Positiv denken bewirkt oft das Gegenteil 
Donnerstag, 5. November 2015 - Wissenschaft
Wer ein Ziel erreichen möchte, sollte besser nicht zu positiv denken, denn das kann leicht ins Gegenteil kippen. Die Psychologin Gabriele Oettingen untersuche in verschiedenen Studien die Wirkungen positiver Phantasien und stellte dabei fest, dass Menschen, die sich das Erreichen ihrer Ziele zu rosig ausmalen, sie oft nicht im gewünschten Maß erreichen. "Wunschträume und Phantasien sind ja auch durchaus sinnvoll. Sie machen gute Laune, helfen zu entspannen. Aber sie stehen uns im Weg, wenn es darum geht, tatsächlich eine Aufgabe anzupacken, Ziele zu erreichen", so Oettingen. Wer sich schon in Siegerpose wahrnehme, bringe oft weniger Energie auf, sein Ziel tatsächlich zu erreichen. Die Psychologin rät deshalb zu einer Methode, die mentales Kontrastieren beinhaltet - man stellt sich nicht nur die Erfüllung eines Wunsches vor, sondern auch mögliche Hindernisse auf dem Weg und mögliche Wege, diese zu überwinden. "Während die Zukunftsphantasien dem Handeln eine Richtung geben, liefert mir die Vorstellung der Hürden die Energie, sie zu überwinden", so Oettingen.
"Positives Denken hindert uns daran, Ziele zu erreichen", SZ 26.10.15

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Auf dem Weg zur Seelenruhe 
Mittwoch, 4. November 2015 - sonstiges
Der dänische Bestseller-Autor Peter Høeg spricht in einem Interview mit der Welt darüber, wie Empathie-Trainings für Kinder mehr Freundlichkeit und Seelenruhe in den Alltag bringen können. Høeg engagiert sich in einer dänischen Initiative, die die Methode Mindfulness-Based Stress Reduction verbreitet. Bereits der Hälfte aller dänischen Lehrer werden Kurse dazu angeboten und kürzlich weilte Høeg für ein Unterrichtsprojekt in Brandenburg. "Man kann andere Menschen nicht tiefer verstehen, als man sich selbst versteht", so der Schriftsteller, der selbst in einer Gemeinschaft lebt, in der täglich meditiert wird. "Wir sind es gewohnt zu meinen, dass es eben nette und unfreundliche Menschen gibt, aber Freundlichkeit kann man üben. Wenn Sie das Freundlichkeitsniveau in einer Schulklasse oder Familie ändern wollen, müssen Sie es trainieren. Das ist eine schlechte, aber auch eine gute Nachricht, denn man kann etwas ändern. Wir empfehlen Lehramtsstudenten zwanzig Minuten Meditation am Tag. In dieser Zeit sollten sie in Kontakt zu ihrem Körper, ihrem Herzen, ihrer Seelenruhe treten und versuchen, diese Qualität in die Beziehung zu anderen hinüberzutragen. Das verändert langsam das Leben. Die europäische Gesellschaft beginnt das zu entdecken", sagt er. Das Engagement im Dienste der Meditation nimmt gegenwärtig so viel Raum in seinem Leben ein, dass der Schriftsteller ankündigte, eine längere Auszeit zu nehmen - um sich über seine künftigen Prioritäten klarer zu werden.
Jeder sollte einmal am Tag komplett abschalten, Die Welt 26.10.15

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Warnungen mit Nebenwirkungen 
Dienstag, 3. November 2015 - Wissenschaft
Die Süddeutsche beschäftigt sich in einem Kommentar mit der fragwürdigen Wirkung gesundheitlicher Warnungen. Zwar bestätigte kürzlich eine Studie der Universität Illinois, dass besonders angsteinflößende Warnungen geeignet seien, auf Verhaltensänderungen zu wirken, doch Angstbotschaften ohne massive Drohkulisse motivieren Menschen eher nicht, ihren Lebensstil zu modifizieren. Wirkung hätten diese Warnungen indes auch - allerdings keine konstruktiven: "Es löst keine guten Gefühle aus, wenn permanent üble Gefahren beschworen werden. Die Allgegenwart drastischer Gesundheitswarnungen erzeugt einen ständigen inneren Alarmzustand, der das Wohlergehen sicher stärker beeinträchtigt als viele beschworene Gefahren selbst."
Warum Gesundheitswarnungen oft schaden, SZ 24.10.15

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Nicht zuständig - Plädoyer für eine Whistleblower-Kultur 
Montag, 2. November 2015 - Management
"Die negative Kultur des Drucks und der Kritikunfähigkeit ist hierzulande der Regelfall", bemängelt Johannes Ludwig, Vorstand des Whistleblower-Netzwerks. Die VW-Affäre und der späte Zeitpunkt ihrer Entdeckung hat in den Augen des früheren Management-Professors viel damit zu tun, dass hierarchische Kulturen ein Schweigen begünstigen. "Mitarbeiter müssen nicht nur das Problem als Problem wahrnehmen, sondern auch das Gefühl haben, dass es wichtig ist, etwas zu ändern. Und nicht zu glauben, sie wären nicht zuständig", so Ludwig. Er bemängelt, dass es in Deutschland nach wie vor keine Kultur gebe, die das Aufklären unzulässigen Unternehmenshandelns erleichtere. Im Gegenteil, gegenwärtig werde an der Einführung des Straftatbestands der Datenhehlerei gearbeitet, was es künftig erschweren dürfte, schwarze Schafe im Business aufzudecken. Ludwig fordert deshalb Schutzgesetze für Whistleblower, denn bisher riskieren die, die Unregelmäßigkeiten ihres Arbeitgebers öffentlich machen, meist alles.
"VW ist nicht Katastrophe genug", taz 23.10.15

