Authentisch sein oder eine Rolle spielen? 
Donnerstag, 9. April 2015 - Management
Wie kann ich im Job authentisch sein? Diese Frage beschäftigt wohl viele Arbeitnehmer. Coach Peter Modler neigt zu pragmatischen Antworten, zu weniger Gefühl und mehr Reflektion. "Arbeit ist ein Geschäft, keine Selbsterfahrungsgruppe", so seine Meinung. Er rät Führungskräften dazu, den "reflektierten Einsatz der beruflichen Rolle" zu einem "wesentlichen Faktor für das innere Energiemanagement" zu machen. "Führungskräfte sollten erst einmal den Job machen, für den sie bezahlt werden. Und den machen sie selbstverständlich immer nur mit einem Ausschnitt ihrer Persönlichkeit. Sie werden auch nur für diesen Ausschnitt bezahlt. Ob sie dann immer mit dieser Selbstbeschränkung leben möchten, ist eine ganz andere Frage", so Modler. Die eigenen Eigenheiten komplett im Beruf abbilden zu wollen, hält er hingegen für eher illusorisch. Sicher entspricht diese Einschätzung den heute vorherrschenden funktionalistischen Gepflogenheiten im Business. Was getan werden soll und wie, hat sich oft über Jahrzehnte etabliert. Doch die Welt verändert sich und mit ihr die Menschen. Vielleicht stehen wir ja gerade wieder einmal an einem solchen Wendepunkt, denn die immer öfter gestellte Frage nach der Authentizität deutet ja auf konkrete Bedürfnisse hin. Vielleicht wäre es also interessanter, anstatt immer nur den Abgleich mit dem, was gerade möglich ist, zu versuchen, viel öfter die Frage zu stellen, was darüber hinaus möglich werden kann, wenn ich einfach authentisch bin ...
Echt ist recht, SZ 27.3.15

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Jeder sechste Arbeitnehmer an der Belastungsgrenze 
Mittwoch, 8. April 2015 - Studien
Eine Befragung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zeigt: Im Schnitt sind bereits 16,5 Prozent der Arbeitnehmer, also ungefähr jeder sechste, bei der Arbeit an der eigenen Belastungsgrenze angelangt. Besonders hoch ist der Stresspegel bei Menschen, die in der Kinderbetreuung oder Kindererziehung tätig sind. Hier klagen 21,6 Prozent darüber, an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit zu arbeiten. Die Beeinträchtigung falle dabei umso höher aus, je schlechter die Rahmenbedingungen wie Gruppengrößen oder Personalschlüssel seien.
Erzieher empfinden ihre Arbeit als besonders stressig, SZ 26.3.15

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Bewusster als gedacht 
Dienstag, 7. April 2015 - Studien
Unser Bewusstsein scheint unseren Geist stärker zu steuern als die gängige Lehrmeinung der Psychologie annimmt. Dies zeigt zumindest eine Untersuchung von Markus Kiefer, Professor für Psychologie an der Universität Ulm. Seiner Erfahrung nach verstärkt das Bewusstsein die zu den einmal gefassten Absichten passenden unbewussten Vorgänge im Gehirn und schwächt nicht passende ab. Kiefer machte mit Probanden verschiedene Wort-basierte Wahrnehmungstests, bei denen sie vorab Impulsen ausgesetzt waren, die die Intention der Testaufgabe unbewusst unterstützten oder ihr zuwiderliefen. Die unbewusst unterstützenden Impulse führten dazu, dass die Probanden die Aufgaben schneller lösten als Vergleichspersonen. Die nicht unterstützenden Reize hingegen hatten keinerlei Auswirkungen auf die Schnelligkeit. Kiefer deutet den Unterschied dahingehend, dass im letzteren Fall die bewusst gesetzte Aufgabe vom Bewusstsein verfolgt werde und gleichzeitig der störende unbewusste Vorab-Impuls ausgeblendet wird. Eine zusätzliche Überwachung der Gehirnaktivitäten der Testpersonen brachte die gleichen Ergebnisse. Für Kiefer ist damit klar, dass die bewussten Absichten und Einstellungen darüber entscheiden, ob unbewusste Prozesse überhaupt im Gehirn ablaufen.
Unser Wille ist freier als gedacht, Psychologie heute 19.3.15

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20 Prozent finden ihren Job mies 
Donnerstag, 2. April 2015 - Studien
Eine Umfrage des DGB unter 3.400 Arbeitnehmern in Nordrhein-Westfalen zeigt, dass in der gegenwärtigen Arbeitswelt Licht und Schatten sehr nahe beieinander liegen. Zwar bewerten 45 Prozent der Befragten ihren Arbeitsplatz als mehr oder weniger gut, doch vergeben die restlichen 55 Prozent eine negative Bewertung. Sogar 20 Prozent bezeichnen ihren Arbeitsplatz als dezidiert schlecht. Häufige Kritikpunkte sind ein zu geringes Einkommen und fehlende Sicherheit im Hinblick auf die spätere Rente. 71 Prozent der Arbeitenden bewerten die Arbeitsintensität im Job als deutlich zu hoch. Von der eigenen Arbeit gut leben zu können, ist längst keine Selbstverständlichkeit - es ist nur 53 Prozent der befragten Frauen und 63 Prozent der Männer möglich.
Jeder fünfte gibt seinem Job die Note 5, WiWo 24.3.15


