Einkommenskluft zwischen Mann und Frau in Deutschland besonders hoch 
Montag, 17. März 2014 - Arbeit
Frauen verdienen weniger als Männer - auf diese Tatsache richtet der jährliche Equal Pay Day einmal mehr die Aufmerksamkeit. Die Gründe für die Einkommensunterschiede sind schnell genannt. Frauen arbeiten häufiger Teilzeit, vor allem nach einer Babypause, und sind beruflich oft in wenigen lukrativen Branchen beschäftigt. In Deutschland sind die Gehaltsunterschiede dabei besonders deutlich. Während im OECD-Durchschnitt Frauen 15 Prozent weniger verdienen als Männer, sind es in Deutschland 21 Prozent. Eine Umfrage der Unternehmensberatung Accenture zeigt, dass nach wie vor flexible Arbeitszeitmodelle fehlen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern. Und es sind eben nach wie vor eher die Frauen, die zugunsten von Familie und Nachwuchs beruflich zurückstecken.
Deutschland weist Europas größte Gehaltslücke auf, SZ 5.3.14


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Sind Hartz IV und die DDR schuld an der Vermögensungleichheit? 
Freitag, 14. März 2014 - Arbeit
Die Welt widmet einen Beitrag der wachsenden Vermögensungleichheit in Deutschland. Dem Artikel zufolge besitzt ein Viertel aller Deutschen kein nennenswertes Vermögen oder hat gar Schulden. Als Ursache dafür sieht die Welt die Nachwirkungen der DDR-Geschichte, da die Menschen in den neuen Bundesländern durch deren politisches System kaum die Chance gehabt hätten, über die Jahrzehnte persönliches Vermögen aufzubauen. Als weitere Ursache werden die Hartz IV-Gesetze bemüht, die dazu geführt haben, dass die Bezieher zunächst einen Großteil ihres Vermögens verbrauchen müssen, bevor sie Geld vom Staat bekommen. Besaßen Arbeitslose 2002 im Schnitt noch rund 30.000 Euro, seien es zehn Jahre später nur noch 18.000 Euro gewesen. Nun, Vermögen sieht anders aus - auch schon vor Hartz IV. Der Artikel kommt aufgrund seiner Annahmen zu dem Schluss, dass es keine geänderte Steuergesetzgebung für mehr Umverteilung brauche, sondern wirtschaftliches Wachstum. Eine geschlossene Argumentationskette, kein Zweifel - aber man kann Fakten auch anders bewerten ...
Hartz-Gesetze ruinieren Vermögen vieler Deutscher, Die Welt 26.2.14


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Wenn Roboter Bewerber aussortieren 
Donnerstag, 13. März 2014 - Management
Welcher Mitarbeiter passt am besten auf eine Stelle - und zum Unternehmen? Vor allem sehr große Firmen setzen im Bewerbungsprozess immer stärker auf computerbasierte Sortierprogramme. Diese werden mit Daten aus dem Unternehmen gefüttert, beispielsweise zu Ausbildungshintergrund, Leistung und Verweildauer bisheriger Mitarbeiter. So entstehen über die Zeit Profile, mit denen die Bewerbungsunterlagen neuer Bewerber abgeglichen werden können. Gängige Kriterien fürs Aussortieren können dann zu viele bisherige Jobs sein, zu viele Mitgliedschaften in sozialen Netzwerken, lange Anfahrtswege ... Die Software ist hart bei der Einhaltung des gewünschten Schemas - und lässt so vor allem die stromlinienförmig ins Profil passenden Bewerber durch. Ausnahmetalente oder Kreative, die nicht ins Raster passen, haben keine Chance, die Personalabteilung zum Vorstellungsgespräch von innen zu sehen. Die gute Nachricht für Bewerber, die zu ihren Besonderheiten stehen: Für kleine Firmen funktionieren solche automatisierten Prozesse nicht, denn diese haben schlicht nicht genügend Vergleichsdaten, anhand derer sie die Auswahl auf diese Weise "optimieren" könnten.
Wenn der Mensch von der Maschine eingestellt wird, WiWo 5.2.14


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Geld schafft noch mehr Geld 
Mittwoch, 12. März 2014 - Studien
Wer hat, dem wird gegeben - vor allem dem, der besonders viel hat. So könnte man die Reichenliste des Shanghaier Hurun-Magazins deuten. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Dollar-Milliardäre weltweit um 414 auf den neuen Rekordwert von 1.867 gestiegen. Treibende Kräfte hinter dem wachsenden Wohlstand seien der starke Aufschwung am US-Aktienmarkt sowie die Informationstechnologie - die Technologie überholte Immobilien als häufigste Quelle für den Reichtum. Etwa die Hälfte der Milliardäre konnte sich letztes Jahr über weiteres Vermögenswachstum freuen - 152 von ihnen sogar um einen Zuwachs von mehr als 50 Prozent.
Reich, reicher, Gates, taz 26.2.14


