Verbundenheit mit Arbeitgeber schwankt in Deutschland 
Freitag, 12. Januar 2018 - Studien, Arbeit
Wie sehr die Deutschen mit ihren Arbeitgebern verbunden sind, ist von Bundesland zu Bundesland sehr verschieden. Die Beratungsgesellschaft EY befragte 1.400 Arbeitnehmer, wie sie ihr berufliches Tun sehen. Am engsten ist die Beziehung zum Arbeitgeber bei Spitzenreiter Hamburg, hier haben nur elf Prozent eine geringe oder gar keine Bindung an ihren Arbeitgeber, während sich der Rest verbunden oder sogar eng verbunden fühlt. Ähnlich gut sieht es aus in Schleswig-Holstein (12 Prozent ohne Bindung) sowie in Thüringen und Hessen (je 13 Prozent ohne gute Bindung). In Bremen bekunden hingegen 38 Prozent der Arbeitnehmer, so gut wie gar nicht mit dem Arbeitgeber verbunden zu sein. Auch in Brandenburg (26 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (24 Prozent) sieht es ähnlich düster aus.
Wo die glücklichsten Arbeitnehmer zu Hause sind, welt.de 5.1.18

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Zusammenhalt zählt 
Donnerstag, 11. Januar 2018 - Lebensart, Psychologie, Studien
Wenn es nach der jüngsten Studie der BAT Stiftung für Zukunftsfragen geht, ist Egoismus für viele Deutsche ein nicht mehr zeitgemäßes Auslaufmodell. Die Forscher befragten 2.000 Bundesbürger. 84 Prozent der Befragten sagten, in unserer Gesellschaft sei immer weniger Platz für Egoismus. Zusammenhalt in der Familie, aber auch in nachbarschaftlichen Beziehungen gewinnt in den Augen vieler wieder an Bedeutung. Für 90 Prozent ist die Familie der wichtigste Unterstützungsraum, 60 Prozent setzen auf gute Nachbarschaft, weil sie das Gefühl haben, immer mehr auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. "Das Zeitalter der reinen Ich-Bezogenheit und des Hedonismus nähert sich anscheinend seinem Ende und wird ersetzt durch Individualität und Gemeinschaft", so die Studie.
Deutsche streben nach Zusammenhalt, ntv 15.12.17

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Schreibtisch auf Abruf kann zermürben 
Mittwoch, 10. Januar 2018 - Wissenschaft, Arbeit, Management
Vor allem in Unternehmen mit vielen Außendienstlern hat der Trend zu flexiblen Arbeitsplätzen in den letzten Jahren zugenommen. 30 bis 60 Prozent der Mitarbeiterplätze lassen sich einsparen, wenn die Angestellten sich morgens einen Rollcontainer mit ihren Arbeitsutensilien schnappen und im Großraumbüro und anderen Arbeitsbereichen nach ihrem Schreibtisch des Tages suchen. Das ist nicht nur flexibel, es wird von vielen Firmen auch als besonders hip verkauft. Sie erhoffen sich von den wechselnden Arbeitsplätzen nicht nur finanzielle Einsparungen, sondern auch, dass die Mitarbeiter durch die wechselnden Nachbarschaften und Kontakte kreativer sind. Die Kehrseite: Mitarbeiter, die lieber in gewohntem Umfeld arbeiten, werden durch die tägliche Schreibtischsuche zermürbt, Arbeitsgruppen auseinandergerissen und neue Mitarbeiter tun sich schwer damit, ein Netzwerk aufzubauen. Das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation hat in einer Studie herausgefunden, dass für das Wohlbefinden am Arbeitsplatz vor allem der Einfluss auf die Gestaltung maßgeblich ist. In Arbeitsumgebungen, auf die die Mitarbeiter keinen Einfluss haben, verstärke sich der Trend zu psychischen Erkrankungen und Herz-Kreislauf-Leiden eher. Auch könne die tägliche Suche nach einem Schreibtisch ein Gefühl der Entwurzelung fördern. Nicht alles, was modern und vielleicht cool ist, ist auch sinnvoll. Die menschliche Dimension kommt bei den flexiblen Arbeitsplätzen womöglich deutlich zu kurz.
Schreibtisch verzweifelt gesucht, FAZ 13.12.17

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Virtuelle Therapie auf dem Vormarsch 
Dienstag, 9. Januar 2018 - Bewusstsein, Psychologie
Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis unter den Vorzeichen von Skype, Whatsapp und Videokonferenz-Tools auch die Therapiewelt beginnt, die neuen technologischen Möglichkeiten zu nutzen. Die Schön Klinik, eine Klinikgruppe mit 23 Standorten in Deutschland und Großbritannien, erprobt in einem Projekt mit 300 Probanden ihre Online-Therapie MindDoc. "Mit der Anwendung können sich Patienten mit Depressionen, Essstörungen oder Burnout per Videochat und Textnachrichten von zu Hause aus behandeln lassen, wie MindDoc-Chef Bernhard Backes erklärt. Begleitend dazu bekommen sie verhaltenstherapeutische Übungen gestellt", berichtet das Handelsblatt. Ein Therapiegespräch dauert wie in der realen Face-to-Face-Situation 50 Minuten. Viele der Probanden schätzen es, von zu Hause oder jedem beliebigen Ort aus mit ihrem Therapeuten sprechen zu können. Dabei muss Therapie über Distanz nicht schlechter sein als der Besuch in der ärztlichen Praxis. Und selbst Online-Angebote, die nicht persönlich von Therapeuten begleitet werden, können wirksam sein. "Die Wirksamkeitsnachweise liegen sowohl für unbegleitete als auch für von Therapeuten begleitete Anwendungen vor", erklärt Iris Hauth, Mitglied im Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN).
Online aus der Depression, HB 13.12.17