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Lachen macht offener 
Mittwoch, 1. April 2015 - Studien
Eine Studie des University College London zeigt, dass gemeinsames Lachen Menschen offener dafür macht, mit Kontakte zu anderen persönlicher zu gestalten. 112 Studenten schauten für die Untersuchung in Vierer-Gruppen Filme, und zwar den Auftritt eines Comedians, ein Golf-Lehr-Video oder eine Naturdokumentation. Anschließend sollten die Versuchspersonen einem anderen Teilnehmer ihrer Gruppe in einer geschriebenen Nachricht etwas von sich selbst erzählen mit dem Ziel, sich miteinander besser bekannt zu machen. Die Studienteilnehmer, die zuvor beim Comedy-Schauen gemeinsam miteinander gelacht hatten, verfassten dabei deutlich persönlichere Nachrichten. Die Wissenschaftler führen dies darauf zurück, dass beim Lachen vermehrt Endorphine ausgeschüttet werden, die nicht nur euphorisch machen, sondern auch Hemmungen lösen. Nun ist also wieder einmal auch wissenschaftlich bewiesen, dass Lachen sehr verbinden kann.
Gemeinsam lachen macht redselig, spektrum.de 17.3.15

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Achtsamkeit im Unternehmen - Zugangswege und Best practices 
Dienstag, 31. März 2015 - Arbeit
In der Februar-Ausgabe des Magazins ManagerSeminare haben Paul Kohtes und ich einen Artikel veröffentlicht, der zeigt, welche Formen der Meditation sich für den Einsatz in Unternehmen eignen und wie Firmen entsprechende Programme auf den Weg bringen können, die nicht allein bei der Innenschau verbleiben, sondern gezielt Anknüpfungspunkte an das daily business herstellen. In verschiedenen Best practices stellen wir dabei bereits erfolgreich erprobte Herangehensweisen vor, unter anderem zu resilienter Führung oder auch der Förderung der Achtsamkeitskompetenz im Vertrieb.
Kostenloser Download des Artikels

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Ökonomie der Fürsorge beginnt in unserem Inneren 
Montag, 30. März 2015 - Arbeit
Beim Weltwirtschaftsforum in Davos zeigte die bekannte Neurowissenschaftlerin Tania Singer in ihrer Keynote, die nun via Youtube verfügbar ist, dass ökonomische Veränderungen auch durch einen Wandel unseres Innenlebens angestoßen werden können. Mit ihrem umfassenden ReSource-Projekt erforscht sie gegenwärtig, welche Wirkungen unterschiedliche Formen der Meditation bei Gesunden hervorrufen. Erste Auswertungen der Daten legen dabei nahe, dass eine Achtsamkeitspraxis, die gezielt zwischenmenschliche Aspekte einbezieht, das Miteinander auch in der Arbeitswelt konstruktiv verändern könnte. In dem von Singer mitherausgegebenen Buch Mitgefühl in der Wirtschaft präsentieren Singer und weitere Fachkollegen umfangreiches wissenschaftliches Material, welche Grundlagen für eine Ökonomie der Fürsorge in unserem menschlichen Dasein bereits angelegt sind und wie sich diese gezielt im Kontext wirtschaftlichen Wandels mobilisieren lassen.

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Neuro-Doping greift um sich 
Freitag, 27. März 2015 - Studien
Vor einigen Jahren noch eher ein exotisches Phänomen, inzwischen auf dem Weg zum ernstzunehmenden Problem - immer mehr Deutsche betreiben Hirn-Doping. Laut Gesundheitsreport 2015 der Krankenkasse DAK stieg die Zahl derjenigen, die mit Medikamenten versuchen ihre Leistungskraft zu verbessern, von 4,7 Prozent im Jahr 2008 auf 6,7 Prozent im Jahr 2014. Rund drei Millionen Deutsche haben schon einmal zu Tabletten gegriffen, um sich bei der Arbeit fitter zu fühlen und sich zu pushen. Regelmäßig tun dies 1,9 Prozent der Berufstätigen - also knapp eine Million Menschen. Rund zwei Drittel der Arbeitnehmer lehnen diesen Medikamenteneinsatz ab - wenn der Arzt entsprechende Mittel nicht ausdrücklich verschreibt oder auch, weil sie Angst vor Nebenwirkungen haben. Die Hirn-Doper greifen vor allem in schwierigen Situationen wie bei Prüfungen, Präsentationen oder schwierigen Gesprächen zu Pillen. 35 Prozent meinen, dadurch gehe ihnen die Arbeit leichter von der Hand. 4,7 Prozent aller Beschäftigten sehen im Neuro-Enhancement eine Möglichkeit, ihre Nervosität und Ängste zu verringern, 3,3 Prozent versprechen sich eine Leistungssteigerung.
Immer mehr Deutsche dopen sich, SZ 17.3.15

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