Harte Jobs kosten deutlich Lebenserwartung 
Donnerstag, 11. Juli 2019 - Studien, Arbeit
Unser Vorsorgesystem ächzt bereits aufgrund der Tatsache, dass wir immer älter werden. Doch nicht alle Menschen können sich über eine höhere Lebenserwartung freuen. Eine repräsentative Studie des Instituts für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen zeigt eindrücklich, wie stark die Schwere der beruflichen Beschäftigung auf die Lebenserwartung wirkt. Heute 65-jährige Männer, die in kräftezehrenden Berufen gearbeitet haben, werden heute im Schnitt nur 75 Jahre alt, während Altersgenossen mit weniger belastenden Tätigkeiten fünf Jahre länger leben dürften. Als belastend gelten laut Studie körperlich sehr beanspruchende Tätigkeiten ebenso wie Berufe mit besonderen emotionalen Belastungen und hohem Stress. Bei Frauen sind die Auswirkungen nicht ganz so groß. Die stärker Beanspruchten haben nach Renteneintritt statistisch betrachtet noch 15 Lebensjahre vor sich, die weniger Beanspruchten 19 Jahre. Dieser Unterschied dürfte vor allem daran liegen, dass Frauen im statistischen Mittel gesünder leben und sich mehr um ihre Gesundheit kümmern.
Hohe Belastungen im Job verringern die Lebenserwartung, zeit.de 3.7.19

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Wissen um die eigenen Gefühl hält gesund 
Mittwoch, 10. Juli 2019 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Wer seine Gefühle versteht und richtig zu deuten weiß, hat bessere Chancen, Depressionen zu vermeiden. Das legt eine amerikanische Studie nahe, für die 200 Jugendliche im Abstand von eineinhalb Jahren zwei Mal befragt wurden. Die Kids sollten eine Woche lang vier Mal pro Tag ihre Gemütslage protokollieren. Untersucht wurden die Daten daraufhin, inwieweit die Jugendlichen in der Lage waren, ihre emotionale Verfassung zu erkennen und einzuordnen. Bei der Nachuntersuchung mit zweiter Erhebung zeigte sich: Kinder, die es schwierig fanden, ihre negativen Gefühle zu differenzieren und ihre Ursachen zu erkennen, neigten eineinhalb Jahre später stärker zu depressiven Beschwerden als jene, die ihr Innenleben besser verstanden. Die Forscher gehen davon aus, dass ein Verständnis für das eigene Gefühlsleben es Menschen erleichtert, das, was sie bedrückt, zu verändern, während jene, denen das nicht gelingt, eher im diffusen Unbehagen gefangen bleiben.
Blind für die eigenen Gefühle? spektrum.de 3.7.19

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Meditations-Apps werden zu Investment-Lieblingen 
Dienstag, 9. Juli 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Management
Meditieren ist eine der wunderbarsten Beschäftigungen, die man sich vorstellen kann - und es ist kostenlos. Und doch hat sich das Geschäft mit der Achtsamkeit in den letzten Jahren zu einem Multi-Millionen-Dollar-Markt entwickelt. Vor allem die Meditations-Apps wecken hier Begehrlichkeiten und locken die Investoren. Die App Calm verfügt inzwischen über Investorengelder in Höhe von 143 Millionen Dollar. Im letzten Jahr vervierfachte Calm seine Einnahmen von 20 auf 80 Millionen Dollar. Headspace, eine ebenfalls sehr bekannte Meditations-App hat über die Jahre immerhin 75 Millionen Dollar an Investorengeldern eingesammelt. Einerseits ist es ja schön zu sehen, dass Meditation und Achtsamkeit heute nicht mehr in die Esoterik-Ecke gestellt werden. Doch die Kommerzialisierung des Meditierens kreiert natürlich auch Kontexte, die mit dem spirituellen Unterbau von Achtsamkeit alles andere als kompatibel sind. Das App-Geschäft gehört zu den härtesten überhaupt und was sich gut verkauft, ist noch lange nicht das, was wirklich Sinn stiftet.
Meditation App Calm Adds $27M Extension To Series B, Crunchbase 1.7.19

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Um den Gemeinsinn der Kids könnte es besser stehen 
Montag, 8. Juli 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Wächst in Deutschland eine Generation heran, der es an Gemeinsinn fehlt? Eine Studie der Bepanthen-Kinderförderung mit 1.000 Kindern und Jugendlichen aus Berlin, Leipzig und Köln, die bevölkerungsrepräsentativ für Großstädte ist, zeigt zumindest, dass es mit dem Gemeinschaftsgefühl beim Nachwuchs nicht zum Besten steht. Jedem dritten Jugendlichen und mehr als jedem fünften Kind bescheinigt die Studie jedenfalls einen Mangel an Gemeinsinn. Auffällig sind dabei die Geschlechterunterschiede. Bei männlichen Jugendlichen sind es 44 Prozent, denen die soziale Dimension eher fremd ist, während bei den weiblichen Jugendlichen nur 21 Prozent einen gering ausgeprägten Gemeinsinn haben. Diese Tendenz zeigt sich auf, wenn es um die Fähigkeit des Mitfühlens geht. Zwei Drittel der weiblichen Jugendlichen bringen die Fähigkeit zu starkem Mitgefühl mit, aber nur ein Viertel der Jungen. Die Wissenschaftler sehen durchaus Grund zur Sorge, weil hier der Keim für eine wachsende Entsolidarisierung gelegt werden könnte.
Generation Rücksichtslos? Deutschlandfunk Kultur 25.6.19

