Karriere-Ambitionen der jungen Generation lassen nach 
Mittwoch, 5. September 2018 - Studien, Arbeit
Lust auf Karriere? Viele Studierende beantworten diese Frage längst nicht mehr mit einem klaren Ja. Eine Untersuchung der Wirtschaftsprüfer der Ernst & Young Unternehmensberatung (EY) mit 2.000 Studenten zeigt: Für eine Mehrheit steht der Erfolg im Job nicht unbedingt an erster Stelle ihrer Erwartungen ans Leben. Für immerhin 41 Prozent hat die Karriere in ihrem Leben eine sehr hohe Bedeutung - bei der letzten EY-Untersuchung zwei Jahre zuvor traf dies noch auf 57 Prozent zu. 70 Prozent der Befragten messe hingegen der Familie einen besonders hohen Stellenwert zu. Sich mehr nach den persönlichen Vorlieben auszurichten als auf möglichst gute Verdienstchancen zu schielen, ist vor allem für Kultur- und Geisteswissenschaftler ein Thema. Sie wählen ihr Studienfach hauptsächlich aus Neigung. Bei den Wirtschaftswissenschaftlern sagt hingegen eine Mehrheit, dass die guten Einkommenschancen für sie wichtiger seien als ihr persönliches Interesse am Studienfach.
Immer weniger Studenten streben eine Karriere an, WiWo 16.8.18

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Erwarteter Stress stresst genauso wie erlebter 
Dienstag, 4. September 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Stress macht uns nicht nur fertig, wenn wir ihn tatsächlich haben. Eine neue Studie von Verhaltensforschern aus Heidelberg und den USA zeigt: Selbst wenn wir nur erwarten, in eine stressauslösende Situation zu geraten, zieht uns das runter und vermiest unsere Stimmung. Auch wenn der erwartete Stress sich dann vielleicht gar nicht einstellt - unserem Körper-Geist-System ist das gleich, wir fühlen uns gestresst. Die Wissenschaftler führen diese innere Reaktion darauf zurück, dass schon die Erwartung von Stress bei vielen Menschen Grübeleien auslöst. Und das bringt das emotionale Wohlbefinden aus der Balance.
Die Erwartung von Stress stresst, Psychologie heute 11.7.18

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Machen können, was man will 
Montag, 3. September 2018 - Lebensart, Arbeit
Die Süddeutsche Zeitung rückt mit einem interessanten Artikel ein neues Phänomen ins Licht - den Wunsch vieler Berufstätiger, deutlich vor dem üblichen Rentenalter oder dem Alter typischer Frühverrentung Abschied zu nehmen von der Arbeitswelt. Am Beispiel mehrerer solcher 50+-KandidatInnen zeigt der Bericht, dass es den jungen Rentnern meist gar nicht darum geht, überhaupt nicht mehr zu arbeiten und nur noch ihr Privatleben zu pflegen. Für viele steht anscheinend eher im Vordergrund, die Zwänge einer Vollzeitbeschäftigung hinter sich zu lassen, das Rund-um-die-Uhr-Rackern und Immer-verfügbar-sein-Müssen. Einige der vorgestellten Menschen suchen sich nach kurzer Pause wieder eine Teilzeitbeschäftigung (und das nicht nur aus finanziellen Gründen) oder arbeiten ehrenamtlich. Sie wollen etwas und dennoch Zeitsouveränität genießen. Es mag ein Nischenphänomen sein, denn nur wenige können es sich leisten, früh einfach hinzuschmeißen. Aber es wirft ein Licht auf die Vorzeichen unserer heutigen Lebens- und Arbeitswelt. Wo immer mehr Menschen die Norm-Arbeitsverhältnisse als Korsett empfinden und sich verschlissen oder aufgefressen fühlen, stellt sich die Frage nach neuen Lebensformen, die das Menschsein nicht auf den Job reduzieren.
"Mit 50 Jahren höre ich auf", SZ 30.7.18

