Aufmerksamkeit - die Umgebung zählt auch 
Montag, 13. Juni 2016 - Arbeit
Leise Hintergrundgeräusche und bunte Farben wirken beim Arbeiten stimulierend. Berge Unerledigtes auf dem Schreibtisch und Zwangsbeschallung durch die Telefonate des Gegenübers hingegen killen die Produktivität. Im Interview mit der Zeit erklärt der Neurowissenschaftler Henning Beck, welche äußeren Rahmenbedingungen der Aufmerksamkeit beim Arbeiten dienlich sind - und welche nicht. "Die Umgebung hat einen großen Einfluss auf unsere Konzentrationsfähigkeit, denn das Gehirn neigt dazu, ständig hin- und herzuspringen. Es ist nicht darauf ausgelegt, sich lange zu konzentrieren. Daher sind Ablenkungen auch so verführerisch", so Beck. Darunter fallen auch die selbstgewählten Ablenkungen, zu denen auch das Multitasking gehört. "Menschen, die sich für multitaskingfähig halten, schneiden bei Multitasking-Untersuchungen besonders schlecht ab. Unser Hirn kann maximal zwei leichte Aufgaben gleichzeitig erfüllen. Alles, was darüber hinausgeht, schadet nur. Wer viele Dinge gleichzeitig macht, verwirrt sein Hirn. Es verliert die Gewichtung von Aufgaben. Dieses Springen kostet aber nicht nur Zeit, sondern macht auch fehleranfälliger", erklärt der Wissenschaftler.
"Ablenkungen sind für unser Hirn verführerisch", Zeit online 31.5.16

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Millenials verabschieden sich vom Kapitalismus 
Freitag, 10. Juni 2016 - Arbeit
Im US-Präsidentschaftswahlkampf zeigt sich: Die jüngere Generation hat vom Kapitalismus genug. Einer Umfrage der harvard Universität zufolge lehnen 51 Prozent der Jungwähler den Kapitalismus ab, nur noch 42 Prozent stehen hinter ihm. Die neuen Antikapitalisten finden, gesundheitliche Versorgung, die Mittel für eine gute Ernährung und ein Dach über dem Kopf müssten ein Grundrecht sein, für das notfalls die Regierung aufkommen müsse. In den USA zeigt sich seit Jahren, dass immer mehr Menschen in der Arbeitswelt abgehängt werden. Heute haben nur noch 71 Prozent derer ohne College-Abschluss Arbeit (1960: 84 Prozent). Wer hingegen studiert, startet mit rund 30.000 Dollar Schulden ins Berufsleben. Für die junge Generation ist sozialistisches Denken längst kein no-go mehr, weil sie immer öfter erleben, dass das bestehende System nicht mehr trägt.
Kapitalismus? Nein, danke! Zeit online 2.6.16

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Was "Balance" für Investment Banker bedeutet 
Donnerstag, 9. Juni 2016 - Management
Das Investment Banking gilt seit jeher als Hochburg der Höchstleister. Arbeiten rund um die Uhr ist in der Branche Teil der Job Description. Doch immer mehr Arbeitgeber versuchen, der Dauerarbeit zumindest etwas Einhalt zu gebieten. So fordert die Credit Suisse jetzt ihre Investment Banker auf, freitags um 19 Uhr Feierabend zu machen. Durcharbeiten bis in den frühen Samstag und oft auch über das Wochenende war bisher eher an der Tagesordnung. Der Schritt zu etwas mehr Work-Life-Balance soll den Angestellten erlauben, Zeit für ihre Familien zu haben. Zuvor hatte bereits JP Morgan die Mitarbeiter animiert, an Wochenenden nicht mehr zu arbeiten. Bei UBS sollen sie sich pro Woche zwei Stunden freinehmen. Bei allen Arbeitgebern gilt dieser neue Blick auf mehr Freizeit allerdings nur, sofern gerade keine größeren Deals anstehen.
Credit Suisse schickt Investmentbanker freitagabends heim, Karrierespiegel 2.6.16

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Psychische Erkrankungen kosten viel Nerven und Geld 
Mittwoch, 8. Juni 2016 - Studien
Unter den Versicherten der DAK hat sich die Zeit der Fehltage aufgrund psychischer Leiden seit 1997 verdreifacht, so der neue Psychoreport der Krankenkasse. Rechnet man die Daten, waren 1,9 Millionen Menschen betroffen. Im vergangenen Jahr war also jeder 20. Arbeitnehmer wegen psychischer Probleme krankgeschrieben. Bei den Betriebskrankenkassen entfallen 15 Prozent aller Krankschreibungen auf psychische Erkrankungen wie Antriebs- und Stimmungsstörungen, darunter auch Depressionen. "Depressive Episoden" sind die zweithäufigste Einzeldiagnose von gesetzlich Versicherten. Wirtschaftlich betrachtet sind die dadurch verursachten Ausfälle gravierender als beispielsweise eine Grippewelle. 2014 entstanden dadurch 8,3 Milliarden Euro "Produktionsausfallkosten" - verglichen mit 4,2 Milliarden Euro im Jahr 2004.
Psychische Erkrankungen kosten 8,3 Milliarden Euro pro Jahr, WiWo 1.6.16

