Geld allein ist nicht der Punkt 
Dienstag, 19. Mai 2020 - Psychologie, Studien, Arbeit
Das zweijährige Experiment der finnischen Regierung, Arbeitslosen ein Grundeinkommen in Höhe von 560,- Euro auszuzahlen, wurde inzwischen fertig ausgewertet. Die ersten Eindrücke mögen ernüchternd sein, denn die Effekte im Hinblick auf eine Verbesserung der Arbeitsmarktteilhabe der Teilnehmenden waren gering. Als wesentlich erachtet Projektleiterin Marjukka Turunen, dass das Geld den Betroffenen Sicherheit gegeben und zu emotionaler Entlastung beigetragen habe. Auch soziale Effekte waren messbar. So leisteten die begünstigten während des Experiments doppelt so viel Freiwilligenarbeit und auch andere unbezahlte Tätigkeiten wie die Betreuung von Angehörigen erweiterten die Empfänger um ein gutes Drittel. Im konventionellen Arbeitsmarktdenken mögen diese Entwicklungen nicht bedeutsam erscheinen. Aber sie zeigen, dass Menschen bereit sind, sich zu engagieren (also zu arbeiten), wenn keine großen finanziellen Sorgen auf ihnen lasten. Vielleicht sollte wissenschaftlich viel mehr erforscht werden, was der mit unseren Arbeitssystemen oft verbundene Druck verhindert statt möglich macht. Dann sehen wir vielleicht, dass es gar nicht vordergründig um Geld geht, sondern darum, die grundlegenden Lebensbedürfnisse nicht Tag für Tag erkämpfen zu müssen.
"Es reicht nicht, den Menschen Geld zu schenken", zeit.de 11.5.20

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Überschaubare Lebensziele 
Montag, 18. Mai 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Was wir im Leben erreichen möchten, empfinden wir wohl für gewöhnlich als zutiefst persönliche Angelegenheit. Die Wissenschaft zeigt uns jedoch, dass unsere Ziele alles andere als individuell sind. In einer amerikanischen Studie legten die Wissenschaftler einer Gruppe von 1.000 Proband*innen eine Liste mit gut 1.000 Begriffen vor, die sie einem Lexikon entnommen hatten, und baten die Teilnehmenden zu bewerten, wie sehr die unterschiedlichen Aspekte für sie ein Ziel darstellen. Die folgende statistische Analyse zeigte schließlich, dass sich die als wesentlich erachteten Aspekte in lediglich vier größere Lebensthemen gliedern. Da gibt es Menschen, denen es vor allem wichtig ist, wichtig zu sein. Sie sehnen sich nach Macht, Wohlstand, Erfolg oder Popularität. Dann gibt es jene, für die Verbundenheit zentral ist - sie setzen vor allem auf Menschlichkeit, Empathie und soziale Aspekte. Für wieder andere ist besonders wichtig, Unannehmlichkeiten zu vermeiden. Sie waren erkennbar an jenen Aspekten, die sie bewusst zu vermeiden suchen in ihrem Leben wie Ärger, Stress, Ablehnung oder Isolation. Die vierte Gruppe schließlich fühlte sich vor allem verpflichtet, Hergebrachtes zu bewahren, also Traditionen zu pflegen, Pflichtgefühl zu haben oder auch Unverfälschtheit wertzuschätzen. Welchen diesen übergeordneten Lebenszielen wir uns zuwenden, hängt natürlich mit unserer Persönlichkeit zusammen. Die aber scheint, was Diversität angeht, durchaus überschaubar zu sein.
Wo es uns hinzieht, Psychologie heute 8.5.20

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Mental fit mit Mindshine 
Freitag, 15. Mai 2020 - Bewusstsein, Lebensart
Das Feintuning des eigenen Selbst hat Hochkonjunktur und immer mehr Meditations-Apps versprechen hier Abhilfe. Mit Mindshine gibt es ein neues Tool, das es nicht bei Achtsamkeit & Co. belässt, sondern komplexere Trainingsprogramme für Geist und Seele anbietet. Die Kurse zu Stressbewältigung, Energiesteigerung oder Dankbarkeit kombinieren Atemübungen, Lerneinheiten und psychologische Tipps, um ein ganzheitliches Erlebnis zu ermöglichen. Gut an dem Ansatz ist sicherlich, dass die einzelnen Trainingseinheiten die Übenden über mehrere Wochen begleiten, so dass sich hier tiefere Lerneffekte einstellen können.
Mindshine: Mentale Fitness mit 10 Minuten täglich versprochen, Macwelt 29.4.20

