Wohlbefinden ist durch Corona für viele kaum beeinträchtigt 
Donnerstag, 3. September 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Wohl jede*r hat inzwischen diese Momente, in denen sich eine gewisse Corona-Müdigkeit einstellt. Seit Monaten mit all den bestehenden Einschränkungen zu leben, ist für viele Menschen eine kleine Katastrophe, für andere vielleicht nur zunehmend nervig. Eine Studie zeigt nun, dass sich bei all den Zumutungen, denen wir ausgesetzt sind, das grundsätzliche Wohlbefinden der Menschen dennoch kaum verschlechtert hat - zumindest bei jenen, die (immer noch) vollzeiterwerbstätig sind, denn diese stellen in besagtem Fall die Probanden dar. Die Möglichkeit, die Zeit vor und während Corona zu vergleichen, ergab sich, da die Studie - mit anderem Schwerpunkt - bereits im Dezember gestartet war. Anfangs war Corona natürlich für viele ein Schlag, doch: Die negative Stimmung hat mit der Zeit abgenommen. Wir haben mit dem Gegenteil gerechnet – dass Menschen zunehmend wütend oder verärgert sind über die Situation. Doch das konnten wir nicht belegen", so der Leipziger Psychologe Hannes Zacher. "Ich denke, dass Menschen in der Corona-Krise seltener diese intensiven negativen Gefühle spürten, sondern eher weniger aktivierte negative Emotionen wie Trauer oder ein Gefühl der Leere, die eher depressiver, apathischer oder emotionsloser Natur sind." Für Zacher stimmt das öffentlich vermittelte Bild zunehmender deutlicher Unzufriedenheit nicht mit den Erkenntnissen seiner Studie überein. Für den Psychologen ist auch augenscheinlich, dass der mit der Krise verbundene Kontrollverlust eine auf Sicherheit bedachte Kultur wie die Deutsche besonders trifft.
»Die negative Stimmung hat mit der Zeit abgenommen«, spektrum.de 21.8.20

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Meditation differenzierter betrachten 
Mittwoch, 2. September 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
In den letzten Jahren war die Meditationsforschung in einem Euphorie-Hoch. Vielleicht ist es so etwas wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, dass Studien über positive Effekte von Achtsamkeit weitere nach sich ziehen, die zu ähnlichen Erkenntnissen kommen. Seit Meditation in der Wissenschaft als Thema salonfähig geworden ist (es gab Zeiten, in der das Thema ein wahrer Karrierekiller war), bemühen sich natürlich insbesondere Wissenschaftler, denen die Methode am Herzen liegt, in entsprechender Forschung. Das hat lange Zeit den Blick dafür verstellt, bei den jeweiligen Forschungssettings genauer hinzuschauen. Wie die taz in einem sehr differenzierten Artikel darlegt, gibt es viele Studien, deren Parameter teils unübersichtlich, teils sogar fragwürdig sind. Auch werfen seit einiger Zeit immer mehr Studien auch kritische Blicke auf die Achtsamkeit. So belegen mehrere Forschungsarbeiten, dass Meditieren auch Nebenwirkungen haben kann - zumindest bei manchen Menschen. Vielleicht erleben wir hier gerade einen Reifungsprozess der Achtsamkeitsforschung, in dem neben dem Für auch das Wider nun stärker in den Blick rückt. Ein weiteres Thema, dass vielleicht auch noch stärker diskutiert und erforscht werden sollte: Vom Grundsatz her war Meditation nie als eine Methode gedacht, besondere Wirkungen bei Menschen hervorzurufen, wie dies nun in therapeutischen Kontexten gewünscht ist. Die Öffnung im Meditieren oder auch das Loslassen des Gewohnten haben in den spirituellen Traditionen einen hohen Stellenwert, allerdings im Sinne einer Hingabe jenseits aller Erwartungen. Erleuchtung kann man nicht machen, sie wird einem vielleicht einmal zuteil. Und es lässt sich nicht messen, wann dies geschehen könnte. Vielleicht ist nun die Zeit, nicht nur genauer hinzuschauen, wenn es um Meditation geht, sondern den Blick auch weiter und unschärfer werden zu lassen, um auch diese Tiefendimension jenseits der reinen Daten und Fakten zu berücksichtigen. Das wäre dann allerdings kein neurologisches Thema, sondern Disziplinen wie die Anthropologie und die Philosophie sind hier gleichermaßen gefragt.
Stellen wir die falschen Fragen?, taz 20.8.20