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Facebook macht Konsumenten zu Langweilern 
Freitag, 5. Juli 2019 - Lebensart, Psychologie, Studien
Werbung in sozialen Netzwerken ist eine zweischneidige Angelegenheit, und das nicht nur aus User-Sicht (nerv, nerv). Auch für Firmen kann der Schuss nach hinten losgehen. Eine Marketingstudie, die die Datensätze von 200.000 Neuwagenkäufen aus neun europäischen Ländern analysierte, stellte fest: Wenn die Kunden zuvor auf Facebook unterwegs waren, waren die von ihnen gewählten Konfigurationen deutlich konventioneller als die anderer Kunden. Die Forscher deuten das damit, dass auf Plattformen wie Facebook viel auf soziale Anerkennung hinauslaufe und Menschen dort leichter konform gehen mit Mehrheitsmeinungen. Die Empfehlung der Wissenschaftler ans Marketing: Wer konventionelle Produkte verkauft, kann davon profitieren, potentielle Kunden erst einmal auf eine Facebook-Seite zu leiten. Bei innovativeren Angeboten kann der Hinweis helfen, dass eine Mehrheit der Kunden sich für unkonventionelle Varianten entschieden habe. Meine Empfehlung: Selber denken und danach handeln.
Risikoscheu durch Facebook, HBM 7/2019

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Mit Mathe lässt es sich besser die eigene Meinung untermauern 
Donnerstag, 4. Juli 2019 - Psychologie, Studien
Wer Mathe kann, hat Vorteile, seine eigene Meinung mit vermeintlich rationalen Argumenten durchzudrücken. So könnte man zumindest die Ergebnisse mehrerer wissenschaftlicher Studien deuten, die den Zusammenhang zwischen den mathematischen Fähigkeiten und der Argumentation bei meinungsgeladenen Themen untersuchten. Dabei zeigt sich: Wenn es um Fragen mit politischem Bezug oder anderem Potential zur Polarisierung geht, scheinen Menschen, die gut rechnen können, keine Mühe zu scheuen, selbst eine dürftige oder gar widersprüchliche Datenlage zugunsten der eigenen persönlichen Meinung zu deuten. Bei weniger aufgeladenen Themen zeigt sich diese mathematische Verzerrung nicht im selben Maße. Die SZ kommentiert: "Mentale Akrobatik gelingt eben am besten, wenn der Geist gut trainiert und geschmeidig gehalten wird." Und da sage noch einer, Mathe ist doof.
Mathe schützt vor Dummheit nicht, SZ 27.6.19

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Hauptsache nicht ins Büro 
Mittwoch, 3. Juli 2019 - Studien, Arbeit, Management
Dienstreisen scheinen für bestimmte Arbeitnehmergruppen deutlich erquicklicher zu sein, als die Arbeitstage im Büro verbringen zu müssen. Eine aktuelle Umfrage des Deutschen Reiseverbands zeigt: Für 58 Prozent der befragten Fach- und Führungskräfte sind die Dienstreisen eine willkommene Abwechslung. 69 Prozent der Geschäftsführer und Vorstände erleben sie sogar als besonders attraktiven Teil ihres Jobs. 40 Prozent der Befragten gaben an, unterwegs produktiver arbeiten zu können als im Büro. Insgesamt 54 Prozent finden das Reisen gut, was über die letzten beiden Jahre einen deutlichen Anstieg bedeutet, denn vor zwei Jahren waren es gerade einmal 25 Prozent, letztes Jahr 45 Prozent. Vielleicht ist das ja ein Indikator dafür, dass das Arbeiten im Büro immer öder oder stressiger wird? Dann bedeutet Dienstreise vielleicht auch: Hauptsache nicht ins Büro.
Geschäftsreisen: Je länger, je lieber, manager magazin 26.6.19

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Ehrlicher als erwartet 
Dienstag, 2. Juli 2019 - Studien
Vielleicht sind wir selbstloser als gedacht. Eine großangelegte internationale Studie zeigt zumindest, dass selbst Unehrlichkeit einer gewissen Ethik zu folgen scheint. Die Wissenschaftler platzierten Geldbörsen, gefüllt mit Beträgen zwischen 14 und fast 100 Dollar in verschiedenen Ländern als verlorene Gegenstände und untersuchten, wie viele davon zurückgegeben wurden. Interessanterweise war der Rücklauf mit 72 Prozent bei den prallgefühllten Börsen höher als bei jenen, die mit weniger Geld liegengelassen wurden (61 Prozent). Außerdem war die Rückgabequote insgesamt höher, wenn sich auch ein Schlüssel im Geldbeutel befand. Die Forscher glauben, dass Menschen das Zurückhalten hoher Beträge eher als Diebstahl einstufen und deshalb hier ehrlicher sind. Bei kleineren Beträgen könne man sich vor sich selbst eher herausreden - keine Zeit gehabt, nicht so wichtig. Bei der hohen Rückgabequote von Geldbörsen mit Schlüsseln ist womöglich Empathie im Spiel, schließlich weiß jede*r, wie nervend es ist, sich um verloren gegangene Schlüssel zu kümmern oder gar Schlösser austauschen zu müssen. Wenn's drauf ankommt, können wir also ehrlich.
Der Homo oeconomicus ist gar nicht so, spektrum.de 21.6.19

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