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Achtsamkeit kommt der Unvoreingenommenheit zugute 
Donnerstag, 14. Mai 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Meditation wirkt befreiend, diese Erfahrung machen viele Menschen, die beginnen, sich mit Achtsamkeit zu beschäftigen. Und eine neue Studie gibt ihnen recht. Wissenschaftler untersuchten, ob Achtsamkeit im Hinblick auf die Deutung sozialer Situationen einen Unterschied macht. Den Probanden wurden Situationsbeschreibungen vorgelesen, die im Hinblick auf die Intention der Handelnden mehrdeutig waren, beispielsweise: In der Bahn schnappt ihnen jemand den letzten Sitzplatz weg. War das böswillige Absicht oder nur Unaufmerksamkeit? Eine Probandengruppe sollte sich beim Hören der Statements schlicht auf den Moment fokussieren und die eigenen Gedanken ziehen lassen. Eine andere Gruppe wurde angehalten, sich in das Szenario zu vertiefen. Die dritte Gruppe erhielt keine Anweisungen. Diejenigen, die die eigenen Gedanken loslassen sollten, bewerteten die Absichten der Handelnden deutlich neutraler als jene, die sich in die Situation tiefer einfühlten. Die gedankliche Beschäftigung scheint dazu zu führen, leichter anderen eine schlechte Absicht zu unterstellen.
Je achtsamer, desto weniger feindselig, Psychologie heute 3.4.20

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Corona stresst und macht depressiv 
Mittwoch, 13. Mai 2020 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Erste Studien sind bereits dabei, die psychosozialen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu untersuchen und kommen zu nicht sonderlich überraschenden Erkenntnissen. Die Universität Basel etwa fand in einer Befragung, an der rund 10.000 Schweizer*innen teilnahmen, heraus, dass die Hälfte der Antwortenden sich durch die veränderten Lebensbedingungen deutlich gestresster fühlt als in der Vor-Corona-Zeit. Gründe sind die großen Veränderungen bei Arbeit und Beruf, das eingeschränkte Sozialleben und bei vielen auch die Herausforderungen der Kinderbetreuung. 57 Prozent gaben an, dass sich bei ihnen depressive Symptome verstärkt hätten. Gleichzeitig habe sich die Häufigkeit schwerer depressiver Symptome von 3,4 Prozent vor dem Lockdown auf 9,1 Prozent erhöht. Ein Viertel der Befragten hingegen berichtete, dass der Stress im eigenen Leben durch das Zurückfahren des gesellschaftlichen Lebens abgenommen habe. Die Wissenschaftler identifizierten auch Handlungsstrategien, die der Stressspirale entgegenwirken. Sportliche Betätigungen wie Joggen oder Spazierengehen oder die Zuwendung zu Hobbies oder neuen Projekten können hilfreich sein.
Jeder Zweite fühlt sich im Corona-Lockdown gestresster, Deutsches Gesundheitsportal 4.5.20

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Corona trotzen und sich selbst und die Wirtschaft retten 
Dienstag, 12. Mai 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Arbeit, Management
Meditation hat in Corona-Zeiten Hochkonjunktur. Ein bisschen zur Ruhe kommen bei all dem Chaos und vielleicht noch Inspirationen tanken für das gerade marode Business? Der Podcast "Make it Mindful" geht in zwei Folgen im Dialog mit dem Zen-Lehrer Paul Kohtes den Fragen nach, wie wir uns in Krisenzeiten selbst retten können und wie wir die Wirtschaft retten können. Einfach mal zurücklehnen, zuhören und den Ideen erlauben, aus mehr innerer Tiefe aufzusteigen ...
Make it Mindful Podcasts 8.5.20

