Tiefere Beziehung zur Arbeit entscheidet über Stress 
Freitag, 27. Juli 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien, Arbeit, Management
In Anbetracht einer Flut von Stress-Studien und zunehmender psychischer Erkrankungen stellen immer mehr Experten die Frage, ob es nicht besser wäre, Arbeitszeiten zu verkürzen. Andere Studien weisen indes darauf hin, dass es oft gar nicht die Menge der Arbeitsstunden ist, die Angestellte in die Knie zwingt, sondern die tiefere Beziehung, die sie zu ihrer Arbeit haben. Eine kanadisch-amerikanische Studie, die die Befindlichkeit von mehr als 700 Arbeitenden untersuchte, beispielsweise kommt zu dem Schluss, dass es jenen im Job am Schlechtesten geht, die ihn eigentlich gar nicht mögen. Betrachtet wurden für die Studie gesundheitliche Faktoren, die geleistete Arbeitszeit sowie die innere Beziehung, die Menschen zu dem, was sie tun, haben. Wer sich gefühlsmäßig im Job nicht wohl fühlt, profitiert demnach auch nicht davon, wenn er seine Arbeitszeit reduziert. Umgekehrt stemmen jene, die das, was sie machen, lieben, auch ein hohes Arbeitspensum ohne psychische oder körperliche Einbußen.
Stress ist Ansichtssache, WiWo 11.7.18

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Neue Ausgabe von evolve: Welche Lebensräume wollen wir? 
Donnerstag, 26. Juli 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Medien
Die Umgebung, in der wir Leben, prägt, wer wir sind - und umgekehrt ist sie auch ein Resultat dessen, was uns wichtig ist und was wir konkret tun. In der neuen Ausgabe von evolve - Magazin für Bewusstsein und Kultur zum Thema "Stadt & Land" fragen wir, was lebendige Lebensräume ausmacht, wie es um die Beziehung zwischen städtischen und ländlichen Räumen bestellt ist und welche Umgebungen der Entfaltung unseres Menschseins dienlich sind. Stadt, das bedeutet für viele Menschen ein Großraum sozialer Kontakte und vibrierender Kreativität - immer mehr sehen aber auch die Belastungen, die mit durchurbanisierten Lebensformen einhergehen, seien es Lärm und Abgase, zu viel Beton und zu wenig Grün oder schlicht die Tatsache, dass Wohnraum in angesagten Städten heute kaum noch bezahlbar ist. Das Land wiederum wird für mehr und mehr Menschen zum Sehnsuchtsort noch unberührter Idylle. Für die, die dort "festsitzen", ist es bisweilen eher eine Einöde mit einem Mangel an Nahversorgung und miesem Internetzugang. Und doch ist der Raum zwischen beiden Polen genau das, was unser Leben umspannt und ihm ein Heim gibt. evolve fragt danach, wie sich im Dialog zwischen all diesen Blickwinkeln Lebensräume gestalten lassen, die wirklich lebenswert sind.

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Mitgefühl und Güte nähren die Seele 
Mittwoch, 25. Juli 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Der gegenwärtige Achtsamkeits-Trend betrachtet heute vor allem Methoden wie Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR) und Meditationsformen, die in Stille und Loslassen führen. Auf dem Radar der Wissenschaft erscheinen hingegen zunehmend auch Formen aus buddhistischen Kontexten, die mit Mitgefühl und Güte arbeiten. Eine neue Übersichtsarbeit der Universität Witten-Herdecke unterstreicht nun den therapeutischen Nutzen dieser Methoden. Es zeige sich, dass diese Meditationsformen beispielsweise in der Therapie mit schweren Erkrankungen wie Depression oder Borderline vielversprechend erscheinen. Ich finde das neue Interesse an diesen Meditationsformen, die ihre Beziehung zu großen spirituellen Traditionen nicht hintenanstellen, bemerkenswert, denn sie bringen eine tiefere Dimension des Menschseins ins Spiel, die vor allem bei eher pragmatischen und nutzenorientierten Angeboten bisweilen zu kurz kommt. Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie sich Unternehmen verändern könnten, wenn Mitarbeiter und Chefs nicht nur gemeinsam das Loslassen üben, sondern Mitgefühl und Güte praktizieren ... ;-)
Güte- und Mitgefühls-Meditationen können auch gegen ernste psychische Erkrankungen helfen, Pressemitteilung 12.7.18

