Stressfaktoren frühzeitig begegnen 
Freitag, 20. August 2010 - Management
Viele Manager verausgaben sich, ohne an die Folgen zu denken. Permanenter Stress gehört für sie untrennbar zum Tagesgeschäft und häufig zeigen sich erste Beschwerden bereits, bevor es zu organischen Erkrankungen kommt. "Sie haben definitiv vegetative Stresssymptome, etwa Erschöpfung, Schlafstörungen. Bei den allermeisten sage ich im Abschlussgespräch: Organisch sind sie gesund, sie haben dennoch Beschwerden. Jetzt erläutere ich ihnen, wie moderne Stressmodelle diese Beschwerden erklären und was sie ganz persönlich verbessern können", so der Mediziner Gunter Frank, der Führungskräfte bei ihren Check-ups begleitet. Er rät seinen Klienten dazu, das Stressthema ernst zu nehmen, bevor der innere Verschleiß überhand nimmt. Sein Rat: "Bei Führungskräften wird der Stressnerv oft unentwegt aktiviert. Es gibt keinen Feierabend mehr, keinen Gottesdienst, keinen Urlaub. Führungskräfte müssen daher lernen, den Parasympatikus, den Ruhenerv, selber zu aktivieren. Nicht den Drang zu haben, irgendwo anzurufen, Emails zu checken, Pläne zu schmieden. Das ist eine Kompetenz, die man heute als Manager haben muss. Sonst kann es sein, dass man alle seine Ziele erreicht, aber mit 45 dennoch depressiv ist." Letztlich liegt also doch in der Ruhe die Kraft.
Stress-Herzinfarkt nur Mythos, Manager Magazin 30.7.10


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Firmen tun zu wenig gegen strukturelle Burn-out-Faktoren 
Donnerstag, 19. August 2010 - Management
Der Psychologe und Berater Markus Väth kritisiert, dass zwar immer mehr Firmen in Burn-out-Programme investieren, aber dabei viel zu selten strukturelle Faktoren verändert werden, die den Burn-out von Beschäftigten begünstigen. "Struktureller Burn-out bedeutet, dass Unternehmen Organisations- und Wert-Strukturen schaffen bzw. nicht abstellen, die Burn-out teilweise massiv begünstigen. Dieser Umstand ist bisher sogar in gut meinenden Firmen als blinder Fleck zu besichtigen. Man spendiert Mitarbeitern Burn-out-Prävention und investiert in ein betriebliches Gesundheitsmanagement – auf Mitarbeiterebene. Burnout jedoch kommt, um es in der Sprache des Fußballs auszudrücken, aus der Tiefe des Raums: aus tradierten Organisationsund Kommunikationsstrukturen, aus Arbeitgeber-Erwartungen hinsichtlich der Arbeitsleistung, aus dem Verschwimmen zwischen beruflicher und privater Welt und einem tayloristisch-maschinistischem Menschenbild. In diesem Sinne könnte man strukturellen Burn-out durchaus als eine Art 'fahrlässige Körperverletzung' des Unternehmens am Mitarbeiter bezeichnen", erklärt Väth. Der Experte propagiert deshalb Ansätze, die nicht nur personelle, sondern auch kulturelle und strukturelle Aspekte einbeziehen. So fordert Väth dazu auf, implizite Werte im Unternehmen im Hinblick auf Arbeitsleistung, Mitarbeiterverfügbarkeit und Rollenverständnis zu hinterfragen. "Jeder Mitarbeiter, der aufgrund eines übergroßen Verfügbarkeitsanspruchs in einer permanenten physischen Alarmstimmung ist, verstärkt das Burn-out-Risiko", so Väth. Der Psychologe fordert deshalb nicht nur ein Umdenken des Managements, sondern auch eine grundlegende Auseinandersetzung des Unternehmens mit sich selbst.
"Struktureller Burn-out ist der blinde Fleck von Unternehmen", managerSeminare August 2010

