Hohe Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber 
Mittwoch, 11. November 2015 - Studien
Die Deutschen sind vergleichsweise loyal gegenüber ihren Arbeitgebern, wie eine Untersuchung der Beratungsgesellschaft EY zeigt. 77 Prozent fühlen sich ihrem Unternehmen verbunden - insbesondere die Mitarbeiter unter 30 Jahren und diejenigen, die kurz vor dem Renteneintritt stehen. In der Altersgruppe der 31- bis 40-Jährigen hingegen ist das Commitment geringer ausgeprägt. Die stärkste Verbundenheit zeigt sich in der Automobilindustrie, so sich jeder dirtte Beschäftige der Firma besonders eng verbunden fühlt - gefolgt von der Land- und Forstwirtschaft und dem Maschinen- und Anlagenbau. In der IT-Branche hingegen ist mit 26 Prozent der Wille zum Jobwechsel sehr hoch ausgeprägt. Über alle Branchen hinweg suchen etwa 18 Prozent nach neuen beruflichen Chancen, weitere 13 Prozent wären offen für gute Angebote. 69 Prozent haben hingegen kein Interesse, den Arbeitgeber zu wechseln.
Meiste Deutsche hoffen kaum noch auf große Karriere, Die Welt 2.11.15

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Grundeinkommen: Mut zur Freiheit 
Dienstag, 10. November 2015 - Arbeit
In einem Gastbeitrag für die Zeit schreiben Daniel Häni und Philip Kovce, Vorreiter der Initiative für ein Grundeinkommen in der Schweiz, darüber, wie eine staatlich garantierte Grundsicherung ohne Auflagen unser Selbst- und Menschenbild herausfordert und verändern kann. "Das bedingungslose Grundeinkommen fragt zweierlei. Erstens: Was will ich eigentlich? Was würde ich tun, wenn für mein Einkommen gesorgt wäre? Wofür engagiere ich mich, wenn ich mich frei entscheiden kann? Das ist die Frage, die den Menschen auf sich selbst zurückwirft. Sie spricht ihn als selbstbestimmtes Individuum an. Es geht um das Bild, das jeder von sich selbst hat", so die Autoren. Die zweite Frage: Bin ich bereit, diesen Entfaltungsraum auch meinen Mitmenschen zuzugestehen? Der Bericht beschreibt sehr anschaulich, dass in der Schweiz oder auch den USA die Diskussion um das Grundeinkommen vergleichsweise pragmatisch geführt werde, während in Deutschland im Kontext der HartzIV-Gesetzgebung die Zweifel deutlich größer seien. Für Häni und Kovce ist die Frage der Finanzierbarkeit ein vorgeschobenes Argument und sie bescheinigen Deutschland einen Mangel, der "künstlich erzeugt, moralisch gewollt, perfide organisiert" sei. Die Gründe, warum es noch kein Grundeinkommen gebe, sind in den Augen der Autoren vor allem unserem Menschenbild geschuldet: "Warum haben wir also noch kein bedingungsloses Grundeinkommen? Weil wir noch nicht auf den Gedanken verzichten wollen, dass die anderen nichts mehr tun würden, wenn ihre Existenz bedingungslos gesichert wäre. Weil wir noch nicht darauf verzichten wollen, dass die anderen etwas tun müssen, damit ihre Existenz gesichert ist. Weil wir den anderen noch nicht jene Eigenverantwortung zusprechen, die wir für uns selbst in Anspruch nehmen."
Lasst Arbeit Erfüllung werden, Zeit online 31.10.15

