Wie Meditation Menschen verbinden kann 
Mittwoch, 25. Januar 2017 - Bewusstsein, Studien
Mit Meditation verbindet man gewöhnlich, alles loszulassen, in die Stille zu gehen, sich auf nichts mehr zu beziehen. Die Neurowissenschaftlerin Tania Singer erforscht mit ihrem ReSource-Projekt eine weitere Dimension des Meditierens und geht der Frage nach, wie Achtsamkeitsübungen dazu beitragen können, mehr Verbundenheit mit anderen Menschen zu entwickeln. In einer Übung, die "kontemplative Dyade" genannt wird, übten die Teilnehmer ihrer Studie an fünf Tagen pro Woche gemeinsam mit einem meist unbekannten Gegenüber. Die Teilnehmer wurden mit einer Smartphone-App zusammengebracht, die Gespräche verliefen meist virtuell. Ein Teilnehmer berichtete einige Minuten über ein unangenehmes Erlebnis, das ihn sehr beschäftigte, und danach über etwas, für das er dankbar war. Der andere hörte einfach aufmerksam zu, ohne auf das Gesprochene in irgendeiner Weise zu reagieren. Über die sechs Monate des Übens zeigte sich, dass die Probanden eine wachsende Verbundenheit untereinander erlebten. "Sie bauten damit eine emotionale Nähe zueinander auf – obwohl der Dialogpartner jede Woche aufs Neue wechselte und die Übungseinheiten meist statt von Angesicht zu Angesicht über eine eigens entwickelte Smartphone-App durchgeführt wurden", so Bethany E. Kok. Die Neurowissenschaftler ziehen daraus den Schluss, dass sich die Teilnehmer nicht nur ihrem direkten Partner innerhalb der Dyade näher fühlten, sondern den Menschen im Allgemeinen. Meditation ist also nicht nur etwas für "Eremiten", sie hat konkrete soziale Wirkungen.
Meditation: Zweisam statt einsam, Doc Check News 11.1.17

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Faire Arbeitsbedingungen sind eine Frage des Wollens 
Dienstag, 24. Januar 2017 - Arbeit, Management, Success Stories
In einem Beitrag auf Welt.de wirft Christian von Daniels, Chef des größten deutschen Maßhemden-Schneiders van Laack, der Modebranche vor, weltweit faire Arbeitsbedingungen schlicht nicht zu wollen. „Dass der Verbraucher so wenig wie möglich für ein Produkt ausgeben will, ist völlig legitim. Das Problem ist vielmehr die Gleichgültigkeit der Auftraggeber“, so von Daniels. Er rechnet vor, dass ordentliche Kontrollen der Arbeitsbedingungen selbst bei einem Billig-T-Shirt die Produktionskosten gerade einmal um einen Cent pro Stück erhöhen. Auch zusätzliche Sozialleistungen wie kostenloses Essen und Trinken, Kinderbetreuung oder Aus- und Weiterbildung würden den Preis eines T-Shirts um vielleicht 30 Cent erhöhen. Van Laack produziert überwiegend in eigenen Fabriken in Tunesien und Vietnam. Die den Mitarbeitern gewährten sozialen Leistungen führten zwar zu höheren Kosten, aber: "Im Gegenzug ist die Fluktuation in unseren Betrieben aber gering und die Arbeitsproduktivität hoch. Das relativiert am Ende die hohen Kosten."
Van Laack kritisiert fehlende Fairness der Branche, Welt.de 9.1.17

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Auswege aus der Grübelfalle 
Montag, 23. Januar 2017 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Wissenschaft, Medien
Die Journalistin Katharina Kilchenmann hat den Kongress Meditation & Wissenschaft genutzt und mit Psychologen, Neurowissenschaftlern und spirituellen Lehrern darüber gesprochen, wie wir der Falle des ewigen Grübelns entrinnen können. In dem Radio-Feature erklärt die Wissenschaftlerin Christine Kühner, warum das Grübeln für uns manchmal so verführerisch ist - und wie Achtsamkeitsübungen dabei helfen können, das Kreisen der Gedanken um sich selbst zu durchbrechen. Der Psychologe Stephan Grünewald lässt deutlich werden, dass Grübeln nicht allein ein persönliches Problem ist, sondern auch von unseren kulturellen Umständen geprägt wird. Sehr erfrischend gesteht die Zen-Lehrerin Anna Gamma, dass sie, obwohl sie regelmäßig meditiert, auch bisweilen ins Grübeln kommt. Sie zeigt, wie es gelingen kann, aus drängenden Gedanken wichtige Lehren zu ziehen - und sie dann wieder loszulassen. Ein spannendes Radio-Feature!
"Erlöse uns von dem Grübeln", Radio SRF 2 8.1.17