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Genügend Schlaf braucht einen guten Plan 
Montag, 11. Mai 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Studien
Jeder weiß es, und doch halten sich die wenigsten dran - genügend Schlaf ist das, was uns wirklich fit hält. In Zeiten von Corona, wo übliche Alltagsrhythmen vielfach durchbrochen sind, fällt es vielen noch schwerer, die Erholung in der Nacht nicht zu kurz kommen zu lassen. Eine amerikanische Studie zeigt nun, wie sich der innere Schweinehund am besten überwinden lässt. Die Wissenschaftler testeten mit 300 Proband*innen die besten Strategien. Dabei zeigte sich - wer seine Absicht sehr konkret fasst und auch Pläne entwickelt, um die eigenen Ausweichmanöver zu überlisten, ist am Erfolgreichsten. So hielten sich am ehesten die Probanden an ihre angestrebte Schlafenszeit, die zuvor reflektierten, was sie sonst davon abhält, ihren eigentlichen Plan in die Tat umzusetzen. Darüber hinaus entwickelten sie eine gezielte Strategie, um in solchen Moment nicht doch von ihren Gewohnheiten eingeholt zu werden. Die Teilnehmenden der Studie, die nach dieser Methode vorgingen, bekamen im Schnitt gut eine halbe Stunde mehr Schlaf als diejenigen, die Übungen zum positiven Denken absolviert hatten oder einfach Tipps für eine bessere Schlafhygiene erhielten. Es zeigte sich allerdings auch: Die angestrebte Schlafenszeit hielten auch die erfolgreichsten Proband*innen nicht wirklich ein, sondern sie schliefen eine Stunde weniger als erhofft. Aber mit der beschriebenen Methode könnte man sich ja auch dieser Diskrepanz weiter annehmen.
Ich will noch nicht ins Bett!, Psychologie heute 3.4.20

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Corona zeigt uns, dass Wandel möglich ist 
Freitag, 8. Mai 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Wissenschaft
In nur wenigen Wochen hat die Corona-Krise uns gezeigt, wie viele geradezu dramatische Veränderungen unserer Lebensweise möglich sind. Sicher, die Tatsache, dass unser wirtschaftliches und gesellschaftliches Leben gegenwärtig zum großen Teil zum Erliegen gekommen ist, ist für viele Menschen vordergründig keine Erfahrung von Entschleunigung (wie man sie sich in überbetriebsamen Zeiten gerne herbeisehnt), sondern eher eine Konfrontation mit Zusammenbrüchen. Für den Soziologen Hartmut Rosa kommt in der Veränderbarkeit, die wir gerade erleben, allerdings auch unsere grundsätzliche Gestaltungsmacht in die Sichtbarkeit - die wir unter Normalbedingungen allzu gerne vergessen, weil die festgetretenen Pfade des Lebens sonst eher unverrückbar erscheinen. "Entschleunigung ist derzeit also ein makrosoziales Faktum, keine rückwärtsgewandte Phantasie, wie Kritiker behaupten. Zweitens, diese Entschleunigung ist das Ergebnis politischen Handelns, und vielerorts des Handelns demokratisch gewählter Regierungen, kein Wirkmechanismus der Viren; es handelt sich also um eine Erfahrung politischer Selbstwirksamkeit: Die Politik hat innerhalb weniger Wochen ungeahnte Handlungsmacht gegenüber der Eigenlogik der Finanzmärkte, der großen Konzerne, den Geschäftsinteressen etc. gewonnen – allerdings auch gegen die Rechte der Bürger und Bürgerinnen. Diese Erfahrung kontrastiert scharf gegenüber der bisher dominanten Ohnmachtserfahrung angesichts der Klimakrise, aber auch angesichts schreiend ungleicher Vermögens- und Verteilungsverhältnisse", schreibt er im Philosophie Magazin. Die Frage ist, ob wir dieser Handlungsmacht treu bleiben können und wollen. Rosa ist in dieser Frage nicht unrealistisch, richtet aber den Blick auch sehr bewusst auf das, was wir gerade als Möglichkeit erfahren: "Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Gesellschaft versuchen wird, nach dem Abflauen der Krise so schnell wie möglich in die alten Routinen und Gleise zurückzufinden, die Räder wieder anzuschieben. Dennoch stehen wir an einem 'Bifurkationspunkt', an dem ein gesellschaftlicher Pfadwechsel möglich scheint."
Chance der Neugeburt, Philosophie Magazin 27.4.20

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