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Jeder zweite Deutsche bei der Arbeit gestresst 
Montag, 9. November 2015 - Studien
Stress im Job ist inzwischen ein Alltagsphänomen. Laut einer Umfrage der Personalmanagementfirma ADP erfahren 44 Prozent der Europäer oft oder zu oft Stress bei der Arbeit - in Deutschland betrifft dies sogar die Hälfte aller Arbeitnehmer. Ein Viertel aller Befragten findet, dass der Arbeitgeber sie nicht dabei unterstützt, konstruktiv mit den Belastungen umzugehen. Ein Fünftel meint sogar, die Vorgesetzten seien sich dieser Herausforderungen gar nicht bewusst. Bei den Wünschen an die eigene Arbeit sind knapp einem Drittel der Europäer eine gute Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben wichtig, ein Viertel will flexible Arbeitszeiten, ein weiteres Viertel wünscht sich vielfältige Aufgaben.
Halb Deutschland ist im Stress, SZ 26.10.15

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Bei jedem 20. Arbeitnehmer macht die Psyche schlapp 
Freitag, 6. November 2015 - Studien
"Ich hab' Rücken", kommt immer mehr aus der Mode, denn die Rate psychischer Erkrankungen ist weiterhin im Steigen begriffen. Laut DAK-Psychoreport, für den die Daten von 2,6 Millionen DAK-Versicherten analysiert wurden, hat sich die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Leiden seit 1997 verdreifacht. 2014 entstanden so 6,3 Millionen Fehltage. Rechnet man die Daten auf die Gesamtbevölkerung hoch, dürften etwa 1,9 Millionen Deutsche von seelischen Leiden betroffen sein. Jeder 20. Arbeitnehmer war demzufolge im Vorjahr aufgrund psychischer Probleme krankgeschrieben. Die hohen Steigerungsraten liegen Experten zufolge auch daran, dass früher eher körperliche Beschwerden diagnostiziert wurden, in denen sich psychische Erkrankungen häufig manifestieren. Dennoch sind die Verschiebungen in der Art der Diagnose auch besorgniserregend, denn bereits fast jeder zweite Fehltag aufgrund psychischer Probleme geht zu Lasten von Depressionen. Waren 2000 noch 37 Fehltage pro 100 Versicherte durch Depressionen verursacht, waren es 2014 bereits 112.
Immer mehr Fehltage wegen psychischer Erkrankungen, WiWo 27.10.15

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Positiv denken bewirkt oft das Gegenteil 
Donnerstag, 5. November 2015 - Wissenschaft
Wer ein Ziel erreichen möchte, sollte besser nicht zu positiv denken, denn das kann leicht ins Gegenteil kippen. Die Psychologin Gabriele Oettingen untersuche in verschiedenen Studien die Wirkungen positiver Phantasien und stellte dabei fest, dass Menschen, die sich das Erreichen ihrer Ziele zu rosig ausmalen, sie oft nicht im gewünschten Maß erreichen. "Wunschträume und Phantasien sind ja auch durchaus sinnvoll. Sie machen gute Laune, helfen zu entspannen. Aber sie stehen uns im Weg, wenn es darum geht, tatsächlich eine Aufgabe anzupacken, Ziele zu erreichen", so Oettingen. Wer sich schon in Siegerpose wahrnehme, bringe oft weniger Energie auf, sein Ziel tatsächlich zu erreichen. Die Psychologin rät deshalb zu einer Methode, die mentales Kontrastieren beinhaltet - man stellt sich nicht nur die Erfüllung eines Wunsches vor, sondern auch mögliche Hindernisse auf dem Weg und mögliche Wege, diese zu überwinden. "Während die Zukunftsphantasien dem Handeln eine Richtung geben, liefert mir die Vorstellung der Hürden die Energie, sie zu überwinden", so Oettingen.
"Positives Denken hindert uns daran, Ziele zu erreichen", SZ 26.10.15

