Führung braucht innere Freiheit 
Dienstag, 11. Februar 2014 - Management
Fragt man Prof. Michael Bordt, Vorstand des Instituts für Philosophie und Leadership an der Hochschule für Philosophie in München, danach, was für die Entwicklung von Führungsfähigkeiten besonders wichtig ist, bekommt man eine verblüffende Antwort: "Wer führen will, muss sterben können. Das bedeutet, dass derjenige, der als Führungskraft für das Unternehmen die richtigen Entscheidungen treffen will, sich innerlich unabhängig machen muss. Er muss sich frei machen können von all dem, was ihn an eigenen Motiven, Ängsten und Machtphantasien beschäftigt und bewegt." Der kritische Blick auf sich selbst und das Verstehen des eigenen inneren Lebens sind für den Philosophen die wichtigsten Voraussetzungen, um sich in den Dienst einer Sache zu stellen. Dabei geht es nicht um selbstbezogene Nabelschau, denn: "Nur das, was einem bewusst ist, kann man kontrollieren. Was einem nicht bewusst ist, das kontrolliert uns." Bordt glaubt nicht so sehr an spezielle Leadership-Tools, sondern sieht in der Persönlichkeit der Führenden den Schlüssel zum Erfolg: "Je höher Sie in einem Unternehmen aufgestiegen sind, je dünner die Luft wird, desto mehr sind es der Charakter und die Persönlichkeit, mit denen eine Führungskraft Menschen führt, sie begeistert und mitzieht. Und da ist ein Mensch dann ganz auf sich gestellt. Dazu braucht man eine gereifte Persönlichkeit und man muss sich selbst kennen. Wenn man sich aber schon selber ein Rätsel ist, wie soll man dann erst verstehen, was einen Mitarbeiter bewegt?" Boldt beruft sich in seinen Leadership-Programmen deshalb auf die Weisheit der Jesuiten. Achtsamkeitsübungen und Meditation sind in seinen Seminaren der Schlüssel, der die Tür zur Selbsterkenntnis und damit zu einem besseren Weltverständnis öffnet.
Besser führen ohne durchzudrehen, WiWo 29.1.14


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Fachtagung "Achtsamkeit am Arbeitsplatz" 
Montag, 10. Februar 2014 - Veranstaltungen
Am 21. März 2014 findet in Rösrath bei Köln die zweite Fachtagung "Achtsamkeit am Arbeitsplatz" statt, veranstaltet vom Giessener Forum und dem Lohmarer Institut für Weiterbildung. WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen werden grundlegende Konzepte der Achtsamkeit vorstellen und anhand praktischer Beispiele zeigen, wie Achtsamkeit in spezifischen Arbeitskontexten Wirksamkeit entfalten kann. So zeigt Dr. Britta Hölzel in einem Vortrag, welche Rolle Achtsamkeit im Zuge der Burn-out-Prophylaxe spielen kann, Valerie Saintot, MBSR-Lehrerin und Managerin der Europäischen Zentralbank in Frankfurt, spricht über ihre Erfahrungen mit kompakten Achtsamkeitskursen im Büro und Rüdiger Standhart vom Gießener Forum stellt das von seinem Institut entwickelte Training Achtsamkeit am Arbeitsplatz vor. Weitere ReferentInnen gehen auf die Möglichkeiten von Achtsamkeit in der Organisationsentwicklung ein und informieren über die neuesten Erkenntnisse der Neurowissenschaften.
Weitere Informationen und Anmeldung

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Stressfaktor Großraumbüro 
Freitag, 7. Februar 2014 - Studien
Entscheidenden Einfluss auf das Stressempfinden am Arbeitsplatz scheint die Zahl der Kollegen, mit denen Menschen in einem Raum arbeiten müssen, zu haben. Studenten der Technischen Universität München am Lehrstuhl für Strategie und Organisation untersuchten mit einem Onlinetest bei 249 Menschen, welches deren größte Stressquellen im Job sind. Die Teilnehmer mussten verschiedene Fragen nach Selbsteinschätzung beantworten und hatten dafür eine Skala von 1 (kein Stress) bis 5 (starker Stress) zur Verfügung. Menschen, die in Großgruppenbüros arbeiteten, zeigten hier einen Stresslevel von 2, Mitarbeiter mit Einzelbüros einen von 1,8. Mitarbeiter in Kleingruppenbüros mit bis zu vier Personen erreichten auf der Skala den Wert 1,7. Sechs Prozent der Befragten gaben an, in den Arbeitspausen meistens oder teilweise Sport zu treiben – was ihren Stresslevel auf 1,3 senkte. Die übrigen, die entweder selten die Pausen für sportliche Aktivität nutzten (15 Prozent) oder gar nicht (79 Prozent) erreichten hingegen einen Stresslevel von 1,9.
Sport und Doppelbüros verhindern Stress, WiWo 31.1.14

