass eine Fahrtdauer von mindestens 45 Minuten so belastend ist, dass die Gefahr gesundheitlicher Schäden deutlich zunimmt. Schon ab einer halben Stunde kann es öfters stressig werden", sagt Norbert F. Schneider, Direktor des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung. Es ist nicht allein der Zeitverlust, der stresst. Auch das Gefühl der Fremdbestimmtheit schlägt auf die Gesundheit. "Der Druck ist besonders groß, wenn sich unvorhergesehene Hindernisse auftun. Ein überraschender Stau erzeugt laut einer Studie den gleichen Stresspegel, den ein Kampfpilot im Einsatz erlebt", so Schneider.
"Wie ein Kampfpilot im Einsatz", Spiegel online 4.4.17

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Wie wach sind wir gegenüber Manipulation? 
Montag, 10. April 2017 - Bewusstsein, Psychologie, Arbeit, Management
Die New York Times und in der Folge auch die FAZ berichteten kürzlich über verschiedene Manipulationsstrategien, mit denen die Fahrdienste Uber und Lyft recht erfolgreich ihre Fahrer dazu bewegen, besonders zu Zeiten zu fahren, in denen große Nachfrage herrscht. Da die Unternehmen nur mit Freelancern arbeiten, haben sie keinen direkten Einfluss auf deren Arbeitszeiten. In Zeitfenstern, in denen viele Kunden nach Fahrmöglichkeiten suchen, erhalten Fahrer, wenn sie sich ausloggen wollen, schon einmal einen Hinweis aufs Smartphone, dass ihnen nur noch wenige Dollar zu einer runden Summe fehlen - was viele anspornt, doch noch eine Tour zu übernehmen. Ein Bonus für 25 Fahrten in Folge, verknüpft mit regelmäßigen Textnachrichten zur Ermunterung, bis das Ziel erreicht ist, zeigte ebenfalls Wirkung. Lyft griff in die Psychologiekiste und sprach in einem Test, der allerdings nicht in den laufenden Betrieb überführt wurde, die Verlustängste der Fahrer an. Da freitags mehr Nachfrage herrscht als dienstags, erhielten Fahrer Nachrichten wie "Freitags verdienen Sie mehr" oder "Dienstags verlieren Sie Geld". Der Hinweis auf den Verlust hatte hier eine höhere Aktivierungsrate zur Folge als der in Aussicht gestellte gute Verdienst. Lyft verzichtete jedoch darauf, sich diese Wirkung zunutze zu machen. Sieht man einmal davon ab, dass nicht wenige Fahrer solcher Dienste zum Existenzerhalt auf eine Optimierung ihrer Fahrten angewiesen sind, was sie in eine besondere Abhängigkeit treibt, hat das Thema Manipulation noch eine weitere Facette: Unsere Anfälligkeit für Manipulationen dieser Güteklasse hängt nämlich eng mit unserer eigenen Bewusstheit zusammen. Warum legen wir nach, um noch eine runde Summe zu erreichen, anstatt wie eigentlich geplant Feierabend zu machen? Warum reizt uns ein Bonus so sehr? Weil wir uns unserer Motivationen häufig kaum bewusst sind und uns über unsere Prioritäten bisweilen nicht im Klaren. In gewisser Weise tut Uber seinen Fahrern mit den Psychotricks einen gefallen - lieber in der Rushhour einen Kunden nach dem anderen befördern, als an einem Dienstag ewig rumzuhängen, ohne lukrative Fahrten zu bekommen. Wenn man Geld verdienen will, macht das durchaus Sinn.
Mehr arbeiten mit Psychotricks, FAZ 3.4.17

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