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Pervertiertes Bauchgefühl 
Freitag, 20. Januar 2017 - Bewusstsein, Psychologie, Wissenschaft
Unser Bauchgefühl ist eine starke Instanz - es ist uns so nahe, dass wir ihm oft unhinterfragt folgen. In einem Beitrag für die Zeit betrachtet Martin Kolmar, der in St. Gallen Volkswirtschaft lehrt, dieses Bauchgefühl vor dem Hintergrund des wachsenden Populismus sehr kritisch, denn seiner Meinung nach führen unsere unbewussten emotionalen Reaktionen auch dazu, dass die gesellschaftliche Segregation wächst. Kolmar bezieht sich auf wissenschaftliche Studien, die zeigen, dass Unterscheidungen in "wir" und "die anderen" meist nicht wertfrei sind, sondern mit ihnen oft auch eine Abwertung derer verbunden ist, die nicht zu diesem Wir zählen. "Offenbar spielen unbewusste Emotionen und bewusstes Denken zusammen. In einer Studie dachten Teilnehmende, dass sie gar nicht diskriminierten, obwohl Diskriminierung auf der emotionalen Ebene nachweisbar war. Dies verweist auf einen Konflikt zwischen Gefühl und bewusstem Erleben, der problematisch sein kann. Probleme entstehen vor allem dann, wenn die herrschenden Normen dem eigenen Empfinden widersprechen. Das wiederum führt zu Spannungen, in deren Folge das lange verdrängte Bauchgefühl sich plötzlich Luft machen kann", so Kolmar. Das Schwierige daran: Unsere emotionalen Reaktionen sind schnell - und sie verfestigen sich, da wir neue Erfahrungen durch den Filter unserer bisherigen emotionalen Reaktionen machen. Kolmar hält diesem Automatismus das bewusste Denken entgegen. "Wir können es dazu nutzen, unser emotionales Erleben der Wirklichkeit zu rechtfertigen und Widersprüche zu übertünchen. Empirische Fakten spielen dabei kaum eine Rolle, solange wir uns damit nicht massiv schaden", beschreibt er, wie im öffentlichen Diskurs immer mehr der Populismus um sich greift. Wir können jedoch auch in die andere Richtung denken: "Wir können aber auch mit der Vernunft in Distanz zu uns selbst, unseren Gefühlen und Erklärungsmustern treten. Auf diese Fähigkeit setzt die Aufklärung. Sie brachte uns die Idee universeller Menschenrechte, ein erster und hinsichtlich seiner Tragweite kaum zu unterschätzender Schritt, um ein unreflektiert emotional gesteuertes Denken zu überwinden." Vielleicht stehen wir als Menschheit gerade an einer Schwelle und sollten uns bewusst fragen: Wollen wir wieder zurückfallen in tumbe Reflexe, die uns vermeintlichen Schutz bieten? Oder wollen wir an Herausforderungen wachsen, sind wir neugierig zu erfahren, wer wir sein können, wenn wir offen mit dem sind, was sich uns in der Welt zeigt? Vielleicht erfahren wir dann, dass "wir" mit anderen mehr gemeinsam haben, als unsere persönlichen Gefühle uns suggerieren.
Wider das Bauchgefühl, Zeit online 7.1.17