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Home Office ist gut fürs Klima 
Dienstag, 1. September 2020 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Viele Menschen haben die Corona-bedingten Zeiten im Home Office genossen, weil sie ihnen mehr zeitliche Flexibilität gegeben haben. Ein weiterer sehr positiver Nebeneffekt: Durch die gesunkene Pendelei zur Arbeit gingen die Schadstoffemissionen deutlich zurück. Eine Untersuchung von Greenpeace zeigt: Würden 40 Prozent der Arbeitnehmer an zwei Tagen pro Woche zu Hause arbeiten statt ins Büro zu pendeln, ließen sich jedes Jahr fünf Millionen Tonnen CO2 einsparen. Das entspricht 18 Prozent der durch das Pendeln entstehenden Emissionen. Vor der Pandemie arbeiteten etwa 13 Prozent der Beschäftigten im Home Office, im Frühjahr 2020 waren es 25 Prozent, die ausschließlich von zu Hause aus arbeiteten.
Homeoffice kann Millionen Tonnen CO2 einsparen, FAZ 20.8.20

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Erschöpfung kann lange anhalten 
Montag, 31. August 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Seit Burnout ein gesellschaftliches Thema geworden ist, gibt es viele Therapieansätze, die versuchen, Betroffenen zu helfen. Die Wissenschaft zeigt allerdings inzwischen auch, dass die Genesung von solchen tiefgehenden Erschöpfungsphasen im Leben nicht ganz so einfach ist, wie gedacht. Eine schwedische Studie etwa begleitete 217 Menschen, die einer Klinik eine entsprechende Therapie absolviert hatten, über sieben Jahre, um die Entwicklung ihres Gesundheitszustandes zu dokumentieren. Dabei zeigte sich, dass sich nur 16 Prozent der Betroffenen nach diesen sieben Jahren als wirklich genesen betrachteten. 80 Prozent fühlten sich zwar besser als vor der Therapie, litten aber weiterhin unter belastenden Symptomen wie einer geringen Stresstoleranz (73 Prozent), extremer Müdigkeit (46 Prozent) oder Gedächtnisproblemen (43 Prozent). Vier Prozent der Betroffenen meinten sogar, dass es ihnen gleich schlecht oder sogar schlechter wie vor der Therapie ginge. Die Wissenschaftler führen diese ernüchternde Situation darauf zurück, dass Burnout-Symptome einerseits sehr hartnäckig sein könnten und andererseits sich oftmals die belastenden äußeren Umstände im Leben der Menschen nicht veränderten.
Burnout glimmt lange nach, spektrum.de 20.8.20

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Mehrheit kann sich 4-Tage-Woche in der Krise vorstellen 
Freitag, 28. August 2020 - Lebensart, Studien, Arbeit
Die Corona-Krise eröffnet stetig neue Felder für ein Umdenken, wie wir unser Leben und Arbeiten organisieren. Der Vorschlag der IG Metall, in der Krise die Arbeitszeit auf eine 4-Tage-Woche zu verkürzen, um Stellenabbau zu vermeiden, stößt einer repräsentativen Umfrage von YouGov zufolge auf breite Resonanz in der Bevölkerung. 61 Prozent können diesem Gedanken etwas abgewinnen (21 Prozent voll und ganz, 40 Prozent eher). Unter Frauen ist die Zustimmung etwas höher als unter Männern. Politisch findet die Idee die meiste Akzeptanz bei Anhängern der Grünen und der SPD. In den letzten Jahren zeigen Studien immer wieder, dass es eine nennenswerte Zahl von Menschen gibt, die gerne ihre Arbeitszeit verkürzen würden. Viele tun es nicht, weil sie Einbrüche ihrer Karrieren befürchten - und viele andere, weil sie es sich schlicht nicht leisten können, auf einen Teil ihres Einkommens zu verzichten. Wer weiß, wie sich unsere Arbeitswelt und unsere Präferenzen, zwischen mehr Geld oder freier Zeit zu entscheiden, über die Zeit verändern, wenn es immer mehr verschiedene Modelle gibt, die auch den Weg mitten in die Gesellschaft finden? Vorschläge wie die 4-Tage-Woche sind wie ein Anstoß, einfach mutiger zu werden und Neues auszuprobieren.
Mehrheit der Deutschen für Viertagewoche in Corona-Krise, zeit.de 19.8.20

