Naturerfahrungen in jungen Jahren schützen Seele auch im Alter 
Mittwoch, 29. Mai 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Natur ist wie ein Lebenselexier für uns Menschen und das nicht allein in physiologischer Hinsicht. Eine europäische Studie mit knapp 3.600 Erwachsenen zeigt: Menschen, die in jungen Jahren viel in der Natur waren, sind auch als Erwachsene psychologisch stabiler und weniger anfällig für seelische Erkrankungen. Für die Untersuchung wurden die Studienteilnehmenden danach gefragt, wie viel Zeit sie als Kinder in der Natur verbrachten, und es wurde untersucht, wie es um ihre psychische Verfassung heute bestellt ist. Warum tiefere Naturerfahrungen in der Jugend bis ins Erwachsenenalter eine solch positive Wirkung entfalten, kann die Studie nicht klären. Aber vor dem Hintergrund, dass heute in Europa etwa 70 Prozent der Bevölkerung in urbanen Lebensräumen zuhause sind, stellt sich die Frage, ob durch die immer geringer werdenden Möglichkeiten für Naturerlebnisse wir nicht etwas Wesentliches in unserem Menschsein verlieren. Grüner Schutz für die Seele? wissenschaft.de 22.5.19

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Gemeinwohl ist vielen wichtig 
Dienstag, 28. Mai 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Immer mehr Menschen entwickeln ein Gespür dafür, wie wichtig es in der heutigen Zeit ist, bei allem, was wir tun, auch das Gemeinwohl im Blick zu haben. Für die Erstellung des Gemeinwohl-Atlas befragten die Handelshochschule Leipzig und die Universität St. Gallen 12.000 Deutsche, welche Organisationen ihrer Meinung nach am ehesten zum Gemeinwohl beitragen. Dabei zeigt sich eine klare Spaltung zwischen NGOs und eher gesellschaftlich agierenden Institutionen auf der einen und den Wirtschaftsunternehmen auf der anderen Seite. Feuerwehr, Polizei und ähnliche Organisationen genießen einen guten Ruf. Das beste Unternehmen in der Umfrage kommt hingegen erst auf Rang 30. Wenn es um Lebensqualität, Zusammenhalt, Moral und Aufgabenerfüllung geht, scheinen Firmen hier in der Wahrnehmung der Bevölkerung selten eine Vorreiterrolle einzunehmen und wenn, dann sind es vor allem Familienunternehmen, denen diese zugesprochen wird. 81 Prozent der Befragten äußerten Besorgnis, dass dem Gemeinwohl zu wenig Beachtung geschenkt werde. 71 Prozent wären bereit, für ein geringeres Gehalt als gewohnt zu arbeiten, wenn ihr Arbeitgeber sich in der Gesellschaft dienlicher Weise engagiert. Hier wächst also ein Bewusstsein für mehr gemeinschaftliche Orientierung - und gleichzeitig scheint es weiterhin schwer, dass diese Einstellungen auch einen gemeinsamen größeren kulturellen Ausdruck finden.
Soziale Sieger, HBM 21.5.19

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Agilität als wirkliche Praxis 
Montag, 27. Mai 2019 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Im Business wird in der letzten Zeit viel über Agilität gesprochen, denn viele Unternehmen spüren, dass sie mit ausgeprägten Hierarchien und starren Prozessen die eigentliche Komplexität unserer Lebens- und Arbeitswelten zunehmend verfehlen. Doch gerade Agilität ist weit mehr als eine Methode, die man einfach mal so im Unternehmen zur Anwendung bringt. Denn all die Ansätze, die hier eingebracht werden, von flachen Hierarchien über mehr Eigenverantwortung bis hin zu völlig fluiden Prozessen, die sich immer wieder aufs neue finden und ausrichten, sind nicht einfach Tools, die man nutzt, sondern im Prinzip persönlichkeitsverändernde Türöffner für eine völlig neue Art des Zusammenseins und miteinander Arbeitens. Spiegel online zeigt am Beispiel des Telko-Unternehmens Sipgate, wie weitreichend diese inneren Prozesse sein können. Mitarbeiter, denen diese von ihnen angefragte Offenheit und Flexibilität zu schätzen wissen, blühen in solchen Kontexten auf, das zeigt der Artikel deutlich. Doch es gibt auch Menschen, die mehr Orientierung brauchen oder sogar klare Vorgaben. Bei Sipgate konnten sich nicht alle Mitarbeiter mit der agilen Arbeitsweise anfreunden und einige verließen das Unternehmen. Mir stellt sich an diesem Punkt immer wieder die Frage, wie wir dazu beitragen können, dass Menschen sich leichter für solche sich verändernden Umstände öffnen - nicht im Sinne von Anpassung, sondern indem sie wirklich innerlich wachsen. Das geschieht nicht auf Knopfdruck und in Unternehmen scheint momentan die natürliche Auslese, wie im Artikel beschrieben, eine verbreitete Entwicklung zu sein. Aber wie könnte es möglich werden, dass Firmen selbst Wachstumspfade kreieren, die Menschen in unterschiedlichen Graden mitnimmt und dabei dennoch in der Zusammenarbeit eine Ganzheit aufrechterhalten?
Wo Überstunden ein No-Go sind, spiegel.de 16.5.19

