Mehr Bewusstheit in der Wirtschaft 
Mittwoch, 2. September 2015 - Wissenschaft
Die Zeit stellt in einem Beitrag das ReSource-Projekt "einer der wichtigsten säkularen Ethikerinnen unserer Zeit" vor, der Neurowissenschaftlerin Tania Singer, die auf Basis der Daten von 300 Probanden die Wirkungen von Meditation und anderer mentaler Trainingsmethoden erforscht. Singer geht es längst nicht mehr nur um die Erkundung von Achtsamkeitsmethoden. Sie will auch die Wirtschaft verändern, weshalb sie mit dem Kieler Institut für Weltwirtschaft zusammenarbeitet und in dieser Kooperation neue Wirtschaftsmodelle entwerfen möchte, die kooperative, prosoziale und nachhaltige ökonomische Verhaltensweisen ermöglichen sollen. "Das alte Narrativ muss mit einem realistischeren Menschbild ersetzt werden, was auf psychologischen und neurowissenschaftlichen Erkenntnissen beruht un dem man auch globale Kooperation und mehr Prosozialität zumuten kann", so Singer. In ihrem Forschungsprojekt beleuchtet sie beispielsweise, mit welchen Methoden sich Mitgefühl verbessern lässt oder die Bewusstheit für die eigenen Handlungsmotive. Das Projekt ist ambitioniert und wird im Zuge der auf mehrere Jahre angelegten Auswertung sicherlich noch spannende Einsichten zutage fördern. Interessant wird auch sein, welches Menschenbild Singer selbst zugrunde legt. Während Meditation ursprünglich im Rahmen der großen spirituellen Traditionen immer damit verbunden war, vom eigenen Ich auch absehen und darüber hinaus gehen zu können, werden unter säkularen Vorzeichen inzwischen viele der Methoden eher zur Ich-Stärkung genutzt. Und gerade diese Selbstbezogenheit ist es ja, die nicht zuletzt dazu beiträgt, dass wir heute mit Wirtschaftsformen leben, die uns längst das Wasser abgraben.
Abschied vom Homo oeconomicus, Zeit online 12.8.15

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Die Kraft sozialer Transformation bei Radio evolve 
Dienstag, 1. September 2015 - Medien
Direkt vor der Sommerpause hatte ich ja bereits über die neue Ausgabe von evolve - Magazin für Bewusstsein und Kultur geschrieben, die sich dieses Mal unter dem Titel "Die Zukunft in uns - Gesellschaft im Umbruch" dem Thema soziale Transformation widmet. Für das Heft konnten wir wieder einige bekannte Persönlichkeiten gewinnen: Eine Welt im Umbruch braucht progressive Impulse: politische, wirtschaftliche und soziale. Die Zukunft hängt davon ab, wie es uns gelingt, die Welt und ihre Herausforderungen auf eine neue Weise zu sehen – und entsprechend zu handeln. Otto Scharmer, Senior Lecturer am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und Berater für Regierungen und Großkonzerne, beispielsweise versucht, auf der systemischen Ebene von Wirtschaft und Politik eine Erneuerung vom Ego- zum Eco-Bewusstsein anzustoßen. Marina Weisband zeigt mit ihren Gedanken zu einer liquiden Demokratie, wie im bewussten Umgang mit Divergenzen neue Lösungsräume entstehen können. Räume, die in den Augen des Kulturphilosophen und Vordenkers der Occupy-Bewegung Charles Eisenstein ihre Kraft der Transformation aus der Herzensqualität der Verbundenheit schöpfen. Sich im Inneren im positiven Sinne betroffen zu fühlen, sich nach dem eigenen schöpferischen Potential zu fragen, verbindet uns, so der Vorreiter des Grundeinkommens Enno Schmidt, mit dem Möglichen. Wer lieber hört statt zu lesen, kann sich bei Radio evolve die einstündige Radiosendung, die Herausgeber Dr. Thomas Steininger und ich zum Magazin gemacht haben, runterladen und anhören.

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Sommerzeit - Ferienzeit 
Montag, 3. August 2015 - sonstiges
think.work.different macht im August Sommerferien! Wir wünschen Ihnen schöne Sommertage und sind ab September wieder mit frischen News für Sie da.

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Executive Health Day am 8./8. September in Filderstadt 
Freitag, 31. Juli 2015 - Veranstaltungen
Am 8./9. September findet in Filderstadt ein spannendes Event für Führungskräfte statt - der Executive Health Day. Die Initiative geht auf Dr. Peter Becker von Steinbach & Partner zurück, der in den letzten Monaten mit verschiedenen Experten aus Beratung, Gesundheitswesen und Wissenschaft zeitgemäße Ansätze für eine Etablierung der Führungskräftegesundheit zusammengetragen hat. Mit Expertenimpulsen und Gesprächsrunden wird die Veranstaltung verdeutlichen, wie Top-Leader die Wechselwirkungen zwischen ihrer eigenen Befindlichkeit und unternehmerischem Erfolg besser erkennen können und Sorge dafür tragen können, sich selbst nicht zu verschleißen. Auf der Agenda stehen konkrete Themen wie "Gesundheit braucht eine neue Art des Managens", "Von Abhängigkeiten und Freiheiten – Wie Top-Leader zu einem gesunden Umgang mit ihren Ressourcen finden können", "Führungskraft 4.0 – Ganzheitlichkeit statt Digitalisierung" und "Von der (Ohn)Macht des Systems zur Gesundheit des Business und seiner Akteure". Zu den Mitwirkenden zählen neben Dr. Peter Becker der Führungskräfte-Berater und Zen-Lehrer Paul J. Kohtes, der Burn-out-Experte Prof. Dr. Götz Mundle und der Management-Berater Dr. Friedrich Assländer. Als Dinner-Speaker konnte für die Veranstaltung Ex-Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger gewonnen werden, der zum Thema "Gesunde Organisation – Paradoxon in Zeiten der Disruption?" sprechen wird. Ich selbst werde bei der Veranstaltung verschiedene Beispiele aus Unternehmen vorstellen, die die Führungskräftegesundheit bereits positiv adressieren.
Executive Health Day

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Zwischen Wissen und Selbstüberschätzung 
Donnerstag, 30. Juli 2015 - Studien
Wer sich für einen Experten hält, überschätzt zumeist die eigene Expertise, während Menschen, die wirklich etwas wissen, eher zurückhaltend im Hinblick auf die eigene Kompetenz sind. Zu dieser Erkenntnis kamen die US-Psychologen David Dunning und Justin Kruger bereits 1999 mit einer Studie. Die Wissenschaftler folgerten daraus, dass inkompetente Menschen einer gedanklichen Verzerrung unterliegen. Das unter dem Namen Dunning-Kruger-Effekt bekannte Phänomen: Sie überschätzen ihr Können, sind dabei aber nicht in der Lage, das Ausmaß ihrer Inkompetenz zu erkennen. In einer neuen Studie bestätigten die beiden Psychologen nun diesen Effekt. In einem Test mit Hunderten von Freiwilligen sollten diese zunächst einschätzen, wie gut sie sich mit Finanzen auskennen. Anschließend wurde ihnen eine Liste mit Wörtern aus diesem Fachgebiet vorgelegt und sie sollten bewerten, wie gut sie sich mit diesen Begriffen auskennen. Auf der Liste befanden sich auch drei Fantasiewörter. Rund 90 Prozent der selbsternannten Finanzexperten gaben an, sich auch mit diesen bestens auszukennen. „Je stärker jemand von seiner eigenen Kompetenz überzeugt ist, desto mehr brüstet er sich mit Wissen, das er unmöglich haben kann”, kommentiert Dunning dieses Ergebnis lakonisch.
Selbsternannte Experten überschätzen sich, WiWo 21.7.15

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Übermüdete Entscheidungen sind keine gute Idee 
Mittwoch, 29. Juli 2015 - Arbeit
Der Verhandlungsmarathon zu Griechenland hat wieder einmal gezeigt, wie viele existenzielle Entscheidungen in der Politik unter den Vorzeichen der Übermüdung getroffen werden. Damit sind die Politiker nicht allein, denn schätzungsweise ein Viertel der arbeitenden Bevölkerung schläft regelmäßig weniger als sechs Stunden und schleppt sich so mit permanentem Schlafmangel durch den Job. Verlangsamte Reaktionsfähigkeit kann in Berufen, in denen es auf Schnelligkeit ankommt, schnell - und offensichtlich - dramatische Auswirkungen haben. Im Politbetrieb sind wir mit der Beurteilung meist milder, und das, obwohl die Auswirkungen von Schlafentzug mit einem leichten Alkoholrausch vergleichbar sind. " Der Unterschied liegt darin, dass wir Entscheidungen von alkoholisierten Politikern oder Managern für absolut verantwortungslos hielten, während für nächtliche Verhandlungsrunden eine große Akzeptanz besteht. Solche Leistungen werden verstanden als Aufopferung. Ob Entscheidungsfindungen in der Nacht eine gute Idee sind, wird gar nicht hinterfragt", erklärt der Sozialpsychologe Jan Häusser. Wenngleich also eher widersinnig, können Verhandlungen, die unter akutem Schlafmangel geführt werden, auch strategische Gründe haben: "Da kann es darum gehen, die Gegenseite zu zermürben. Aber auch darum, der Öffentlichkeit zu signalisieren: Wie reiben uns auf für euch." Vielleicht fängt mehr Wachheit im öffentlichen ja einfach mit mehr Schlaf an. Aber vielleicht ist das auch zu einfach.
"Die Gegenseite zermürben", KarriereSpiegel 20.7.15