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Muße braucht die Gegenwärtigkeit 
Montag, 8. Januar 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Im Job verstärkt draufhalten, um den Feierabend richtig genießen zu können, die To-Do's des Tages mit maximaler Effizienz durchprügeln, damit mehr entspannte Freizeit bleibt - Rechnungen wie diese hat wohl jeder schon einmal angestellt (und wahrscheinlich auch die damit verbundene Hektik in Kauf genommen), und das alles, um am Ende des Tages doch noch ein paar Muße-Stunden für sich zu haben. Doch oft geht diese Rechnung nicht auf. "Je mehr ich in Unruhe und Tätigkeit im Tun-Modus und in Produktivität unterwegs bin, desto mehr gewöhnt sich mein inneres Sein, mein Geist, auch an diesen Punkt. (…) Wenn man dann mal die Zeit hat, dann findet man die Ruhe nicht mehr, weil man ja innerlich schon so auf Unruhe gepolt ist", erklärt der Achtsamkeitsforscher Stefan Schmidt. Der wunde Punkt: Je mehr wir uns innerlich auf Tun und Machen programmieren, umso schwerer fällt uns das Abschalten, wenn dann alles getan ist. Wir denken nachmittags schon an den schönen Ausklang des Tages und verlieren dabei das Gefühl für die Gegenwärtigkeit. "Muße ist so eine Orientierung in der Gegenwart, es hat was mit Freiheit zu tun, es hat was mit Gelassenheit zu tun, und es hat was mit Unproduktivität in dem Sinne zu tun, dass ich jetzt nicht funktional unterwegs bin (…) – das, was ich gerade tue, genügt mir", sagt Schmidt. Vielleicht hilft es, öfter einmal einfach ganz bei der Sache zu sein - ob das, was wir gerade tun, unsere Vorstellung von Muße erfüllt oder nicht.
Warum Zeitsparen keine Muße bringt, Deutschlandfunk Kultur 4.11.17

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Frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr 
Montag, 18. Dezember 2017 - Success Stories
think.work.different macht Weihnachtspause. Wir wünschen allen LeserInnen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen frischen Start ins neue Jahr. Ab 8. Januar 2018 sind wir dann wieder mit News für Sie da.

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Mehr arbeiten in weniger Zeit = mehr Freizeit 
Freitag, 15. Dezember 2017 - Lebensart, Arbeit, Success Stories
Lange Arbeitstage bringen nicht immer viel - weder für Mitarbeiter noch für Unternehmen. Die Bielefelder IT-Firma "Rheingans Digital Enabler" mit zwölf Mitarbeitern hat nun einen radikalen Schritt gewagt. Das Unternehmen hat die tägliche Arbeitszeit von acht auf fünf Stunden gesenkt - bei vollem Lohn für die Angestellten. Die Idee: Wenn die Mitarbeiter von 8 bis 13 Uhr konzentriert und ohne Ablenkung durcharbeiten, schaffen sie genau so viel, als wenn sie den ganzen Tag im Büro wären. Ein Talk in der Kaffeeküche, privates Telefonieren oder Internet-Surfen sind bei den Bielefeldern nun gewissermaßen tabu. Auch die Meetings werden zeitlich begrenzt, um keine Zeit zu verschwenden. Die Mitarbeiter scheinen die Veränderung zu schätzen. Sie seien zwar mittags manchmal geschlaucht, aber dafür haben sie die andere Hälfte des Tages zur freien Verfügung.
Chef lässt nur noch 5 statt 8 Stunden arbeiten - bei gleichem Lohn, welt.de 8.12.17

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Authentizität ist nicht immer gut für den Job 
Donnerstag, 14. Dezember 2017 - Lebensart, Arbeit
Seit einigen Jahren hat das Thema Authentizität in der Arbeitswelt an Bedeutung gewonnen. Arbeitnehmer suchen Jobs, in denen sie sich selbst verwirklichen können. Firmen werben um Mitarbeiter, die authentische Persönlichkeiten sind. Fakt ist jedoch auch: Wenn es ans Eingemachte geht, wollen Firmen dann noch lieber Angestellte, die das übliche Business-as-usual umsetzen. Eine Auswertung von 136 Studien, in denen die Arbeitsleistung und die Karrierechancen von "authentischen" und "angepassten" untersucht wurden, zeigt: Je mehr die Studienteilnehmer sie selbst sind im Beruf, umso geringer ist ihre Arbeitsleistung - und umso schlechter sind ihre Beförderungschancen. Eine Stanford-Studie von 2016 unter 600 Mitarbeitern einer Technologiefirma, bei der die E-Mails der Angestellten analysiert wurden, zeigt: Diejenigen, die sich in Sprache und Kommunikationsstil der Firmenkultur am meisten an die Unternehmenskultur anpassten, waren am erfolgreichsten. Die Universität von Kentucky fand heraus, dass eher angepasste Mitarbeiter im firmeninternen Netzwerk deutlich besser positioniert sind als die Exoten, die ganz sie selbst sein möchten. Wissenschaftlich betrachtet scheint Authentizität also eher ein Karrierekiller zu sein. Aber womöglich ist Karriere ja nicht das oberste Ziel der Authentischen.
Sei alles, nur nicht du selbst, WiWo 7.12.17

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