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Die Pflicht kommt vor den Träumen - und wir bereuen es später 
Dienstag, 24. Juli 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, ist ein geflügeltes Wort. Und wenn es um unsere Träume geht, ticken wir ähnlich. Eine Studie zeigt: Im Nachhinein bereuen wir es oft mehr, unsere tiefsten Wünsche nicht erfüllt zu haben. Doch die Schamgefühle, die in uns aufsteigen, wenn wir unsere Pflichten verletzen, lassen uns uns eher auf das, was von uns erwartet wird, fokussieren. Das liegt laut der Studie daran, dass Scham sehr schnell und stark wirkt. Um diesem Gefühl auszuweichen, tun wir dann, was wir sollen. Unsere Träume zu vernachlässigen, ist indes eine eher persönliche Angelegenheit. Der Schmerz über Verpasstes stellt sich meist erst über längere Zeiträume ein. Und selbst, wenn er sehr stark ist - in unserem Handeln geht dennoch die Pflicht meist weiter vor. Es ist interessant, so vor Augen geführt zu bekommen, wie unsere Psyche im Abgleich mit gesellschaftlichen Konventionen tickt. Doch auch Automatismen wie diesen können wir bewusstes Handeln entgegensetzen. In der hier beschriebenen Konstellation hat das allerdings einen Preis, denn wenn wir unsere Träume so ernst nehmen wie das, was andere von uns erwarten, sind wir vielleicht nicht immer "Everybody's Darling" ...
Pflichten erfüllt, Träume vernachlässigt, Psychologie heute 11.7.18

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Management bedeutet für viele dauernde Meetings 
Montag, 23. Juli 2018 - Studien, Arbeit, Management
Von Führungskräften erwartet man Überblick, strategische Fähigkeiten und die Neigung, Dinge anzustoßen. Doch wie gestaltet sich das im Führungsalltag. Eine amerikanische Studie, für die 26 Top-Manager, darunter immerhin zwei Frauen, ihre Tagesabläufe protokollierten, zeigt - Führung ist vor allem ein Quasselclub. "Im Schnitt kam jeder Unternehmenslenker in der Studie auf 37 Meetings pro Woche. Anders ausgedrückt: Er verbrachte 72 Prozent seiner Arbeitszeit in Konferenzen. Und jedes dritte Meeting, an dem der CEO teilnahm, dauerte mehr als eine Stunde", schreibt die Wirtschaftswoche. Man kann natürlich sagen, ja, der menschliche Kontakt, der in Meetings möglich ist, ist wichtig, um zu führen. Aber wer regelmäßig an Meetings teilnimmt, weiß auch aus leidvoller Erfahrung, dass die wertvolle Zeit von Führungskräften hier nicht immer gut eingesetzt ist. Laut Studie entfielen weitere 24 Prozent der kostbaren Führungszeit auf das Beantworten von E-Mails und anderen elektronischen Nachrichten. Man braucht kein Rechengenie zu sein, um zu sehen, dass dann noch genau 4 (!) Prozent Zeit für andere Tätigkeiten übrig bleiben. Wo bleibt da die Zeit zum Nachdenken, Reflektieren, Pläne schmieden?
CEOs verbringen drei Viertel ihrer Zeit mit Meetings, WiWo 9.7.18