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Manager fürchten Verlust von Leistungsfähigkeit und Geld 
Dienstag, 7. Juni 2016 - Studien
Die Max Grundig Klinik untersuchte in einer Befragung mit 1.000 Führungskräften, wovor die Manager sich am meisten fürchten. Dabei zeigt sich: Vor allem die eigene Leistungsfähigkeit und die finanzielle Unabhängigkeit und die Möglichkeit, diese zu verlieren, treibt die Führenden um. Größte Angst (56 Prozent) ist es, dass die Lebenshaltungskosten steigen. 53 Prozent fürchten sich davor, im Alter zum Pflegefall zu werden. 48 Prozent bereitet die Angst vor Naturkatastrophen Sorge. Auf Rang vier folgen jeweils mit 41 Prozent ein sinkender Lebensstandard im Alter und die Angst vor schlaflosigkeit. 35 Prozent früchten sich vor dem Verlust des Vermögens und der finanziellen Sicherheit. "Die Werte und damit die Ängste von Managern zeugen von einem deutlich erkennbaren materialistisch orientierten Weltbild. Führungskräfte sind sehr stark auf Beruf, Erfolg, Geld und die Versorgungssicherheit ihrer Familien fixiert, stärker übrigens wie der Bevölkerungsquerschnitt", kommentiert Prof. Dr. Curt Diehm, Ärztlicher Direktor der Max Grundig Klinik, die Studienergebnisse.
Studie der Max Grundig Klinik 30.5.16

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Stehen fördert die Leistung im Job 
Montag, 6. Juni 2016 - Studien
Pausenloses Sitzen ist gesundheitlich betrachtet ein Problem. Vielleicht auch im Hinblick auf die Produktivität. So zeigt eine Untersuchung des Texas A&M Health Service Centers, dass Call-Center-Mitarbeiter, die an höhenverstellbaren Tischen arbeiten und dabei im Schnitt 90 Minuten weniger pro Tag auf dem Schreibtischstuhl verbringen, 46 Prozent mehr Anrufe tätigen als die nur sitzenden Kollegen. Betrachtet wurden dabei 167 Angestellte über einen Zeitraum von sechs Monaten. Eine abschließende Befragung zeigte auch, dass sich drei Viertel der auch im Stehenden Arbeitenden gesundheitlich wohler fühlen als die Nur-Sitzer.
Wer im Stehen arbeitet, ist produktiver, Karrierespiegel 27.5.16

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Achtsamkeit als Management-Kompetenz 
Freitag, 3. Juni 2016 - Management
Achtsamkeit ist gegenwärtig in aller Munde. Der Harvard Business Manager widmet ihr sogar einen "Management-Tipp des Tages". So empfiehlt das Magazin, morgens nach dem Aufwachen noch zwei Minuten liegenzubleiben und auf den eigenen Atem zu achten. E-Mails beim Frühstück? Besser nicht. Auch am Arbeitsplatz sollte man es langsamer angehen lassen - mit zehn Minuten Entspannung und innerer Fokussierung, bevor man sich ans Tagewerk macht. Im Tagesverlauf wird stündlich eine einminütige Achtsamkeitspause empfohlen. Es ist faszinierend zu sehen, wie in den letzten Jahren der Bezug zur Achtsamkeit, der für viele lange einen eher esoterischen Beigemschmack hatte, immer salonfähiger geworden ist.
Gehen Sie achtsamer durch Ihren Arbeitsalltag, HBM 27.5.16

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Linke fordert "Revolution der Gerechtigkeit" 
Donnerstag, 2. Juni 2016 - sonstiges
Die Ungleichheit wird in Europa immer größer. Während in Frankreich sich die Proteste gegen die geplante Arbeitsmarktreform Ende Mai zugespitzt haben, herrscht in Deutschland Ruhe. In einem Beitrag für den "Freitag" ruft die Linken-Chefin Katja Kipping nun zu einer "Revolution der Gerechtigkeit" auf. "Heute stehen daher alle fortschrittlichen Bereiche der Gesellschaft in der Verantwortung, einer neuen Solidarität zum Durchbruch zu verhelfen. Es gilt, gemeinschaftlich das 'jeder gegen jeden' zu bekämpfen. Am besten mit der gemeinsamen Vorstellung von einer Zukunft, an die man wieder glauben kann und einer Idee, für die es sich zu streiten lohnt", so Kipping. Ihre politische Forderung: "eine massive Umverteilung, einen New Deal". Alternativen zum "Krisenkapitalismus" zu schaffen, sei nicht radikal, sondern vernünftig. Wie die Revolution aussehen könnte, hat Kipping bereits im Blick: "Wir sollten auch über unkonventionelle Maßnahmen nachdenken. Warum die Praxis des gewaltfreien zivilen Ungehorsams nur bei Blockaden von Naziaufmärschen nutzen und nicht auch beim Gang auf die Sozialbehörden, beim Kampf gegen den Mietwucher oder für mehr Kindergartenplätze?" Franzosen braucht man so etwas nicht zu erklären. Einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zufolge empfinden in Deutschland 82 Prozent der Bevölkerung die wachsende Ungleichheit als Problem. Schaut man auf die deutschen Straßen, scheint hierzulande das Protestpotential allerdings noch sehr ausbaufähig ...
Mehr Widerstand wagen, Der Freitag 27.5.16

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