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Jede dritte Firma leidet unter Motivationsmangel 
Mittwoch, 18. August 2010 - Studien
In einer weltweiten Untersuchung der Boston Consulting Group unter 1.300 Managern zeigt, dass Motivation, die Anerkennung im Job und die Fähigkeit des Managements, Mitarbeiter gezielt zu fördern, im Zuge der Wirtschaftskrise deutlich gelitten haben. So sanken im Top-Management die entsprechenden Werte um rund sieben Prozent, im mittleren Management sogar um um zehn bis 14 Prozent. 37 Prozent der Befragten sind mit den Werten ihres Unternehmens unzufrieden, 31 Prozent mit deren Corporate Social Responsibility und 30 Prozent mit der Vertrauenskultur und dem Empowerment, das vom Management ausgeht. 38 Prozent vermissen ein strukturiertes Karrieremanagement, 32 Prozent eine Anerkennung, die über Gehaltszahlungen hinaus geht, und 35 Prozent bemängeln, dass Manager ihre Mitarbeiter nicht unterstützen.
Pressemitteilung BCG 13.7.10

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Ehrlichkeit fördert Wohlstand 
Dienstag, 17. August 2010 - Wissenschaft
Eine ehrliche Wirtschaftskultur kommt dem Wohlstand zugute und fördert die Produktivität einer Volkswirtschaft, so die Erkenntnisse einer Studie der Universität Köln. Da in einem Klima von Ehrlichkeit und Vertrauen die Transaktionskosten geringer sind, weil beispielsweise der Aufwand, um wasserdichte Verträge zu schließen, nicht so hoch ausfällt und teure Rechtsstreitigkeiten eher selten sind, wird wirtschaftliches Engagement komplikationsärmer. Darüber hinaus fallen Investitionen in Forschung und Entwicklung leichter, wenn Firmen nicht fürchten müssen, dass ihre Innovationen von der Konkurrenz einfach kopiert werden. Wo Vertrauen herrscht, orientiert sich darüber hinaus die Auswahl der Mitarbeiter eher an deren tatsächlicher Qualifikation als an Gruppenzugehörigkeiten, was wiederum den Anreiz erhöht, in die eigene Bildung zu investieren. Prosperierende Wirtschaften wie in den skandinavischen Ländern rangieren deshalb auch am oberen Ende der Ehrlichkeitsforscher, während diese Deutschland in einem bereits problematischen Mittelfeld verorten.
Ehrlichkeit fördert das Bruttosozialprodukt, Psychologie aktuell 4.6.10

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Es geht nicht nur um Geld 
Montag, 16. August 2010 - Management
Rendite, Kosten, Gewinn - wo die meisten Firmen sich allein auf monetäre Werte konzentrieren, erscheint das Unternehmen Wala, das anthroposophische Arzneimittel und hochwertige Naturkosmetik, darunter die durch verschiedene Hollywood-Stars international bekannt gewordene Marke Dr. Hauschka, herstellt, wie eine Oase jenseits üblicher kapitalistischer Perspektiven. "Umsatz und Kosten sind uns egal", sagt etwa Wala-Chef Johannes Stellmann, der als Betriebswirt über "Die ökologische Dimension im strategischen Management" promoviert hat und als Steuerungsgrößen eher Qualität und Produktivität betrachtet. Die Unternehmensführung von Wala setzt auf "Freiheit und Unabhängigkeit", hat eine Eigenkapitalquote von 48 Prozent und hält die Banken freundlich auf Distanz. Mit einer Eigenkapitalrendite, die zwischen 14 und 33 Prozent liegt, braucht sich das Unternehmen nicht hinter der renditegetriebenen Konkurrenz zu verstecken, sondern zeigt eindrucksvoll, dass auch ein sehr auf Ethik bedachtes Wirtschaften nicht nur ideelle Gewinne abwirft. Die Werte haben allerdings immer oberste Priorität, auch wenn der finanzielle Gewinn darunter - zumindest kurzfristig - gelegentlich leidet. Als Wala sich entschloss, nur noch Händler zu beliefern, die eine umfassende Beratung zu den Wala-Produkten leisten können und wollen, sank der Umsatz von 103 auf 98 Millionen Euro - um danach wieder anzuziehen. Rückrat lohnt sich also.
"Umsatz und Kosten sind uns egal", FAZ 7.8.10

