Deutsche Wirtschaft in der Motivationsfalle 
Dienstag, 20. Januar 2009 - Studien
Die deutsche Wirtschaft steckt in einer Motivationsfalle. Die Gallup-Studie 2009 zeigt, dass die Verbundenheit der Mitarbeiter mit ihren Arbeitgebern wie auch in den Vorjahren auf einem Tiefststand stagniert. So empfinden nur 13 Prozent aller Beschäftigten eine echte Verpflichtung gegenüber ihrem Unternehmen und sind hoch engagiert. 67 Prozent weisen dagegen eine geringe emotionale Verbundenheit auf und machen eher Dienst nach Vorschrift. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit im unteren Mittelfeld, denn in Großbritannien liegt die Zahl der Mitarbeiter mit hoher Verbundenheit bei 20 Prozent, in den USA sogar bei 29 Prozent. Dass das Thema emotionale Verbundenheit nicht nur psychologische Relevanz hat, zeigt ein Blick auf die finanziellen Auswirkungen. Da Mitarbeiter mit geringer Bindung ans Unternehmen zwei bis vier Fehltage pro Jahr mehr ausweisen als ihre engagierten Kollegen, summieren sich die Folgekosten für ein Unternehmen mit 1.000 Mitarbeitern auf jährlich 485.000 Euro. So entstehen laut Gallup volkswirtschaftliche Gesamtkosten von 81,2 bis 109 Milliarden Euro pro Jahr.
"Deutsche Mitarbeiter demotiviert", FTD 14.1.2009


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Uniforme Management-Ausbildung als Innovationsfalle 
Montag, 19. Januar 2009 - Management
Sie haben ihr Handwerk in renommierten Unternehmensberatungen gelernt, setzen dann noch einen MBA drauf und streben spätestens mit Mitte 40 ins Top-Management der großen Konzerne. Die deutsche Management-Elite weist zunehmend uniforme Lebensläufe auf - ein Faktor, der leicht zur Innovationsfalle werden kann. In einem Kommentar kritisiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung die neuen "Einheits-Manager", die zwar alle über eine hochkarätige Ausbildung verfügen, aber gerade deshalb nicht unbedingt am Puls der Zeit sind. "Kein Zweifel, die Managergeneration 40 plus ist exzellent ausgebildet, sie hat Hunderte von Fallstudien mit Bestnoten gelöst, kann aus dem Effeff den Markt für deutsche Limousinen in China in einer dreidimensionalen Matrix darstellen, navigiert wortgewandt zwischen Deleveraging, Due Diligence und Downsizing. Doch wer ähnlich tickt, handelt ähnlich. Es entsteht die Gefahr eines Herdentriebs: Alle hecheln denselben Trends hinterher, alle stoßen irgendwann an dieselben Grenzen, und alle reagieren mit denselben Maßnahmen", schreibt die FAZ und legt damit den Finger in eine Wunde, die auch immer mehr Personalberater thematisieren. Denn mit den Top-Lebensläufen ist auch eine gewisse Eintönigkeit verbunden, die sich in den Führungsetagen bereits negativ bemerkbar macht. Zwar sind die MBA-Absolventen fit im Rationalisieren, doch fehlt es ihnen am Gespür für weitgehende Neuerungen. Sie können hervorragend Prozesse managen, tun sich aber bisweilen mit dem Umgang mit Mitarbeitern schwer. Doch Querdenker haben es nach wie vor schwer, bis ins Top-Management aufzusteigen. Der Grund: Im Raster der Personalabteilungen sind Prädikatsexamen und MBA die Eintrittskarte für die Führungsetage, doch wer sich in seiner Ausbildung alleine darauf konzentriert, diese Voraussetzungen zu erfüllen, findet wenig Zeit, um über den Tellerrand hinaus zu schauen.
"Die Einheits-Manager", FAZ 12.1.2009