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Meditation ist immer eine Gratwanderung 
Mittwoch, 26. August 2020 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Seit Meditation schon fast ein neuer Volkssport geworden ist, mehren sich auch Studien über mögliche negative Wirkungen. Jeder Meditationsanfänger dürfte das Phänomen kennen: Wenn man erst einmal in Kontakt mit der Stille kommt, nimmt man plötzlich auch viel stärker wahr, wie viel Lärm eigentlich das eigene Leben durchzieht. Für Menschen, die als Teil einer Therapie gegen Angststörungen oder Depressionen auch meditieren, kann dieser Effekt, der ganz natürlich ist, durchaus auch problematisch werden. Eine neue Übersichtsstudie etwa zeigt, dass - konservativ geschätzt - etwa acht Prozent der Probanden, die in solchen therapeutischen Settings Achtsamkeit üben, sogar mehr Ängste zeigen als zuvor. Die Wissenschaftler möchten das nicht als eine Kontraindikation für Meditation verstanden wissen. Eher deuten diese Erkenntnisse darauf hin, wie wichtig es ist, beim Meditieren kompetente Begleitung zu haben.
Studie: Meditation können Depressionen und Angstzustände auch verstärken, Grenzwissenschaft aktuell 18.8.20

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Vier simple Tricks für mehr Produktivität 
Mittwoch, 26. August 2020 - Psychologie, Arbeit
Gestern hatte ich darüber geschrieben, wie viele Menschen die Gedanken, die ihnen ständig durch den Kopf gehen, als stetige Herausforderung empfinden. Es scheint, als wäre das unser Normalzustand. Und selbst wenn wir beispielsweise regelmäßig meditieren, um unsere Aufmerksamkeit zu fokussieren, werden wir, zurück im "Alltagsmodus", doch immer wieder von diesen geistigen Unterbrechungen heimgesucht. Im Harvard Business Manager gibt der Produktivitätsforscher Chris Bailey einige Tipps, wie wir unsere mentale Inkontinenz austricksen können. Mir scheint, dass hinter seinen Ratschlägen vor allem eine Erkenntnis steckt, nämlich: Wenn wir uns selbst einen Fokus setzen, der klar genug formuliert ist, und uns Rahmenbedingungen schaffen, um ihn zu verfolgen, bringen uns störende Gedanken viel weniger aus der Ruhe, weil sie weniger Einflugschneisen finden. Seine Tipps sind leicht umzusetzen:
1. Eine Arbeitsumgebung schaffen, die ablenkungsfrei ist - Handy weg, Tablett weg, alles, was unsere Aufmerksamkeit eben auf sich ziehen könnte.
2. Drei Ziele pro Tag setzen, am besten auf einem Zettel notiert. Das kann man im Blick behalten und man verzettelt sich nicht, indem man über all die anderen möglichen To-Do's (die man gut auf einem separaten Zettel notieren kann, um sie nicht zu vergessen) nachdenkt.
3. Sich größere Ziele setzen - denn wenn man sich zu wenig vornimmt, kommt man leicht ins Bummeln.
4. Künstliche Deadline setzen - das spornt an, wirklich bei der Sache zu bleiben. Und oft merkt man, dass man in weniger Zeit das Gleiche schafft.
Ich bin ja eigentlich keine Freundin solcher Optimierungs-Tipps. Aber diese hier sind überschaubar und man ahnt unmittelbar, dass sie wirklich hilfreich sein könnten.
Lassen Sie sich nicht ablenken!, HBM 17.8.20

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Übermächtige Gedanken 
Dienstag, 25. August 2020 - Bewusstsein, Psychologie, Wissenschaft
Wir bewegen sie den ganzen Tag - und doch empfinden wir sie oft als lästig. Die Rede ist von unseren Gedanken. Der Psychologe Andreas Mayer zeigt in einem Forschungsüberblick, dass viele Menschen ihre Gedanken als etwas wahrnehmen, dass von außen in sie sie eindringt, ohne dass sie sich dessen erwehren könnten. Das führe zu einem Gefühl von Kontrollverlust, weil viele Betroffene kaum eine Möglichkeit sehen, diese geistigen Geschehnisse einfach sein zu lassen. Im Gegenteil: Sie fühlen sich gedrängt, sich mit dem, was in ihrem Geiste vorgeht, ständig auseinanderzusetzen. Die Psychologie hat dieses Phänomen bisher vor allem mit psychischen Dysfunktionalitäten in Zusammenhang gebracht, doch scheinen auch viele augenscheinlich gesunde Menschen unter diesem Phänomen zu leiden. Vielleicht rückt es auch erst in der heutigen Zeit so sehr in unsere Aufmerksamkeit, weil wir mit so vielen Einflüssen konfrontiert sind, dass in unserem Kopf eigentlich ständig etwas los ist. Womöglich stoßen Meditation und Achtsamkeit heute auch deshalb auf ein solch großes Interesse, weil immer mehr Menschen spüren, dass sie diesen Gedankenimpulsen eben nicht hilflos ausgeliefert sind, ja dass es eine Stille gibt, die man spüren kann, selbst wenn es im Geiste noch rumort.
Gedanken, die in unseren Kopf eindringen, Psychologie heute 7.8.20

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