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Soziale Machtlosigkeit lastet schwer 
Dienstag, 11. März 2014 - Studien
Forscher der University of Cambridge haben in einer Studie eruiert, inwiefern sich das Gefühl sozialer Kontrolle darauf auswirkt, wie Probanden das Gewicht eines Gegenstandes beurteilen. Zunächst wurde mittels Fragebogen ermittelt, wie viel Einfluss die Teilnehmer im Alltag auf andere Menschen zu haben glauben. Danach mussten sie einen Pappkarton anheben und sein Gewicht schätzen. Dabei zeigte sich: Je machtloser die Teilnehmer sich fühlten, umso schwerer schätzten sie den Karton ein. Durch die Veränderung der Sitzpositionen der Teilnehmer und indem sich diese gezielt an Situationen erinnern sollten, in denen sie glaubten, soziale Kontrolle zu haben, wurde das ursprüngliche Kontrollgefühl manipuliert und der Test wiederholt. Wieder erachteten die Probanden mit der geringsten sozialen Kontrolle den Karton als schwerer, während diejenigen, die dieses Gefühl der Machtlosigkeit nicht hatten, sein Gewicht annähernd richtig einschätzten. Die Forscher ziehen daraus den Schluss, dass es nicht das Gefühl der Macht ist, dass Dinge erleichtert, sondern der wahrgenommene Mangel an Einfluss, der sie schwerer macht.
Machtlosen erscheinen Gegenstände schwerer, Gehirn & Geist 17.2.14


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No Mail during Holiday 
Montag, 10. März 2014 - Management
Wenn die Mitarbeiter bei Daimler Ferien machen, hat auch ihr Mail-Postfach frei. Das Unternehmen ermöglicht es, dass die Angestellten in der Zeit ihrer Abwesenheit ihre Posteingänge automatisch löschen lassen können - wobei die Mailsender jeweils automatisch einen anwesenden Ansprechpartner genannt bekommen. "Es entsteht kein Mail-Stau in den Ferien. Wenn die Mitarbeiter wiederkommen, starten sie mit einem sauberen Schreibtisch. Das ist auch eine emotionale Entlastung", begründet Personalvorstand Wilfried Porth. Wie groß diese Entlastung in Zahlen sein könnte, lässt sich auch beziffern. Beim Unternehmen gehen täglich fünf Millionen Mails ein, was umgerechnet auf 100.000 Mitarbeiter pro Person im Schnitt 50 Nachrichten pro Tag bedeutet. Bei drei Wochen Urlaub kommt da leicht ein Stau von 1.000 Mails zustande. Porth selbst lässt seine Mails nicht löschen: "Das würde nicht zu der Verantwortung passen, die ich als Vorstand trage." Er hat allerdings auch eine Assistentin, die für ihn vorsortiert.
"Mails zu löschen ist eine emotionale Entlastung", Spiegel online 26.2.14


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Belohnungen können zu mehr Fehlern führen 
Freitag, 7. März 2014 - Studien
Eine niederländische Studie wirft einen interessanten Blick auf die Frage, ob Belohnungen im Arbeitsleben eher hilfreich oder eher kontraproduktiv sind. Die Forscher stellen ihren Probanden kognitive Aufgaben. Manchen Teilnehmern wurden vorab Belohnungen in Aussicht gestellt, wenn sie die Aufgaben innerhalb einer vorgegebenen Zeit richtig lösten, anderen allenfalls kleinere Anreise gesetzt oder gar nichts in Aussicht gestellt. Während die Probanden sich an die Arbeit machten, wurde ihre Hirnaktivität überwacht. Dabei zeigte sich, dass die Testpersonen, denen ein deutlicher Anreiz geboten worden war, verstärkt Dopamin ausschütteten und so aus dem Konzept gebracht waren, dass sie die Aufgaben deutlich schlechter bewerkstelligten als jene Teilnehmer, die nur geringe oder gar keine Belohnungen zu erwarten hatten. Die Wissenschaftler wollen diese Testergebnisse nicht als generelle Absage an die positive Wirkung von Belohnungen verstanden wissen - wohl aber sei es wichtig, einen konstruktiven Rahmen zu finden.
Wer oft belohnt wird, macht mehr Fehler, WiWo 27.2.14


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Defizit-Perspektive der Ämter hilft Arbeitslosen nicht weiter 
Donnerstag, 6. März 2014 - Arbeit
Wenngleich die Arbeitslosenstatistik gegenwärtig recht gut aussieht, bleibt das Thema Langzeitarbeitslosigkeit nach wie vor virulent. Der Sozialpädagoge Dirk Kratz hat für seine Dissertation Langzeitarbeitslose befragt und erkundet, ob und in welcher Form die zuständigen Ämter sie unterstützen. Seine Einschätzung ist ernüchternd: Er kritisiert, dass Arbeitslose bisweilen wie Kinder behandelt würden, die Behörden eine recht funktionale Perspektive und die Ratsuchenden anwendeten und vielfach gar nicht versucht werde, an die bisherige Erwerbsbiographie der Betroffenen anzuknüpfen. "Das Problem liegt im Konzept, das dahinter steckt – oder, wenn man so will, in der Weltsicht der Ämter und der Arbeitsmarktpolitik. In den Jobcentern und Arbeitsagenturen arbeitet man mit einem ziemlich technischen Modell. Dessen Logik besagt, etwas verkürzt: Wenn jemand keine Arbeit findet, dann liegt das daran, dass ihm bestimmte Fähigkeiten fehlen …", so Kratz. Mit seiner Arbeit sensibilisiert der Pädagoge dafür, dass es nicht reiche, Menschen einfach in Jobs, die gerade verfügbar sind, zu qualifizieren - und beispielsweise durch die vergleichsweise kurze Weiterbildung Sicherheitskräfte heranzuziehen, die dann doch nur wieder prekär beschäftigt sind. Kratz plädiert dafür, in der Arbeitsvermittlung und besonders der Qualifizierung viel stärker an individuelle Biographien anzuknüpfen und die Fähigkeiten, die Arbeitslose mitbringen, stärker zu würdigen und auszubauen.
"Die Jobcenter richten großen Schaden an", Zeit online 24.2.14



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