Digitales Meditieren boomt 
Mittwoch, 15. September 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Auf dem Nachrichtenportal des Netzwerks Ethik heute findet sich ein hervorragender Überblick über digitale Gesundheitsangebote, insbesondere zu Meditations-Apps. Ich blogge ja selbst auch immer mal wieder Details zu einzelnen Tools, aber Gerald Blomeyer hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet und stellt nicht nur diverse Achtsamkeits-Apps und ihre Geschichte vor, sondern auch Angebote der Krankenkassen. Wer also nach einem Einblick in diesen Markt sucht, wird hier bestens bedient.
Apps für Meditation boomen, Ethik heute 6.9.21

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Wie Corona die Job-(Un)zufriedenheit erhöht 
Dienstag, 14. September 2021 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Die Corona-Krise hat viele Unzufriedenheiten in Arbeitsverhältnissen unterm Brennglas gezeigt. Gleichzeitig gibt es auch Berufsgruppen, die von der Pandemie profitiert haben. Eine Studie des HDI Versicherungskonzerns zeigt - insgesamt hat sich die Schere zwischen zufriedenen und unzufriedenen Arbeitenden weiter vergrößert. Und das liegt auch an der Digitalisierung. Ein gutes Drittel der 3.700 Befragten wurde in der Krise zufriedener mit den eigenen Arbeitsbedingungen. Darunter fallen vor allem Menschen in den Einkommensgruppen am 5.000 Euro/Monat, solche, die in der IT arbeiten, und Führungskräfte - also vor allem Berufsgruppen, die gewisse Gestaltungsspielräume im Job haben und durch Arbeit im Home Office mehr Bequemlichkeit fanden. Für 15 Prozent verdüsterte sich indes im vergangenen Jahr die Einstellung zur Arbeit. Auf beiden Seiten stiegen die Werte gegenüber dem Jahr davor um drei Prozentpunkte, was die Versicherung zu Warnungen in Richtung Arbeitgebern veranlasst, denn beides sei nicht gut für sie. Denn die Bereitschaft zum Jobwechsel ist von 18 auf 27 Prozent gestiegen, bei manchen aus einer Position der empfundenen Stärke, bei anderen aus purer Not.
Die Pandemie spaltet die Arbeitswelt, WiWo 2.9.21

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Großzügig im Kleinen, selbstbezogen im Großen 
Montag, 13. September 2021 - Psychologie, Studien
Wenn's um Geld, nun ja, sind Menschen sehr zweischneidige Wesen. Die Erkenntnisse einer neuen Studie einer Forschungsgruppe aus Zürich lassen die Schlussfolgerung zu: Je direkter der Kontakt zu Menschen und je überschaubarer das Beziehungssystem, umso leichter scheint Großzügigkeit zu fallen. Werden die Bezugsgruppen größer, wendet sich das Blatt und viele nutzen gerne die Gelegenheit, die eigenen Vorteile zu mehren. Die Wissenschaftler hatten mit ihren Probanden verschiedene Szenarien durchgespielt. Einmal hatten sie die Gelegenheit, einzelnen Menschen kleine Geldbeträge zu schenken. Hier zeigten sich viele Mitspielende spendabel. Ein anderes Mal ging es um Gruppen mit 16 Personen, bei denen die Möglichkeit gegeben war, ihnen bis zur Hälfte ihrer Einnahmen abzuknöpfen. Davon machten vier Fünftel der Studienteilnehmenden Gebrauch. Je persönlicher die Beziehung, umso zugewandter ist man, könnte man meinen. Da wundert es kaum, dass das Tricksen bei der Steuererklärung für viele einfach dazu gehört.
Raubtierspiele, FAZ 2.9.21