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Gespräche machen glücklich 
Freitag, 20. Juli 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Arbeit
Wer regelmäßig die Möglichkeit hat, während des Tages mit anderen Menschen zu sprechen, ist glücklicher als wenn er eher nur für sich ist. Das zeigt eine neue amerikanische Studie, bei der rund 500 Probanden ihre Tagesabläufe protokollierten und dabei festhielten, wie oft sie welche Art von Gesprächen führten. Frühere Studien mit kleineren Teilnehmerzahlen legten nahe, dass Smalltalk zum Beispiel auf die Stimmung schlägt. In dieser Studie erwiesen sich die kurzen, belanglosen verbalen Interaktionen eher als neutral. In der neuen Studie zeigten sich lediglich die Probanden unzufrieden, die über den Tag hinweg keinerlei Gesprächsmöglichkeiten hatten. Das sollten Unternehmen vielleicht auch beim Thema Großraumbüro noch einmal überdenken.
Was uns glücklicher macht, spektrum.de 5.7.18

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Ist Leerlauf zwangsläufig Zeitverschwendung? 
Donnerstag, 19. Juli 2018 - Bewusstsein, Studien, Arbeit, Management
Eine Studie im Harvard Business Manager lässt wieder einmal interessante Blicke auf typisches Management-Denken zu. Der Erhebung zufolge haben 78 Prozent der Angestellten in qualifizierten Berufen mindestens einmal pro Woche bei der Arbeit Phasen des Leerlaufs. Bei 22 Prozent ist dies sogar täglich der Fall. "Für Manager ist das ein Problem, nicht nur weil sie ihre Mitarbeiter zeitweilig fürs Nichtstun bezahlen. Denn um Leerlauf zu vermeiden, arbeiten diese langsamer, als sie könnten", so die Einschätzung im HBM-Beitrag. Dahinter steht die Idee, dass Arbeiten heute anscheinend bedeutet, bis zur letzten Minute durchgetaktet zu sein. Der Artikel rät Führungskräften (ohne ins Detail zu gehen), entsprechende Normen zu setzen, wie in solchen Zeiten des Unbeschäftigtseins zu verfahren sei. Vielleicht sind solche Moment ja mehr als nur eine willkommene Atempause? Wenn ich Leerlauf habe, freue ich mich, mal wieder ein wenig Zeit zu finden, fachliche Infos zu recherchieren. Oder ich gönne mir einen Espresso und eine kleine Pause - und danach nur noch frischer wieder ans Werk zu gehen. Oder ich lasse die Gedanken schweifen und mir kommt die eine oder andere neue Idee ... Es ist erstaunlich, welche Gestalten das Denken an "Produktivität nach Vorschrift" heute schon angenommen hat. Freiräume bedeuten meiner Erfahrung nach auch Raum für Kreativität - die lässt sich nicht auf Knopfdruck machen. Sie entsteht vor allem dann, wenn unser Geist gerade mal nicht bis zum Anschlag belegt ist und irgendwelchen Aufgaben nachhechelt.
Was tun, wenn es grad nichts zu tun gibt? HBM Juli 2018

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Selbstmitgefühl setzt Kräfte frei 
Mittwoch, 18. Juli 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Arbeit
Die moderne Leistungskultur ist sehr individualistisch. Doch nicht jede Form des Selbstbezugs ist auch hilfreich. Wer eher narzisstisch hauptsächlich auf sich selbst schaut und nach dem eigenen Erfolg schielt, bringt sich womöglich in eine Haltung der inneren Isolation. Die Psychologie kennt jedoch noch andere Formen der Selbstzuwendung, die wesentlich dienlicher sind. Eine davon ist Selbstmitgefühl. Es ist eine Form der Selbstakzeptanz, die Fehler nicht nur als eigene Schwäche sieht, sondern als Teil der menschlichen Natur erkennt. Diese Weitung des eigenen Horizonts scheint uns auf subtile Weise mit dem größeren Raum des Lebens zu verbinden - und damit auch ungeahnte Ressourcen freizusetzen. Eine Studie zeigt etwa, dass Menschen in schwierigen Situationen - hier ein herausfordernder Test - sogar mehr Engagement und Motivation entwickeln, wenn sie zu Selbstmitgefühl fähig sind.
Warum man sich selbst mit Mitgefühl begegnen darf, spektrum.de 6.7.18

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