Tratsch kann konstruktiv sein 
Donnerstag, 26. Januar 2012 - Wissenschaft
Eine Studie der University of California in Berkely zeigt, dass Tratsch dabei hilft, Stress abzubauen und soziales Verhalten fördern kann. In mehreren Spielsituationen wurden Probanden damit konfrontiert, dass einige Teilnehmer mogeln. Wenn sie dieses Wissen anschließend an andere, die später mit den Schummlern spielen sollten, weitergeben konnte, senkte sich ihr zuvor beschleunigter Puls. Spieler, die durch einen Fragebogen als besonders sozial eingestellt identifiziert worden waren, störten sich besonders an den Betrügern und setzen auch häufiger die anderen Spieler von dem Fehlverhalten, das sie beobachtet hatten, in Kenntnis. Wurden die Spieler, die durch den Fragebogentext als eher eigennützig eingestuft worden waren, vorab davon informiert, dass ein Beobachter nach dem Spiel verraten würde, wer gemogelt hatte, stieg die Rate der Ehrlichen an. Die Forscher ziehen daraus den Schluss, dass Tratsch konstruktiv ist, wenn er dazu dient, andere Menschen vor negativen Folgen oder Erlebnissen zu warnen - und er führt zu sozialerem Verhalten, wenn Egoisten sich sorgen müssen, dass ihr Verhalten nicht unentdeckt bleibt.
Tratschen erlaubt - in bestimmten Fällen, wissenschaft.de 18.1.12

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Unglücklich durch Facebook? 
Mittwoch, 25. Januar 2012 - Wissenschaft
Eine Studie der Utah Valley Universität wirft die Frage auf, ob zu viele virtuelle Freunde bzw. eine intensive Nutzung von Online-Plattformen unglücklich machen. Untersucht wurde die Facebook-Nutzung von 425 Studenten. Je intensiver die Probanden die Plattform nutzten, umso stärker gingen sie davon aus, dass andere Menschen glücklicher seien als sie selbst und dass das Leben ungerecht sei. Diese negativen Gefühle waren bei den Studienteilnehmer am stärksten ausgeprägt, die die meisten Facebook-Freunde hatten, ohne diese im wirklichen Leben zu kennen. Die Forscher gehen davon aus, dass die User sich aufgrund der auf Facebook von ihren Freunden publizierten Informationen ein falsches Bild der Wirklichkeit machen. Wo viele Mitglieder tendenziell über positive Erlebnisse posten, stellt sich leicht der Trugschluss ein, dass diese besonders glücklich seien. In persönlichen Kontakten hingegen, in denen man seine Freunde auch in negativen Stimmungen erlebe, relativiere sich dieses Bild.
Macht Facebook unzufrieden? WiWo 16.1.2012

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Nachhaltiger Konsum? 
Dienstag, 24. Januar 2012 - Wissenschaft
Die taz geht der Frage nach, ob das neue Trendthema "Collaborative Consumption" einen Beitrag zu nachhaltigeren Lebensstilen leisten kann. Auto-Sharing-Börsen, Mitwohn-Plattformen und Portale, auf denen man Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs mit anderen Menschen teilen kann, sprießen gegenwärtig wie Pilze aus dem Boden. Die neue Kultur des Teilens wird zunehmend zum Kult und verändert auch das Denken über Konsum. Wo früher ein Auto noch ein starkes Statussymbol war, sieht sich die Automobilindustrie längst damit konfrontiert, dass immer weniger junge Leute meinen, selbst ein Auto besitzen zu müssen. Sie nutzten statt dessen Angebote, die ihre Mobilität sicherstellen - unter anderem Auto-Sharing-Börsen. Ulf Schrader, Professor für nachhaltigen Konsum an der TU Berlin, sieht in den aktuellen Entwicklungen einen Beitrag zu mehr Effizienz. In seinen Augen werden die neuen Konsumpraktiken im Zweifel jedoch nur einen geringen Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstoßes sein, denn Studien zeigen bereits, dass die Tausch- und Teilkultur denen, die sie praktizieren, zwar dabei hilft, Geld zu sparen - doch wenn diese Einsparungen dann lediglich in den Kauf anderer Güter fließen, ist unter dem Strich zumindest für die Umwelt kaum etwas gewonnen.
Hecke statt Miete, taz 14.1.12


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Auszeit bei McKinsey 
Montag, 23. Januar 2012 - Management
Sie arbeiten rund um die Uhr, hetzen im Flieger durch die Welt und wechseln häufig bereits vergleichsweise jung wieder den Arbeitgeber, weil sie die 24/7-Verfügbarkeit langfristig nicht stemmen können - so ein der Realität wohl recht nahe kommendes Bild von Unternehmensberatern. McKinsey setzt nun auf eine neue Strategie. Laut FAZ will die Unternehmensberatung es ihren Mitarbeitern künftig ermöglichen, pro Jahr drei Monate Auszeit zu nehmen. In den drei Quartalen, in denen die Berater Vollzeit arbeiten, verzichten sie auf 25 Prozent ihres Gehalts, das dann während der Auszeit ebenfalls zu 75 Prozent gezahlt wird. "Mitarbeiter sollen auch mal rauskommen aus der beruflichen Tretmühle", zitiert die FAZ den McKinsey-Deutschland-Chef Frank Mattern.
McKinsey ermöglicht Beratern drei Monate Auszeit, FAZ 20.1.12
(Beitrag nur kostenpflichtig lesbar)