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CSR fehlt es an strategischer Verankerung 
Freitag, 16. Januar 2009 - Studien
Nur 15 Prozent der CSR-Maßnahmen im Mittelstand weisen eine fundierte strategische Verankerung auf. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt eine Studie der Beratungsgesellschaft Bonne Nouvelle und des TÜV Rheinland, für die rund 500 mittelständische Unternehmen befragt wurden. 62 Prozent der Befragten weisen dem Thema unternehmerische Verantwortung zwar einen hohen Stellenwert zu,doch nur 32 Prozent haben dafür ein festes Budget. Die große Mehrheit (68 Prozent) verzichtet auf die Erfolgsprüfung von CSR-Maßnahmen. Kreativität und Innovationen sucht man auf der CSR-Agenda des Mittelstands noch eher vergeblich, denn ein Großteil der Investitionen fließt in eher konventionelle Maßnahmen. Für die Mehrheit der Unternehmen umfasst CSR vor allem Maßnahmen der Personalentwicklung und Mitarbeitermotivation (78 Prozent) oder der Nachwuchsförderung (72 Prozent). Meistens werden die Mittel jedoch einfach nur extern eingesetzt für Spenden (56 Prozent), Sponsoring (53 Prozent) oder die Förderung von Mitarbeiterengagement (59 Prozent).
Pressemitteilung zur Studie vom Januar 2009


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Geringe Weiterbildung kostet Milliarden 
Donnerstag, 15. Januar 2009 - Studien
Die deutsche Wirtschaft könnte deutlich produktiver sein, wenn sie denn in Weiterbildung investieren würde. Zu diesem Schluss kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung. In einer Studie eruierten die Wirtschaftsforscher, dass fehlendes Wissen die deutsche Wirtschaft jedes Jahr rund 4,5 Milliarden Euro kostet. In Deutschland liegt der Wertschöpfungszuwachs von Erwerbstätigen bei 172 Euro pro Kopf - denn nur jede dritte Arbeitnehmer qualifiziert sich weiter. Beim europäischen Spitzenreiter Schweden sind es dagegen 329 Euro. Eine weitere Achillesferse: Nur 36 Prozent aller Weiterbildungen sind auf Informationstechnologie ausgerichtet, und das, obwohl 75 Prozent des Produktivitätswachstums auf der richtigen Nutzung von Informationstechnologien basieren. Eine Erkenntnis der Experten: Je höher der Bildungsgrad, umso größer die Weiterbildungsambitionen. So bilden sich 34 Prozent der Erwerbstätigen mit Hochschulabschluss fort, aber nur acht Prozent der Arbeitnehmer ohne Ausbildung.
"Fehlendes Wissen kostet 4,5 Mrd. Euro", FTD 21.12.2008


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Lügen als bewährte Alltagsstrategie 
Mittwoch, 14. Januar 2009 - Wissenschaft
Wahrhaftigkeit, Ethik und Moral - gerade in der gegenwärtigen Krisenanalyse werden diese Tugenden besonders beschworen. Und doch sind sie eher eine Ausnahmeerscheinung. Die Wirtschaftswoche widmet sich in einem Artikel dem Massenphänomen der Lüge und stellt fest: Selbst in einer nur zehnminütigen Konversation belügen sich 60 Prozent aller Gesprächspartner bis zu drei Mal - meist durch beiläufige Flunkerien, derer sie sich gar nicht bewusst sind, die aber beinahe ein Drittel aller Lügen ausmachen. 41 Prozent der Menschen lügen, um sich Ärger zu ersparen und keine Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen zu müssen, 14 Prozent wollen sich mit ihren Lügen das Leben erleichtern, acht Prozent versuchen, damit ihre Beliebtheit zu erhöhen und sechs Prozent lügen schlicht aus Faulheit. Studien zeigen auch, dass die virtuelle Kommunikation das Lügen begünstigt. So zeigt eine Umfrage der Unternehmensberatung German Consulting Group, dass 63 Prozent der Befragten ihre Geschäftspartner via SMS belügen, und amerikanische Forscher fanden heraus, dass nahezu alle Mail-Schreiber ihre Partner anlügen, während bei Briefe-Schreibern "nur" 64 Prozent zu Unwahrheiten bereit sind.
"Dienen Lügen wirklich der Karriere?", WiWo 5.1.2009