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Sommerzeit - Ferienzeit 
Montag, 26. Juli 2010 - sonstiges
think.work.different macht Sommerferien. Ab 16. August finden Sie hier wieder wie gewöhnlich frische News zum Thema authentisches Business. Bis dahin wünsche ich Ihnen schöne Sommertage.

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Hohe Arbeitsdichte führt zu Depressionen 
Freitag, 23. Juli 2010 - Studien
Die Arbeitsdichte ist ein wesentlicher Faktor, ob Arbeitnehmer verstärkt zu depressiven Erkrankungen neigen, so das Ergebnis einer Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Gängige Studien gehen seit längerem von diesem Zusammenhang aus. Ihr Manko: Die Befragten beurteilen zumeist sowohl ihre Arbeitsbedingungen als auch ihren Gesundheitszustand. Dieses Setting erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Befragten einen Zusammenhang zwischen beiden Aspekten herstellen. Zudem kann eine bereits vorhandene depressive Verstimmung dazu führen, dass die eigene Wahrnehmung dadurch beeinflusst wird und man die eigene Arbeitssituation entsprechend einschätzt. Um Verzerrungen wie diese zu beseitigen, wurden in der BAuA-Studie die Arbeitsbedingungen unabhängig und objektiv bewertet. Depressionen wurden anhand des standardisierten klinischen Interviews und depressive Verstimmungen mittels eines Screening-Verfahrens diagnostiziert. Die Untersuchung der 517 Beschäftigten aus drei Branchen (Banken und Versicherungen, Gesundheitswesen, Öffentlicher Dienst) zeigt, dass die objektiv bewertete Arbeitsintensität tatsächlich einen Einfluss auf das Auftreten von Depressionen hat, der subjektiv bewertete Tätigkeitsspielraum hingegen nicht. Je höher die objektive Arbeitsbelastung, umso häufiger treten unter den Beschäftigten sowohl Depressionen als auch depressive Verstimmungen auf.
BAuA-Studie, 14.7.10

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Durchbruch für weibliche Führungskräfte? 
Donnerstag, 22. Juli 2010 - Studien
Der Frauenanteil in Führungspositionen stagniert. So zeigt der Führungskräfte-Monitor des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, dass dieser seit drei Jahren unverändert bei 27 Prozent liegt, obwohl die Frauenquote unter den Beschäftigten insgesamt bei rund 50 Prozent liegt. In den Vorständen der 200 größten Unternehmen sind zu 97 Prozent Männer am Zuge. Ein weiterer Punkt: Frauen in Führungspositionen verdienen rund 28 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Studienautorin Elke Holst sieht dennoch eine gewisse Aufbruchstimmung. Einerseits wachse der politische Druck auf die Unternehmen, Frauen stärker in verantwortlichen Positionen zu berücksichtigen. Neue Vorstandsfrauen bei Siemens, SAP und EON hätten zudem Signalwirkung, ebenso die Ankündigung der Telekom, bis Ende 2015 die Führungspositionen im eigenen Unternehmen zu 30 Prozent mit Frauen besetzen zu wollen. Holst geht davon aus, dass Vorgaben - durch die Politik bzw. die Unternehmensleitung - hier einen Wandel in Gang setzen könnten. Ohne Direktiven bleibe hingegen erwartungsgemäß alles, wie es ist.
Ein Schritt vor, zwei zurück, SZ 15.7.10

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