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Auf dem Weg zur Seelenruhe 
Mittwoch, 4. November 2015 - sonstiges
Der dänische Bestseller-Autor Peter Høeg spricht in einem Interview mit der Welt darüber, wie Empathie-Trainings für Kinder mehr Freundlichkeit und Seelenruhe in den Alltag bringen können. Høeg engagiert sich in einer dänischen Initiative, die die Methode Mindfulness-Based Stress Reduction verbreitet. Bereits der Hälfte aller dänischen Lehrer werden Kurse dazu angeboten und kürzlich weilte Høeg für ein Unterrichtsprojekt in Brandenburg. "Man kann andere Menschen nicht tiefer verstehen, als man sich selbst versteht", so der Schriftsteller, der selbst in einer Gemeinschaft lebt, in der täglich meditiert wird. "Wir sind es gewohnt zu meinen, dass es eben nette und unfreundliche Menschen gibt, aber Freundlichkeit kann man üben. Wenn Sie das Freundlichkeitsniveau in einer Schulklasse oder Familie ändern wollen, müssen Sie es trainieren. Das ist eine schlechte, aber auch eine gute Nachricht, denn man kann etwas ändern. Wir empfehlen Lehramtsstudenten zwanzig Minuten Meditation am Tag. In dieser Zeit sollten sie in Kontakt zu ihrem Körper, ihrem Herzen, ihrer Seelenruhe treten und versuchen, diese Qualität in die Beziehung zu anderen hinüberzutragen. Das verändert langsam das Leben. Die europäische Gesellschaft beginnt das zu entdecken", sagt er. Das Engagement im Dienste der Meditation nimmt gegenwärtig so viel Raum in seinem Leben ein, dass der Schriftsteller ankündigte, eine längere Auszeit zu nehmen - um sich über seine künftigen Prioritäten klarer zu werden.
Jeder sollte einmal am Tag komplett abschalten, Die Welt 26.10.15

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Warnungen mit Nebenwirkungen 
Dienstag, 3. November 2015 - Wissenschaft
Die Süddeutsche beschäftigt sich in einem Kommentar mit der fragwürdigen Wirkung gesundheitlicher Warnungen. Zwar bestätigte kürzlich eine Studie der Universität Illinois, dass besonders angsteinflößende Warnungen geeignet seien, auf Verhaltensänderungen zu wirken, doch Angstbotschaften ohne massive Drohkulisse motivieren Menschen eher nicht, ihren Lebensstil zu modifizieren. Wirkung hätten diese Warnungen indes auch - allerdings keine konstruktiven: "Es löst keine guten Gefühle aus, wenn permanent üble Gefahren beschworen werden. Die Allgegenwart drastischer Gesundheitswarnungen erzeugt einen ständigen inneren Alarmzustand, der das Wohlergehen sicher stärker beeinträchtigt als viele beschworene Gefahren selbst."
Warum Gesundheitswarnungen oft schaden, SZ 24.10.15

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Nicht zuständig - Plädoyer für eine Whistleblower-Kultur 
Montag, 2. November 2015 - Management
"Die negative Kultur des Drucks und der Kritikunfähigkeit ist hierzulande der Regelfall", bemängelt Johannes Ludwig, Vorstand des Whistleblower-Netzwerks. Die VW-Affäre und der späte Zeitpunkt ihrer Entdeckung hat in den Augen des früheren Management-Professors viel damit zu tun, dass hierarchische Kulturen ein Schweigen begünstigen. "Mitarbeiter müssen nicht nur das Problem als Problem wahrnehmen, sondern auch das Gefühl haben, dass es wichtig ist, etwas zu ändern. Und nicht zu glauben, sie wären nicht zuständig", so Ludwig. Er bemängelt, dass es in Deutschland nach wie vor keine Kultur gebe, die das Aufklären unzulässigen Unternehmenshandelns erleichtere. Im Gegenteil, gegenwärtig werde an der Einführung des Straftatbestands der Datenhehlerei gearbeitet, was es künftig erschweren dürfte, schwarze Schafe im Business aufzudecken. Ludwig fordert deshalb Schutzgesetze für Whistleblower, denn bisher riskieren die, die Unregelmäßigkeiten ihres Arbeitgebers öffentlich machen, meist alles.
"VW ist nicht Katastrophe genug", taz 23.10.15

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