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Wirtschaft und Gesellschaft neu denken 
Dienstag, 13. Januar 2009 - Arbeit
Der Gründer der Bio-Supermarktkette Alnatura Götz Rehn lädt in einem Artikel auf der Webseite des Unternehmens dazu ein, Wirtschaft und Gesellschaft neu zu denken. Der Anthroposoph sieht in der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise den Ausdruck einer "Selbstversorgungsillusion". "Wir haben in vielen Bereichen der Wirtschaft gegen ein Grundgesetz der Wirtschaft verstoßen: Wirtschaften heißt immer für andere leisten können und wollen. Wirtschaft ist praktischer Altruismus, nicht eine Selbstversorgungsveranstaltung", sagt Rehn. Er geht davon aus, dass die Weltwirtschaft umso besser funktioniert, je weniger der Einzelne aus einer Selbstversorgungshaltung heraus agiert, desto besser funktioniere der soziale Organismus. "Wenn wir jedoch erkennen, dass wir alle füreinander tätig sind, ist es nur noch ein kleiner Schritt zu einer vernetzten Wirtschaft", so Rehn.
"Die Finanzkrise als Ausdruck der 'Selbstversorgungsillusion'", Alnatura Magazin 1.2009


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Jeder vierte Arbeitnehmer ohne Loyalität 
Montag, 12. Januar 2009 - Studien
Mit der Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber sieht es bei deutschen Arbeitnehmern nicht gerade rosig aus. Einer Umfrage des Karriereportals Careerbuilder.de zufolge empfinden gegenwärtig 26 Prozent der Angestellten keine Loyalität gegenüber ihrem Arbeitgeber. Zu den wichtigsten Gründen für die eher geringe Verbundenheit zählen die Befragten zu geringe Bezahlung (68 Prozent), mangelnde Wertschätzung ihres Engagements (63 Prozent) und ein unbefriedigendes Arbeitsklima (55 Prozent). Auch fehlende persönliche Wertschätzung (54 Prozent), fehlende Aufstiegsmöglichkeiten (50 Prozent) und keine ausreichende Weiterbildung (43 Prozent) untergraben das Commitment der Beschäftigten.
Pressemitteilung Careerbuilder


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Social Banking im Aufwind 
Freitag, 9. Januar 2009 - Success Stories
Das Handelsblatt stellt in einem Artikel das Institut für Social Banking (ISB) vor, das von zwölf europäischen Sozialbanken gegründet wurde und einen Masterstudiengang "Social Banking und Social Finance" anbietet. "Nachhaltigkeit ist für Sozialbanken wichtiger als schnelle Rendite. Der Ansatz zahlt sich aus: Sozialbanken wachsen aus eigener Kraft und stetig, aufgrund der Finanzkrise derzeit sogar stark", schreibt das Handelsblatt. So kann beispielsweise die Bochumer GLS Bank gegenwärtig einen wöchentlichen Anstieg des Anlagevolumens um zehn bis 20 Millionen Euro verbuchen. Dem ISB geht es mit seinem Studiengang vor allem um Einstellungsänderungen. "Wir bringen unseren Studierenden bei, ihre Arbeit systematisch zu hinterfragen", sagt etwa der am ISB lehrende Finanzwissenschaftler Sven Remer. Den Sozialbankern geht es darum, die Arbeit stetig mit dem eigenen Wertesystem abzugleichen und sich auch kritische Fragen zum eigenen beruflichen Wirken zu stellen, beispielsweise ob ein Wachstum allein um des Wachstums willen sinnvoll ist, wenn man dafür seine Prinzipien und Werte verleugnen muss. Das ISB soll den Führungsnachwuchs der bestehenden Sozialbanken für die Übernahme neuer Positionen vorbereiten, dient aber auch Mitarbeitern konventioneller Banken zur Weiterbildung, beispielsweise wenn es um die Spezialisierung auf nachhaltige Geldanlagen geht.
"Die Geldverbesserer", HB 31.12.2008


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