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Nicht jedes Bellen ist ein Schuldeingeständnis 
Freitag, 10. September 2021 - Lebensart, Psychologie, Studien
Getroffene Hunde bellen, weiß der Volksmund. Doch psychologisch muss das nicht unbedingt zutreffend sein, wie eine Studie aus den USA und Kanada mit rund 5.000 Versuchspersonen zeigt. Die Wissenschaftler untersuchten, wie das Verhalten von Beschuldigten auf ihre Glaubwürdigkeit wirkt - und welche Ursachen es eigentlich hat. Die Wahrnehmung der Beobachter des Studiensettings, fiktiver Gesichtsverhandlungen, folgte dabei der landläufigen Meinung, dass lautstarke Abwehr quasi ein Schuldeingeständnis ist. Auf sie wirkten die Probanden, die sich Anschuldigungen gegenüber ruhig verhielten, unschuldiger als jene, die leichten Ärger zeigten oder gar laut wurden. Je mehr Ärger artikuliert wurde, umso schuldiger, lautete ihre Einschätzung. Diese Erkenntnisse verglichen die Psychologen mit den Selbsteinschätzungen der Probanden. Sie sollten sich an ihre Reaktionen in einer Situation erinnern, in der sie zu unrecht beschuldigt worden waren. Dabei zeigte sich: Ein solch falscher Verdacht führte bei 95 Prozent dazu, dass sie die Anschuldigung von sich wiesen. Während unter jenen, die treffenderweise beschuldigt worden waren, nur 41 Prozent die Tat auch abstritten. Aus der Resonanz auf eine Beschuldigung Erkenntnisse über den wirklichen Sachverhalt ableiten zu wollen, führt also in die Irre. Gleichzeitig hilft es im Angesicht nicht gerechtfertigter Anschuldigung anscheinend auch, in Ruhe zu diskutieren statt sich durch aufbrausendes Verhalten unnötig verdächtig zu machen.
Ärger macht verdächtig, spektrum.de 1.9.21

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Teilzeit oder Jobsharing? Vom Makel zum Mehrwert 
Donnerstag, 9. September 2021 - Arbeit, Management
Eine Beschäftigung von Teilzeit gilt in vielen Unternehmen nach wie vor eher als Abstellgleis. Für Frauen, die der Familie zuliebe kürzertreten möchten, wird die Reduzierung der Arbeitszeit oft zur Karrierefalle, für Männer mit Karriereanspruch zum Ko-Kriterium. Eine Umfrage des Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo und des Personalvermittlers Randstad unter 630 Personalverantwortlichen etwa zeigt: 45 Prozent der Befragten halten Führungspositionen in Teilzeit für undenkbar. Allerdings können sich 40 Prozent das vorstellen. Spricht man hingegen von Jobsharing, sieht die Sache etwas anders aus. Immer mehr Unternehmen fangen an, mit solchen Doppelbesetzungen in der Führungsetage zu experimentieren. Und das nicht nur, um den Frauenanteil im Management zu erhöhen. Denn in der Praxis zeigt sich auch, dass zwei Köpfe mehr beitragen können als einer. Sich eine Führungsposition zu teilen, bringt einerseits mehr Flexibilität für die Beteiligten, aber eben auch mehr Kreativität fürs Unternehmen. Skeptiker bemängeln, dass Führungspositionen keine fixen Arbeitszeiten kennen und deshalb die Gefahr besteht, dass hier schleichend aus Teilzeitstellen dann doch wieder Vollzeitarbeit werden könnte. Aber auch das könnte man ja einfach ändern.
„Teams profitieren vom Know-how zweier Köpfe“, WiWo 30.8.21

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Fitness im eigenen Takt 
Mittwoch, 8. September 2021 - Lebensart
In der Pandemie hat das Thema Fitness für viele Menschen einen neuen Stellenwert bekommen. Selbst manche eingefleischte Bewegungsmuffel haben nach Monaten des Zuhauseseins Bewegungsdrang entwickelt. Auf Youtube und in anderen sozialen Medien finden sich unzählige Tutorials, die zum Training daheim animieren und Workout-Routinen empfehlen. Ein Artikel in der FAZ geht der Zweischneidigkeit dieser Angebote nach. Oft sind es die durchtrainierten Fitness-Apologeten, die die Messlatte mit ihren Programmen so hoch legen, dass Einsteiger schon beim ersten Trainingsversuch die Puste ausgeht. Durchdefinierte Körper, superbeweglich und stark - die wenigsten Menschen könne auf diesem Level einsteigen. Wer jedoch ständig bei vermeintlichen Trainings für "Einsteiger" hinterherhechelt, verliert schnell wieder die Lust an der Bewegung. Der FAZ-Artikel kommt zu dem Schluss, dass es hilfreicher ist, sich selbst zu überlegen, was einem wirklich Freude macht. Dann wird das Training zum Fun-Faktor, nicht zur Qual. Und es hilft, Ausschau zu halten nach Vorbildern, deren Übungen man gut umsetzen kann. Ich habe bei meinen Streifzügen einen neuen Favoriten gefunden. Hampton Liu, noch keine 30 und einfach nur sympathisch, erklärt Fitnessmuffeln wie mir auf seinem Youtube-Channel Hybrid Calisthenics, wie sie peu à peu ihre Fitness aufbauen können. Keine Klimmzüge oder Liegestütze zu können, ist hier kein Problem, sondern ein Anfang, denn Hampton hat für jeden Fitnessgrad Anleitungen parat, mit denen selbst Ungeübte Kraft und Beweglichkeit aufbauen können. Und das alles ohne teure Geräte oder anderen Schnickschnack. Einfach mal ausprobieren!
Wie geht Fitness ohne Wahn?, FAZ 31.8.21