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Sehnsucht nach Stille 
Donnerstag, 19. Januar 2017 - Bewusstsein, Studien, Arbeit
Stille ist das "Echo des ewigen Schweigens der unendlichen Räume jenseits unserer Welt", schreibt Maximilian Probst poetisch in einem Beitrag für die Zeit. Im Alltag ist es jedoch meist so laut, dass wir diese Stille kaum noch wahrnehmen können. Laut Umfragen fühlen sich 55 Prozent der Deutschen von Straßenlärm geplagt, 32 Prozent von Fluglärm und 20 Prozent von Bahnlärm. Von der täglichen Hektik im Großraumbüro ganz zu schweigen. Dabei könnte es so schön sein, einmal bewusst die Stille zu suchen und ihr nachzugehen. Ursula Hertewich, die seit zehn Jahren als Dominikaner-Schwester im Kloster Arenberg bei Koblenz lebt, beschreibt die mystische und heilende Dimension der Stille während der Kloster-Retreats: "Zehn Tage im Jahr schweigen wir Schwestern aus dem Kloster Arenberg. Ein Verzicht, ähnlich wie das Fasten. Die ersten zwei bis drei Tage fühlt sich das für mich wunderbar an. Die Stille ist so heilsam. Ich nehme Reize von außen viel deutlicher wahr und lerne mich selbst besser kennen. Da fällt mir auf, was im Alltag nicht reibungslos funktioniert. Ich hinterfrage: Welche Bedürfnisse habe ich? Was sagt mir mein Inneres? Und was sagt mir Gott?" Sie betont auch, wie das Schweigen das eigene Selbstbild herausfordert und zur Reflektion einlädt: "Es ist aber auch eine einsame, anstrengende Zeit. Denn für die Seele ist Schweigen wie ein Vollwaschgang. Es kommen Zweifel, Ängste, Fragen hoch. Da ich schweige, bin ich mit ihnen ganz alleine. Ich kann ihnen nicht entkommen. Auch Radio hören oder Bücher lesen ist für mich in dieser Zeit tabu. Es gibt nichts, was mich ablenken könnte." Klingt nach einem wunderbaren Weg, um wieder zu sich selbst und auch zur Welt zu kommen.
Himmlische Ruh? Zeit online 5.1.17
"Die Stille ist kostbar, ein Genuss", Zeit online 8.1.17

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Selbst ausgeschaltete Smartphones stören 
Mittwoch, 18. Januar 2017 - Bewusstsein, Studien
Störungen durch permanentes Daddeln mit dem Smartphone sind heute fast schon zur (Un)Kultur geworden. Japanische Wissenschaftler haben nun bewiesen, dass Smartphones nicht einmal aktiv benutzt werden müssen, um zu stören - ihre Anwesenheit allein reicht dazu schon aus. Die Forscher ließen 40 Studenten Aufgaben am Computer lösen, bei denen sie unter verschiedenen Zeichen ein besonderes finden sollten. Im Setting wurde die Aufgabe einmal mit einem neben dem Bildschirm liegenden Schreibblock bewältigt, ein anderes Mal lag neben dem Computer ein ausgeschaltetes Smartphone. Die Gruppe, die neben dem Smartphone arbeitete, brauchte dabei für das Bewältigen der Aufgabe länger.
Auch fremde Smartphones stören die Konzentration, spektrum.de 4.1.17