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Der Kampf um Überstunden und Vertrauen 
Freitag, 24. Mai 2019 - Arbeit, Management
Überstunden sind in der Arbeitswelt inzwischen eine Selbstverständlichkeit, die vor allem von Arbeitgebern ungern hinterfragt wird. Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs, demzufolge Unternehmen künftig grundsätzlich verpflichtet werden sollen, die vollständige Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter zu erfassen, hat vielerorts zu Aufschreien geführt. Manche klagen über mehr Bürokratie, andere empfinden die Vorgabe in Zeiten von Home Office und Vertrauensarbeitszeit als Anachronismus. Worüber die Arbeitgeber nur ungern sprechen, ist das Ausmaß an Überstunden, dass hierzulande geleistet wird - und vielfach nicht vergütet wird. Dieser Eisberg dürfte, wenn die Vorgaben des Europäischen Gerichtshofs umgesetzt werden, noch einmal auf neue Weise in Erscheinung treten. 2017 wurden in Deutschland 2,1 Milliarden Überstunden geleistet, die Hälfte davon blieb unbezahlt. Die Gewerkschaften bemängeln das schon lange. Eine durchgehende Arbeitszeiterfassung dürfte mit Blick auf diese bisher unentgeltlich geleistete Mehrarbeit die Arbeitgeber unter Druck setzen. Deren Klagen sind in gewisser Weise nachvollziehbar, denn in Anbetracht des Ausmaßes der bisher unbezahlten Überstunden kann man ahnen, um wie viel Geld es hier auch in Zukunft gehen könnte. Denn was erst einmal offiziell erfasst ist (und viele Unternehmen tun das bisher nicht), schafft Fakten. Andererseits ist es wohl auch ein Gebot der Fairness, das, was geleistet wird, auch zu honorieren. Darüber sprechen in diesen Tagen eher weniger Arbeitgeber.
Dieses Urteil verspricht Arbeitnehmern die Überstunden-Wende, welt.de 14.5.19

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Schlechte Gefühle beim Meditieren 
Donnerstag, 23. Mai 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Meditation ist nicht nur ein seeligmachender Heilsbringer, auch wenn der gegenwärtige Achtsamkeitstrend das bisweilen suggeriert. Eine Befragung von rund 1.200 Meditierenden zeigt: Etwa ein Viertel der Übenden hat nach dem Praktizieren bisweilen negative Gefühle oder sogar Angstzustände. Vor allem bei eher dekonstruierenden Methoden wie Zen oder Vipassana ist das der Fall, weniger bei Menschen, die MBSR-Übungen machen. Meditation ist ihrem Ursprung nie eine Methode gewesen, die zu Wohlbefinden führen soll, sondern eher ein Weg, auch Selbsttäuschungen zu durchschauen. Das innerliche Herausgefordertsein, das durchaus auch zu existenziellen Ängsten führen kann, könnte man auch als Beleg dafür sehen, dass das Meditieren etwas bewirkt. Die Wissenschaftler weisen auch darauf hin, dass solche Effekte in den spirituellen Traditionen Teil der gemeinsamen Erfahrungswelt seien. Ihre Sorge gilt jenen Menschen, die, weil sie einfach ein bisschen entspannen möchten, in solche Erfahrungen hineinschliddern und dann oft nicht wissen, wie sie mit ihnen umgehen sollen.
Häufig negative Erfahrungen beim Meditieren, spektrum.de 14.5.19