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Wenn die Arbeit im Büro Halt gibt 
Dienstag, 7. September 2021 - Studien, Arbeit, Management
Manche lieben das Home Office, andere sehnen sich nach dem ständigen Zusammensein mit Kollegen. Fest steht: Durch die Pandemie-bedingte Isolation bekommen die sozialen Aspekte der Arbeit neues Gewicht. "Eine unserer Erkenntnisse ist, dass Menschen durch die Pandemie neurotischer, unsicherer und ängstlicher geworden sind. Die Einschränkungen der Pandemie haben sich auf die Persönlichkeit der Menschen ausgewirkt und ihr Verhalten geändert", diagnostiziert der Arbeits- und Organisationspsychologe Hannes Zacher in einem Interview mit der Wirtschaftswoche. In einer solchen Situation gebe der Büroalltag mit seinen Strukturen den Menschen Halt: "In Krisenzeiten gehen Struktur und Kontrolle verloren, das Beklagen auch unsere Studienteilnehmer. Im Büro gibt es dagegen soziale Taktgeber, wie der Gang in die Kantine oder gemeinsame Meetings vor Ort. Ohne solche Taktgeber lassen sich Menschen leichter ablenken. Mit Gegenreaktionen wird versucht, die Kontrolle wiederherzustellen. Viele checken deshalb ständig ihre Handys oder E-Mails." Seine Langzeitstudie, die er seit März 2020 mit 1.000 Teilnehmenden durchführt, zeigt: Das Home Office bringt zwar viele Freiheiten, beispielsweise im Hinblick auf zeitliche Flexibilität mit sich, wird aber auch schnell kontraproduktiv. Ein bis zwei Tage in der Woche von Zuhause aus zu arbeiten, könne die Zufriedenheit bei der Arbeit stärken. Doch längere Zeiträume sind für viele Menschen schwierig, weil ihnen eine übergeordnete Struktur fehlt, sie unproduktiver werden und auch ihre sozialen Kontakte vermissen.
Das Homeoffice hat uns neurotisch gemacht, WiWo 28.8.21

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Nicht mehr schuften für jeden Preis 
Montag, 6. September 2021 - Lebensart, Arbeit, Management
Die Pandemie hat den Niedriglohnsektor durchgewirbelt - und anscheinend bahnt sich nun in der ersten Phase der Erholung ein fundamentaler Wandel an. In den ersten Lockdowns verloren viele Menschen, die insbesondere in Branchen mit eher schlechter Bezahlung wie der Gastronomie tätig waren, ihre Arbeit, scheint es jetzt, wo die Geschäfte wieder anziehen, für viele Unternehmen schwierig, wieder Personal zu finden. In den USA, wo diese eher prekären Arbeitsverhältnisse anscheinend noch verbreiteter sind als in Deutschland, führten die von der Regierung eingeführten Corona-Hilfen sogar dazu, dass viele Arbeitslose plötzlich mehr Geld zur Verfügung hatten als zu den Zeiten, als sie für wenig Geld viel malochten. Eine Situation, die weniger daran liegt, dass die Zahlungen der Regierung besonders üppig gewesen wären, sondern eher darauf deutet, wie schlecht die Stundenlöhne in vielen Beschäftigungsverhältnissen waren. Nun, wo die Wirtschaft sich erholt, haben viele Firmen Schwierigkeiten, zu den ursprünglichen, sehr niedrigen Löhnen, überhaupt noch Mitarbeiter zu finden. Manche haben sich einfach neue Jobs in besser bezahlten Kontexten gesucht. Andere rechnen vielleicht nach und stellen fest, dass staatliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen, ihrem Leben dienlicher ist als für einen Hungerlohn zu schuften. Man darf gespannt sein, ob diese momentane Entwicklung in der Perspektive auf Themen wie den Mindestlohn längerfristig etwas verändert.
Goodbye, Knochenjob!, zeit.de 25.8.21

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