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Wenn der Fortschritt zur Zeitbombe wird 
Dienstag, 17. Januar 2017 - Bewusstsein, Lebensart
Die Weltlage scheint immer stürmischer zu werden. Die Politik ist hauptsächlich damit beschäftigt, nach den Regeln und Normen der Vergangenheit zu handeln. Doch hilft eine Politik der Abschottung und Grenzziehung wirklich dabei, Themen wie die Flüchtlingsproblematik, Klimawandel und globale Ungleichheit angemessen anzugehen? Wichtige inhaltliche Impulse zu Themen wie diesen - und vor allem auch einem radikalen Umdenken - kommen gegenwärtig eher von Wissenschaftlern, die bereits ein Gespür dafür entwickelt haben, dass nationale Alleingänge und Klientelpolitik keine Auswege bieten, sondern die Lage eher noch verschlimmern. Der Wachstumskritiker Nico Paech und der Astrophysiker Stephen Hawking scheuten sich nicht, in ihren jüngsten Statements darauf hinzuweisen, dass wir alle in unterschiedlicher Weise zum gegenwärtigen Krisenmix beitragen - und demzufolge auch Lösungen nur in größeren, gemeinsamen Räumen entstehen können, aus einem Bewusstsein, dass eben doch alles und alle irgendwie miteinander verbunden sind. Wachstumskritiker Nico Paech skizziert in der Zeit, wie der übertriebene Konsumismus des Westens weltweit Begehrlichkeiten weckt, die nicht zu erfüllen sind. Für ihn sind die aktuellen Entwicklungen nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern der Menschenwürde: "Zwei typische Reaktionsmuster der Entwürdigten halten Europa in Atem. Zum einen werden religiöse Traditionen radikalisiert. Sich von den 'gottlosen' Modernisierern abzugrenzen und diese als Feinde zu bekämpfen, scheint identitätsstiftend zu sein, weil sich daraus ein heroisches Selbstwertgefühl ableiten lässt. Zum anderen verlassen immer mehr Menschen ihre Heimat, um ins vermeintliche europäische Paradies zu gelangen. Sie folgen dem Versprechen, dort übergangslos das Leben der Fortschrittlichen imitieren zu können. ... Aber globale Gerechtigkeit kann weder ein Unterfangen der kulturellen Homogenisierung sein, noch kann sie allein auf ökonomischer Ebene erreicht werden. Nicht der Süden wäre zu 'entwickeln', sondern der Norden müsste materiell abgerüstet werden. Nur so kann er dem Süden ein Stück Würde zurückgeben, ohne unerfüllbare Träume zu wecken. Eine bloße Übertragung des European Way of Life – ganz gleich ob durch internationalen Handel, Entwicklungspolitik oder Einwanderung – kann nur im ökologischen Fiasko enden." Stephen Hawking argumentiert in ähnliche Richtung: "Die globale Ausbreitung des Internets und der sozialen Medien hat eine unbeabsichtigte Konsequenz: Wie krass die Ungleichheiten sind, ist heute wesentlich offensichtlicher als früher. Ganz gleich, wie arm man ist, solange man ein Telefon mit Internetanschluss hat, kann man das Leben der reichsten Menschen in den wohlhabendsten Teilen der Welt bestaunen. Und da heute im Afrika südlich der Sahara mehr Menschen über ein Smartphone als über Zugang zu sauberem Wasser verfügen, bedeutet das über kurz oder lang, dass niemandem auf unserem immer voller werdenden Planeten diese Ungleichheit entgeht. ... Aus all dem ergibt sich für mich, dass wir dringend enger zusammenarbeiten müssen, als das je in der Menschheitsgeschichte nötig war. ... Dazu müssen wir die Schranken innerhalb und zwischen den Nationen abbauen und nicht noch verstärken. Wenn wir uns die letzte Chance bewahren wollen, bleibt den führenden Entscheidungsträgern dieser Welt nichts anderes übrig, als anzuerkennen, dass sie versagt und die Mehrheit der Menschen im Stich gelassen haben. Die Ressourcen konzentrieren sich immer mehr in den Händen weniger, weshalb wir lernen müssen, weit mehr als bisher zu teilen. Das ist machbar. In Bezug auf die Spezies Mensch bin ich ein ungeheurer Optimist. Aber die Eliten – von London bis Harvard, von Cambridge bis Hollywood – sollten aus den vergangenen Monaten ihre Lehren ziehen. Vor allem müssen sie sich ein gewisses Maß an Demut und Bescheidenheit aneignen", so Hawking.
Der zerstörereische Traum vom Frotschritt, Zeit online 3.1.17
"Gefährlichster Zeitpunkt der Menschheitsgeschichte", IPG 6.1.17

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Wissenschaftlicher Überblick zu Achtsamkeit im Business 
Montag, 16. Januar 2017 - Bewusstsein, Studien, Wissenschaft, Arbeit, Management
Das Online-Portal "Leadership Insiders", das sich ganz der wissenschaftlichen Entwicklung in den Bereichen Führung und Organisationsentwicklung verschrieben hat, bietet auf seiner Webseite einen umfassenden Beitrag zu Achtsamkeit in der Arbeitswelt an. Es werden eine Fülle von Forschungsbefunden zur Wirkung von Achtsamkeit und Meditation präsentiert und Umsetzungsbeispiele in Unternehmen angesprochen. Auch finden sich viele Verweise darauf, wie Achtsamkeit in konkreten Führungskontexten wirkt, beispielsweise zur inneren Selbstregulation der Führenden wie auch im interpersonellen Bereich zwischen Führungskräften und Mitarbeitern. Einige der Erkenntnisse: Meditation erleichtert Führenden ein offenes, nicht-bewertendes Zuhören und sie entwickeln bessere Konfliktlösungskompetenzen. Außerdem kann Achtsamkeit emotionale Erschöpfung verringern, zu einer besseren Work-Life-Balance führen, eine allgemein höhere Arbeitsleistung ermöglichen, abweichende Verhaltensweisen verringern, zu einer gesteigerten Arbeitszufriedenheit führen, verbesserte Leistungen im jeweiligen Verantwortungsbereich mit sich bringen und ein höheres Engagement, zum Organisationserfolg beizutragen, bewirken. Für alle, die sich mit Achtsamkeit im Business beschäftigen, ist der Artikel eine wunderbare Ressource, da er zahlreiche wissenschaftliche Studien zitiert.
Achtsame Führung - Fakten für Führungskompetenz, Leadership Insiders 10.12.16

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