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Hin und her, sich zu entscheiden, fällt schwer 
Mittwoch, 22. Mai 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Warum tun wir uns manchmal so schwer damit, uns zu entscheiden? "Ein Problem, das bei Entscheidungen oft auftritt, ist, dass wir diese dramatisieren. Wir stellen uns automatisch das Schlimmste vor, was passieren könnte. Das Problem dabei ist, dass wir Risiken sehr viel stärker bewerten als potenzielle Gewinne", sagt Philip Meissner, Professor für Entscheidungsfindung, in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Er hat einen Tipp für Entscheidungsschwache parat, dem, was man wirklich möchte, näher zu kommen - und so die passende Entscheidung zu treffen. Meissner rät, sich durch Warum-Fragen immer tiefer zu arbeiten. Wer sich fragt, ob er den Job wechseln sollte, kann fragen, warum ihm oder ihr der Gedanke kommt. Die Antwort wird wieder der Warum-Frage unterzogen und die Antwort darauf dreht eine weitere Warum-Runde. Probieren Sie's mal aus. Mir passiert es immer wieder, dass ich auf diesem Weg merke, dass meine Ausgangsannahme das Problem oft gar nicht trifft - die Warum-Fragen öffnen dann bisweilen einen Weg in eine ganz andere und stimmige Richtung.
"Wir stellen uns automatisch das Schlimmste vor, was passieren könnte", SZ 13.5.19

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Gute Laune? Sport rockt's ... 
Dienstag, 21. Mai 2019 - Lebensart, Psychologie, Studien
Gute Stimmung kommt nicht von ungefähr. Körperliche Ertüchtigung tut dem Gemüt gut. Ein Beitrag in Psychologie heute zeigt, was von welchen sportlichen Betätigungen zu erwarten ist. Krafttraining fördert die Bildung eines Botenstoffes, der das Nervenzellenwachstum stimuliert und so nicht nur die Kognition fördert, sondern auch bei der Stimmungsregulierung wirkt. Yoga und ähnliche Bewegungsmeditationen scheinen eine ganzheitliche Balance für Körper und Geist mit sich zu bringen. Wenn es ums Laufen geht, ist sich die Forschung indes nicht einig - manche Studien zeigen, dass Menschen hier zu emotionalen Höhenflügen ansetzen, andere legen gegenteiliges nahe. Wenn es um die Trainingsintensität geht, lautet die Devise - nicht zu viel, nicht zu gering, besser mittendrin. Und, für die, die nie Zeit haben, wichtig: 10 bis 30 Minuten reichen für den stimmungsaufhellenden Kick.
Gemütsbewegend, Psychologie heute 8.5.19

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Macht Sinn für Unternehmen keinen Sinn? 
Montag, 20. Mai 2019 - Bewusstsein, Arbeit, Management
In der Business-Welt hat ein neuer Hype Einzug gehalten. Der Sinn. In Zeiten, in denen Arbeitskräfte rarer zu werden scheinen, ist jedes Mittel recht, um Mitarbeiter zu motivieren. "Der Traum vieler Manager geht so: Unternehmen sollen Orte werden, an denen die Mitarbeiter täglich Sinn erfahren und Sinn stiften. Das steigert die Motivation... Profiteur ist auch die Gesellschaft insgesamt: Mitarbeiter, die von einem höheren Zweck beseelt sind, stoßen Prozesse an, um die Umwelt zu schützen und die soziale Wohlfahrt zu erhöhen. Lange waren solche Träume ein Vorrecht selbstverwalteter Betriebe, politischer Basisinitiativen und utopischer Lebensgemeinschaften. Inzwischen sind sie im Mainstream des Managements angekommen", beschreibt ein Beitrag im Harvard Business Manager diesen neuen Trend. Und setzt auch gleich nach, warum solche Entwicklungen, zumindest für die Unternehmen, eigentlich grober Unfug und schädlich sein sollen. Denn: "Ein Unternehmen büßt durch die Zweckidentifikation seiner Mitarbeiter - und das mag zunächst überraschend klingen - stark an Wandlungsfähigkeit ein. ... Für Mitarbeiter ist es schwer einzusehen, warum sie Veränderungen akzeptieren sollen, wenn sie nicht dem Zweck entsprechen. Wer seine Motivation daraus zieht, ein bestimmtes, eng mit dem Purpose des Unternehmens verbundenes Produkt zu vermarkten, wird kaum dafür zu begeistern sein, ein anderes Produkt zu verkaufen." Mich bringen solche Argumentationen immer zum Schmunzeln. Denn ihre vordergründige Logik sagt viel über unsere vorherrschende Kultur. Im Beispiel hier wird unterstellt, dass Unternehmen gewissermaßen einen Eigensinn haben, der Gefahr läuft, dem Sinn, den Mitarbeiter sich wünschen, zuwiderzulaufen. Man kann die Sache aber auch sehr leicht von der anderen Seite aus denken. Wenn sich Märkte verändern und Produkte nicht mehr laufen, sollte man vielleicht einfach mal nachdenken, welche anderen Dinge für die Kunden und Mitarbeiter sinnhaft sein könnten.
Wandel zwecklos, HBM Mai 2019

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter