Grundsätzlich optimistisch, aber wenig Vertrauen ins eigene Land 
Freitag, 5. Juni 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung bringt ein "Optimismus-Paradox" der Europäer zum Vorschein. 58 Prozent der Befragten in den 27 EU-Ländern gaben sich in der Untersuchung zuversichtlich im Hinblick auf ihr eigenes Leben, während sie die Zukunftsaussichten ihres Landes längst nicht so positiv einschätzen. "Die Deutschen fallen durch ihr hohes Vertrauen in die eigene Kraft bei besonderer Verzagtheit hinsichtlich der Zukunft Deutschlands auf", zitiert die Zeit die Studienleiterin Isabell Hoffmann. 65 Prozent der Deutschen malen sich ihre eigene Zukunft positiv aus, doch sehen gleichzeitig 56 Prozent die Zukunft Deutschlands kritisch. In Spanien, den Niederlanden und Polen zeigten sich vergleichbare Tendenzen, während Franzosen und Italiener mehrheitlich negativ eingestellt sind. Die Einschätzungen von Anhänger*innen rechtspopulistischer Parteien fallen im Gesamtbild deutlich negativer aus. Unter den AfD-Anhängern etwa bewerten 90 Prozent die Zukunft des Landes negativ und 66 Prozent schauen pessimistisch auf die eigenen Aussichten. In anderen Ländern sind die Tendenzen ähnlich, mit Ausnahme von Polen. Hier sind mehr als 80 Prozent der Anhänger der Regierungspartei PiS sowohl optimistisch, was ihre eigene Zukunft angeht als auch die Zukunft des Landes.
Europäer sind gleichzeitig Optimisten und Pessimisten, zeit.de 28.5.20

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Einsamkeit trifft besonders junge Individualisten 
Donnerstag, 4. Juni 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Sich allein zu fühlen und kaum Kontakte zu anderen Menschen zu haben, galt lange Zeit vor allem als Problem der älteren Generation. Das BBC Loneliness Experiment, für das 46.000 Menschen weltweit aus den unterschiedlichsten Kulturen und Altersgruppen befragt wurden, zeigt nun, dass Einsamkeit ein komplexeres Phänomen ist, denn sie trifft auch viele junge Menschen und vor allem jene, die in individualistischen Kulturen zuhause sind. Hier stellte sich heraus, dass es vor allem junge Menschen sind, die über Einsamkeit klagen - sie tun dies häufiger als Menschen der mittleren Altersgruppen, die wiederum mehr Einsamkeit empfinden als Ältere. Insgesamt zeigte sich auch, dass Menschen in sehr auf Individualismus ausgerichteten Kulturen insgesamt einsamer sind als jene, die in Ländern mit einem starken kollektiven Bezug leben. Die Wissenschaftler glauben, dass die überraschenden Erkenntnisse im Hinblick auf die Altersverteilung etwas mit den unterschiedlichen Erwartungen an das Leben in den verschiedenen Lebensaltern zu tun haben könnten. Kulturen, die noch stärker auf Gemeinschaftlichkeit ausgerichtet sind, dürften wiederum der Einsamkeit entgegenwirken.
Je jünger, desto einsamer, spektrum.de 27.5.20

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Deutsche haben vor Corona-Zukunft eine gewisse Furcht 
Mittwoch, 3. Juni 2020 - Psychologie, Studien
Corona bestimmt unser Leben und beherrscht die Schlagzeilen. Und viele Klimaschützer fürchten bereits, dass darüber die ökologischen Herausforderungen, vor denen wir stehen, aus dem Blick geraten. Eine Allensbach-Umfrage zeigt nun, dem ist nicht so. Für 34 Prozent der Bevölkerung ist nach wie vor der Klimawandel die größte persönliche Sorge, gefolgt von Corona (30 Prozent) und der Angst vor Einkommensverlusten (26 Prozent). Dabei treibt nur 31 Prozent die Angst vor einer eigenen Ansteckung. Viel bedrückender ist für viele der Blick in die Zukunft und auf die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. 70 Prozent der Deutschen glauben, dass sich die Konjunktur im kommenden Jahr nicht erholen wird. 46 Prozent befürchten eine Verschlechterung ihrer eigenen wirtschaftlichen Lage. Das trübt auch die Erwartungen an die Zukunft. Hoffnungsvoll schauen gegenwärtig nur 22 Prozent auf das kommende Jahr, während 44 Prozent Befürchtungen mit sich tragen und 27 Prozent skeptisch sind.
Die größte Sorge der Deutschen gilt in der Corona-Krise weder dem Virus noch der Wirtschaft — sondern dem Klimawandel, Business Insider 26.5.20

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Diversität gibt der Performance einen Push 
Dienstag, 2. Juni 2020 - Studien, Arbeit, Management
In einer komplexen Welt braucht es komplexe Lösungen. Und die erreicht man wohl am besten, wenn man möglichst viele verschiedene Perspektiven bei der Ideenentwicklung einbringt. Das jedenfalls mag erklären, dass Unternehmen mit gemischten Führungsteams eine besonders gute wirtschaftliche Performance erreichen. Eine neue Untersuchung von McKinsey, für die 1.039 Unternehmen aus 15 Ländern betrachtet wurden inklusive aller Dax-Konzerne und 35 deutscher Mittelständler, zeigt: Firmen mit dem höchsten Frauenanteil in der obersten Führungsriege haben eine um 25 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittliche Profitabilität als jene, die kaum oder gar keine Frauen im Top-Management haben. Die Unternehmensberater machen in ihrer Einschätzung deutlich, dass Quotenfrauen hier nicht helfen, sondern dass es um die Einbeziehung einer breiten Basis unterschiedlicher Blickwinkel geht. Der Effekt, den die Untersuchung zutage bringt, hat sich übrigens in den vergangenen Jahren gesteigert. 2014 lag die höhere Wahrscheinlichkeit besserer Erfolge von gemischten Führungsteams noch bei 15 Prozent. Die Berater glauben, dass der größer werdende Effekt darin begründet ist, dass die Herausforderungen in der Unternehmenswelt immer vielfältiger werden und deshalb eine möglichst breite Erfahrungsbasis wesentlicher Teil von Erfolg ist.
Gemischte Führungsteams sind finanziell erfolgreicher, spiegel.de 19.5.20

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Psychische Gesundheit der Jugend leidet 
Freitag, 29. Mai 2020 - Lebensart, Psychologie, Studien
In der Psychologie zeigt sich zunehmend, dass Kindheit längst keine unbeschwerte Lebensphase mehr ist. Wie sehr der wahrgenommene Anforderungsdruck bereits bei Jugendlichen seine Spuren hinterlässt, zeigt eine Untersuchung mit 220.000 Schulkindern im Alter von 11 bis 15 Jahren in mehreren Ländern Europas und in Kanada. Ein Viertel der Kinder gab an, sich mindestens einmal in der Woche nervös oder gereizt zu fühlen oder beim Einschlafen Probleme zu haben. In jedem dritten Land bekundeten die Kids außerdem wachsenden Schulstress und diese Schulerfahrung verschlechtert sich laut Studie mit dem Alter. Der schulische Druck ist dabei vor allem in den wohlhabenden Ländern besonders ausgeprägt. Auch um die gesunde Ernährung des Nachwuchses steht es nicht zum Besten. Weniger als 40 Prozent der Befragten essen nach eigenen Angaben täglich Gemüse - hier sind vor allem die Kinder aus weniger wohlhabenden Ländern betroffen. irgendwie zeigt sich hier, dass über die letzten Jahrzehnte etwas zu kippen scheint und die Systeme, die junge Menschen eigentlich fit fürs Leben machen sollen, dieser Aufgabe immer weniger gerecht zu werden scheinen. Steigende Stress- und Burnoutraten sind dann nur die Fortsetzung dessen, was bereits in jungen Jahren begann. Die Frage, wie wir unser gesellschaftliches Zusammenleben und unser Leben überhaupt lebensdienlich gestalten können, wird immer virulenter.
Mehr seelische Probleme bei Jugendlichen in Europa, zeit.de 19.5.20

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Weniger Selbstmorde im Shutdown 
Donnerstag, 28. Mai 2020 - Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Wie stressig und belastend Menschen die Arbeitswelt empfinden, zeigt sich manchmal gerade dann, wenn diese Stressoren plötzlich wegfallen. In Japan beispielsweise ist die Selbstmordrate im April im Vergleich zum Vorjahresmonat um 20 Prozent gesunken. Ursprünglich war die Befürchtung, dass durch den Pandemie-Stress selbst und das temporärer Wegfallen vieler Hilfsangebote die psychischen Belastungen höher werden. Doch dies scheint, zumindest was das Empfinden extremer Ausweglosigkeit angeht, nicht der Fall zu sein. Die Menschen sind öfter zuhause bei ihren Familien und nicht so sehr durch die in Japan geradezu überbordende Leistungskultur betroffen, was zu Entspannungen zu führen scheint. Der verspätete Schulanfang könnte zusätzlich zum Rückgang der Selbstmorde beigetragen haben, denn in Japan leiden bereits viele Schüler unter Überforderung oder Mobbing. Hinzu kommt eine typische Eigenheit der japanischen Kultur - in Krisenzeiten versuchen sie stark zu sein für ihr Land. So konnten die Wissenschaftler auch im Jahr 2011, als ein Tsunami zur Reaktorkatastrophe in Fukushima führte, weniger Selbstmorde feststellen. Insgesamt ist es eindrücklich, wie sich durch die teils dramatischen Veränderungen im gewohnten Leben durch die Pandemie nun Stück für Stück zeigt, in welchen Bereichen ganze Kulturen und Gesellschaften sich über lange Zeit in dysfunktionalen Normalitäten eingerichtet haben. Die Frage ist, was wir aus diesen Erkenntnissen für eine bessere Zukunft lernen können.
Weniger Arbeit, mehr Familie, Freitag 18.5.20