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Wird Achtsamkeit zum Business-Tool? 
Freitag, 31. August 2018 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Achtsamkeit wurde nicht zuletzt durch verschiedene Programme bei Google im Business salonfähig - und scheint sich immer mehr gleichberechtigt zu anderen Business-Tools zu etablieren. Der Berater Bruno Weidl erkundet in einem Interview mit Gopi Kallayil, der bei Google als Chief Evangelist Brand Marketing tätig ist und im Unternehmen auch Yoga unterrichtet, wie sich hier ein neues Feld zwischen Internet und "inner net" auftut. Kallayil wuchs in Indien mit den Yoga-Traditionen auf. Heute mixt er dieses kulturelle Erbe mit der Silicon Valley Kultur. "Die Frage ist, wie können wir dieses innere Netz auf Höchstleistung ausrichten", sagt er. Bewusste Entscheidungen sind für ihn ein wesentlicher Weg. "Unser Leben besteht aus den Entscheidungen, die wir jede einzelne Minute unserer Existenz treffen. Alles, was wir tun, ist unsere Wahl. Jede Wahl ist eine kritische Frage in einem bewussten Leben. Nur wenn ein Gehirn trainiert ist, die Unterscheidung zwischen richtig und falsch zu treffen, besteht die Chance auf ein Leben voller Bedeutung und Sinn", erklärt Kallayil. Im Kontext, den er setzt, wird deutlich, dass die typische neoliberale Leistungskultur für ihn zu den guten Entscheidungen gehört. Seine Folgerung: "Ich bin fest davon überzeugt, dass Achtsamkeit - praktiziert als eine nichtbewertende Wachheit im Augenblick, die in Meditation, Buddhismus und Yoga gründet - zu einem wichtigen Business-Tool wird." Ich finde es fast ein wenig unheimlich, wie hier verschiedene Dimensionen vermischt werden. Wo der Buddhismus auf Leere und Loslassen abzielt, hört sich das, was Kallayil vorschwebt, sehr zielorientiert an. Hier wird Achtsamkeit in einen Dienst gestellt - ohne dass dieser Kontext hinterfragt würde. Das ist legitim. Es ist aber auch eine Form von Vereinnahmung.
"Leading yourself", 18.7.18, Interview von Bruno Weidl

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Wer sich reinkniet, macht eher Karriere 
Donnerstag, 30. August 2018 - Studien, Arbeit, Management
Wer länger arbeitet, macht eher Karriere, so die Erkenntnis einer Erhebung des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit. Aufstieg und Beförderungen scheinen demnach in engem Zusammenhang zu stehen mit dem zeitlichen Investment in den Job. Eine Studie aus Dänemark kommt zu ähnlichen Schlüssen. In zwei Langzeitstudien wurden hier die Daten von 170.000 Dänen ausgewertet. Hier zeigte sich, dass die Aufsteiger in Top-Positionen pro Woche 15 Prozent mehr arbeiteten als jene, die nicht befördert wurden. Diese Zusammenhänge wurden allerdings nur für Menschen untersucht, die im Unternehmen, in dem sie bereits arbeiten, aufstiegen.
Wer länger arbeitet, macht schneller Karriere, WiWo 24.7.18

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Werden wir zur depressiven Gesellschaft? 
Mittwoch, 29. August 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Der Gesundheitsreport 2018 der Techniker Krankenkassen lässt aufmerken. In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Verschreibungen von Antidepressiva verdoppelt. Seit 2007 erhöhte sich die Zahl der verschriebenenTagesdosen an Medikamenten gegen Depressionen von 6,8 auf 13,5. Frauen sind dabei deutlich stärker betroffen als Männer. Ihnen wurden 16,9 Tagesdosen verschrieben, Männern lediglich 10,6. Die Fehlzeiten weisen in die gleiche Richtung. Heruntergerechnet auf Durchschnittswerte fehlten Frauen im vergangenen Jahr 3,42 Tage aufgrund psychischer Beschwerden, Männer 2,11 Tage. In der Fachwelt wird viel darüber diskutiert, dass Anstiege wie dieser auch damit zu tun haben, dass heute mehr Menschen aufgrund psychischer Probleme zum Arzt gehen und dann natürlich auch entsprechend behandelt werden. Das wirft vielleicht auch die Frage auf, wie wir kulturell mehr Erfahrungsräume schaffen können, in denen wir konstruktiv mit seelischen Überforderungen umgehen können. Die medizinische Seite des Phänomens jedenfalls deutet darauf, dass sich hier etwas in unserem Menschsein zu verschieben scheint. Sind wir nicht mehr robust genug für die Anforderungen, die wir uns auferlegen? Oder sollten wir einfach mehr darüber nachdenken, wie wir das Leben so gestalten können, dass es unser Menschsein nicht bedrängt sondern fördert? Was sich hier zeigt, ist mehr als ein medizinisches Problem. Es ist eine große gesellschaftliche Frage, die sich hier auftut.
Antidepressiva auf dem Vormarsch, Ärzteblatt 26.7.18