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Burnout-Prävention: Sei ganz du selbst 
Freitag, 30. Oktober 2015 - Arbeit
Burnout ist nach wie vor ein Thema, dass regelmäßig auf den Karriereseiten der Medien verhandelt wird. Häufig formulieren Experten methodische Tipps, wie sich Berufstätige besser und gesünder durch den Arbeitsalltag bewegen können. In einem Beitrag der Süddeutschen Zeitung richtet die Ärztin und Beraterin Mirriam Prieß den Blick erst einmal in eine andere Richtung, nämlich auf die Frage unserer Identität. Für sie ist augenscheinlich, dass Menschen, die unter Burnout leiden, häufig die Beziehung zu sich selbst verloren haben - oder noch nie eine hatten. "Es ist wichtig zu erkennen, ob die Prägung, die ich in meinem Elternhaus erhalten habe, mit dem übereinstimmt, was meinem eigenen Wesen und meiner Identität entsprich. Ist das nicht der Fall, arbeitet man permanent gegen sich an, unterdrückt die eigenen Bedürfnisse und verliert sich häufig in einem grenzenlosen Perfektionsanspruch", so Prieß. Man möchte ergänzen: Auch all die Impulse, die in Schule und Berufsausbildung, in Freundeskreisen und der Mainstream-Kultur auf uns einprasseln, tun ihr übriges, uns immer wieder mit Weltbildern und Lebensentwürfen zu konfrontieren, die - gemessen an einer imaginären Mehrheitsmeinung - erstrebenswert sein sollen. Vielleicht sollten wir einfach öfter mal darüber nachdenken, wer wir sind - und wer wir sein wollen. Wer weiß, was dann möglich ist ...
Wie kann ich einen Burn-out verhindern? SZ 22.10.15

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Wie glücklich Geld macht 
Donnerstag, 29. Oktober 2015 - Studien
Ein erfülltes Leben kann man mit Geld zwar nicht kaufen, doch zu behaupten, Geld mache nicht glücklich, verfehlt ebenso die Realität. Erhebungen aus den USA beispielsweise zeigen sehr deutlich, dass zu wenig Geld anscheinend unglücklich macht. Gefragt nach der allgemeinen Zufriedenheit mit dem eigenen Leben, zeigten sich 57 Prozent der Befragten, die weniger als 10.000 Dollar pro Jahr zur Verfügung hatten, als unzufrieden oder sogar sehr unzufrieden. Lediglich 24 Prozent bezeichneten sich als glücklich. Schon bei einem bis zu doppelt so hohen Einkommen steigt die Zahl der Zufriedenen auf 47 Prozent. Unter den US-Bürgern, die 150.000 bis 250.000 Dollar verdienen, sind immerhin noch drei Prozent unzufrieden. Bei Einkommen ab 500.000 Dollar ist das Glück dann keine Frage mehr.
Zufriedenheit und Gehalt - die Wahrheit über Glück, Welt 22.10.15

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Zappos sagt den Chefs Adé 
Mittwoch, 28. Oktober 2015 - Management
Der amerikanische Online-Schuhversender Zappos macht ernst - seit Mai gibt es in dem Unternehmen offiziell keine Chefs mehr. 269 Führungskräfte verloren durch diese Aktion ihre Posten. Gründer Tony Hsieh gehört mit seinen 1.500 Mitarbeitern zu den größten Anwendern von Holacracy, einem Managementsystem, dass häufig übliche Top-Down-Hierarchien durch funktionale Rollen- und Feedbacksysteme ersetzt. "Holacracy ist der Garant für konstante Veränderung", begründet Hsieh diesen Schritt, der nicht allen Mitarbeitern gefallen hat. 210 Angestellte kündigten aufgrund des Umbaus. Kritiker bemängeln, dass der Verzicht auf klare Hierarchien zu endlosen Meetings und Entscheidungsstaus führen könne. Hsieh selbst gibt sich gelassen und räumt den sich nun vollziehenden Veränderungsprozessen fünf Jahre ein.
Zappos wagt das Unternehmen ohne Chef, WiWo 19.10.15

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Hansgrohe bietet Mitarbeitern Sozialberatung 
Dienstag, 27. Oktober 2015 - Success Stories
Der Sanitärhersteller Hansgrohe tut einiges, damit die Mitarbeiter des Unternehmens nicht nur körperlich, sondern auch seelisch gesund sind. Gesundheitskurse, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice und Kinderbetreuung in den Ferien sind nur einige der Maßnahmen, die den Angestellten das Arbeitsleben leichter machen sollen. Jüngste Errungenschaft ist eine interne Sozialberatung. Jede Woche kommt ein Sozialpädagoge ins Unternehmen, bei dem sich die Mitarbeiter Rat holen können. "Um Mitarbeiter, aber auch Führungskräfte in kritischen Situationen frühzeitig und umfassend unterstützen zu können, haben wir diese Plattform geschaffen. Der Sozialpädagoge bietet der Belegschaft Hilfe bei der Bewältigung ihrer beruflichen und privaten Herausforderungen an. Dazu gehört die Beratung zur Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen ebenso wie die Begleitung bei familiären und finanziellen Schwierigkeiten oder behördlichen Angelegenheiten. Aber auch bei innerbetrieblichen Problemen oder Überlastung steht er unseren Mitarbeitern zur Seite", erklärt Personalchef Thomas Egenter. Die Rückmeldung des Beraters an das Unternehmen erfolgt anonym - er informiert lediglich über die Art der Beratungsthemen.
"Die psychische Gesundheit wird sehr wichtig", Zeit online 19.10.15

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