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Die Arbeitswelt formiert sich neu 
Mittwoch, 27. Mai 2020 - Arbeit, Management
"Das Büroleben wird niemals mehr so sein wie früher", schreibt die Wirtschaftswoche in einem Artikel, der unter die Lupe nimmt, wie schnell sich durch die Corona-Pandemie einst als unabdingbar angesehene Arbeitsstrukturen wandeln. Noch wenigen Wochen im Home Office ziehen erste Unternehmen bereits Konsequenzen und stellen ihr Organisationsformen auf den Kopf. Das Großraumbüro beispielsweise beginnt bereits, aufgrund der Abstandsbeschränkungen zu sterben. Einige Firmen sind bereits dabei, ihre Arbeitsräume umzugestalten, um sie Pandemie-sicherer zu machen. Andere wiederum sind so angetan von der reibungslosen Zusammenarbeit der Mitarbeiter im Home Office, dass sie planen, diese aus der Not geborene Option in einen Normalzustand zu überführen. Die Mitarbeiter von Google oder Facebook etwa können bis zum Jahresende von Zuhause aus arbeiten. Eine Kommunikationsagentur aus Wales hat sich sogar entschlossen, künftig nur noch virtuell zu arbeiten und die eigenen Büroräume, die einen Großteil der Firmenkosten ausmachten, gekündigt. Bei Dell zeichnen sich zumindest Verschiebungen ab. Vor Corona arbeiteten hier etwa 30 Prozent der 165.000 Vollzeitkräfte virtuell, im Moment sind es 90 Prozent und für nach der Krise rechnet das Unternehmen damit, dass etwa die Hälfte der Mitarbeitenden kontinuierlich von Zuhause arbeiten wird. Es sind spannende Zeiten. Und sie werfen natürlich auch die Frage auf, wie sich die menschliche Dimension beim virtuellen Zusammenarbeiten so kultivieren lässt, dass sie der räumlichen Distanz nicht zum Opfer fällt.
Pandemie wird Büroleben neu formen, WiWo 16.5.20

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Positive Leadership entwickeln 
Dienstag, 26. Mai 2020 - Arbeit, Management
Wo viele Mitarbeiter im Home Office gelandet sind, wirft das auch die Führungsstrukturen in Unternehmen über den Haufen. In Zeiten von Corona zeigt sich, wo Unternehmensstrukturen schon lange Zeit porös waren. "In den Unternehmen fehlt es an Neugierde und Offenheit. Diese Eigenschaften wurden den Menschen in den vergangenen vier Jahrzehnten abtrainiert, sie sollten nur mehrheitlich das bestehende, erfolgreiche Geschäftsmodell fortschreiben", sagt etwa der Leadership-Professor Wolfgang Jenewein. Seiner Meinung liegt das daran, dass in vielen Firmen lange Zeit eine negative Leadership praktiziert wurde: "Der Fokus lag auf Fragen wie zum Beispiel: Wo können wir effizienter werden? Was läuft falsch? Wer ist für den Fehler verantwortlich? So haben wir in den letzten Jahren vielfach spaß-, sinn- und emotionsfreie Organisationen geschaffen." Er rät Führungskräften dazu, "eine neugierige, offene Haltung in ihren Organisationen aufzubauen" und die Sinndimension des gemeinsamen Handelns mehr in den Vordergrund zu rücken. Es helfe zu erklären, warum verschiedene Tätigkeiten wichtig sind und welche Bedeutung die jeweiligen Mitarbeitenden für das Unternehmen haben. Dazu gehöre auch, die zwischenmenschliche Dimension explizit zu adressieren, denn in Zeiten der virtuellen Zusammenarbeit müsse dieser tiefere Zusammenhalt bewusst gehalten werden.
"Gockelgehabe aus dem Büro weglassen", spiegel.de 15.5.20

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