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Wir brauchen mehr soziale Innovationen 
Freitag, 20. Januar 2012 - Wissenschaft
In einem Beitrag für Zeit online erklärt Uwe Schneidewind, Präsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie, warum soziale Innovationen mindestens genau so wichtig sind wie technologische Lösungen, um dem Klimawandel Einhalt zu gebieten. Soziale Innovationen sind laut Schneidewind sehr viel schneller umsetzbar als neue Technologien. Während die Automobilindustrie beispielsweise rund 20 Jahre gebraucht habe, um sich zum heutigen Stand der Nutzung regenerativer Energien vorzuarbeiten, hätte Japan nach der Atomkatastrophe von Fukushima durch Verhaltensänderungen in kürzester Zeit Energieeinsparungen von 15 bis 20 Prozent erreicht. Eine flächendeckende Einführung von Tempo 100 auf deutschen Straßen könne unmittelbar zu Kraftstoffeinsparungen von fünf Prozent führen. Soziale Innovationen benötigen darüber hinaus im Vergleich zur Technologieentwicklung kaum Kapital, so dass sie auch für ärmere Länder, aber auch im Rahmen einer breiten Partizipation der gesamten Bevölkerung realisierbar wären.
Technik allein bringt's nicht, Zeit online 6.1.12


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Statistik verschleiert manches Armutszeugnis 
Donnerstag, 19. Januar 2012 - Arbeit
In seiner Kolumne für Zeit online nimmt der Coach Martin Wehrle das Thema Krankenquote in Unternehmen unter die Lupe und kritisiert, dass immer mehr Unternehmen in die Falle tappen, einen niedrigen Krankenstand als Gradmesser für die hohe Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter zu betrachten. Dies sei zwar durchaus möglich, doch warnt Wehrle vor pauschalen Fehlschlüssen, da sich immer mehr Mitarbeiter aus Angst vor Arbeitsplatzverlust oder aufgrund der hohen Arbeitsverdichtung, die die eigenen Fehltage zur Belastung für die Kollegen werden lasse, auch krank zur Arbeit schleppen. "Wenn ein Sklaventreiber den Umstand, dass seine Untergebenen niemals krank sind, seiner »sozialen Kompetenz« zugeschrieben hätte – er wäre ausgelacht und auf seine Peitsche verwiesen worden. So manches gute Zeugnis, das sich Firmen selbst ausstellen, wird durch einen Blick hinter die Statistik als Armutszeugnis entlarvt", so Wehrle.
Das Zitat... und Ihr Gewinn, Zeit online 8.1.12

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Abwechslung hält das Gehirn fit 
Mittwoch, 18. Januar 2012 - Wissenschaft
Die taz erörtert in einem Beitrag neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zur Neuroplastizität des Gehirns. Im Hinblick auf die steigende Lebensarbeitszeit stellt sich für die Arbeitswelt von morgen die Frage, wie auch ältere Arbeitnehmer möglichst lange ihre geistige Fitness bewahren können. Die Arbeits- und Hirnforschung zeigt dabei: Vor allem abwechslungsreiche Tätigkeiten stimulieren das Gehirn und sorgen dafür, dass der kognitive Abbau im Alter sich verlangsamt. So zeigt sich bei Arbeitnehmern, die langfristig eher gleichförmige Arbeiten verrichten, dass ihre Reaktionsfähigkeiten mit zunehmendem Alter zurückgehen. Trotz dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse sei die "sozialpolitische Frage der Arbeitsbedingungen" noch nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen, sondern werde eher als Privatsache angesehen, bemängelt die taz. Regelmäßiger Sport, das Spielen eines Instruments oder Freizeitbeschäftigungen, die das Gehirn stimulieren, werden gerne als Wege propagiert, den eigenen Geist geschmeidig zu halten.
Tolle Ideen auch noch mit 50, taz 6.1.12

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Führung für mehr Partizipation 
Dienstag, 17. Januar 2012 - Management
Auf dem Online-Portal Berufebilder.de erklärt die Fachautorin Katharina Daniels, wie Unternehmen mit neuen Führungsstrukturen gezielt bessere Möglichkeiten der Partizipation gestalten können. Sie bezieht sich dabei auf das aus den USA stammende integrale Modell "Holacracy". Es bricht die gesamte Unternehmensorganisation herunter auf miteinander vernetzte Arbeitskreise, die alle Hierarchiestufen durchlaufen. Diese Vernetzung führt dazu, dass einerseits alle operativen Einheiten eines Unternehmens in sich effizient ihre Aufgaben erfüllen können und darüber hinaus der Informationsfluss über die Hierarchiestufen hinweg institutionalisiert wird. Ein weiterer wichtiger Aspekt des Holacracy-Modells: Es arbeitet auf Basis des Konsent-Prinzips, das - im Gegensatz zum Modell des Konsenses - immer danach trachtet, die beste Lösung für den Moment, für den nächsten anstehenden Schritt zu finden. Da hier nicht nach der optimalen Lösung für alle Zeiten gesucht wird, werden Entscheidungsprozesse schneller und flexibler, denn das System ist darauf angelegt, einmal gefasste Beschlüsse sofort zu verändern, wenn neue Informationen vorliegen. Den Paradigmenwechsel, der damit für die Führungskultur verbunden ist, beschreibt Daniels wie folgt: "Die Führungskräfte sind hier nicht mehr diejenigen, die von oben bestimmen wie ein General sondern sie helfen dabei, die unaufhörlichen Prozesse in den Arbeitskreisen zu hegen und zu pflegen – wie ein Gärtner."
"Manager müssen vom General zum Gärtner werden", berufebilder.de 19.12.11

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