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Nachwuchs setzt im Job vor allem auf Sicherheit 
Dienstag, 28. August 2018 - Bewusstsein, Studien, Arbeit
Unsichere Zeiten lassen viele Menschen gezielt nach Sicherheiten greifen. Das betrifft auch immer mehr die junge Generation. Die "Studentenstudie 2018" des Beratungsunternehmens EY etwa zeigt, dass immer mehr junge Leute bei der Suche nach einem Arbeitgeber vor allem nach einem möglichst sicheren Arbeitsverhältnis streben. Befragt wurden 2.000 Studierende von 27 Universitäten. Schon mehr als 40 Prozent betrachten Jobs im öffentlichen Dienst als besonders attraktiv. Vor zwei Jahren waren es noch 32 Prozent. Auch Kultureinrichtungen (22 Prozent) und die Wissenschaft (20 Prozent) werden von den Studierenden als mögliche Arbeitgeber hoch geschätzt. Die Skandale in der Autoindustrie haben Spuren hinterlassen. Vor zwei Jahren betrachteten noch 22 Prozent der Studierenden die Branche als attraktives Berufsfeld für sich, heute sind es nur noch acht Prozent.
Studenten ist sicherer Arbeitsplatz wichtiger als Geld, WiWo 24.7.18

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Wenn das Digitale das Leben übernimmt 
Montag, 27. August 2018 - Bewusstsein, Lebensart
Menschen unter 30 sind im Schnitt täglich vier Stunden online. Man kann sich fast fragen, wie viel Zeit da noch für das "richtige" Leben bleibt. Vielleicht sollten wir uns aber auch öfter fragen, was aus diesem analogen Leben eigentlich wird, wenn wir ihm immer mehr vermittelt durch digitale Tools begegnen. In einem Interview mit der Zeit erklärt der Computerwissenschaftler David Levy, wie selbst im Silicon Valley immer mehr Skeptiker der Tech-Blase das Wort ergreifen und auf die Gefahren des überdigitalisierten Lebens hinweisen. In Zeiten, in denen Apps bewusst so programmiert werden, dass sie möglichst süchtig machen (Unternehmen würden eher sagen, dass sie eine starke Nutzeraffinität erzeugen), geht es aber um mehr als Technologie-Kritik. Niemand zwingt uns, all diese Tools zu nutzen. Und doch leben viele in dem Gefühl, ohne sie nicht zu können. "Wir sollten uns nicht länger nur über die neuesten Features des iPhones begeistern oder darüber, was man alles Tolles mit seinem Telefon anstellen kann. Stattdessen sollten wir uns fragen: Was macht ein erfülltes Leben aus? Technische Geräte können uns in mancher Hinsicht dabei helfen, ein solches zu führen. Sie können uns aber auch daran hindern", sagt Levy. Es braucht allerdings auch eine gewisse Seelenstärke, um das eigene Leben weniger an den digitalen Welten auszurichten, denn diese sind längst wesentlicher Teil des Soziallebens. "Es ist ein häufig übersehener Aspekt, dass der Entschluss, weniger online zu sein, auch soziale Auswirkungen hat. Darüber muss man seine Freunde entweder aufklären, oder es bedarf einer Vereinbarung. Wir treffen Entscheidungen über unser digitales Verhalten nämlich nicht in einem Vakuum, es geht nicht nur um unser persönliches Verhältnis zu unseren Geräten. Veränderungen haben stets auch Auswirkungen auf unser Umfeld", erklärt Levy. Meine Generation hat noch ein Gefühl für die Unterschiede, die die Digitalisierung ins Leben bringt, denn wir kennen noch die Zeit "davor". Wie mag es den so genannten Digital Natives gehen, die mit der Möglichkeit zu permanenter Kommunikation und ständigem Inhaltskonsum aufwachsen? Es ist Zeit für eine größere kulturelle Diskussion ...
"Erstmals geben Tech-Leute zu: Wir haben ein echtes Problem", Zeit.de 17.7.18

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