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Das Wenn und Aber des Glücks 
Donnerstag, 6. Februar 2014 - Management
Führungskräfte, die schuften bis zum Umfallen, dabei glauben, sie wären glücklich, aber doch irgendwie auf das Glück schielen, das sich einstellen könnte, wenn sie einmal mehr Zeit hätten – es ist paradox, aber viele unserer Vorstellungen von Glück scheinen uns beinahe schon zu hindern, wirklich glücklich zu sein, jetzt. So beschreibt der Harvard Business Manager in einem Beitrag verschiedene verquere Annahmen zum Glück, die uns letztlich nur im Weg stehen. Entgegen der Ansicht, dass beruflicher Erfolg uns glücklich macht (was er in gewisser Weise natürlich auch tut, besonders wenn wir gelobt werden oder eine Gehaltserhöhung bekommen), geht die Managementforschung davon aus, dass es sich genau umgekehrt verhält: Erfolg ist das Ergebnis von Glück. Basis dieses Gedankengangs: Je positiver das Gehirn eingestellt ist, um besser verlaufen Beziehungen, umso besser werden Arbeitsergebnisse, umso besser lernen wir Neues – alles wesentliche Beiträge zu beruflichem Erfolg. Auch das chronische Vielarbeiten ist eher ein Glückskiller als eine Quelle von Glück. Hat man sich Beförderung über Beförderung erkämpft, stellt man – oft erst nach Jahren – ernüchtert fest, dass man darüber kaum noch Freunde hat, die Kinder einen kaum noch kennen oder die Ehe gescheitert ist. So sieht Unglück aus ... Vielleicht beginnt Glück, wie der Artikel vorschlägt, einfach damit, die eigenen Prioritäten zu erkennen und sie schon heute bestmöglich und in Balance im eigenen Leben zum Tragen zu bringen. Und wenn wir uns selbst gegenüber ehrlich sind, stellen wir dann meist fest, dass wir noch viel mehr Dinge im Leben mögen und brauchen als unsere Arbeit – selbst wenn sie uns besonders viel Freude macht.
Warum wir so viel arbeiten (und nicht damit aufhören können), HBM 30.1.14

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Öko-Phones im Kommen 
Mittwoch, 5. Februar 2014 - Success Stories
Nachdem das Fairphone, das in den Niederlanden erdacht wurde, für Furore sorgte mit dem Einsatz möglichst vieler fair gewonnener Rohstoffe und einer Bauweise, die es ermöglicht, verschiedene defekte Teile wie Display oder Akku problemlos auszutauschen, scheinen sich auf dem Handy-Markt bereits erste positive Nachahmer-Effekte zu zeigen. Ebenfalls in den Niederlanden sitzt das Projekt Phoneblok in den Startlöchern, das ein Handy in komplett modularer Bauart entwickelt, so dass möglichst viele der grundlegenden Komponenten austauschbar werden. Schon 350.000 Menschen haben auf Facebook ihre Zustimmung zu diesem Ansatz bekundet. Inzwischen wird der Ansatz unter dem Dach der Google-Entwicklungstochter Advanced Technology and Projects Group weiterverfolgt. Auch aus China wurde bereits ein vergleichbarer Vorstoß vermeldet – der ZTE Konzern arbeitet ebenfalls an einem Handy mit mehreren Komponenten – dem Eco-Mobius. Spannend zu sehen, wie innerhalb kürzester Zeit durch das Fairphone in der Branche anscheinend ein Prozess des schrittweisen Umdenkens angestoßen wurde. Aus Sicht der Firmen muss dabei noch nicht einmal die Verbraucherfreundlichkeit im Vordergrund stehen. Mit Handys, deren Komponenten man austauschen kann, lässt sich eine längerfristige Markenbindung herstellen. Und davon abgesehen ist bereits heute abzusehen, dass viele der in der Handy-Produktion benötigten knapper werdenden Rohstoffe auf lange Sicht den Wegwerf-Konsum bei Handys nicht aufrechterhalten lassen.
Die besseren Smartphones, Zeit online 31.1.14

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Endstation Rente – Wenn die Psyche schlapp macht ... 
Dienstag, 4. Februar 2014 - Studien
Eine Studie der Bundespsychotherapeutenkammer gibt Anlass zur Besorgnis. Fast jede zweite Frühverrentung (42 Prozent) ist heute bereits auf psychische Erkrankungen zurückzuführen. In den letzten zehn Jahren stieg die Zahl der Betroffenen um etwa 25.000 auf 75.000 Menschen im Jahr. Sie werden im Schnitt im Alter von 49 Jahren in Rente geschickt. Die Frühverrentungen aufgrund von Depressionen stiege seit 2001 um 96 Prozent, aufgrund von Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen um 74 Prozent und aufgrund von Suchterkrankungen um 49 Prozent. Die Kammer kritisiert, dass ohnehin nur jeder dritte psychisch Kranke in Deutschland überhaupt eine Therapie bekomme und es an Behandlungs- und Rehabilitationsplätzen fehle. Im Schnitt müssen Betroffene drei Monate auf ein Erstgespräch mit einem Therapeuten warten.
Immer mehr Frührentner wegen psychischer Erkrankungen, SZ 28.1.14

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Macht macht was 
Montag, 3. Februar 2014 - Management
Flacher werdende Hierarchien, wechselnde Zusammenarbeit in Projektteams, aber auch das sich verändernde Selbstverständnis von Mitarbeitern scheinen die in Unternehmen typischen Top-Down-Machtkonstellationen langsam zu verändern. Dennoch sind Machtstrategien in den Augen des Stanford-Professors Jeffrey Pfeffer für Führungskräfte nach wie vor unerlässlich. In seinen Untersuchungen zu Organizational Behavior identifiziert er dabei folgende verbreitete Vorgehensweisen. Nach dem Prinzip eine Hand wäscht die andere werden Ressourcen zur Unterstützung anderer eingesetzt, was langfristig die eigene Macht stärkt. Auf die Spitze getrieben kann Ressourcen-Entzug als Sanktionsmechanismus genutzt werden. Kämpfe an mehreren Fronten gleichzeitig gehören für Führungskräfte zum Tagesgeschäft – klug ist, die Energie in lösbare Probleme zu investieren und sich nicht festzubeißen, wenn es an einer Stelle nicht mehr weitergeht. Weitere eher kämpferische Strategien sind laut Pfeffer Offensiven mit Überraschungseffekt (Überrumpelumgstaktik) oder das Wegloben von Rivalen. Zu den nach innen gerichteten Strategien zählen eine klare Prioritätensetzung, Beziehungspflege mit wichtigen Personen, Hartnäckigkeit und Zielfokussierung. In der Praxis mögen alle diese Taktiken auch funktionieren – ob sie aber auch dem Arbeitsklima dienlich sind, ist nicht immer ausgemacht. Hinzu kommt, dass der mit Führungsrollen oftmals von den Führungskräften selbst kreierte Selbstbehauptungsdrang zusätzlichen Stress erzeugt. Vielleicht wäre es an der Zeit, Führung einmal konsequenter komplett neu zu denken.
Welche Machtstrategien haben Führungskräfte?, Zeit online 24.1.14

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Hilft Glauben der Konjunktur? 
Freitag, 31. Januar 2014 - Studien
Der DAX auf Allzeithoch und alles ist gut? So scheint es zumindest, wenn man die Einschätzungen der Topmanager weltweit zur wirtschaftlichen Entwicklung betrachtet. In einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC unter 1.344 Vorstandschefs auf 68 Ländern ist der Optimismus jedenfalls so groß wie lange nicht. 44 Prozent der Befragten glauben an eine Konjunkturbelebung - vor einem Jahr waren es lediglich 18 Prozent, im Jahr davor sogar nur 14 Prozent. An eine Konjunkturverschlechterung denken indes nur 7 Prozent - im Vorjahr waren es noch 28 Prozent. Die Deutschen scheren aus dieser Euphorie etwas aus - unter ihnen glauben nur 40 Prozent an die Erholung der Weltkonjunktur. Damit liegen sie zwar nur knapp unterhalb des weltweiten Durchschnitts, jedoch 10 Prozentpunkte unter den optimistischen Prognosen der Westeuropäer insgesamt. Blauäugig sind die Topentscheider indes nicht - 71 Prozent sind immerhin beunruhigt, ob sich die weltweiten Staatsdefizite in den Griff bekommen lassen.
Topmanager glauben wieder an die Weltwirtschaft, Die Welt 21.1.14


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