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Erfolg beginnt bei der Beweglichkeit 
Dienstag, 28. Juli 2015 - Studien
Eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, für die weltweit 1.200 Top-Manager aus Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 500 Millionen Dollar befragt wurden, 125 davon aus Deutschland, zeigt, wie zentral Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit an äußere Umstände inzwischen in der Businesswelt sind. 76 Prozent der deutschen Manager blicken der Studie gemäß optimistisch in die Zukunft, 64 Prozent glauben, dass sich die Geschäfte ihres Unternehmens im kommenden Jahr besser entwickeln werden. Gerade die Deutschen zeigen sich dabei sehr wandlungsorientiert. So glauben 70 Prozent, dass sich ihr Unternehmen bis 2018 erheblich verändern wird - weltweit sind dies allein 29 Prozent. Wobei aus der Studie nicht hervorgeht, von welchem gegenwärtigen Entwicklungsstand die Bosse ausgehen und wohin sie sich entwickeln wollen. Denkbar wäre beispielsweise auch, dass der erkannte Veränderungsbedarf in Deutschland schlicht ein Aufholbedarf im internationalen Vergleich sein könnte. 55 Prozent der deutschen CEOs beabsichtigen, bis 2018 am stärksten in die Transformation ihres Geschäftsmodells zu investieren. 54 Prozent legen den Fokus auf die Entwicklung neuer Dienstleistungen und Produkte. Das mit gutem Grund, denn mehr als die Hälfte der Befragten hegt Zweifel, ob ihre bisherigen Angebote in drei Jahren am Markt noch gefragt sein werden.
Problem erkannt - Lösung fehlt, WiWo 20.7.15

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Achtsamkeit macht Stress erträglicher 
Montag, 27. Juli 2015 - Studien
Eine Studie des Ohio State University Wexner Medical Center legt nahe, dass eine Übungspraxis der Achtsamkeit es Menschen in stressreichen Arbeitsumgebungen erleichtern kann, besser mit den äußeren Herausforderungen zurechtzukommen. Die Forscher untersuchten die Veränderungen bei einer Gruppe Krankenschwester, die auf einer Intensivstation tätig waren. Die Schwestern erhielten eine achtwöchige Schulung in Achtsamkeitsmethoden, darunter Meditation und Yoga. Bei der Messung vor und nach dieser Intervention bewerteten die Probandinnen den Stresslevel ihrer Arbeitsumgebung jeweils gleich. Ihre inneren Reaktionen hingegen veränderten sich durch die Achtsamkeitspraxis deutlich. So wiesen die Biomarker, die für eine Kampf-oder-Flucht-Reaktion stehen, nach dem achtwöchigen Kurs eine Reduktion um 40 Prozent auf. Die Wissenschaftler werden die Ergebnisse als Möglichkeit dafür, dass Menschen, deren Arbeitsumgebungen sich nicht stressfreier gestalten lassen, durch Achtsamkeit immerhin ihr subjektives Wohlbefinden verbessern können. Die Studie zeigt zwar, wie enorm der innere Freiheitsgrad sein kann, der sich gegenüber äußeren Herausforderungen entwickeln lässt. Doch beinhaltet die Deutung der Ergebnisse auch eine gewisse Gefahr, denn sie legt nahe, dass Stresskompensation zunächst auf der rein individuellen Ebene geleistet werden kann - und entbindet in gewisser Weise davon, gleichzeitig auch alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die Grundbelastung von Menschen durch die äußeren Umstände ihres Berufes so weit es geht zu minimieren.
Nurses cut stress 40 percent with relaxation steps at work, EurekAlert 11.5.15

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter